Version 17.2.2018

 

Litera H

(Haupersweiler - Herchweiler)

 

 

Haupersweiler / Saarland:

heute Freisen, OT Haupersweiler; auch Biewersche Mühle genannt, ab 1695 erwähnt 1. Haupersweiler wird zusammen mit Herchwei­ler und Seitzweiler erstmals 1431 erwähnt. Die drei Orte lagen im alten „Königreich“. Haupersweiler war als lothringisches Le­hen ganz im Besitz der Herren von Oberstein und gehörte zur Herrschaft Oberkirchen 2.

 

Mühlen:

um 1747 wird in Haupersweiler der Müller Johann Heinrich Roth bzw. Rodt genannt (∞ mit Maria Katharina Backes; Vater des Handelsmann Jakob Roth [geb. 18.5.1747 Haupersweiler]) 3. +++klären: welche Mühle+++

 

- Ellernmühle bei Haupersweiler:

von der Ellernmühle stammt die Maria Katharina *Becker, die Ehefrau des Müllers in Haupersweiler Peter *Alles 4, die Eltern des Jo­hann Adam *Alles (~ 2.12.1756 Haupertswei­ler/Oberkirchen; ∞ 4.3.1783 Kirchenbollenbach mit der Müllerstochter M. Elisabeth Con­rad) 5.

 

 

- Haupersweiler Mühle:

 

Literatur/Urkunden:

- LHA Koblenz Best. 24 (Herzogtum Pfalz-Zweibrücken) Nr. 648: Die Mühle zu Haupersweiler bei Eitzweiler, 1586-1754

 

 

 

 


Hauptstuhl:

VG Landstuhl, Lk Kaiserslautern

 

Mühlen:

im Bereich der des untergegangenen früheren Ortes Ruppach, nordöstlich des „Neubaues“ (östlich von Hauptstuhl) liegen die Mühlwie­sen. Sie gehörten zu der nahe der Kaiserstraße gelegenen ehemaligen Sägemühle von Ruppach 6.

 

Photo:

- Quirin/Traub: Hauptstuhl, S. 67: Fundamentreste des ehemaligen Mühlkanals vom Wegweiher bis zur Sägemühle.

 

 

 

 

 

Heddesheim / Rheinhessen:

heute OT von Guldental; VG Langenlonsheim, Lk Bad Kreuznach; nördlich von Bad Kreuznach gelegen gehörte zum kurpfälzischen Oberamt Stromberg

 

Mühlen:

die Mühle in Heddesheim wurde 1611 als Unterpfand eines Darlehens gegeben, das von den Vormündern des minderjährigen Kindes Jo­hann Christoph von Gottfahrt dem Johann Barthel von Obentraut, kurpfälzischer Amtmann zu Stromberg, über 1000 fl gegeben hatte. Obentraut verpflichtete sich 1611 zu 50 fl jährlicher Zinszahlung an Johann Christoph von Gottfahrt. Nachdem von Obentraut 1613 mit seinen Zahlungen in Rückstand geraten war, forderten die Vormünder des Gottfahrt sofortige Zahlung oder Immission in die als Unter­pfand gegebene Mühle zu Heddesheim („Hedesheim uff dem Gaw“). Als keine Reaktion erfolgte, erhob Gottfahrt, ver­treten durch seine Vormünder, 1617-1618 Klage am Reichskammergericht Speyer. Der Beklagte, von Obentraut, bot Absicherung durch seinen Schwager von Geispitzheim an 7.

 

Um 1720 bestand in Heddesheim eine neu erbaute Mühle, die dem Schultheiß Johann Jakob Schmidt gehörte. Dieser ist 1722 im Schat­zungsregister des kurpfälzischen Oberamts Stromberg mit einem Vermögen von 620 fl aufgeführt mit der Bemerkung: „Eine neu erbau­te Mühl, in der wenig zu tun ist.“ 8.

 

Um 1722 war Müller auf der Mühle in Heddesheim „auf der Güldenbach“ der Müller Johann Philipp Knecht; ∞ mit Agnesa NN.; Va­ter der Anna Clara Knecht (∞ mit dem Müller auf der Rechenmühle bei Alzey, Johann Georg Engelhart). Am 18.1.1722 wird in Al­zey getauft die Agnesa Engelhart (geb. 15.1.1722 Alzey), Tochter von „Johann Georg Engelhart, Bürger und Rechenmüller bei Alzey und Ehefrau Anna Clara“. Patin war „Agnesa, Ehefrau von Johann Philipp Knecht, Müller in Heddesheim auf der Güldenbach als Schwiegermutter“ 9.

 

 

 

 

 

Hefersweiler:

VG Wolfstein, Lk Kusel; das Dorf besteht aus den Ortsteilen Hefersweiler und *Berzweiler. Im Nordpfälzer Bergland, östlich von Wolf­stein, südlich von Reipoltskirchen, am Odenbach gelegen.

 

Das Dorf Hefersweiler wurde 1223 erstmals urkundlich erwähnt. Hefersweiler gehörte von 1181-1608 zur Reichsherrschaft Hohen­fels-Reipoltskirchen.

 

Mühlen:

- Dorfmühle:

ursprünglich bestand bei Hefersweiler eine alte Mühle, die Waldmühle, die nach dem 30jährigen Krieg nicht wieder aufgebaut wer­den durfte, weil das Dorf Hefersweiler zur Bannmühle in Reipoltskirchen gebannt war. Im Juni 1702 beantragte ein Müller aus Wolf­stein beim zuständigen Oberamt Ebernburg die Errichtung einer „Mühle nahe bey Heffersweyler“. Dieser beabsichtigte die ehemali­ge *Wald­mühle wieder aufzubauen. Mit Rücksicht auf das bestehende Bannrecht der Mühle der Familie Heil/Heyl von der Reipoltskircher Mühle wurde der Antrag vom zuständigen Amtmann Böhmer aus Reipoltskirchen abgelehnt. Am 14.2.1714 beantragte der Landwirt und Müller aus Finkenbach, Johann Nikel *Müller, ihm den Wiederaufbau zu gestatten. Dem Antrag wurde nunmehr gegen den Widerstand des Amtmanns Böhmer durch die Landesregierung genehmigt. Der Bau begann 1715. Es wurde ein ca. 717m langer Mühlengraben ab dem Stauwerk am Odenbach errichtet und bei der Mühle eine Staumauer, an der ein Gefälle zum Mühlrad der Mühle von 4m Höhe vorhan­den war. Zum Aufbau nahm Johann Nikel Müller Darlehen von insgesamt 500 Gulden bei dem Kauf­mann Boricelli in Meisenheim gegen Verpfändung von Grundstücken und der Mühle auf. Wie lange Müller die Mühle betrieb, ist bis­her ungeklärt. Im Kirchenbuch werden be­reits 1718 und noch 1726 die Familie Knapp als Müller benannt 10.

 

Danach führte offensichtlich die Familie Clementz (Clemens) die Mühle. Am 20.11.1731 heiratet der Müller und Witwer Johann Ja­cob Clementz (*Clemens) in Hefersweiler die Witwe Maria Elisabetha Hermann, Wwe. des Gerhard Hermann, geb. Ecker, Tochter des Wil­helm Ecker. Johann Jacob Clemens starb am 28.2.1758 im Alter von 67 Jahren. Seine drei Söhne aus 1. Ehe waren ebenfalls Müller: Jo­hann Ludwig *Clementz (∞ 4.12.1736 mit Susanna Gödel, der Tochter des verstorbenen Johann Michael Gödel), Johann Jacob *Cle­mens (∞ 3.6.1748 mit Elisabetha Catharina Graf/Gräf aus Waldgrehweiler, Tochter des Johannes Graf) und Johann Peter *Clemens (∞ 4.12.1745 mit der Witwe Maria Catharina Braun) 11.

 

Die Familie Clementz (Clemens) bewirtschaftete mindestens bis zum Tode von Johann Jacob *Clemens am 28.2.1758 die Heferswei­ler Mühle. Wie lange dessen Söhne die Mühle weiter bewirtschafteten, ist bisher ungeklärt.

 

1761 war Stoffel Heym als Müller in Hefersweiler. Mit Schreiben vom 1.11.1761 beschwerten sich der Müllermeister zu Hefferswei­ler, Stoffel Heym und der „Jacob Hüttel, dasiger müller in loco“ [Anm. d. Verf.: d.h. zu Reipoltskirchen] bei der gräflichen Regierung in Rei­poltskirchen darüber, daß auswärtigen Müller unter Bruch des Bannrechts, in die zur Grafschaft Reipoltskirchen gehörenden Dörfer fah­ren würden, um dort „Früchte abzuholen“ und diese in auswärtigen Mühlen zu mahlen. In ihrer Beschwerde verwiesen bei­de Mül­ler auf die hohe Pacht, die sie an die Herrschaft zu zahlen hatten, sowie auf den Wassermangel am Odenbach während der Sommer­monate, der das Mahlen weitgehend unmöglich machen würde, während bei ausreichendem Wasser die Mahlgäste ausblei­ben wür­den, weil die­se bei auswärtigen Mühlen mahlen ließen 12.

 

Es folgt der Müller Johann Jacob *Welcker (20.7.1735 Hefersweiler – 8.9.1777 in Hefersweiler am Fleckfieber); ∞ vor 11/1758 mit Maria Margretha Bacher (geb. 24.5. 1738 Hefersweiler – 3.6.1777) 13. Im Kirchenbuch wird allerdings 1767 Johann Jacob *Welcker als Müller in Ingweiler (heute Ingweilerhof bei Hefersweiler) bezeichnet 14. Die Tochter aus der Ehe Welcker / Bacher stammt Ma­ria Catharina *Welcker, die 1777 den 31jährigen Peter Scheid heiratete, der schon ein halbes Jahr später, am 5.2.1778 an einer Seu­che/Grippe starb. Die Witwe heiratet daraufhin den Jacob Frank aus der Mül­lerfamilie Frank, die an etlichen Stellen der Pfalz Müh­len betrieb 15.

 

Jakob Frank beantragte für die 93 die Erbpacht der Mühle nachzulassen 16.

 

Die Kirchenbücher belegen, daß die Franks aus Alsenbrück stam­men. Die Mühle wurde von Angehörigen der Familie Frank bis 1960, da­nach vom Schwiegersohn Ernst Spangenberger noch einige Jahre weiter betrieben 17.

 

Photo:

- Knecht, Klaus: Die Mühle in Hefersweiler; in: Uhrig, Detlev und Schwarz, Willi: Ortschronik der Gemeinden Hefersweiler und Berzweiler 1569-2002, hrsg. Gemeinde Hefersweiler 2003, S. 32: die Aufnahmen von Rudolf Zinn zeigen den Standort der alten Mühle in Hefers­weiler

 

Literatur/Urkunden:

- Knecht, Klaus: Die Geschichte der Mühle in Hefersweiler im 18. Jahrhundert; in: Westrich-Kalender. Kusel. 1976, 29-36.

- Knecht, Klaus: Die Mühle in Hefersweiler; in: Uhrig, Detlev und Schwarz, Willi: Ortschronik der Gemeinden Hefersweiler und Berzweiler 1569-2002, hrsg. Gemeinde Hefersweiler 2003, S. 30ff.

- LA Speyer Best. C 23 Nr. 11/2: „Die Erbauung einer Mühle daselbst (Anm.: zu Hefersweiler) und deren Erbbestandsbegebung 1702-1785“

- LA Speyer Best. C23 Nr. 17/5: „Acta betr: des Erbbestandsmüllers zu Hefersweiler Jakob Frank .... Pachtnachlaßgesuch. 1784-1793

- Uhrig, Detlev: Die Familien Berz- und Hefersweilers; Internetdatei von 2005, http://www.http://www.hefersweiler-berzweiler.de/ pdf/familienbuchhefersweiler.pdf

 

 

- Waldmühle:

ursprünglich bestand bei Hefersweiler eine alte Mühle, die Waldmühle, die nach dem 30jährigen Krieg nicht wieder aufgebaut wer­den durfte, weil das Dorf Hefersweiler zur Bannmühle in Reipoltskirchen gebannt war 18.

 

Im Juni 1702 beantragte ein Müller aus Wolfstein beim zuständigen Oberamt Ebernburg die Errichtung einer „Mühle nahe bey Heffers­weyler“. Dieser beabsichtigte die ehemalige *Waldmühle wieder aufzubauen. Mit Rücksicht auf das bestehende Bannrecht der Mühle der Familie Heil/Heyl von der Reipoltskirchener Mühle wurde der Antrag vom zuständigen Amtmann Böhmer aus Reipolts­kirchen abge­lehnt 19. Weiteres s. Dorfmühle Hefersweiler

 

 

 

 

 

Heidesheim:

heute zusammen mit Colgenstein Ortsteil von Obrigheim; VG Grünstadt-Land, Lk Bad Dürkheim; gehörte zur Grafschaft Leiningen-Hei­desheim

 

Mühlen:

- Schloßmühle:

sie lag am Eisbach nördlich der Schloßstraße zwischen Colgenstein und Heidesheim; heute Weingut, nördlich des ehemaligen Schloß­parks, dem heutigen Park um die Villa Reinecker.

 

Die Mühle lag auf Colgensteiner Gemarkung, wird aber als Teil des Heidesheimer Hofguts bezeichnet 20.

 

Die Schloßmühle in Colgenstein-Heidesheim gehörte zum ehemaligen Leiningen-Heidesheimischen Schloß. Im 18. Jh. war Peter Bartho­lomäus Barth Pächter der Mühle. Sein Sohn Johann Conrad Barth hatte vermutlich kein Interesse an der Mühle, weshalb diese neu ver­pachtet werden mußte. 1754 wird die Mühle durch Graf Christian Carl Reinhard von Leiningen-Dags­burg-Falkenburg an Anna Elisabeth Wittner, geb. Schiffer, die Witwe von Nikolaus Wittner (Müller in Albsheim) verpachtet 21. Nach Ansicht von Heiss sind weitere Unter­lagen sind nicht mehr vorhanden 22.

 

Am 7.12.1807 erfolgte im Zuge der französischen Nationalgüterveräußerung die Veräußerung der Schloßmühle Colgenstein. Eigen­tümer waren damals die Fürsten von Leiningen-Hardenburg. Pächter waren Jakob *Dejung, Grosser und Consorten. Die Veräußerung verlief an diesem Termin erfolglos 23. Auch die folgenden Termin blie­ben ohne Ergebnis. Erst am 15.11.1809 erfolgte die Veräuße­rung an Friedrich Konrad Jakobi [s. *Jakoby] aus Königsberg zum Kauf­preis von 97000 fr 24.

 

In einem Verzeichnis aller im Kanton Grünstadt befindlichen Mühlen vom 15.12.1817 25 werden Jakobi Erben als Eigentümer der Schloßmühle Heidesheim genannt. Die Mühle verfügt über drei Mahlgänge, die von einem unterschlächtigen Mühlrad getrieben wer­den. Die Mühle ist an Jakob Dejung verpachtet.

 

Mit notariellem Vertrag vom 29.3.1811 übergibt der Rentier Friedrich Conrad *Jakoby, wohnhaft in Königsberg/Preußen dem Jakob *De­jung und seiner Ehefrau Maria Katharina geb. Hertel die in seinem Eigentum stehende Mahlmühle in Heidesheim, die Schloß­mühle ge­nannt, nebst den dazugehörigen Feldern „in einen eilf jährigen Temporal Bestand“. In diesem Vertrag wird die Schloßmühle beschrie­ben: „die Mahlmühle bestehend aus drey Gäng und einer Schwingmühle nebst allen darzu gehörigen Gebäulichkeiten, Scheuer, Pferd- Küh- und Schweinställen ...“. Die jährliche Pacht belief sich auf die hohe Summe von 1205 Francs, fällig zum je­weils 1. Oktober, begin­nend mit dem 1.10.1812. 26.

 

1817 gab es in Colgenstein die Schloßmühle mit 3 Mahlgängen 27.

 

Am 29.5.1826 kommt es vor Notar More in Grünstadt zu einem Vertrag über die Setzung eines Wasser-Augpfahls. Darin heißt es: „... ist erschienen H Johann Adam *Borngasser, Eigenthümer in Heidesheim ... Besitzer der im hiesigen Bann gelegenen sogenannten Schloß­mühle, ... und H Adam *Wittner, Müller, mit seiner Mühle im Bann von Albsheim ... wohnhaft, dieselbe haben ... des zwi­schen ihren Mühlen und der Straße in Heidesheim befindlichen Ablasses und der Straßenhöhe desselben durch Setzung eines Aug­pfahles, folgendes ... abgeschlossen ...“ 28.

 

1840 gehörte die Mühle einer Frau Borngasser aus Heidesheim. Sie wurde Jakob *Schiffer, damals Eigentümer der Heckmühle in Groß­karlbach, zum Kauf angeboten 29. Der Kauf kam nicht zu Stande, da Schiffer die von ihm betriebene Heckmühle entgegen ei­ner Verein­barung nicht an die Vorbesitzerin Witwe Fitting zurückgeben konnte, und deshalb das erforderliche Kapitel zum Kauf der Schloßmühle nicht aufbrachte 30. 1844 erwarb Konrad Wal­ter aus Pfeddersheim das Anwesen für 18600 Gulden 31.

 

Im Handels- und Adressbuch der Pfalz (Einträge im Firmenregister des Handelsgerichts Frankenthal) von 1864 wird genannt die Firma „Walter, Conrad, Kunden- und Handelsmüller, Eigenthümer Konrad Walter“ 32.

 

Der „Müller in Colgenstein“ Philipp *Walter ist am 28.11.1874 als Trauzeuge in Albisheim bei der Hochzeit des Conrad *Walter (geb. 11.7.1841, prot. Konfession, Müller in Colgenstein, „Sohn der dort wohnenden Eheleute Conrad [Walter] Müller & Maria [geb.] Jor­dan) mit der Catharina Schüller, (geb. 21.8.1849; Tochter des Ackersmanns Georg Adam Schüller und der Sabine geb. Wartenbach, beide aus Albsheim) 33.

 

Karte:

- LA Speyer Best. W41 Karte 2006: Albsheim mit Ortslage Heidesheim und Schloßmühle, o.D. (1820-1845)

- LA Speyer Best. W41 Nr. 2085/2: Klassifikationsplan Colgenstein-Heidesheim, 1925, darin u.a. Obrigheim und Schloßmühle, o.D. (1820-1845)

- LA Speyer Best. W41 Nr. 2398: 6 Blätter mit Ortslage Mühlheim, Albsheim, Heidesheim mit Schloßmühle, Furthmühle und Ziegel­hütte, ,o.D. (1820-1845)

- LA Speyer Best. W41 Karte 2461Obrigheim mit Ortslage Heidesheim und Schloßmühle, o.D. (1820-1845)

- Vermessungs- und Katasteramt Rheinpfalz, Neustadt, Katasteraufnahme 1837, Blatt N.W.V.9b, abgedruckt bei Keddigkeit u.a.:

Pfälz. Klosterlexikon, Bd. 2, S. 101.

 

Urkunden/Literatur:

- LA Speyer Best. C26 (Grafschaft Leiningen-Hardenburg) Sachakte 169: Schloßmühle und Bannmühle Heidesheim, 1774-1781

 

 

 

 

 

Heiligenmoschel:

VG Otterberg, Lk Kaiserslautern; im Reichsland nördlich Kaiserslautern gelegen; am Moschelbach; der Ort gehörte im Spätmittelal­ter zur Herrschaft Schallodenbach, erstmals 1396 als “Aller Heiligen Mosseln” urkundlich erwähnt. Im 16. Jh. teilten sich die Bren­ner von Le­wenstein die Herrschaft mit Sickingen-Schallodenbach. 1601/03 kaufte Herzog Johann von Pfalz-Zweibrücken sämtliche Anteile auf. Hei­ligenmoschel wurde dadurch ein pfalz-zweibrückischer Amtsort im Oberamt Meisenheim 34. Der Name leitet sich ab von einer an der Moschel gelegenen mittelalterlichen Allerheiligenkirche.

 

Mühlen:

- Rohmühle:

nördlich von Heiligenmoschel in Richtung auf Gehrweiler; am Moschelbach gelegen.

 

Der Meisenheimer Landschreiber Keller berichtete am 17.8.1624 an die Regierung in Zweibrücken über die Mühle in Heiligenmo­schel: “Ich habe den Damm an dem Mühlweiher, so durch die Soldaten hiebevor angegraben worden, zurichten lassen, daß man die Mühle wieder gebrauchen kann; derowegen habe ich nach einem Müller getrachtet. Und wiewohl ich verhofft, es werde die Mühle auf den vo­rigen Pacht, nämlich 20 Malter, halb Korn und halber Hafer, zu bringen sein, so will sich noch keiner finden, der solche diesmal also an­nehme; dieweil nicht allein die dazugehörigen Felder die Zeit über, als die Mühle ledig gestanden, in Umbau gekom­men, sondern auch der Soldaten halber nicht wohl ohne Gefahr allda zu wohnen, dieweil sie außerhalb des Dorfes gelegen und drit­tens bei den meisten Un­tertanen aus Mangel an Frucht wenig Mahlens gewesen.” 35.

 

Nicht weit von Heiligenmoschel, in einem schönen und stillen Tal, durch das der Moschelbach abwärts fließt gegen Gehrweiler zu, liegt am äußersten Zipfel des Landkreises Kaiserslautern eine alte Mahlmühle, die Rohmühle. Sie hat schon Viele Jahre ihre Funktion als Mahlmühle aufgegeben. Sie steht in den Rohwiesen, die anfangs des 17. Jahrhunderts bezeugt sind. Das mittelhochdeutsch „ro“ bedeu­tet neuhochdeutsch, roh, rau, hart, fest. Das Mühlrad und sonstige Mühlenutensilien sind heute nicht mehr vorhanden. Der Au­tor hat Beziehungen zu dieser Mühle, da seine Urgroßmutter Lutz daraus stammte (1824 - 1873). Sie heiratete 1851 Georg Rahm VI. von Heili­genmoschel. Die Geschichte dieser Mühle ist in den Zweibrücker Akten betr. Heiligenmoschel im Landesarchiv Speyer do­kumentiert. Un­terlagen, die der verstorbene Rektor und Ortsbürgermeister Rudolf Leppla aus Speyer bekam und eigene Forschungen in Speyer wurden für diesen Beitrag verwendet. Die früheste Erwähnung der Rohmühle war im Jahre 1601. Heiligenmoschel war da­mals wieder im Besitz des Herzogs von Zwei­brücken und Pfalzgraf Johannes I. Graf zu Sponheim und Veldenz, Herzog in Bayern, ausgenommen einige Rech­te, die Johann Gott­fried von Sickingen zustanden. Drei Hofgüter und eine Mahlmühle gab es im damali­gen Heiligenmoschel. Letztere er­hielt der Unter­tan Michael Rauscher für zehn Jahre verliehen. Er sollte das alte Mahlwerk und das mangelhafte Geschirr „auf seine Kos­ten richten“ und im guten Bau halten, was ihm am Ende des Beständnisses gutgerechnet werden sollte. Bisher kostete die Mühle 15 Malter bei­derlei Frucht. Jetzt sollte er aber neun Malter Korn und acht Malter Hafer Lauterer Maß liefern. Von der Sickinger Fron sollte er be­freit werden, die Heiligenmoscheler aber leisten. Außerdem benötigte die Mühle ein neues Dach. Zur Mühle gehörten zwölf Morgen Ackerland und eine kleine Wiese. Nachdem der Müller gestorben war, bat seine Wittib den Fürsten, da sie des Müllerhandwerks uner­fahren sei, um die Schätzung durch einen Unparteiischen. Sie erwähnte, dass ihr Mann einen neuen Stall und einen Keller gebaut hatte. Vom Schultheiß wurde Wendel *Weipert aus Künzhausen am Kocher vorgeschlagen, der drei Jahre die Mühle zu „Simpach“ be­sessen hatte. Er erhielt 1608 einen Erbbestandsbrief für zwölf Jahre. Er zeigte sich jedoch sehr fahrlässig und saumselig und hatte den Mahlern aus guter Frucht „Borßmehl“ geliefert, so dass sich die Gemeinde beschwert hatte. So wurde angeordnet, dass er die Mühle bis Weih­nachten räumen solle. Plötzlich machte er sich aus dem Staube und ließ die Bürgen zahlen. Diese machten eine Ein­gabe im Jahre 1613 um Erlaß der zehn Gulden. Auf Grund der Befürwortung des neuen Land­schreibers Wilhelm Drescher wurde es genehmigt. Als nächster bekam Lorenz *Elbinger die Mühle für neun Jahre verliehen. Laut Erbbestandsbrief von 1619 erhielt er sie für weitere zwölf Jahre, muß­te nunmehr zehn Malter Korn und zehn Malter Hafer liefern. Die neuen Bürgen waren Hans Schneider und Hans Weber aus Heiligenmo­schel. Es brach jedoch eine schwere Zeit, nicht nur für den Müller, sondern die Bevölkerung von Heiligenmoschel an. Mit der Besetzung der Pfalz durch die Spanier machte man 1621 mit dem Dreißigjährigen Krieg Bekanntschaft, der unsägliches Leid über Land und Bevöl­kerung brachte. 1624 schrieb der Landschreiber Werner Keßler nach Zweibrücken: Ich hab den Damm an dem Mühlweiher, der durch die Soldaten angegraben wurde, richten lassen, dass man die Mühle wieder brauchen kann. Die Felder waren unbearbeitet. Obwohl die Mühle wieder instand ist, ließen die Unterta­nen wenig mahlen, weil es an Frucht mangelte. Man suchte einen neuen Müller, da letzterer das Dorf verließ und hoffte den alten Pachtzins wieder zu erhalten. Es meldete sich anfangs niemand bis auf den Müller Heinrich *Schwarz aus Cölln. Der Landschreiber verhandelte mit ihm und versuchte für zwei Jahre einen Pachtvertrag zu erreichen mit 16 Malter Frucht pro Jahr. Wenn die Pachtsum­me nicht zu erreichen ist, soll er weni­ger abliefern. Eine Übernahme der Mühle wurde je­doch nicht erreicht. 1625 erfahren wir über Heiligenmoschel aus einem Brief, den der Landschreiber Wilhelm Decker an den Fürsten von Zweibrücken schrieb: „Die armen nun schon etliche Jahre ganz verlassenen Leute seien dieser Mühe schon Wert (d.h. mal nach Heili­genmoschel zu kommen und sich zu in­formieren), zumal noch Mord und an­der Unglück zu befürchten sei ... die Einwohner betreffend seien meistenteils gehorsame und willige Untertanen, aber zu dieser Zeit die blutärmsten Leut die wir im Lande haben. Kein Dorf sei so oft und vielmals ausgeplündert worden. Deshalb sei es auch lange Zeit unbewohnt gestanden, auch etliche mit Weib uns Kindern dem Betteln nachzuziehen genötigt worden. Es sei auch kein Tag am Himmel, an welchem die durchziehenden Soldaten nicht speisten und von ihnen Schaden leiden mussten. Es wäre eine gute Tat „an diesem armen Haufen“ die Kriegsbeschwerden zu lindern. Die geplagten Wirtschaften, die nur är­gerliche Häuser seien, an welchem sich lauter leichtfertig Gesindel, andere Leut zu schaden, versammelt und aufhält, sollten ge­schlossen werden. Die beiden Wirte soll­ten Ackerbau betreiben. Dadurch wären die Ursachen des „ärgerlichen Lebens“ abgeschafft.“ Das Jahr 1632 brachte durch den Rück­zug der Spanier von Rockenhausen nach Lauterecken die Niederbrennung Heiligenmoschels, vermutlich mit der Ermordung, Ver­schleppung und der Flucht fast aller Bewohner des Dorfes. Dargestellt ist diese Szene in dem Kupferstich von Merian in dem Theat­rum Europäum von 1635, wobei Heiligenmoschel in Flammen steht. Bei der Wiederbesiedlung von Heiligenmoschel sind nur noch wenige alte Namen von den früheren Bewohnern zu finden, wie Frenger Carl, Metzler Paul, We­ber Simon und Ulrich und Metz Ja­cob.

 

Die Rohmühle lag im 30jährigen Krieg und in den Folgejahren viele Jahre öd, und wurde 1655 um 14 Malter Korn verpachtet 36.

 

Der nächste Eintrag über die Rohmühle bzw. deren Güter sind am 21. November 1659 zu finden. Die Äcker und Wiesen der verfalle­nen Rohmühle wurden für fünf Malter, ein Viernzel Hafer und Korn auf zehn Jahre an Jacob Metz versteigert. weitere Bieter waren Marx Ul­rich, Weber Hans Nickel und Koch Hans Nickel. 1686 wird berichtet, dass ein Balthasar Sernater die Ziegeln vom Dach und die Steine vom Haus der Rohmühle entfernt hatte, um sie nach Schallodenbach zu verkaufen. Hiermit war die Mühle ganz dem Ruin freigegeben. Beim Oberamt Meisenheim meldete sich 1687 ein Nicklas Müller, auf dem Ingelheimer Grund wohnhaft, der die Mühle aufbauen will, wenn er sie etliche Jahre frei und eine billige Pacht erblich verliehen bekommt. Eins Vertrag kam jedoch nicht zustan­de. Erst wieder 1711 glaubt man wieder auf der Suche nach einem Müller Erfolg zu haben. Der Schultheiß wandte sich an die schwe­dische Rentkammer des Herzogtums Zweibrücken: „aus Mangel an einer eigenen Mühle müßten die Einwohner des Dorfes die Früchte zwei Stunden wegs weit zu ausländischen Mühlen im Churpfälzischen fahren und all dorten mahlen lassen. Die Mühle soll öffentlich versteigert werden.“ Er selbst bietet dafür acht Malter Korn jährlich einschließlich der beiden Weiher. Die Publikation wur­de im ganzen Amt vorgenommen und wurde auf den 7. November 1711 festgelegt. Landschreiber Vißing selbst bemühte sich zu kommen. Er mußte aber feststellen, dass nie­mand erschienen war und kehrte unverrichteter Dinge zurück. Der Schultheiß Daniel *Rahm nutzte die Tatsache aus und verlangte nach dem Aufbau der Mühle, vier Freijahre und noch Land dazu. Es kam jedoch nicht zum Abschluß des Vertrages, da er noch mehr errei­chen wollte. Inzwischen wurde er Teilhaber des Fölklingischen Hofgutes, was wohl seine Unterschriftsverweigerung beeinflußte. Ein anderer Interessent war der Müller Christian *Justi von Roth bei Meisen­heim. Er versprach die Mühle aufzubauen, wenn er sie erbbe­ständlich erhalten würde und neun Morgen schlechter Äcker am Berg bepflanzen darf, da die anderen verpachtet waren. Er möchte auch 60 Baumstämme gratis zum Aufbau der Mühle bekommen, sechs Malter Korn liefern, für die Wiesen und Gärten um die Mühl vier Gulden Zins zahlen, nicht gezwungen werden, den Mühlwoog mit zu füllen, da die Instandsetzung mindestens 100 Gulden Kosten wür­de. Außerdem will er das direkt in die Mühle leiten. Weiterhin verlangt er nicht zu Geldabgaben oder Frondiensten herangezogen zu werden und die Mühle zur Bannmühle erklärt wird, d.h. alle Heiligenmoscheler, es sind etwa 20 Familien, müssen dort mahlen lassen. Er glaubt, bis Frühjahr 1716 wieder mahlen zu können. Da kein anderes Gebot vorhanden war, willigte Zweibrücken am 23. Mai 1715 ein, nachdem über 70 Jahre keine Erträgnisse zu erhalten waren. Bis 1721 lief alles gut, aber dann bekam er Schwierigkeiten mit der Ge­meinde wegen Abgaben und verklagte 1723 die Ge­meinde, weil sie in fremden Mühlen mahlen lassen würde. Das gespannte Verhältnis bewegte ihn, 1725 die Mühle mit dem Nieder­müller zu Jeckenbach Casimir *Mühlberger zu tauschen. Enttäuscht stellte er fest, dass man ihn schamlos betrogen hatte, da die nöti­gen Mühlgeräte nicht mehr vorhanden waren. Er bittet das Oberamt, ihm wieder zu seiner alten Mühle zu verhelfen. Mühlberger, aus der Gascogne in Frankreich, war ein unliebsamer Zeitgenosse, wie berichtet wird. Er richtete 1727 eine Beschwerde über die Ge­meinde Heiligenmoschel nach Meisenheim. Die Erwiderung des Bürgermeisters Daniel Rahm ließ nicht lange auf sich warten. „Hät­te er das wenige bezahlt, wäre er nicht gepfändet worden. Außerdem wisse er nicht, dass die Mühle eine Bannmühle wäre. Es täte gut, wenn er sich nicht so faul und nachlässig zeige und die Mahlgäste liefen wegen seiner Untreue fort, die er an ihnen verübt. Er halte die Mühle in schlechtem Stand, bisweilen ein Malter Korn drei Tage auf der Mühle liegen läßt und ande­res mehr.“ Am 29. April 1727 wurden der Müllermeister Pfaff von Meisenheim und Meister Franz von Rehborn beauftragt, die Mühle in Augenschein zu neh­men. Sie stellten fest, dass Vieles nicht richtig und baufällig sei. Was der Hauptwoog, die Claus betreffe, sei er sehr verwahrlässigt und durch die Wassermaus durchbohrt. Wasserrad und Kambrad befänden sich in gutem Zustand.“ 37.

 

Peter *Rahm war um 1716 Müller auf der Rohmühle in Heiligenmoschel 38; er hatte Streit mit den anliegenden Bauern wegen deren Wasserentnahme zur Wiesenbewässerung. Rahm, dem das Wasserrecht zustand und der hohe Abgaben für die Mühle zahlen mußte, wehrte sich gegen die aus seiner Sicht gesehen, illegale Wasserentnahme 39.

 

Im Mühlenverzeichnis des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken von 1756 wird die Mühle, die zum pfalz-zweibrückischen Oberamt Mei­senheim gehörte, wie folgt beschrieben: „Die Heiligen Moschler Mühl [hat] 1 Waßerrad welches einen Gang treibet; [zahlt an Pfacht] 6 fl an Geld, 7 Mltr Korn; das Dorf Heil Moschel aus 26 famil: bestehend, ist hierher gebannt.“ 40

 

1764 war Inhaber der Rohmühle der [Johann] Carl *Lutz aus Gehrweiler. Er betrieb die Mühle durch einen Lehensmüller namens Valen­tin Mannweiler, der als Pacht jährlich 40 fl und 5 Mltr Korn entrichten sollte. Die Vereinbarung wurde am 21.7.1764 abgeschlos­sen. Zeu­ge der schriftlichen Vereinbarung war der kurpfälzische Erbmüller von der Untermühle Rockenhausen, Andreas *Weinkauf, der die Ur­kunde siegelte 41.

 

In der von Hans Steinebrei verfaßten Geschichte der Rohmühle heißt es dazu: „1755 hat Mühlberger seinem Sohn *Philipp Mühlber­ger die Mühle und die dazugehörigen Güter für 1100 Gulden verkauft. Da die­ser aber ein armer Mann war, verkaufte er am 9. Febru­ar 1761 für 1300 Gulden und einer „Carolin“ Trankgeld die Mühle an den Ge­meinsmann Joh. Carl *Lutz von Gehrweiler. einem Schreiben der Rentkammer von 1767 ist zu entnehmen, dass Lutz sie unterver­pachtete, zunächst an einen Philipp Kumper und dann an Valentin Mannweiler von Hochstätten“. Johann Carl Lutz verstarb 1772 in Gehrweiler. Beim Abschluß des Pachtvertrages hatte er sich ausbedun­gen, dass bei der Verheiratung eines seiner Kinder dieser Ver­trag sofort beendet ist. Dies war an Pfingsten 1776 der Fall, als sich seine Tochter Maria Marg. mit Peter *Rahm vermählte. Von Zweibrücken wurde die Räumung angeordnet und ein neuer Erbbestandsbrief soll­te ausgestellt werden. Die Witwe Lutz überließ ih­rem Schwiegersohn Peter Rahm die Mühle für 1300 Gulden. Da der Erbteil seiner Frau 800 Gulden betrug, mußte er noch 500 Gul­den an seine Schwiegermutter zahlen. Der Erbbestandsbrief wurde dennoch nicht ausge­stellt, weil man über das Vermögen des Carl Lutz noch Auskünfte einholen mußte. Er hatte sieben Kinder und laut Inventar 5600 Gulden hinterlassen. Endlich wurde am 13. Fe­bruar 1777 der Bestandsbrief unterzeichnet. Auch diesmal gab es wieder Verdruß mit der Gemein­de, weil die Einwohner begannen ihre Wiesen zu bewässern, so dass der Müller wegen großen mangels nicht mahlen konnte. Eingaben an die Gemeinde und die fürstl. Rentkammer waren die Folge. Müller in Heiligenmoschel zu sein war ein schwieriges und glückloses Un­terfangen. Jede Partei hatte scheinbar ihre berechtigten Gründe. In erster Linie wollten die Bewohner ihre Bannmühle loswerden, um nicht der Willkür des Mül­lers ausgesetzt zu sein. Nach dem Tode von Peter Rahm 1783, übernahm Daniel *Rahm 1784 die Mühle. 1789 kamen auch hier Be­schwerden, wonach die Mahlgäste schlecht behandelt werden würden. Man machte Proben in auswärtigen Mühlen, die ergaben, dass man dort mehr Mehl von der eingebrachten Frucht erhielte als hier bei ihm. Man bittet das hochlöbliche Oberamt, dass eine unpartei­ische Kommission mit mühlverständigen Personen Prüfungen anstellen sollten die Mühlgerätschaften, Deich und Ka­mel in Augen­schein zu nehmen. Da Daniel Rahm kein gelernter Müller sei, solle er sich Leute anschaffen, die das Mah­len und die Ein­richtung ver­stehen. Unterschrieben war die Bittschrift von 19 Personen, vermutlich alle Heiligenmoscheler Familien­vorstände: Heinrich Frenger, Schuldiener, Nickel Hanenberger, Adam Frenger, Georg Rahm, Peter Rahm, Philipp Lutz, Carl Rahm, Peter Reßel, Heinrich Braun. Unterschriften: Philipp Leppla, Gerichtsschöffe, Heinrich Rahm, Gerichtsschöffe, Peter Leppla, Vorste­her, Michel Rahm, Daniel Rahm, Jerg Leppla, Daniel Rahm, Peter Rahm der Alte, Phil­ipp Leppla, Michel Günther. Daniel *Rahm (1759 - 1824) blieb mit seiner Frau Anna Margaretha Lutz (1755 -1812) weiterhin Pächter der Mühle. Über die Versteigerung des Erbgutes in der napoleonischen Zeit sind leider keine Unterlagen gefunden worden. Jedenfalls war der neue Steigerer der Zwei­brücker Rentner Alexander Jacomin de Malespine. Vor dem Bezirksgericht Kaiserslautern wurde 1821 ein Prozeß geführt zwischen Rahm und Malespine. Daraus war zu erfahren, daß ein Erbbestandsbrief mit Rahm mit einer ermä­ßigten Pacht von sechs Malter Korn ausgestellt worden und die Banner­klärung schon vorher aufgehoben war. Kurz vor dem Tode von Daniel Rahm, der 1820 noch ein neues Wohnhaus gebaut hatte, schloss seine einzige Tochter Barbara (1796 - 1869), die seit 1813 mit Daniel Lutz (1789 - 1860) ver­heiratet war, mit dem Vertreter von Malespine einen Vertrag. Nach Zahlung von 500 Gulden konnte endlich die Ablösung der Erb­pacht erreicht werden. Die Bela­stung früherer Jahre war jetzt besei­tigt und man war Herr im ei­genen Haus. Im Grundstückskataster von Heiligenmoschel 1832/36 ist die Rohmühle als Haus Nr. 57 ange­geben: Besitzer Daniel Lutz, Müller, Wohnhaus, Mahlmühle mit einem Gang, Scheune, Stallung, Kelter, Schuppen und Hofraum, Plan Nr. 955, Fläche 30 Dezimal. Plan Nr. 970 Wohnhäuschen mit 20 Dezimal liegt auf der anderen Straßenseite Richtung Gehrweiler. Der größte Teil des Landbesitzes „hat angeblich die Ehefrau Bar­bara vor zehn Jahren an elterli­chem Vermögen ererbt und ist auf den Namen des Besit­zers eingetragen worden.“ Dazu gehörten noch Waldungen und der Rohmühl­weiher und der Weiher am Heinzenrech. Sehr inter­essant ist der Passus, dass das ererbte Vermögen der Frau auf den Namen des Ehe­manns eingetragen wurde. So war das damals auf dem Lande. Heute ist dies durch die neue Gesetzge­bung der Zugewinngemein­schaft ab 1957 geändert. Eine Tochter von Daniel Lutz und Barbara Rahm war Elisabeth (1824 - 1873). Sie ist die Urgroßmutter des Verfassers dieses Berichtes. Sie blieb nicht auf der Mühle, sondern heiratete meinen Urgroßvater Georg Rahm VI. von Heiligenmo­schel (1825-1904). Er war Landwirt und gegen Ende des 19. Jahrhunderts Geschworener beim Oberlan­desgericht in Zweibrücken. dieser Tatsache haben wir es vermutlich zu verdanken, dass er sich dort auf eine fotografische Platte ban­nen ließ. Niemand aus der Familie wusste davon. Kurz vor seinem Tode schenkte er jedem sei­ner fünf Kinder ein solches Foto. Es ist das älteste, das wir von unseren Vorfahren besitzen. Der Name Daniel Lutz sollte noch mehrmals der Rohmühle erhalten bleiben. Der Bruder von Elisabeth Lutz namens Daniel II. *Lutz (1815-1874) heiratete eine Elisabeth Kolter. Ihr Sohn Daniel Lutz III. (1850-1928) war mit einer Philippine Rahm (1853-1921) verheiratet. Sie erwarben sich weiteren Grundbesitz, so dass die Mühle mehr an Bedeutung verlor. Auf der ande­ren Straßenseite wurde 1878 ein neues Haus gebaut. Ihr Sohn hieß ebenfalls Daniel (1877-1961). Es war die vier­te Generation, die den Namen Daniel Lutz trug. Aus der Ehe mit Anna Rahm gin­gen keine Kinder hervor. Bis in die dreißiger Jahre des 20. Jahr­hunderts wurde nur noch für den Eigenbedarf gemahlen und bis 1948 geschrotet. Die kraft lieferte aber noch den eigenen Strom, bis die Mühle an die Elektrizitätsversorgung der Gemeinde Heiligenmo­schel angeschlossen wurde. Die Landwirtschaft wurde weiterhin als Erwerbsquelle betrieben. Nach dem Tode des Besitzers über­nahm die Erbengemeinschaft Richard und Edmund Rahm das ganze Anwesen mit 17 Hektar Wiesen, Wald und Äcker, 1975 wurden die Gebäude an einen Geschäftsmann na­mens Gromnitza und die Gromnitza-GmbH verkauft und die landwirtschaftlichen Grund­stücke an einen Heiligenmoscheler Landwirt. Heute ist der Bachadel der früheren Mühlenbesitzer ausgestorben. Das Mühlensterben betraf die meisten der Kleinmühlen. Die Mehler­zeugung er­folgt jetzt nur noch von wenigen Großmühlen industriell. Mühlenromantik aus der Vergangenheit gibt es nicht mehr. Es wer­den nur noch einige Mühlen zu musealen Zwecken erhalten, um die heutige Genera­tion an die frühere Arbeitsweise zu erinnern. Seit 2001 ist die Roh­mühle im Besitz von H. Kutter” 42.

 

Am 28.6.1892 starb Johannes Lutz, Ackerer auf der Rohmühle im Alter von 39 J. 43.

 

Literatur/Urkunden:

- LA Speyer B3 Nr. 943 6 und C38 Nr. 130 1: Bericht des Landschreibers Keller zu Meisenheim vom 17.8.1624 nach Zweibrücken über die Mühle in Heiligenmoschel

- LA Speyer Best. B2 Nr. 943 4: „Rohmühle zu Heiligenmoschel, o. D.“

- NSZ-Rheinfront vom 17. und 18.4.1939: „Die Rohmühle bei Heiligenmoschel“

- Steinebrei, Hans: Die Rohmühle bei Heiligenmoschel und ihre Besitzer; in: Pfälzisch-rheinische Familienkunde 2001, S. 509-514

- Steinebrei, Hans: Die Rohmühle bei Heiligenmoschel; in Heimatjahrbuch Landkreis Kaiserslautern 2001,. S. 99-105

 

 

 

 

 

Heiligenstein:

seit 1969 OT von Römerberg, VG Römerberg-Dudenhofen, Lk Rhein-Pfalz-Kreis. Heiligenstein gehörte zum Hochstift Speyer, Amt Mari­entraut.

 

Heiligenstein wurde 1190 unter Namen Heiligsten erstmals genannt, als das Domkapitel zu Speyer das Dorf als Sammelstätte für Abga­ben (Zehntsteuer) nannte. 1235 ist bereits eine Kirche bezeugt. Nur zwei Jahre später als Heiligenstein wurde 1192 Berghausen als Berchhusen erwähnt. Für 1268 ist dort eine Kirche nachgewiesen 44.

 

1683 lebten in Heiligenstein nur 18 Familien, im Visitationsbericht von 1739 wird gemeldet, daß nunmehr im Dorf 76 kath. Familien leb­ten. Die Einwohnerzahl betrug damals 357, davon waren 354 katholisch 45.

 

Urkunden/Literatur:

- König, Irmgard: Heiligensteiner Einwohner in den Jahren 1652, 1673 und 1739; in: PRFK 1981, S. 530-536

- LA Speyer Best. F5 Nr. 46 Gerichtsbuch von 1612 – 1750/1775 mit Unterbrechungen für die Jahre 1619-1623, 1633-34, 1636, 1637-57, 1670, 1674-80, 1689-97, 1701-02, 1704, 1707-16, 1724-27, 1729, 1731, 1733-34, 1737-42, 1751 und1753-1774 46

- LA Speyer Best. F3 Nr. 284: Renoviertes Schatzungsbuch der Gemeinde Heiligenstein, 1777, 1868; enthält alphabetisches Namensver­zeichnis, it Grundstücksskizze (Sämtliche im Marientrauter Amtsort Heiligenstein gelegene Hausplätze und Gärten, 1777).

- LA Speyer Best. F3 Nr. 284 fol. 9: Karte sämtlicher im Marientrauter Amtsort Heiligenstein gelegenen Hausplätze und Gärten, 1777

- LA Speyer Best. U68 (Gemeindearchiv Heiligenstein), darin 35 Archivalien 1774-1820, beinhaltend u.a. die Güterrenovation

- Lohrbächer, Klaus: Familiennamen aus dem Gerichtsbuch von Heiligenstein; in: PRFK 1995, S. 303-304

- Lohrbächer, Klaus: Liber Baptizatorum in Parochia Heiligenstein et Berckhausen. Nomina Baptizatorum Heiligensteinensium. Namens­verzeichnis der Getauften aus Heiligenstein 1659-1700). Stuttgart-Zuffenhausen 1998

 

 

Mühlen:

in Heiligenstein gab es früher die Mühlgasse 47, die um 1860 zur Bahnhofstraße wurde 48. 1718 werden in Heiligenstein vakante her­renlose Güter genannt „bey dem langenstein am Heiligensteiner Mühlweg“ 49.

 

Die Einwohner aus Heiligenstein waren 1717 in der herrschaftliche Mühle in Dudenhofen zum Mahlen verpflichtet 50.

 

 

 

 

 

Heimbach/Nahe:

VG Baumholder, Lk Birkenfeld; westlich von Ruschberg, nördlich von Berglangenbach gelegen; liegt im Westrich am gleichnamigen Bach Heimbach im Tal der Nahe; gehörte zum Herzogtum Pfalz-Zweibrücken

 

Mühlen:

- Mahl- und Walkmühle zu Heimbach:

 

Literatur/Urkunden:

- LHA Koblenz Best. 24 (Herzogtum Pfalz-Zweibrücken) Nr. 702: Die Mahl- und Walkmühle zu Heimbach, 1737-1742

 

 

- Ölmühle Heimbach:

 

Literatur/Urkunden:

- LHA Koblenz Best. 24 (Herzogtum Pfalz-Zweibrücken) Nr. 703: Der Ölmühlenplatz zu Heimbach, 1738-1764

 

 

 

 

 

Heinzenhausen/Lauter:

VG Lauterecken, Lk Kusel; südlich von Lauterecken; an der Lauter gelegen; erstmals urkundlich erwähnt 1278; gehörte zur Graf­schaft Veldenz; Graf Friedrich III. von Veldenz, der letzte Veldenzer im männlichen Stamm, verstarb 1444 ohne männliche Nach­kommen. Da­mit fiel die Grafschaft Veldenz an den Sohn seiner Tochter Agnes von Veldenz (∞ mit Pfalzgraf Stephan), Pfalzgraf Ludwig I. den Schwarzen von Pfalz-Zweibrücken; pfalz-zweibrückisch ab 1444; Burg und Amt Lauterecken stammen aus dem Be­sitz der Grafen von Veldenz, kamen durch Heirat 1444 an das Herzogtum Zweibrücken., waren von 1543-1695 ein selbständiges Für­stentum (Pfalz-Veldenz) und wurden nach langem Erbstreit 1733 der Kurpfalz einverleibt; gehörte zum kurpfälzischen Amt Lauter­ecken

 

Mühle:

an der Lauter; zunächst pfalz-zweibrückisch dann ab 1733 kurpfälzisch

 

1697 ist im katholischen Kirchenbuch von Lauterecken der Müller Voix Peter *'Kohl erwähnt, anläßlich der Taufe seiner Tochter Anna Barbara Kohlin am 13.1.1697 in Heinzenhausen 51.

 

Die Mühle ist in der Renovation der Schultheißerei Reichenbach vom 17.9.1738 aufgeführt 52 und wie folgt beschrieben: „Mathes *Mül­ler eine Erbbestands Mühl zu Heyntzenhausen mit 2 Gäng wovon er an zweyten vor ohngefehr 15 Jahren ohne angefragt gebau­et, gibt jährl: 4 ½ Mltr Korn und 4 ½ Mltr Haaber zeit ao 1700 laut Bestandsbrieff von Hrn von Strauch.“

 

Die Mühle ist in der Renovation von 23.9.1739 enthalten und wie folgt beschrieben: „Von der (Anm.: Mühle zu Berschweiler) seyend wir auff Heintzenhausen gang und daßige Mühl ahn der Lauter zwarn in einem sehr guten Stand gefund, gleich aber es mit denen Mahlgäs­te wie mit obiger Mühl (s. Berschweiler) beschaffe ist, so halte wir davor daß dem Müllern Mathes *Müller weg dem zweyte Gang ... ein Mltr Pfacht weiter mithin 10 Mltr anzusetzen wären, welche wir also hie­mit pflichtmäßig ...“ 53

 

Die Mühle in Heinzenhausen ist zusammen mit den anderen Mühlen im Oberamt Lauterecken in der Renovation von 1744 , die vom Amtskeller Geisweiler erstellt wurde, als lfd. Nr. 2 beschrieben: „Die Mühle zu Heynt­zenhausen wäre ... gnäd. 1mo. des Gyter Con­sens umb... ohnmaßyrblich ihn... der neue Bestender bringt auf des verstorbenen Erbbe­ständers Mathes *Müller Wittib Marian Elisa­bethan und ihrer rechtmäßigen Leibserben und nach. 54

 

Die Mühle ist im kurpfälzischen Mühlenregister von 1776 im Amt Lauterecken enthalten; die Mühle hat (1776) 1 Mahlgang und 1 Schäl­gang; mit allem, auch den nötigen Sieben und Beuteln wohl versehen; Erbbestän­der ist [Johann] Martin *Müller (mit 4 Söhnen und 4 Töchtern); er hat einen Erbbestandsbrief vom 12.3.1763 und gibt 4,5 Malter Korn und ebensoviel Hafer als Pacht. 55

 

Um 1855 war Nikolaus *Schlemmer der Müller in Heinzenhausen. Zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Mühlen durch star­ke Konkurrenz nach Aufhebung des Mühlbanns und des Mahlmonopols schlossen die Mahlmüller an der Lauter am 24.3.1855 einen Mono­polvertrag, mit dem Ziel, durch Ankauf von Uferland und Wasserrechten den Bau neuer Mahlmühlen zu verhindern. Hierbei handelte es sich um Jakob *Metfelder in Offenbach, Philipp *Gros zu Wies- bzw. Berschweiler, Valentin und Johann *Brosi­us in Lauterecken, Jakob *Spielmann in Lohnweiler und Nikolaus *Schlemmer in Heinzenhausen. 56

 

Nikolaus Schlemmer erwog 1862 zur Verbesserung der technischen Einrichtung seiner Mühle, die Durchführung wasserbaulicher Maß­nahmen; er bat deshalb 1862 um die behördliche Erlaubnis, „das Gerinne an seiner Mühle daselbst wegreißen und wieder neu aufführen zu dürfen“ 57. Auch unter seinem Nachfolger liefen die Verhand­lungen weiter; noch 1872 waren Verhandlungen über das Projekt eines neuen Grundablasses im Gange 58.

 

Nikolaus *Schlemmer (*1830 in der Medarder Mühle) übernahm 1864 ++prüfen+++ die Mühle in Heinzenhausen. Die Söhne Au­gust, Nicolaus und Julius sowie eine Tochter blieben in der Mühle. Diese brannte 6.1.1912 vollständig ab, wurde jedoch sofort wie­der aufge­baut in einem dreistöckigen Trakt mit fünf Walzenstühlen. Als Antriebskraft wurde eine neuzeitliche Turbine benutzt. Der Betrieb wurde 1957 stillgelegt 59. Der „Kuseler Anzeiger“ vom 6.1.1912 berichtete: „Heinzenhausen. Heute Morgen brannte die noch nicht lange er­baute neue Mühle der Gebrüder Schlemmer hier vollständig nieder“ 60.

 

 

 

 

 

Helmbach:

OT von Elmstein; VG Lambrecht, Lk Bad Dürkheim; zwischen Breitenstein und Appenthal gelegen; der Ursprung von Helmbach geht wahrscheinlich auf den Anfang des 18. Jh. zurück. Aus Urkunden geht hervor, daß 1702 der Schultheiß von Lambrecht sich an­maßte, auf der Helmbach eine Sägemühle zu erbauen.

 

Der Name faßt zusammen das Helmbacher Forsthaus, die nahe Sägmühle und die neuerdings dabei entstandenen Wohnhäuser an der Einmündung des Helmbachs in den Speyerbach. 1828 als „Helmbacherhof“, 1836 „Kobelshütte mit den Helmbacher Höfen“, und „Die neue Sägemühle“, 1886 „Helmbacher Forsthaus“ und „Neue und alte Helmbacher Mühle“, 1916 „Helmbach Forsthaus, alte und neue Sä­gemühle“ bezeichnet 61.

 

 

Mühlen:

- Helmbacher Haagmühle:

+++prüfen+: ob identisch mit anderer Mühle+++

 

Urkunden/Literatur:

- LA Speyer Best. A2 Nr. 950 UNr. 15: Helmbacher Haagmühle, 1747

 

 

- Sägemühle des Johann Jakob Seib:

1702 errichtete der Schultheiß von St. Lambrecht Johann Jacob *Seib ohne Zustimmung des kurpfälzischen Oberamts Neustadt, auf der Helmbach eine Sägemühle. In einem Brief vom 8.8.1705 an die Obrigkeit schreibt Seib, daß er gleich nach dem Friedensschluß 1698 um Erlaubnis zum Bau der Mühle bat. Jetzt bittet er darum, in Erbbestand genommen zu werden 62. Es soll sich um das heuti­ge Sägewerk Seeber handeln.

 

Um Johann“ 1725 wird vom reformierten Pfarrer in Elmstein begraben die „Elisabeth Peter Birler“ (? die letzten beiden Worte sehr unle­serlich. Deutung unsicher) „sich in der Helmbacher Sägmühle sich aufhaltend“ 63.

 

Literatur/Urkunden:

- LA Speyer Best. A2 Nr. 950/16: „Acta betr: Joh: Jak: Seiben Sägmühle, 1705, 1710“

 

 

- Alte oder untere Sägemühle Helmbach 64:

liegt an der Mündung des Helmbaches in den Speyerbach.

 

Im Mühlenverzeichnis des Oberamts Neustadt von 1738 ist die Mühle genannt und zusammenfassend wie folgt be­schrieben: „Auf der Helmbach in dem Elmsteiner Thal be­findt sich eine Schneid- oder Seegmühl, welche der Jacob *Duras, Schult­heiß zu Weyer, nach dem jetzigen Temporalbeständers Nickolaus Taubener seiner Aussag in einen Erbbestand von gnädigster Herr­schaft über­nommen hat, gibt jährlich in die GefällVerwe­ßerey Neustadt 8 fl Erbpacht und 3 fl Boden oder Waßerfall Zinß, hat nur ein Waßerrad. Be­standsbrief hat der Temporal­beständer nicht zeigen können, maßen der Erbbeständer zu Bruchsal wohnen thut.“ 65

 

1790 wird der Bordschneider Johannes Jakob *Histing als Erbbeständer und Bordmüller auf der Helmbacher Sägmühle genannt 66.

 

Um 1804 war Daniel *Kölsch aus Grevenhausen (OT von Lambrecht) Pächter der Sägmühle. Diese lag „an der Helmbach auf der Straße und am Eingang in der Wald“ und sollte im Zuge der französischen Nationalgüterveräußerung am 5.3.1804 verkauft werden. Das Ver­kaufsangebot wurden jedoch zurückgezogen 67. Vermutlich ging die Sägmühle der kurfürstlichen Hofkammer dann 1806 in Privatbesitz über 68.

 

Vor 1837 verstirbt der Bordmüller auf der Sägemühle Helmbach, Michael *Roth. Am 8.10.1837 kauft der Bordschnitter Friedrich Zim­mermann einen Stall und Keller bei der Helmbacher Sägmühle gelegen von der Witwe und den Kindern des verstorbenen Michael Roth von der Helmbacher Bordmühle und wird im Urkataster Elmstein von 1839 als Eigentümer genannt 69.

 

Ab 1839 war Johann Peter *Haag (23.11.1798 Appenthal – 30.6.1854 Helmbach), „der Junge“ als Müller auf der Helmbacher Säge­mühle 70. Er wird im Urkataster Elmstein von 1839 als Eigentümer der Helmbacher Mühle genannt. Das Grundstück hatte er 1838 von [Jo­hann] Friedrich *Zimmermann [Anm.: ∞ Maria Elisabetha Haag aus Appenthal; Vater des späteren Sägmüllers auf der Oberen Helm­bach Johann Theobald Zimmermann 71] gekauft und die Gebäude der Mühle 1839 errichtet 72.

 

1847 war Heinrich *Roth als Sägmüller auf der Helmbacher Sägmühle; er ist der Enkel des Johann Jakob Histing und Sohn des der Ma­ria Philippina Histing (31.5.1784 Elmstein, ~ 1.6.1784 Elmstein - † 20.8.1747 Klein'sche Mühle [*Sattelmühle, OT von Es­thal], die den Fuhrmann Peter *Roth († 2.2.1839 Helmbach im Alter von 59 J.) aus Erfenstein heiratete 73.

 

Von 1848-1855 war dessen Bruder Peter Jakob *Roth als Bordschneider auf der Helmbacher Bordmühle 1848-1855 74. Auf diesen folgt [?] von 1857-1873 der weitere Bruder Georg Matthäus *Roth 75.

 

In der „Neustadter Zeitung“ Nr. 141 vom 25.11.1854 wird nach dem Tod des Johann Peter *Haag die Versteigerung der Sägemühle Helmbach annonciert: „Am Mittwoch, den 29. November nächsthin ... lassen die Witwe und Erben von Peter Haag ihre in dem von Neu­stadt nach Elmstein ziehenden Thale an der Helmbach gelegene Mahl- und Sägmühle öffentlich versteigern.“ 76

 

1864-1870 wird der Johann Theobald *Zimmermann (S. des Sägmüllers Johann Friedrich *Zimmermann) als Sägmüller auf der Helmba­cher Sägemühle erwähnt, wo mehrere seiner Kin­der geboren sind 77.

 

Karte:

- LA Speyer Best. W1 Nr. 6613, darin u.a. die Helmbacher und die Spangenberger Sägmühle

- LA Speyer Best. W41 Nr. 2129/4: Appenthal mit Helmbacher Sägemühle, 1820-1845

 

Literatur/Urkunden:

- LA Speyer Best. A2 Nr. 950/15: „Acta betr: die Helmbacher Sägmühle, 1747“

- LA Speyer Best. Q22 Nr. 734: Gesuch des Theobald Rath von Elmstein bei der Helmbacher Talmühle einen Stall bauen zu dürfen, 1844-1880

 

 

- Mahl- und Ölmühle auf der unteren Helmbach:

Die Mühle lag neben der Sägmühle auf der Unteren Helmbach 78 (Haus Nr. 41), im Urkataster von Elmstein 1839 bezeichnet mit Flur­stück Plan-Nr. 2467 1/3, Haus Nr. 42 nebst Mühlgraben Plan-Nr. 2464 79. Das Urkataster Elmstein von 1839 nennt als Besitzer den Gastwirt Peter Roth, den Metzger Theobald Roth „den Jungen“, beide zu Elmstein, den Bordschnitter Friedrich Zimmermann und den Ta­gelöhner Konrad Roth, beide aus Appenthal. Weiter heißt es: „Grund und Boden hat Friedrich Zimmermann eingetauscht von den Kon­rad Maier'schen Eheleuten von Harzofen nach Akt vom 14. July 1836, und das Miteigentum den Besitzern überwiesen, ohne Akt. Die Mühle wurde von den Besitzern in Gemeinschaft im heurigen Jahr [Anm. 1839] neu erbaut 80.

 

1859 erwarb Jakob Hirsch aus Edenkoben die Mahl- und Ölmühle und baute sie zu einer Bordmühle um. Auch diese Mühle ging [Anm.: wie die Haag'sche Mühle auf der Unteren Helmbach] in den Besitz von Georg Friedrich Seeber über 81.

 

 

Haag'sche Mühle auf der unteren Helmbach:

die Mühle lag direkt neben der Mahl- und Ölmühle auf der unteren Helmbach 82.

 

Zu dieser Mühle heißt es bei Ullrich: „Im Grundsteuerkataster ist vermerkt, daß 1838 in der unteren Helmbach von Peter Haag eine Mühle er­baut wurde. Das Baugelände hierfür erhielt er von Friedrich Zimmermann aus Elmstein. Peter Haag war der Vater von Theobald Haag, der 1887 die Elmsteiner Wappenschmiede von Lanz-Römer übernahm. 1860 erwarb Johann Heinrich Klein von der Sattelmühle die Müh­le. Als Klein sich ein in Neustadt ein neues Sägewerk einrichtete, verkaufte er die Mühle1872 an Georg Friedrich Seeber aus St. Martin“ 83.

 

 

- Obere oder neue Sägmühle Helmbach:

im Grundsteuerkataster Elmstein ist Jakob Schorzmann, Gutsbesitzer und Holzhändler aus Neustadt erwähnt, der am 8.8.1808 auf der Helmbach eine Wohnung, Sägemühle, Stall, Garten und Hof von Johann Baptist Poisott, ebenfalls aus Neustadt kaufte 84.

 

Ab 1852 ist Jakob Kern, Handelsmann aus Neustadt, der Eigentümer. Das gegenüberliegende Wohnhaus, erbaut 1835, das später zum Gasthaus umgebaut wurde, war Verwalterwohnung. Als Verwalter und Bordschnitter werden genannt: Jakob und Theobald Zimmer­mann aus Appenthal, Brosius aus Alsenborn, Georg Roth aus Appenthal, Zimmerle aus Edenkoben und Egelhofer aus Hochspeyer. Zwei frühe­re Angestellte der Hardenburger Papierfabrik, Feierabend und Walz, errichteten 1872 in dem Gebäude der Bordschneiderei eine Pa­piermühle. 1875 erwarb der Papierfabrikant Erhard Goßler aus Frankeneck das Werk für seine Schwester Margaretha, die es dann an ihre Nichten Maria und Paula vererbte. Als Papiermacher wird David Ruhland genannt. Ende der 1950er Jahre wurde der Betrieb des Sä­gewerks eingestellt 85.

 

Um 1926 war NN. Joa der Besitzer der Sägmühle 86.

 

Photo:

- Dietrich: Waldbauern und andere Leute, S. 162: Sägewerk in Helmbach um 1950

- Dietrich: Waldbauern und andere Leute, S. 161: der noch vorhandene Triebswerkskanal des ehemaligen Sägewerks Helm­bach

 

 

- Papiermühle, Pappenfabrik 87:

1872 errichtetem zwei frühe­re Angestellte der Hardenburger Papierfabrik, Feierabend und Walz, in dem Gebäude der Bordschneide­rei Helmbach eine Pa­piermühle 88. Der Betrieb arbeitete im Sommer als Papier-, im Winter als Sägemühle. Nach dem eine der bei­den Teil­haber tödlich im Wasser verunglückt war, kaufte 1875 die Firma J.J. Goßler aus Frankeneck das ganze Anwesen, um eine u.U. entste­hende Konkurrenz auszuschalten 89; bzw. nach a.A. erwarb 1875 der Papierfabrikant Erhard Goßler aus Frankeneck das Werk für seine Schwester Margaretha, die es dann an ihre Nichten Maria und Paula vererbte. Als Papiermacher wird David Ruhland genannt 90. Ende der 1950er Jahre wurde der Betrieb des Sä­gewerks eingestellt 91.

 

 

 

 

 

Heltersberg:

VG Waldfischbach-Burgalben, Lk Südwestpfalz; 1272 erstmals urkundlich erwähnt, unterstand der Ort zusammen mit Waldfisch­bach, Geiselberg, Schmalenberg und Schopp als Teil des Holzlandes dem Kloster Hornbach. Mit der Säkularisierung des Klosters ka­men die Orte an Kurpfalz, deren weiteres Schicksal sie teilten. Im 30jährigen weitgehend verwüstet, erfolgte der Aufbau zunächst nur zögerlich und wie in anderen Gemeinden des Holzlandes durch Zuwanderer aus der Schweiz. 92

 

Das Holzland wird durch die umgebenden Fließgewässer deutlich begrenzt, im Süden und Südosten durch den Schwarzbach, im We­sten und Norden durch dessen Nebenbach Moosalb. Lediglich im äußersten Osten, am Steinberg, geht das Holzland in die Franken­weide über. Qualität und Geschlossenheit des Waldbestandes gaben dem Holzland seinen Namen. Auch in Zeiten, zu denen durch Waldweide, Köhlerei und Bergbau in weiten Teilen des Pfälzerwaldes großflächiger Raubbau betrieben wurde, haben hier stets wert­volle Bestände die Jahrhunderte überdauert. Dennoch gab es auch hier Rodungen, die im Wesentlichen im 9.Jh. im Zusammenhang mit der Besied­lungspolitik des Klosters Hornbach erfolgten, dem das vorher zum Reichslandgehörende Gebiet wahrscheinlich von den Grafen von Homburg geschenkt worden war. Die Grundherrschaft über das Gebiet erhielt die Kurpfalz. Nach der Aufhebung des Klosters Hornbach im Jahr 1558 infolge der Reformation fielen dessen Besitzrechte an Pfalz-Zweibrücken, das fortan in ständigem Streit mit der Kurpfalz lag. Deshalb kam es 1776 zu einem Tauschvertrag, wobei Zweibrücken seine Rechte im Holzland an die Kur­pfalz abtrat. 93

 

 

Mühlen:

der Mühlbrunnen im Hundsbächel, gegenüber dem Binsborner Fels, ist auf eine dort erbaute Mühle zurückzuführen, welche schon vor 1600 aufgegeben wurde. Noch heute sind Mauerreste zu sehen. Den meisten älteren Heltersbergern ist er nur als der „untere Binsborn“ bekannt. Bei Velman 94wird er als „wüst Mühlwoog“ erwähnt.

 

Im 13. Jh war das Dorf nach Fischbach gebannt. Am 28.7.1272 bestätigen Graf Friedrich von Homburg, Vogt des Klosters Hornbach zu Vissbach (= Fischbach) und seine Söhne ..., daß der Bann zu Vissbach dem Kloster Hornbach gehört und daß dieses das Recht be­sitzt, daselbst eine Mühle zu bauen, in welche die Leute zu Steinalben, Didenspach, Burgenhalben und Heildersberg (= Helters­berg) gebannt sind, soweit sie nicht unter der Vogtei des Grafen stehen 95.

 

- Ölmühle:

um 1788 war Peter Heil “Ölschläger“ in Heltersberg 96.

 

 

- Sägemühle:

sie wird am 12.5.1792 anläßlich der lutherischen Taufe der Maria Magdalena Haasmann erwähnt, der Tochter von Peter Haasmann „aus dem Zweibrückischen“ und der Maria Catharina Albert 97.

 

 

- Weismühle:

um 1826 war Heinrich *Jaggi der Müller auf der Weismühle in Heltersberg; er ist ca. 1796 in Bärenthal / Elsaß geboren und Sohn des Heinrich Jaggi aus Bärenthal und Magdalena Traxel; ∞ 8.8.1826 mit Margaretha Bauer aus Höheinöd (geb. ca. 1806 Höheinöd; Tochter von Adam Bauer und Anna Maria Woll, beide aus Höheinöd) 98.

 

 

 

 

 

Hengsberg:

Stadtteil von Pirmasens, Lk Südwestpfalz; wohl seit dem 7. Jh. existierend, wird der Ort 1473 erstmals erwähnt. Erst zum Kloster Horn­bach gehörend, dann zum Herzogtum Pfalz-Zweibrücken 99, gehörte das Dorf zusammen mit Höheischweiler als Ortsteil zu Nünschwei­ler; erst nach der Trennung von Nünschweiler 1940 er­langte Hengsberg 1953 kommunale Selbstverwaltung, wurde aber schon 1963 Stadtteil von Pirmasens.

 

Mühlen:

- Beltzmühle, Belzmühle, Pelzmühle, auch Blumenauer Mühle:

zur Lage der Mühle: Nach dem Mühlenprotokoll für das Oberamt Zweibrücken vom 6.1.1745 100 liegt die Mühle ein Büchsenschuß auf der Seite von dem Dorf Hengsberg und wird durch die Walshauser Bach getrie­ben. Weber 101 meint die Mühle sei an der Felsalb gele­gen; diese Angabe ist mE un­zutreffend; die Felsalb biegt bereits westlich bei Dusenbrücken nach Süden ab; bei Dusenbrücken mündet auch der Blümelbach, der an Hengsberg vorbeifließt, in die Felsalb; die Mühle liegt mE am wasserreichen Blümelsbach und nicht an dem nördlich von Hengs­berg vorbeifließenden Fehrbach.

 

Ebenso sieht Kampfmann die örtliche Lage der Mühle: „An der Stelle im engbrüstigen Blümelsgrund, wo der Verbindungsweg Hengsber­g-Gersbach-Windsberg das Tal überquert, lag, noch zu Beginn dieses Jahrhunderts (Anm.: um 1900), eine Klein- oder Plet­schmühle. Sie führte den Namen Pelz- oder Hengstbachermühle. An ihr Dasein gemahnen derzeit noch zwei bemooste Mühlsteine .... sowie die Reste des Wohnhausgiebels, der an die Bergwand anlehnt“ 102

 

Christmann 103 führt aus: „Phil. Schmidt handelt in seiner Schrift 'Du mein Hei­matland' 104 S. 71 ausführlich von der 'Blumenauer- oder Pelzmühle'; aber er verwechselt Angaben der Hornbacher Regesten über die Blumenauermühle bei Brenschelbach mit der Belz­mühle bei Hengsberg ... Ich konnte nicht nach­prüfen, ob es zutrifft, daß die im Dreißigjährigen Krieg niedergebrannte Mühle tatsäch­lich 1688 durch einen Nikolaus Beltz wieder aufgebaut wurde, was ihren Na­men erklärlich machte. Jedenfalls bestand die Mühle laut Mitteilung von Herrn Rektor Oskar Schäfer in Pirmasens, der sich auf Ak­ten im Stadtarch. stützt, von 1573-1908, wurde von der Stadt Pirmasens erworben und 1908 abgerissen. Sie wird genannt: 1721 „Jo­hannes *Holtz, Malmüller in der Beltzmühle“ 105; 1729 „Beltzmühl“ 106; 1770 wird der Mühlweiher als „Pelzweyer“ 107 genannt....Es ist zweifelhaft, ob die Mühle nach einem Besitzer na­mens Nikolaus Beltz benannt ist. In der Nachbarge­meinde gibt es den amtl. Flurna­men „In der Pelzmühle“ bei unserer Mühle und da­bei ferner „Im Pelzwald“ und da­von lesen wir schon 1547 „ist ein Pelsch“ (mund­artlich für „Pelz“). “

 

Die Pelzmühle entstand im 16. Jh; am 15.11.1573 gestattete Pfalzgraf Johannes I. seinem Leibsangehörigen Jacob *Beyer und dessen Erben die Erbauung einer einläufigen Mahlmühle ohnweit des Waldes Gererseck nahe der 'obersten Probstwiese' 108.

 

Nach dem Tod des Jacob Bayer hatte der Hengsberger Gemeinsmann, Adam Nickel, von 1605-1617 die Mühle zu gleichen Bedin­gungen wie sein Vorgänger Beyer inne 109.

 

1609 werden in der Untertanenliste des Oberamtes Zweibrücken genannt: Nickel Müller, Molitor, Ehefrau Eva, Kinder: Henrich, Claus, 1 Magd: Els. 110 genannt.

 

1624 wird im Untertanenverzeichnis des pfalz-zweibrückischen Oberamtes Zweibrücken genannt der Has Grun Müller auf der Blumenau­ermühle; ∞ mit Meyel NN. und drei Kindern 111.

 

Der nächste Müller auf der Pelzmühle war Stephan Faul. Dieser mußte 1635 während des Feldzuges des kaiserlichen Feldherrn Gal­las im Westrich, bedingt durch die Kriegsläufe, mit seiner Familie von der Pelzmühle flüchten, und ist in der Folge ums Leben ge­kommen 112. Die Mühle ist anschließend verfallen. Ob sie während des Krieges zerstört wurde ist nicht überliefert. Erst 1710 erklärte sich aus der aus Bexbach in der Grafschaft Nassau-Saarbrücken stam­mende Müller, Hans Adam Schäfer, bereit, die Mühle wieder­aufzubauen, wenn ihm von der pfalz-zweibrückischen Herrschaft ko­stenlos das Bauholz zur Verfügung gestellt und ihm zeitweise Abgabenfreiheit gewährt wür­de. Bevor der Erbbestandsbrief erteilt worden war, wurde der aus Operdingen/Lothringen stammende Hans Michael Holtz bei der Zwei­brücker Rentkammer vorstellig und erklärte sich bereit, die Mühle völlig aus eigenen Mitteln ohne herrschaftliche Unterstützung, zu er­richten bei Gewährung einer ein­jähriger Abgabenfreiheit. Der Müller Holtz erhielt am 3.4.1714 einen Erbbestandsbrief. Der Erbbestands­zins sollte ab dem 2. Jahr nach Errichtung der Mühle in Höhe von 4 Faß Korn, 1 Mltr Haber, entrichtet werden. Holtz begann mit dem Aufbau der mit einem oberschlächtigen Mühlrad versehen Mühle und der Anlage des erfor­derlichen Stauweihers. 1716 nach dessen Fer­tigstellung kam es nach Beginn der Aufstauung des Baches zur Überflutung der oberlie­genden Wiesen. Deren Eigentümer erhoben bei der herrschaftli­chen Regierung Protest und forderten, daß an Stelle des oberschlächti­gen Wasserrades ein unterschlächtiges Mühlrad angebracht wer­de und die Aufstauung beseitigt werde. Die Rentkammer ordnete dar­auf an, daß die Mühle nur derart betrieben werden dürfe, daß es nicht zu Schädigung der oberliegenden Wiese komme. Holtz prote­stierte seinerseits gegen diese Auflage und trug vor, die Hengsber­ger Einwohner hätten durch Anlage von neuen Bewässerungsgräben ihm sprichwörtlich das Wasser abgegraben. Eine Untersu­chung an Ort und Stelle durch den zweibrückischen Renovator und herr­schaftlichen Baumeister Sundahl ergab, daß die Aufstauung am Mühlenteich 2 Fuß zu hoch erstellt worden war, und der Müller Holtz den Stau absenken oder den Antrieb auf ein unterschlächtiges Wasserrad umstellen müsse. Der Müller Stephan Holtz war daraufhin der Mühle überdrüssig und übergab diese 1719 an seinen Sohn Jo­hannes Holtz. Dieser verlangte eine erneute Untersuchung der An­gelegenheit. Da ihm zudem das Geld für einen Umbau der Mühle fehl­te, veräußerte er den Erbbestand mit der Mühle für 200fl an den aus Siebeldingen stammenden Konrad *Disque. Diesem wurde am 14.7.1722 einen Erbbestandsbrief und setzte als Afterpächter der Mühle Johann Nikolaus Fuhrmann 113.

 

1721 wird „Johannes Holtz, Malmüller in der Beltzmühle“ 114 genannt. 1719 kam der Müller Johannes *Holtz war 17149 aus Ober­nai / Elsaß nach Windsberg und erhielt die Bürgeraufnahme im pfalz-zweibrückischen Oberamt Zweibrücken 115. In einem Aktenver­merk des Oberamts Zweibrücken vom 11.5.1722 ist notiert, daß der „Beltz Müller bey Hengsberg“ den ihm erteil­ten „Confirmations-Schein“ bei der Hofkammer in Zweibrücken noch nicht abgeholt hat 116. 1723 erhält des Johannes Holtzen, Beltzmüllers Frau, aus Nünschweiler 117 die Auszugserlaubnis ins Elsaß und die Manumission gegen Zahlung von 10 fl 118. Ob sich die Eheleute getrennt haben, oder der Müller Holtz mit Familie ins Elsaß zurückgekehrt ist, konnte bisher nicht ermittelt werden. +++klären+++

 

Johann Nikolaus *Fuhrmann (1710 Soldat des französischen Freicorps zu Schlettenbach; Sohn des Johann Nicolaus Fuhrmann aus Münster am Stein; ∞ 12.6.1703 in Vorderweidenthal mit Anna Barbara Hügel; Tochter des verlebten Johann Hügel aus Mittelberg­heim/Elsaß) war zunächst Mühlknecht und Mühlarzt in Vorderweidenthal 119. Er kam 1723 nach Hengsberg und ist zusammen mit seiner Ehefrau in einem Verzeichnis der Bürgerauf­nahmen im Oberamt Zweibrücken eingetragen 120:

a. Fuhrmann, Anna Barbara, Nickel's Frau, 46 Jahre, luth., Geburtsort Mittelbergheim aus dem Elsaß; Herkunft: bei ihren Eltern aufge­halten, 1723 Hengsberg gekommen

b. Fuhrmann, Nicolaus, Müller, 40 Jahre, luth., Geburtsort Münster, Herkunftsort Rodalben, 6 Jahre aufgehalten, 1723 nach Hengs­berg gekommen:

 

Fuhrmann kaufte, nachdem er mehrere Jahre, diese als Afterbeständer betrieben hatte, die Mühle für 337 Gulden von Konrad *Dis­que und erhielt daraufhin unter dem 7.2.1727 einen Erbbestandsbrief von der pfalz-zweibrückischen Regierung ausgestellt 121.

 

Jeremias *Hügel erbte von seinem am 1.2.1738 in Hengsberg verstorbenen Vetter Johann Nikolaus Fuhrmann die Pelzmühle bei Hengs­berg 122, die er in der Folge betrieb. 1744 war Jeremias Hügel Erb­beständer auf der Hengsberger Mahlmühle, genannt Beltz­mühle 123. Ange­sichts der langjährigen Streitigkeiten um die Mühle, brach Jeremias Hügel die Pelzmühle ab, und verlegte diese an die Stelle, wo heute noch geringe Reste vorhanden sind 124.

 

Im Mühlenprotokoll für das Oberamt Zweibrücken vom 6.1.1745 125 wird sie zusammengefaßt wie folgt beschrieben: “Ist die letzte Müh­le im Oberamt, die durch die Walshauser Bach (Felsalbe) getrieben wird. Liegt eine Stund oberhalb der Windsperger Mahl-Mühl und einen Büchsenschuß auf der Seite von dem Dorf Hengsperg. Ist ao 1740 ganz neu wieder aufgeführet und in gutem Stand, hat ein un­terschlechtiges Wasserrad, welches einen Mahlgang und und im Trillis angehängten Schälgang treibt. Im Winter gefrieret das Wa­ßer öf­ters gantz zu, dahingegen im Sommer bey trockenem Wetter das Wa­ßer klein wird, daß die Mühl zu Zeiten 24 Stund still stehen muß. Etwann 40 Schritt von dem Gebäude ist ein herrschaftlicher Wei­her, aus dem das Wässergen fließet, so die Mühle treibet ... . Hat seit Ihrer wieder Aufrichtung vor etwann 30 Jahren (!) die neml: Verfaßung gehabt. Hat keinen Bann. Die Hengsperger und zu Zeiten einige Windsperger wie auch von Höh-Eschweiler mahlen all­hier. Könnte Ein Jahr in das andere 8 bis 10 Haushaltungen för­dern. Jeremias Hey­gel (Anm.: = Jeremias *Hügel) ist der Erbbeständer und hat einen Erbbestandsbrief vom 3ten May 1740. Entrichtet 1 Ma. Korn 2 Ma. Ha­fer jährlich als Pacht.” 126.

 

Auf Jeremias Hügel († 9.11.1775 Pelzmühle bei Hengsberg) folgte als Müller und der Betriebsnachfolger der Sohn, Johann Nicolaus „der Alte“ *Hügel (11.8.1748 Pelzmühle Hengsberg – 28.5.1820 Pelzmühle Hengsberg) 127.

 

Nach Kampfmann 128ging die Mühle im Erbgang von Johann Nicolaus „der Alte“ *Hügel auf den Sohn Nikolaus Hügel über, der mit Maria Elisabeth Scherer verheiratet war. (Anm.: der Betriebsübergang erscheint zweifelhaft, da der Johann Nikolaus „der Alte“ Hü­gel erst 1820 gestorben ist +++klären++).

 

In der Zeit der napoleonischen Kriege kam Hügel in finanzielle Schwierigkeiten und mußte bei dem Pirmasenser Kaufmann Ferdi­nand Harteneck 1819 ein Darlehen von 600 Gulden aufnehmen. Um aus den Schulden zu kommen veräußerte das Ehepaar Hügel die Pelz­mühle an die Eheleute Wilhelm Schmidt und Margaretha geb. Sprau 129.

 

Auch das Müllerehepaar Schmidt kam nicht aus den Schulden und verkaufte die Mühle deshalb mit notariellem Kaufvertrag vom 8.4.1833 für 2000 Gulden an den Mahlmüller von der Gehlmühle bei Birkenhördt, Johann Michael Schopfer. Dieser Müller vermach­te die Mühle auf dem Sterbebett am 22.9.1869 an seinen Sohn Friedrich Schopfer. Letzterer starb im Frühjahr 1881 an den Folgen ei­nes im März 1881 erlittenen Reitunfalls. Die Pelzmühle wurde daraufhin vom Schwiegersohn Jakob *Hauther (er war Mühlarzt und stammte aus Contwig) für 5000 Gulden übernommen 130.

 

Jakob Hauther und seine Pelzmühle wurden zunehmend durch die schlechte Wasserqualität des Blümelbaches beeinträchtigt. Dieser kam von Pirmasens herab, sein Wasser wurde nach 1880 zunehmend durch Abwässer aus der stark zunehmenden Schuhindustrie ver­schmutzt und verkam zur Kloake. Der Gestank beeinträchtigte das Mahlgut der Kunden der Mühle, diese wanderten an andere Müh­len ab. Gesuche des Müllers Hauther an die Stadtverwaltung Pirmasens, durch Bau einer Kläranlage Abhilfe zu schaffen, blieben er­folglos. Hauther mußte Klage auf Schadensersatz erheben, der Prozeß zog sich 16 Jahre lang und kam vor Reichsgericht Leipzig. Dieses hob die unterinstanzlichen Urteile auf und wies das OLG Zweibrücken an, nach Maßgabe des RG-Urteils, dem Müller Hauther Schadensersatz zu­zusprechen. Hauther erhielt nunmehr durch erneutes Urteil des OLG Zweibrücken von der Stadt Pirma­sens 800 Reichsmark jährlich zu­gesprochen. Die Stadt Pirmasens kaufte daraufhin, um weitere Schadensersatzansprüchen zu vermei­den, am 13.3.1905 die Mühle auf Abbruch und ließ sie anschließend abreißen 131.

 

Literatur/Urkunden:

- LA Speyer Best. B2 Nr. 949/4: „Belzmühle zu Hengstberg, 1714“

- LA Speyer Best. B2 Akten 107 Nr. 5339 enthält u.a. Unterlagen über eine Mühle in Hengsberg

- Kampfmann, L.: „Wie die Pelzmühle entstand und verging“; in: Pirmasenser Geschichtsblätter Jg. 6 1936, vom 9.4.1936, Blatt 4, S. 13-14

 

 

 

 

 

Hengstbach:

als Mittelbach-Hengstbach ist das Dorf heute Stadtteil von Zweibrücken; südwestlich von Zweibrücken-Ixheim, westlich von Mittel­bach im Tal der Bickenalp; war pfalz-zweibrückisch 132.

 

Urkunden/Literatur:

- LA Speyer Best. B2 Nr. 946 UNr. 3: Schatzungsrenovation von Hengstbach, 1757

 

 

Mühlen:

- Hengstbacher Mühle:

oberhalb von Mittelbach gelegen, wo sich das Bickenalptal etwas weitet, kurz bevor das Hengstbacher Tälchen einmündet 133.

 

An der Stelle der Hengstbacher Mühle früher eine alte Mühle. Die Karte des Renovationsprotokolls von 1743 zeigt noch deutlich einen alten Mühlgraben 134.

 

1743 kauft der aus Nünschweiler stammende Jakob *Leithäuser ein Wiesenstück in Hengstbach und beantragt am 6.7.1743 bei der pfalz-zweibrückischen Regierung die Erlaubnis zum Bau einer Mühle mit 2 Gängen und einem Schälgang. Noch im Juli 1743 besichtigt Baudirektor Verch aus Zweibrücken den Plat, der als geeignet beurteilt wird. Bei Versteigerung der Mühlgerechtigkeit am 11.9.1743 er­wirbt sie Leuthäuser für 9 Gulden und 6 Mltr Korn jährlich 135. Noch im September 1743 kommt es zu Beschwerden der Müller von Bi­ckenaschbach und Mittelbach beim Oberamt Zweibrücken gegen den Bau der Mühle. Die dortigen Müller fürchten um ihr Einkommen, da sie selbst wenig zu mahlen haben und es auch oft an Wassert mangelt. Besonders der Müller Neumüller von Mühle in Mittelbach hat Bedenken wegen „Zerschlagung des Wassers“ durch eine oberliegende Hengstbacher Mühle. Im Januar 1744 meldet Leithäuser, daß er die Mühle an einer anderen Stelle erbauen will. Da das Wasser in manchen Zeiten zu schwach ist, will er ein oberschlächtiges Wasserrad bauen. Hierzu ist ein Mühlgraben durch die Wiesen des Barons von Schorrenburg erforderlich, der jedoch seine Zustimmung verweigert und diese dann nur gegen Zahlung von 30 Gulden erteilt. Schließlich wird die Mühle dann doch errichtet 136.

 

Im Mühlenprotokoll für das Oberamt Zweibrücken vom 6.1.1745 wird die Hengstbacher Mühle zusammenfassend wie folgt be­schrieben: “dem Müller Jacob Leuthäußer (s. *Leithäuser) ist laut Erbbestandsbrief vom 14.11.1743 gestattet worden, an vorbe­schriebener Bi­ckenalp eine Mahl- und Ohligmühle zu erbauen mit je einem Waßerrad für die Mahl und den Schälgang, sowie 1 Was­serrad für die Oh­ligmühle, für die er 6 Ma. 2 Faß Korn und 9 fl jährlich geben muß.” 137.

 

Im Mühlenverzeichnis des pfalz-zweibrückischen Oberamts Zweibrücken von 1756 heißt es: „die Mahl und Oh­lig Mühl bey Hengstbach [hat] 2 Gäng ein Mahl und einen Scheelgang, welche durch Wasser Räder getrieb werden; [zahlt an Pacht] 9 fl an Geld, 6 Mltr 2 Faß Korn; ist keine Bann Mühl.“ 138

 

Die Tochter des Müllers Jakob *Leithäuser, die Maria Catharina Leithäußer heiratet am 21.4.1763 den von der Goffingsmühle in Horn­bach stammenden Johann Michael *Aulenbach(er). Zu diesen Zeitpunkt wird der Jakob Leithäuser als Soldat im Regiment Royal Deux­pont genannt. Die Kinder des Ehepaars Aulenbacher/Leithäuser werden teils auf der Goffingmühle, teils auf der Hengstbacher Mühle geboren 139.

 

1774 geht die Mühle an den Schwiegersohn Leithäusers, den Ackerer Christoph *Hof aus Hengstbach über, dem sie bis 1795 besaß 140. Zeitgleich mit Christoph Hof wird zwischen 1776 und 1782 der Müllermeister Johannes Jakobus *Farne auf der Hengstbachermüh­le ge­nannt 141, der die Mühle mE wohl als Lehensmüller betrieb.

 

Christoph Hof verkaufte die Hengstbacher Mühle 1795 an Johann Bernhard *Neumüller von Mittelbach 142. Der Müller Johann Bernhard Neumüller betrieb die Mühle bis zu seinem Tod am 3.9.1807 143.

 

Zwischen 1839 und 1844 wird in Hengstbach der Friedrich *Hamm als Müller auf der Hengstbacher Mühle genannt 144. Zwischen 1836 und 1852 wird der Müller Johann Ludwig *Noe in Hengstbach genannt. Er ist der Sohn des Ackerers Ludwig Noe aus Mittelbach und war verheiratet mit Katharina Elisabeth Neumüller (geb. Rischweiler, Tochter des Schmiedes Ludwig Neumüller aus Mittelbach und der Eva Lahm aus Rimschweiler 145.

 

Der Sohn aus der Ehe der Maria Catharina Leithäußer und Johann Michael *Aulenbach(er) ist der Ölmüller Philipp Jakob (1) *Aulen­bach(er), der am 6.4.1847 als Ackersmann und Oehlmüller in Hengstbach stirbt. Dessen Sohn, der gleichnamige Philipp Jakob (2) Au­lenbach(er) († 7.1.1874 in Hengstbach) war ebenfalls Ölmüller 146.

 

1846 ist Joseph *Lehmann als Mehlmüller auf der Hengstbacher Mühle 147.

 

Zwischen 1864 und 1866 wird der aus Niederauerbach stammende Mehlmüller Jakob *Ruf als Mehlmüller auf der Hengstbacher­mühle genannt 148.

 

Im 19. Jh. wechselt der Besitzer des Mühle wiederholt, bis die Mühle dann um 1874 in den Besitz der Familie Isemann kommt. Neben der Mühle betreibt diese Familie auch Ackerbau 149.

 

Vor 1874 und bis zu seinem Tod 1894 war der aus Altheim stammende Müllerssohn Karl Isemann der Müllermeister auf der Hengstba­cher Mühle. Die Mühle wurde nach seinem Tod von dessen Witwe Elisabetha Weinland verh. Isemann weiterbetrieben (err.) und ging um 1920 (err.) auf den Sohn Philipp Jakob Isemann über 150.

 

1946 stellt Philipp Isemann die Mühle auf elektrischen Betrieb um. Nach seinem Tod 1957 wurde die Mühle von seinen Töchtern (2 Söh­ne sind gefallen) stillgelegt und eine Gastwirtschaft eingerichtet 151.

 

Literatur/Urkunden:

- LA Speyer Best. B2 Nr. 946/4: „Erbauung einer Mahl- und Ölmühle zu Hengstbach durch Jakob Leuthäuser 1743“

- LA Speyer Best. B2 Nr. 946/5: „Differenzen Leuthäusers mit Schorrenburg wegen eines Mühlgrabens zu Hengstbach, 1745“

- LA Speyer Best. B2 Nr. 947 UNr. 12: Klage von Balthasar Cron, Erbbestandsmüllers zu Hornbach gegen die Beständer des Wahler Hofs und Bickenaschbacher Hofs gegen die Mahlpflicht der genannten Beständer, 1757-1759

- Weis, Albert: Ortssippenbuch Mittelbach-Hengstbach, S. 65-68

 

 

 

 

 

Heppenheim/Bergstraße:

Kreisstadt des Kreises Bergstraße im südlichen Hessen an der Bergstraße am westlichen Rand des Odenwald gelegen. Im Jahr 1229 un­terstellte Kaiser Friedrich II. die Starkenburg, 1232 auch Kloster Lorsch mit Heppenheim der Verwaltung der Erzbischöfe von Kurmainz. Unterbrochen durch eine kurpfälzische Pfandherrschaft von 1461 bis 1623 blieb Heppenheim bis zum Reichsdeputations­hauptschluss des Jahres 1803 Mainzer Besitz; sodann wurde es hessisch (zunächst Hessen-Darmstadt, seit 1948 Land Hessen).


Mühlen:

an den drei Heppenheimer Bächen (Stadtbach, Erbach und Hambach) wurden bereits im Mittelalter Mühlen errichtet. Da ihre Ge­schichte noch nicht geschrieben ist - jede von ihnen bedürfte einer eigenen, eingehenden Darstellung -, seien hier die 19 noch be­kannten, im 19. Jh. mehr oder minder gleichzeitig arbeitenden Heppenheimer Mühlen mit ihren Daten und den seit 1811 amtlich ver­zeichneten Be­sitzern aufgeführt, und zwar nach dem Lagerbuch 1811/12, dem Brandkataster 1823-1843, dem Ortskataster 1845-1893 und dem Brandkataster seit 1893. Weitere Mühlen gab es in den Heppenheimer Stadtteilen, die in dieser Zusammenstellung (mit Ausnahme von Oberlaudenbach, Walderlenbach und Mittershausen) zusätzlich berücksichtigt sind 152.

 

Die Erfassung der Mühlen erfolgt getrennt nach Bächen:

1.
Mühlen am Stadtbach (bachaufwärts):
es gab 7 Mühlen in der Vorstadt und drei Mühlen in Fischweiher, die in der Reihenfolge ihrer Lage bachauf
wärts (d. h. nicht alphabe­tisch) aufgeführt sind:

- Stadtmühle:

(Reitz Nr. 18) - Mahl- und Ölmühle, Marktgasse 26 (Wormser Tor). Benannt nach ihrer Lage unmittelbar an der Stadt, aber nicht in städ­tischem Besitz, wurde sie 1771 aus Abbruchsteinen der Starkenburg namens des Müllerehepaars Hans und Catharina Werle er­richtet.

 

Weitere Besitzer:
- 1811 Ratsschultheiß Werle Wwe.
- 1817, 1823 Joh. Werle.
- Vor und nach 1843 Edmund Werle.
- 1847 Peter Eberhard II.
- 1883 Georg Eberhard.

 

Die Mühle war von den Heppenheimer Mühlen am längsten in Betrieb. Sie hat bis zu ihrem Abbruch 1970 (oder schon 1964?) gear­beitet (zuletzt Besitzer Gustav Seidel, Pächter Ernst Baz). Als die Mühle gebaut wurde, war das Vorwerk der Stadtbefestigung sicher schon ge­schleift, denn die Ostseite der Mühle stand in drei Brückenbogen ähnlichen Wölbungen. Für eine Vorgängerin der Mühle gibt es keine Belege, obwohl die Existenz einer solchen - aber außerhalb der Stadtmauer - nicht unwahrscheinlich ist, zumal das Ge­fälle des Stadt­bachs dort 4 - 5 m beträgt.

 

Das Türgewände der Stadtmühle blieb erhalten, es wurde in die Mauer des Kelterhauses (Amtshof, Amtsgassenseite) eingefügt.

Photo:
- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986, S. 256
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Türgewände der ehemaligen Stadtmühle, Photo von 2011

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim, Zusammenstellung vom 5.2.2012

Literatur/Urkunden:
- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
Weihersmühle (früher Propstmühle):

(Reitz Nr. 19) - Mahlmühle, Siegfriedstraße 30 (gegenüber der Liesengasse). Die Mühle des Klosters Lorsch‚ als „des Probsts von Lorsch Mole“ genannt; daher Propstmühle, wohl aus der Zeit der Lorscher Pröpste (1248-1557). Sie ist seit 1480 (fol. 64') bekannt und dürfte die älteste Mühle der Stadt Heppenheim gewesen sein. Diese Annahme legt ihre räumliche Nähe zur Stadt und zum ehe­maligen Amts­hof nahe, auf dessen Gelände bzw. in dessen Nähe der alte Klosterhof in Heppenheim zu suchen ist. Diese älteste Müh­le hätte demnach die Stadt seit der Karolingerzeit mit Mahlprodukten versorgt. Leider konnten die Untersuchungen von Heinrich Winter zum Stadtgrundriß Heppenheims wegen der Folgen des Stadtbrandes von 1693 keine baulichen Belege zur Verbindung der Klostervogtei (Alte Burg bzw. Stadtschule) bzw. des Vorgängerbaues des Amtshofes und der dazugehörenden Mühle (Propstmühle) erbringen 153.

 

Von 1561 gibt es einen Vertrag, den der Müller der Propstmühle mit den beiden oberhalb liegenden Müllern über die gemeinsame Nut­zung des Mühlbaches abschloss.

 

1768 gab Theobald Bauer von "des Probsts Mühlen" jährlich 12 Malter Korn.

1802 bzw. 1826 lieferte Georg Adam Dörr von dieser Mühle mit 2 Rädern noch 10 Malter, 2 Simmer, 2 Gescheid Korn an den Fis­kus.

Müller auf der Weihersmühle waren:
- 1768 Theobald Bauer
- 1802/1829 Georg Adam Dörr
- 1829, 1843 Lorenz Meinberg.
- 1872 Lorenz Meinberg II.
- 1875 Joh. Neff und 7 Konsorten.
- 1880 Lorenz Meinberg III.
- 1900 Matthias Mattern.
- 1903 Karl Mattern II. (Sandhausen).
- 1910 Joh. Nik. Weiher I.
- 1937 Jakob Weiher.

 

Bereits im Jahre 1900 wurde die Mühle nur noch zu Wohnzwecken genutzt. Die Mühle wurde am 27. 3.1945 durch Artillerie­beschuss zerstört (letzter Pächter Oskar Dittrich 154). Das Wohnhaus ist heute zur Gaststätte umgebaut. Heute steht dort der Neubau eines Wohnhauses 155.

 

Photo:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Neubau am ehemaligen Standort der Weihersmühle, Photo von 2011

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim, Zusammenstellung vom 5.2.2012

Literatur/Urkunden:
- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
Schäfersmühle (auch Burger-Schäfer-Mühle und Kirchmühle):

Reitz Nr. 20) - Mahlmühle, Siegfriedstraße 32 (neben der Weihers Mühle). Gemeinsam mit der unterhalb gelegenen Mühle schon 1480 erwähnt. 1561 schloss ihr Müller Hans Hilgart einen umfangreichen Vertrag mit den Müllern von der Weihersmühle und der Tugersmühle über den gemeinsamen Mühlbach. Kurz vor 1600 kam die Mühle aus den Händen des verschuldeten Junkers Hans von Zedwitz in das Eigentum der Heppenheimer Kirche, wo sie bis 1844 verblieb. Seit 1681 wurde sie erblich verpachtet. Wilhelm Met­zendorf vermutet in seiner Erklärung des Merian-Stiches, dass sie als Nr. 15 zu sehen sei. 1850 bestand zusätzlich eine Hanfreibe.

 

Müller auf der Schäfersmühle waren:
- 1805 - 1813 Joh. Giegerich I.
- 1814, 1823 (1833 und 1850 mit Hanfreibe) Joh. Meinberg.
- 1851 (mit Bäckerei) Georg Meinberg I.
- 1865 Karl Zutavern I.
- 1868 Georg Meinberg I. (1868 mit „Badeanstalt: kalte und warme Bäder").
- 1877 Phil. Burger I.
- 1897 Phil. Schäfer I.
- 1914 (Sohn) Phil. Schäfer II. (Pächter ab 11.10.1948 Karl Stehle).

Die Mühle ist am 20. 4.1949 abgebrannt; seitdem besteht auf dem Anwesen nur noch eine neu erbaute Bäckerei.
- 1954 Käthi Marie Elli Schäfer, Witwe des Phil. Schäfer II.

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Literatur/Urkunden:
- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
Tugersmühle (auch Schleifmühle):

(Reitz Nr. 21) - Mahlmühle. Siegfriedstraße 124 (vor der Talverengung, gegenüber der Einmündung des Schleifwegs in die Siegfriedstra­ße). Schleifmühle ist als Verkürzung von ‚Mühle an der Schleif‘ zu verstehen, nicht als ‚Mühle, in der Gerätschaften geschlif­fen werden‘. Sie hieß auch Tugersmühle nach dem seit mindestens 1811 über 100 Jahre dort tätigen Müllergeschlecht Tuger. Die Errich­tung dieser Mühle war offenbar der Anlass für den Mühlenvertrag von 1561 (1561 schloss ihr Müller Hans Hilgart von der Schäfers­mühle einen um­fangreichen Vertrag mit den Müllern von der Weihersmühle und der Tugersmühle über den gemeinsamen Mühlbach), in dem Hans Schirig (Scherig) verpflichtet wird, dass er den Mühlgraben vom obersten Wehr (Abzweig vom Stadtbach) bis zum Ab­lass unter seiner Mühle "ausfegen, räumen und bessern muß".

 

Hans Scherig erbaute 1577 auch das Wohnhaus, heute: Siegfriedstraße 104 (die so genannte Schindersburg), von dem noch eine In­schrift mit Müllerzeichen kündet 156. Es soll das Wohnhaus zu dieser Mühle gewesen sein, was aber nach Aussage des historischen Lageplanes bezweifelt werden kann. Vielleicht wurde dieser Inschriftstein nachträglich einmal im Haus Nr. 104 eingemauert.  Der Text auf dem Inschriftenstein lau­tet: „ICH: HANS. Scherig: UND: MEIN: EHLICH HAVS:FRAVW: KET: HABEN: DAS: WERCK: GEBAVT:IN: DEM 1577“.

 

Nach Hans Rittersbergers Feststellungen war die Mühle im 18. Jh. im Besitz derer von Hees und von Trips. Ein schöner Zufall überliefert­e die Ansicht dieser Mühle als Chenillestickerei (Nadelmalerei) auf weißer Seide, die mit Aquarellfarben bemalt wurde. Ge­zeichnet und entworfen wurde das Kunstwerk von J. Rieger (1785), gestickt und fertiggestellt durch F. Rieger im Jahre 1811 157 Es handelt sich um ein Geschenk des Grafen Philibert von Graimberg aus dem Jahre 1894 an das Kurpfälzische Museum in Heidelberg.

 

Weitere Besitzer der Mühle:
- 1811 Joh. Tuger.
- 1823, 1843 Friedrich Tuger.
- 1853 (1860 mit Hanfreibe) Georg Tuger.
- 1890 Georg Tuger II..

 

Aus dem Heppenheimer Anzeigeblatt wissen wir, dass hier vor 1843 eine Ölmühle arbeitete, die damals verkauft wurde. 1860 betrieb Georg Tuger eine Hanfreibe. Um die Jahrhundertwende unterhielt der rührige Müller Georg Tuger eine Mustermühle für verschiede­ne Müllereimaschinen der Firma Ganz & Cie, Budapest-Ratibor-Leobersdorf. 1895 wurde das dreistöckige Wohnhaus des Georg Tu­ger II. er­richtet, zu dem ein fünfeinhalbstöckiger Mühlenbau mit zahlreichen Nebengebäuden gehörte. Wahrscheinlich arbeitete das Mühlwerk auch in der späteren Nudel- und Maccaroni-Fabrik Tuger, in der etwa 20 Mitarbeiter beschäftigt waren. Noch vor 1933 wurde die Mühle stillgelegt. Nach 1933 dienten ihre Räume dem Arbeitsdienst als Unterkunft und seit 1951 der Fabrikation von Ul­traschallgeräten. In den 1950er Jahren Umbau zur KLN-Ultraschall-GmbH (vorm. Dr. Wilhelm Lehfeldt). Heute befinden sich die Gebäude der KLN-Ultra­schall-GmbH auf diesem Grundstück.

 

Abbildung:
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997, Abbildung 145: Die Tu­gersmühle um 1800, Chenillestickerei, Original Kurpfälzisches Museum Heidelberg ST 1

Photo:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Inschriftstein am Haus Siegfriedstraße 104/Schindersburg, Januar 2012
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Gebäude Siegfriedstraße 124, Photo Januar 2012

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Literatur/Urkunden:
- Lizalek, Willy: Heppenheims ältester Mühlenvertrag [1561]; in: Die Starkenburg 62, 1985, Nr. 2
- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
Wendtmühle:

(Reitz Nr. 22) - Mahlmühle, Siegfriedstraße 151 (Kreuzung von Straße und Stadtbach). Auf diesem Platz stand bereits 1750 eine Schneidmühle. 1768 lieferte Peter Höchster von seiner Mühle in der oberen Vorstadt 3 Malter Korn ab. Von 1811 bis 1844 sind Mitglie­der der Familie Eberhard Besitzer der Mühle, die 1829 noch zusätzlich eine Hanfreibe hatte. Die Getreidemühle wurde bereits vor 1900 stillgelegt. 1920 unterhielt hier Max Wendt, Worms, einen Betrieb für Mühlenbau 158, aus dem sich eine mittlerweile wieder eingestellte Maschinenfabrik entwickelte. Die Wasserkraftnutzung wurde 1968 aufgegeben.

 

Weitere Besitzer waren:
- 1811, 1823 Georg Eberhard d. Ä.
- 1829 (mit Hanfreibe) Adam Eberhard d. J.
- 1843 Adam Eberhard II.
- 1844 (1848 mit Hanfreibe) Joh. Christ.
- 1852 Georg Meinberg II.
- 1900 Peter Ludwig Seitz.
- 1903 Georg Neumann (Neu-Isenburg).
- 1908 Otto Neumann.
- 1910 Paul Hutchinsons Ehefrau Margareta geb. Böll.
- 1919 Jean Bauer.
- 1920 Hedwig L..., geb. Eisendick, Ehefrau d. Theodor L... (Mannheim-Feudenheim).
- 1920 Max Wendt (Worms); die Mühle wird zum Betrieb für Mühlenbau.
- 1951 Witwe Anna Barbara Wendt.
- 1960 Max Georg Wendt.

Photo:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Gebäude Siegfriedstraße 151, Photo Januar 2012

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Literatur/Urkunden:
- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
„Schlappenmühle":

(Reitz Nr. 23) - Siegfriedstraße 167 (100 m östlich der vorigen). Die Mühle wurde 1825 durch Georg Eberhard d. Ä. als Getreide­mühle erbaut,der auch die unterhalb liegende Mühle (1.5, Reitz Nr. 22) betrieb.

- 1830 Verkauf an Sebastian Michel.
- 1835 folgte Nikolaus Kumpf I und 1857 Johannes Kumpf II als Besitzer.

Die Mühle ist am 25.3.1872 „total abgebrannt".
– Ab 1874 neu gebaut, diente sie - nach den Feststellungen des Stadtarchivars Hans Rittersberger – ab 1878 vor allem als wasserbetrie­bene Holzschneiderei.
- 1874 Peter Eberhard III.
- 1878 Abraham Guthof (Lorsch).
- 1878 (Holzschneiderei; Fabrikation von Schuhen mit Holzsohlen) Louis Barthel I.

 

Der Elsässer Louis Barthel und der Weinheimer Sohlenmacher Georg Heinzelbäcker produzierten Holzsohlen, die in Weinheim ihr Leder-Oberteil erhielten (Zeitungsinserat v. 5. 2. 1878: „Louis Barthel - Schuhe mit Holzsohlen jeder Größe"). Davon, nach dem ab­schätzigen Ausdruck „Schlappen“ für Schuhe, bekam die Mühle ihren Namen. Anscheinend bestand bereits seit 1882 wieder eine Mahlmühle; in ihr wurde (Zeitung v. 5. 5. 1886) „der 15jährige Schwager des Müllers [Johannes] Berg vom Kammrad zu Tode ge­quetscht“.

- 1882, 1893 Joh. Berg II.
- 1903 Georg Berg II.
- 1908 (und auch 1912 im Stadtführer Pappdeckelfabrik des Johannes Wurth.
- 1922 Edgar Hoffmann.
- 1922 Phil. Karl Rodenheber.
- 1977 Eheleute Manfred Hauptfleisch (Laudenbach).

Heute Wohngebäude. Von der Mühle erzählt man sich auch das Erscheinen eines Spuks: Ein blaues Licht soll wiederholt aus dem Wie­sengrund hinter dem Gebäude gekommen und im Mühlwerk verschwunden sein.

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Photo:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Schlappenmühle, Siegfriedstraße 167, Photo Januar 2012

Literatur/Urkunden:
- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
Eberhardsmühle (Steinbetrieb Weimer):

(Reitz Nr. 24) - ehem. Mahl- und Ölmühle, Siegfriedstraße 181. 1768 gab Peter Schuster 3 Malter Korn von der sog. Schneidmühle als Pacht. Vor 1808 war Adam Eberhard (1.5 und 1.6, Reitz Nr. 22 u. 23) Besitzer. Mitglieder dieser Familie waren Eigentümer bis 1860.

 

- 1811, 1823 Adam Eberhard (Bruder des Georg E. in Nr. 3.1.6).
- 1843 Peter Eberhard I.
- 1861 Georg Lulay II.
- 1870 Joh. Becker (Kirschhausen).
- 1882 Joh. Helmling IV.
- 1916 Joh. Wurth.
- 1922 Edgar Hoffmann (Nr. 1.6).
- 1931 Alois Weimer.

Seit 1931 befindet sich hier der Granit- und Syenitbetrieb von Alois Weimer. Die Wasserkraftnutzung wurde aufgegeben. Heute ist ein Schlossereibetrieb in dem Anwesen
.

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Photo:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Eberhardsmühle, Siegfriedstraße 181, Photo Januar 2012

Literatur/Urkunden:
- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
Rothermelmühle:
(Reitz Nr. 25) - Mahlmühle, Fischweiher (Westende) 29. Im Jahre 1811 war Lorenz Schmitt Besitzer dieser Mühle mit 2 Rädern, für die er jährlich 1 Malter, 3 Simmer, 1 Manchen Korn ablieferte. 1829 gehörte auch eine Ölmühle dazu.

- 1829 Bürgermeister (Gottfried) Pirsch.
- 1830 Christoph Rodenheber.
- 1831, 1843 Joh. Berg.
- 1861 Joh. Meinberg I. (ab 1874 dessen Ehefrau; Pächter vor und nach 1881 Hiesinger).
- 1888 Hermann Mayer (Mager? Weger?) I. (Darmstadt).
- 1888 Adam Geiß I.
- 1904 (Tochter) Maria Geiß.
- 1905, 1950 Stephan Rothermel.

Schon 1900 war der Betrieb eingestellt. Wann die Mühlengebäude abgebrochen wurden, ist nicht bekannt. Heute steht an gleicher Stel­le ein modernes Zweifamilienhaus

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Photo:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: ehemalige Rothermelmühle, an deren Stelle ein modernes Zweifamilienhaus, Fischweiher 29, Photo Januar 2012

Literatur/Urkunden:
- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
Lohmühle:

abgerissen, Fischweiher (Ostende): Ursprünglich seit 1723 eine „zum Oberamt gehörige Pulvermühle", nach Explosionen (1743, 1768) von N. N. Bleß auf Bereitung von Lohe (Gerbrinde) umgestellt, „mit Vorbehalt jederzeitiger Umwandlung in eine Pulvermüh­le".

 

- 1811 Joh. Bleß d. J. (+ 1819),
- Lohmühle „seit 1818 in Stillstand und Verfall"; Erbstreit bis 1827.
- 1823 Schwiegersohn NN. des  Lorenz Schmitt (s. Rothermelmühle).

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Literatur/Urkunden:
- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
Schäfersmühle (auch Mahl- und Ölmühle):
(Reitz Nr. 26) - Fischweiher 51 (gegenüber der Graudelbach-Mündung).

Die Mühle wurde 1800 errichtet und 1907 stillgelegt.

Besitzer:
- 1811 Georg und Peter Michel.
- 1823 Georg und Adam Michel.
- 1830 Adam *Eck.
- 1853 Sebastian Michel und Peter Flath.
- 1857 Adam Michel II. und Adam Eck I.
- 1863, 1869 Joh. Schäfer VI. († 1902)
- 1902 Anna Maria Schäfer (Frankfurt). Eva Schäfer verh. Jakobi (Oberlaudenbach), Katharina Schäfer (USA), Johann Schäfer (Heidel­berg).
- 1907 Bezirkssparkasse Heppenheim.
- 1908 Joh. Wurth (1/2), Katharina Schäfer (USA) und Joh. Schäfer (Heidelberg; je 1/4).
- 1909 Joh. Wurth (1/4) und Joh. Schäfer (Heidelberg; 1/4).
- 1909 Joh. Wurth.

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Photo:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Schäfersmühle, Fischweiher 51, Photo Januar 2012

Literatur/Urkunden:
- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997



2. Mühlen am Kirschhäuser Bach:
- Untere Mühle:

(Reitz Nr. 27) - Siegfriedstraße 305. Schon vor 1805 bestand in Kirschhausen die Schneidmühle des Johannes Schäfer. Im selben Jahr erhielt er zusätzlich die Konzession zur Errichtung einer Getreidemühle. Für beide musste er jährlich 3 Malter Korn als Mühlpacht ablie­fern, nicht mitgerechnet war dabei das alte Haus Nr. 303. Bereits vor 1900 wurde der Betrieb eingestellt, nur die Landwirtschaft verblieb dem Eigentümer als Erwerbsquelle. Durch den Neubau des Gasthauses "Zur Alten Mühle" wurde der Gebäudekomplex völ­lig neu gestal­tet. Nur das heutige Wohnhaus Nr. 303 ist alter Baubestand, der aus den Zeiten der Gründung der Mühle herrührt.

 

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Photo:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Untere Mühle, Siegfriedstraße 305, Photo Januar 2012

Literatur/Urkunden:
- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
Schleifmühle:

(Reitz Nr. 28) - Siegfriedstraße 313. Von der alten Schleifmühle, dem Vorgängerbau des Hauses Nr. 313, ist nur bekannt, dass sie nach 1840 errichtet wurde. Möglicherweise geschah dies auf Initiative des unterhalb gelegenen Müllers (Heppenheim Nr. 27), weil dessen Wassertriebwerk vom gleichen Mühlgraben angetrieben wurde. Das setzte das Einverständnis des unterhalb liegenden Müllers voraus. Außer dem Lageplan aus der Mitte des 19. Jahrhunderts gibt es bisher keinen weiteren Beleg. Diese Schleifmühle wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts zum Ansatzpunkt für einen Steinmetzbetrieb, dessen Eigentümer 1965 Ludwig Schmidt war.

 

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Literatur/Urkunden:
- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
Obere Mühle:

(Reitz Nr. 29) - Siegfriedstraße 339. Die älteste Mühle in Kirschhausen war die oberste Mühle, sie wurde bereits 1480 und 1549 (Gutjahr GKB 1980, S. 273) genannt. Sie lag in günstiger Entfernung zum Dorf und konnte auch das Wasser des Sonderbaches für den Antrieb nutzen. Die hohe Abgabe von 6 Malter Korn jährlicher Pacht lässt darauf schließen, dass die Mühle sehr alt war und ur­sprünglich allein für das ganze Dorf zu mahlen hatte.

 

1768 war Wilhelm Antes der Mühlenbesitzer, auf den Peter Philipp Rückert folgte.

Anfang des 19. Jahrhunderts war Georg Rückert der Eigentümer.

Gegen Ende des Jahrhunderts kaufte Lorenz Mitsch die Mühle und den landwirtschaftlichen Grundbesitz von dem letzten Vertreter der Familie Rückert.

1905 bezeichnete sich Franz Mitsch als Bäcker, die Mühle scheint noch in Betrieb gewesen zu sein.

 

Um 1960 besaß sie Robert Mitsch und außerdem noch ein kleines Sägewerk. In der elektrisch angetriebenen Getreidemühle hatte er u.a. einen Walzenstuhl und einen Mahlgang installiert, in der Sägemühle lief ein Vollgatter. Daneben betrieb er noch eine Landwirt­schaft mit ca. 10 ha. Die umfangreiche Arbeit konnte nur mit drei zusätzlichen Personen bewältigt werden.

 

Die Getreidemühle wurde 1958 aufgegeben. Aus Altersgründen sind heute (1997) alle Betriebsteile stillgelegt. Die Mühle wurde ausge­baut, im Keller befinden sich nur noch einige Getriebeteile.

 

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Literatur/Urkunden:
- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
Ölmühle:

(Reitz Nr. 30) – Igelshöhstraße 6. Die jüngste Wassermühle des Dorfes Kirschhausen war die 1854 von Philipp Lulay erbaute kleine Öl­mühle. Neben dem alten Lageplan gibt es nur noch eine Zeitungsanzeige als Beleg für ihre Gründung (Reitz, Seite 211, Abb. 154). 1900 betrieb Peter Lulay IV. die Mühle, die noch bis nach 1945 im Lohnbetrieb geführt wurde. Folgende Einrichtungsgegenstände sind 1997 noch vorhanden und z.T. betriebsfähig: Kollergang und Stampfwerk, eiserner Wellbaum , Kranz auf dem eisernen Well­baum und Teile des steinernen Kandels für das Oberwasser an der Grundstücksgrenze. In Heppenheim ist die Erinnerung an die Ar­beiten in der Ölmühle der Familie Lulay noch teilweise lebendig.

 

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Literatur/Urkunden:
- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997




3. Mühlen am Erbach:
bachaufwärts am Erbach lagen fünf Mühlen.

-
Lindheimers Mühle:

(Reitz Nr. 31) - Mahlmühle, Laudenbacher Tor (Südende) 36, das Gelände zwischen dem Nordteil des kirchlichen Friedhofs und der Stra­ße zur Juhöhe. Bereits 1768 gab der Postverwalter Friedrich von seiner sog. Kellersmühle jährlich 1 Malter Korn. Die Mühle hat­te durch das geringe Wasser des Erbachs nur 1 Rad zum Antrieb. Der Eigentümer mußte 3 Simmer, 2 Kumpf und 1 Mäßchen Korn als Mühlpacht abliefern. Johann Justus Lindheimer aus Frankfurt und sein Schwager Theodor Friedrich Kasimir Schmall aus Fried­herg kauften am 13. 8. 1798 die ehemalige Wilhelmi-Mühle und den an der Fürther Straße gelegenen „sog. Fischweiher". Schmall übergab bereits am 21. 7. 1801 seinen Anteil an Lindheimer. Dieser hatte schon 1800 das Bürgerrecht in Heppenheim erhalten; er starb als Tabakfabrikant (!) am 26. 4. 1822 in Fürth i. Odw. auf einer Geschäftsreise, 65 Jahre alt. Zufällig starb fünf Tage später, am 1. 5. 1822, sein 25jähriger, lediger Sohn gleicher Vornamen in Heppenheim. Über die beiden Lindheimer-Töchter blieb die Mühle bis
nach 1838 in Familienbesitz.

 

- 1811 Justus Lindheimer.
- Ca. 1822 Peter Treiber und Schwägerin Katharina Lindheimer.
- 1834 Adam Grein und Peter Treiber.
- 1838 Martin Kemmerer und Katharina Lindheimer.
- Ca. 1840, 1844 Adam Grein (2/3) und Martin Kemmerer (1/3).
- 1877 Georg Grein I. (2/3) und (schon seit 1865) Martin Kemmerer II. (1/3).
- 1900 war hier der Landwirt Georg Grein I. ansässig

Das Mühlengebäude am Bach wurde 1964 beim Ausbau der Straße nach Erbach abgebrochen, um Raum für eine verbreiterte Straße zu schaffen.

Die Gewann „Hinter Lindheimers Mühle“ (1843, Acker), heute Straßengelände, war ein schmaler Streifen südlich des Erbachs und östlich der Straße Laudenbacher Tor.

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Photo:
- Metzendorf oder Schnabel: Lindheimers Mühle von Süden vor Abbruch
- Photo Sammlung Schnabel : Lindheimers Mühle von Norden vor Abbruch

Literatur/Urkunden:
- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
Kohl-Wegmann-Mühle (auch Rodenhebersmühle):

(Reitz Nr. 32) - Mahl- und Ölmühle, Erbacher Tal 3 (Anfang des Mausnestwegs). 1768, vielleicht schon seit 1608, gehörte die Mühle dem Freiherrn Wambolt von Umstadt und war als Untere Wamboltsmühle bekannt. Die Wamboltsche Eselsmühle, die 1744 genannt und ver­pachtet wurde, könnte diese oder die oberhalb gelegene Mühle (Heppenheim Nr. 33) gewesen sein. Die Mühle hatte 1826 ein Wasser­rad, ihre jährliche Mühlpacht betrug 3 Simmer, 2 Kumpf und 1 Mäßchen Korn.

 

Müller auf der Kohl-Wegmann-Mühle (auch Rodenhebersmühle) waren:
- 1811 gehörte die Mühle Johannes Rodenheber, weshalb sie damals Rodenhebersmühle genannt wurde.
- 1836, 1843 Nikolaus Rodenheber II.
- 1866 Adam Rodenheber I.
- 1867 Witwe des Franz Mang III.
- 1895 Nicolaus Reif aus Höchst am Main. Wahrscheinlich wurde bereits damals der Mahlbetrieb eingestellt.
- 1912 Phil. Kohl II.
- 1956 Jean Wegmann und Ehefrau geb. Kohl.

 

Die Mühle wurde 1964 abgebrochen. Die Gebäude wurden 1974 (oder 1964?) im Zuge von Straßen- bzw. Wasserbauarbeiten
im Erbacher Tal abgebrochen. Heute steht ein neues Wohnhaus auf dem Grundstück.

 

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Literatur/Urkunden:
- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
Mangmühle (früher Wamboltsche Mühle):

(Reitz Nr. 33) - ehem. Wamboltsche Mahlmühle. Erbacher Tal 5 (ca. 150 m östlich des Friedhofs). Die "Eselsmühle" bestand bereits 1608 (Heppenheim Nr. 32?). Sie wurde als Eselsmühle des Freiherrn Wambolt von Umstadt ("Obere Wamboltsmühle") genannt. Sie hatte 1826 1 Rad, dafür waren 3 Simmer, 2 Kumpf, 1 Mäßchen Korn als jährliche Mühlpacht zu entrichten.

 

Lorenz Reif ist lt. SBH (= Sippenbuch Heppenheim) Nr. 3323 ein Sohn des Heppenheimer Müllers Joh. Georg *Reiff (* err. 1684 - Hep­penheim 10.10.1734, u.d. Ehefrau Anna Margaretha, * err. 1680, + Heppenheim 14.11.1739; Lorenz *Reif war "Müller auf der Mühle des Barons Wambolt", einer im Zuge von Straßenbaumaßnahmen (L.3120) abgebrochenen Mühle im Erbacher Tal.

 

Die Herkunft des Johann Georg Reif und seiner Ehefrau, sowie deren Eheschließung konnte Ernst Löslein nicht ermitteln. Johann Georg Reif war vermutlich mit weiteren Reifs, die ab 1700 in Heppenheim nachweisbar sind, verwandt. Einer dieser Reiffs, Johann Adam, war ebenfalls Müller und stammte aus Obernburg. Anm.: Ernst Löslein hatte die Unterlagen aus dem Stadtarchiv Heppenheim (z.B. Steuer­listen, Bürgerannahmen, Eheberedungen) zur Erstellung des Sippenbuches herangezogen. Weitere, über die von Ernst Löslein verwen­deten Quellen hinaus gehende Archivalien im Stadtarchiv sind spärlich und nicht erschlossen. 159

 

- 1811 und 1843 wird Josef Reif als Besitzer genannt 160.
- 1856 J. Bräunig.
- 1865 Philipp Bräunig I.

Seit 1867 befand sich das Anwesen in den Händen der Familie Mang 161:
- 1867 Anton Mang I.
- 1893 Peter Joh. und Phil. Franz Mang.
- 1907 Phil. Franz Mang.
- 1953 Franz Joh. Mang.

Schon im Jahre 1900 war der Mühlenbetrieb eingestellt. Im Zuge von Straßen- und Wasserbauarbeiten im Erbacher Tal wurden die Ge­bäude im Jahre 1974 abgebrochen. 162

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Photo:
- Homepage Heppenheimer Geschichtsverein, Archiv Büge: Ehemalige Vockenmühle (links) und Mangmühle (rechts)

Literatur/Urkunden:
- Hess. Staatsarchiv Darmstadt Best. G 23 D, 2540: Joseph Reif auf der Oberhammersteinischen Mühle bei Heppenheim, bzw. dessen Gläubiger ./. Freiherrlich von Wamboldtischen Rezepturverwaltung zu Birken, 1833-1835

- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
„Vockemühl“:
(Reitz Nr. 34) - Mahlmühle, Erbacher Tal 13 (Katzenpfad-Einmündung). Diese und die oberhalb gelegene Mühle sind die jüngsten Mühlen im Erbacher Tal. Erbauer war Simon Eisenhauer. Im Jahre 1811 erscheint Georg Eberhard in den Akten als Mühlenbesitzer.

- 1811, 1823 Georg Eberhard.
- 1826 übernahm Adam Weilbacher die Mühle.
- 1833 Johannes Rutz.
- 1843 Johannes Löffler II.
- 1846 Johannes Knapp IV.
- 1852 Adam Mitsch III.
- 1878 Johannes Mitsch VII.
- 1908 Georg Vock VII.

Wie lange diese kleine Mühle betrieben wurde, ist nicht mehr bekannt. Die Gebäude wurden 1974 im Zuge der Straßen- und Wasser­bauarbeiten im Erbacher Tal abgebrochen.

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Photo:
- Homepage Heppenheimer Geschichtsverein, Archiv Büge: Ehemalige Vockenmühle (links) und Mangmühle (rechts)

Literatur/Urkunden:
- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
Lohsche Mühle:
(Reitz Nr. 35) - Mahlmühle, Erbacher Tal 15 (unterhalb des Wolfsschlucht-Eingangs). Die oberste war auch die jüngste Mühle im Er­bacher Tal. Sie wurde 1807 durch Lorenz Müller errichtet. Die nachfolgenden Besitzer waren:
- 1811, 1823 Phil. Peter Grein.
- 1843 Martin Pfleger.
- 1867 Nikolaus Hörner I.
- 1889 Lorenz Flath I.
- 1919 Karl Arthur Loh,
- dann Karl Rudolf Loh.

Die Mühle wurde zum Gasthaus „Zum Kühlen Grund", und heißt heute „Zum Mühlrad". Das früher vielbesuchte Ausflugslokal war auch ein beliebtes Fotomotiv (Reitz, Abb. 280, S. 403).

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Photo:
- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986, S. 194: Flath/Lohsche Mühle um 1895, später Gasthaus „Zum Mühlrad“ im Erbacher Tal
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997, S. 403 Abb. 280

Literatur/Urkunden:
- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997



4. Mühlen an Hambach (bachaufwärts) in Klein-Heppenheim:
- Werlemühle (auch Werlesmühle):

(Reitz Nr. 1) - Die unterste Mühle im Hambacher Tal, heute mit der Adresse Hambacher Tal 14, lag in Klein-Heppenheim am Ende des Gähen Stichs (steiles Straßenstück von der Bergstraße nach Hambach bis zur Schreinerei Schäfer, Hambacher Tal 14). Sie wurde ur­sprünglich als Gipsmühle errichtet und wurde 1797 (Ersterwähnung) von Johann Keil zum Rollen der (Graupen-) Gerste und Hir­semehl mahlen genutzt. Bis 1823 wurde sie als Schneidmühle betrieben. In ihr wurde Holz geschnitten, d. h. gesägt. 1847 wurde das zweistö­ckige Haus mit Mahlmühle (zwei Gänge), Schneidmühle, Scheuer und Schweineställen mit umfangreichen Liegenschaften des verstorbe­nen Johann Jacob Werle versteigert. Der Mahlbetrieb wurde vor 1900 eingestellt.

 

Besitzer:
- 1811 Postmeister Werle.
- 1823 Postmeister Matthias Werle.
- Vor und nach 1843 Johann Jacob Werle (aus Forst an der Weinstraße).
- 1848 Adam *Eck I.
- 1856, 1893 Adam Eck III.
- 1900 Adam Geyger und Ehefrau.
- 1912 Christian August Dubs.
- 1912 Hans Neumayer.
- 1943 August Neumayer.

 

Der letzte Benutzer der Wasserkraft (Turbine) war bis 1925 der Schmuckwarenbetrieb Neumaier. Danach (wohl in Verbindung mit dem Ausbau der Straße) wurde der Hambach verlegt. Auf dem ehemaligen Mühlengelände war dann die Schreinerei und Glaserei Helmut Schäfer in modernen Gebäuden untergebracht. Heute sind da hauptsächlich Wohnhäuser

 

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Photo:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Werlemühle, Blick von Hambach in Richtung Klein-Heppenheim, Photo Januar 2012

Literatur/Urkunden:
- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
Emigsmühle oder „Kohlsche Malermühle":

(Reitz Nr. 2) - Hambacher Tal 11 (gegenüber dem Steinkopf). Nach Ferdinand Koob beginnt die Geschichte dieser Mühle mit dem Müller Johann Georg Wolf, der 1666 an der Pest starb. Seine Witwe ehelichte 1667 Stephan Flath, dessen Vater Matthias Flath Mül­ler zu Höchst im Odenwald war. Für die Mühle mit einem Gang hatte der Müller jährlich 2 Malter Korn an die Kellerei Heppenheim zu liefern.

 

Im 18. Jh. gehörte die Mühle über Generationen der Familie Mayerhöfer:
- Vor 1773 Georg Mayerhöfer.
- 1773 Kilian Mayerhöfer.
- 1811, 1823, 1843 Georg Mayerhöfer.

Spätere Besitzer:
- Ca. 1844 Jakob Eberle.
- 1863 Nik. Eberle II.
- 1881 Joh. Guthier II. (Kirschhausen).
- 1883, 1893 Georg Emig II.; ab 1902 dieser 2/3 und 9 Kinder zus. 1/3.
- 1910 Joh. Emig VI.
- 1918 Waldemar Knüppers Witwe.
- 1919 Arthur Benninghoven, Kaufmann.
- 1955 Hans Josef Kohl, Maler. - s. Gesch.-Bl., Bd. 3/1970. S. 53-62.

 

1900 betrieb Georg Emig II., ein Fuhrmann, die Mühle vielleicht noch im Nebenerwerb oder gar nicht mehr. 1913 wurde der Mahl­betrieb offiziell abgemeldet. Im Auftrag des Malers Hans Kohl (+ 1990) baute Valentin Schnitzer (Bammental) 1985 eine Wärme­pumpe mit Pumpen-Turbinenantrieb als Pilotanlage zur Wasserkraftnutzung ein. Die Mühle hatte eine Fallhöhe von 5,50 m.

 

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Photo:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Emigsmühle Hambacher Tal 11, Photo Januar 2012

Literatur/Urkunden:
- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
Mitschsmühle, auch „Mitschemühl":

(Reitz Nr. 3) - Mahlmühle im Hambacher Tal 13 (an der Kreuzung von Straße und Hambach). Die Mühle bestand schon 1668, der Müller Georg Veit lieferte damals jährlich für einen Mahlgang 3 Malter Korn an die Kellerei Heppenheim. 1768 hatte Johannes Berg auf dieser Mühle sogar 4 Malter Korn zu liefern.

 

Nachfolgende Besitzer:
- Beer, Antes,
- 1811 und 1823 Peter Schuster.
- Vor und nach 1843 Philipp Flath.
- 1851 Georg Flath.
- 1870 Simon Hofmann III.
- 1872, 1893 und 1900 Lorenz Mitsch II.
- 1922 Georg Mitsch.

Georg Leonhard Mitsch betrieb die Mühle bis 1975. Die Mühle wurde vor einigen Jahren abgerissen und heute steht da ein Mehrfamilienh­aus. Die Mühle hatte ein Wasserrad und eine Fallhöhe von 5,20 m.

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Photo:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Standort ehem. Mitschsmühle Hambacher Tal 13, Photo Januar 2012

Literatur/Urkunden:
- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
Götzingersmühle, auch Löfflersmühle:

(Reitz Nr. 4) – Mahlmühle mit (ca. 1823 - 1850) Ölmühle, Schneidmühle, Hambacher Tal 15 (gerade oberhalb der vorigen Mühle). 1768 (Ersterwähnung) befand sich die Mahl-, Öl- und Schneidmühle in Besitz des Jacob Flath, der jährlich 3 Malter Korn als Mühl­pacht ablie­fern musste.

 

Weitere Besitzer:
- 1811 Phil. Flath.
- 1823 Joh. Kohl.
- 1824, 1830, 1843 Adam Antes und
- (bis 1830) Franz Ambos (je 1/2).
- 1855 Joh. Löffler II.
- 1885, 1893 Joh. Löffler.
- 1907 (Sohn) Joh. Georg Löffler.
- 1918 Joh. Adam Stadler,
- (später) Phil. Götzinger.

Schon vor 1900 wurde alles, bis auf die Sägerei, aufgegeben. Die Wasserkraft wurde bis 1940 genutzt. Die Mühle wurde 1965 abgebro­chen. Heute (1997) befindet sich hier ein Sägewerk

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Photo:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Standort ehem. Götzingersmühle Hambacher Tal 15, Photo Januar 2012

Literatur/Urkunden:
- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997



5. Mühlen am Hambach (bachaufwärts) in Unter-Hambach:
- Mühle Schmitt:

(Reitz Nr. 5) - In Unter-Hambach, Hambacher Tal 96, an der Straße gelegen. Es ist die unterste Mühle von Unter-Hambach und sie wird bereits 1549 genannt. Der erste bekannte Müller ist Mathes Flath, der aus der angesehenen Müllerfamilie Flath aus Höchst im Odenwald stammt. Durch Schwiegersöhne änderte sich der Familienname in Mischler bzw. Guthier (bis 1828), die Mühle blieb je­doch in Händen der gleichen Familie.

- 1830 kam Peter Schäfer aus Kirschhausen in den Besitz der Mühle.
- 1890 gelangte sie an die Familie Schmitt.
- 1900 betrieb Martin Schmitt II die Mühle. Weil sein Sohn nicht mehr aus dem 2. Weltkrieg zurückkehrte und ein Nachfolger fehlte, wurde die Mühle vor 1960 stillgelegt.

Das alte Gebäude wurde 1965 abgebrochen. Heute erhebt sich an der Stelle ein modernes Wohnhaus.

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Photo:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Standort ehem. Mühle Schmitt, Hambacher Tal 9, Photo Februar 2012

Literatur/Urkunden:
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
Kirchmühle:

(Reitz Nr. 6) - In Unter-Hambach zwischen Straße und Hambach gelegen, Hambacher Tal 124. Es ist zu vermuten, dass an diesem Standort bereits 1436 eine Mühle bestand, sie wurde auch 1549 genannt. Noch 1630 ist Hans Jacob Beer (Bär) familienkundlich für die Mühle belegt. 1668 war sie eine Erbleihe der Herren von Rodenstein.

 

1811 besaß der Müller Philipp Stumpf die Mühle, die 1817 von seiner Witwe versteigert wurde. Zu dem Bestand gehörten 1 zweistöckig­e Mühle mit Mahl- und Schälgang, 1 Scheuer, 1 Nebenbau sowie 1 Nebenbau mit Schweineställen und Spreukammer.

 

Der nachfolgende Müller, Adam Mitsch, hatte für diese Mühle im Jahre 1828 1 Malter, 1 Simmer, 1 Kumpf, 1 Mäßchen Korn jährli­che Mühlpacht an das Großherzogtum Hessen zu liefern.

 

Das Mühlrad wurde bereits 1866 als baufällig beschrieben, woraus man schließen darf, dass die alte Mühle nicht mehr in Betrieb war. 1876 kaufte sie die Gemeinde und richtete hier einen Schulsaal mit Lehrerwohnung ein.

 

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Photo:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Ehem. Kirchmühle, Hambacher Tal 124, Photo Februar 2012

Literatur/Urkunden:
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
Mitschsmühle:
(Reitz Nr. 7) – In Unter-Hambach, Hambacher Tal 155.

 

Nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen (Reitz Nr. 3) Mitschsmühle im Hambacher Tal 13 (an der Kreuzung von Straße und Ham­bach).

 

Die Mühle wird erstmals 1632 erwähnt, als sie bereits durch Kriegseinwirkung zerstört war (Gutjahr GKB 1980, S. 276). Nachdem Franz Röhrer 1732 einen Antrag mit der Bitte, eine neue Mahlmühle auf seinem alten Mühlenplatz errichten zu dürfen, eingereicht hatte (StAD E10 212/9), wurde dieser wahrscheinlich nicht genehmigt. Auch gegen den Antrag seines Sohnes Christoph Röhrer, eine Ölmühle erbau­en zu dürfen (Vogteiprotokoll), gab es Einsprüche. Dagegen hatte Michael Röhrer 1827 mit seinem Gesuch (KAHP) zum Bau einer Mahl­mühle neben seiner Ölmühle Erfolg, denn Michael Röhrer II besaß noch 1844 diese Mühle.

 

1871 gelangte sie in den Besitz der Familie Mitsch. 1900 war Lorenz Mitsch VI Eigentümer. Danach übernahm sein Sohn den Be­trieb, den er 1950 aufgab. Der Gebäudekomplex, bei dem heute noch das Walmdach des ursprünglichen Mühlengebäudes erkennbar ist, wur­de durch viele Um- und Anbauten verändert. Das Mühlrad drehte sich an der nördlichen Giebelwand des Gebäudes, das einen unregel­mäßigen Grundriß aufwies. Hier wurde später eine moderne Garage errichtet.

 

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Literatur/Urkunden:
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
Schustersmühle:

(Reitz Nr. 8) – In Unter-Hambach, Hambacher Tal 170. Die Mühle wurde 1648 als zerstört bezeichnet (Gutjahr GKB 1980, S. 276). Jo­hann Schuster erbaute sie vor 1686 oberhalb der Rodensteinischen Mühle neu (KOOB, S. 24). Die Mühle verblieb 6 Generationen im Be­sitz der Familie Schuster. 1887 gelangte sie durch Kauf an Johann Meon I, dessen Sohn Adam sie nach 1900 zur Handelsmühle moder­nisierte. Es ist noch bekannt, dass der Müller sehr viele Kunden in Einhausen gehabt haben soll. Der Enkel Johann baute einen Walzen­stuhl und einen Rübölmotor ein. Trotzdem erfolgte 1942 die Stillegung. 1973 wurden die alten Gebäude abgebrochen, und heute steht ein modernes Wohnhaus an dieser Stelle, wo sich auch noch ein Landwirtschaftsbetrieb befindet.

 

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Literatur/Urkunden:
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
Ließmühle:

(Reitz Nr. 9) – In Unter-Hambach, Hambacher Tal 190. Wahrscheinlich lag an dieser Stelle schon 1648 eine Mühle wüst (Gutjahr GKB 1980, S. 276). 1731 erhielt Johann Philipp Guthier, der Zöllner zu Hambach, die Konzession zur Erbauung der Mühle (StAD E10 212/9). 1734 verpachtete er sie an Wolf Ernst Kolb. Die Mühle hatte 1 Gang. 1768 gab Philipp Guthier jährlich 1 Malter, 22 Simmer Korn als Mühlpacht. 1900 besaß der Landwirt Lorenz Ließ I, die Mühle, die er möglicherweise nur noch gelegentlich zum Eigenbedarf in Betrieb setzte. Die Mühle wurde 1916 aus dem Brandkataster gestrichen, war also schon einige Zeit vorher stillgelegt.

 

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Photo:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Ließmühle, Hambacher Tal 190, Photo Januar 2012

Literatur/Urkunden:
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
Mitschsmühle:

(Reitz Nr. 10) – In Unter-Hambach, Hambacher Tal 181. Nicht zu verwechseln mit den beiden obigen Mitschsmühlen. Eine der jüng­sten Mühlen des Hambacher Tales ist die Mitschsmühle. Zwischen 1693 und 1701 kaufte Johann Georg Kiesner sie als Öl- und Loh­mühle. 1774 verunglückte Johann Georg Kiesner tödlich, als er das Mühlrad vom Eis befreien wollte (Ernst Löslein, Sippenbuch Heppenheim II, 2847). Seit 1781 befindet sich die Mühle im Besitz der Familie Mitsch. 1900 gehörte sie dem Müller Michael Mitsch IV, der den Betrieb noch vor 1918 einstellte. 1968 erfolgte der Umbau zu Wohnzwecken.

 

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Photo:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Mitschsmühle, Hambacher Tal 181, Photo Januar 2012

Literatur/Urkunden:
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
Schweinsbergersmühle:

(Reitz Nr. 11) – In Unter-Hambach, Hambacher Tal 185. Bald nach 1809 erbaute Josef Schweinsberger diese Mühle, nachdem er von seinem Nachbarn Mathes Guthier das Recht, das Wasser zu fassen, erworben hatte. Die Mühle blieb immer in Familienbesitz. 1900 war Müller Adam Schweinsberger der Eigentümer. Der Müller Franz Schweinsberger fuhr bis 1938 mit seinem Fuhrwerk regelmäßig bis nach Lorsch und Einhausen, um Getreide abzuholen bzw. Mehl abzuliefern. 1950 wurde der Betrieb eingestellt. 1978 brach man die alten Ge­bäude ab und ersetzte sie durch ein modernes Mehrfamilienhaus.

 

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Photo:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Schweinsbergersmühle, Hambacher Tal 185, Photo Januar 2012

Literatur/Urkunden:
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
Guthiersmühle:

(Reitz Nr. 12) – In Unter-Hambach, Hambacher Tal 238. Im Jahre 1800 erhielt Adam Witzenbacher die Genehmigung zur Anlage ei­ner Mahlmühle, die er 1810 erbaute. 1828 ist Lorenz Guthier als Besitzer verzeichnet. Die nächsten Inhaber waren Johannes Guthier, Johan­nes Guthier II und Nicolaus Guthier III. Die Mühle wurde möglicherweise schon 1892 abgemeldet. Die Familie Guthier betrieb danach Landwirtschaft.

 

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Photo:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Guthiersmühle, Hambacher Tal 238, Photo Januar 2012

Literatur/Urkunden:
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
Ließmühle:
(Reitz Nr. 13) – In Unter-Hambach, Hambacher Tal 254. Die Walkmühle des Johann Weitloff wurde 1718 von Hans Philipp Mayer­höfer ersteigert (Ernst Löslein, Sippenbuch Heppenheim II, 3164). Dies ist bisher ihre älteste Erwähnung.

Weitere Besitzer waren:
- 1744 Franz Schwab aus Ottorfszell,
- 1745 Lorenz Bleß,
- 1749 Joseph Schell aus der Heinstermühle bei Würzberg.
- Danach besaß sie der Müller Johann Jakob Guthier (*1714). In dieser Zeit mußten jährlich 1 Malter, 2 Simmer Korn als Mühlpacht ent­richtet werden.
- Seit 1828 besaßen Mitglieder der Familie Ließ die Mühle. Der seit 1878 genannte Bäcker und Müller Lorenz Ließ soll sein Brot bis nach Bürstadt und Hofheim geliefert haben.
- 1900 war Müller Peter Josef Ließ Eigentümer.

Um 1930 soll der Betrieb eingestellt worden sein. 1949 wurden die Mühlengebäude abgebrochen. Heute hat die Speditionsfirma
Rudolf Mayr, Ferntransporte, hier ihren Sitz.

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Photo:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Ließmühle, Hambacher Tal 254, Photo Januar 2012

Literatur/Urkunden:
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
Herlemannsmühle:

(Reitz Nr. 14) – In Unter-Hambach, Hambacher Tal 262. Im Jahre 1837 erhielt Adam Mitsch die Erlaubnis zur Anlage einer Mahl­mühle. Trotz einiger Einsprüche vom ober- und unterhalb liegenden Müller kam es 1839 zur Eichpfahlsetzung. Das bedeutet, dass die Mühle fertiggestellt war. Im 19. Jahrhundert hießen die Besitzer:

- Franz Mitsch (1844),
- Michael Mitsch (1848),
- Franz Mitsch I (1855),
- Lorenz Mitsch V (1870) und
- Franz Mitsch V (1892)
- 1900 war Georg Herlemann III der Mahlmüller.
Etwa 1930 wurde der Betrieb eingestellt

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Photo:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Herlemannsmühle, Hambacher Tal 262, Photo Januar 2012

Literatur/Urkunden:
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
Tugersmühle:

(Reitz Nr. 15) – In Unter-Hambach, Hambacher Tal 203. Valentin Keil reichte 1813 ein Gesuch zur Errichtung einer Mühle ein, zwei
Jahre später war diese fertiggestellt. Von ihm erwarb Peter Hofmann die Mühle; er entrichtete jährlich 1 Malter, 1 Simmer. 1 Kumpf, 1 Mäßchen Korn an das Großherzogtum Hessen. 1844 kam es unter dem Besitzer Philipp Tuger zur Festsetzung der Wehrhöhe.
- Philipp Tuger (1855) und Franz Tuger (1856) waren die folgenden Müller.

- 1900 war Johann Franz Tuger Eigentümer.

 

Mit der Wasserkraft des Mühlrades konnte auch eine Kreissäge angetrieben werden. 1914 wurde der Betrieb eingestellt. Heute dient die ehemalige Mühle Wohnzwecken. Durch moderne Anbauten und den neuen Torbogen zur Straße hin hat sich der Charakter des Gehöftes erheblich verändert 163.

 

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Photo:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Tugersmühle, Hambacher Tal 203, Photo Januar 2012

Literatur/Urkunden:
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997



6. Mühlen am Hambach (bachaufwärts) in Ober-Hambach:
- Untere Mühle:

(Reitz Nr. 16) – In Ober-Hambach, Paul-Geheeb-Straße 25. Nachdem Peter Schmitt II. im Jahre 1860 ein Gesuch um Genehmigung zur Errichtung einer Mühle bei seinem Hof eingereicht hatte, wurde noch im gleichen Jahr der Eichpfahl gesetzt, d. h., dass die Müh­le wohl auch in diesem Jahr fertiggestellt wurde. Bereits vor 1900 muss sich die Unrentabilität der Anlage herausgestellt haben, des­halb wurde der Betrieb eingestellt. 1900 erfolgte der Abbruch, vielleicht im Rahmen größerer Umbaumaßnahmen auf dem Hof.

 

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Photo:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Standort ehem. Untere Mühle, Paul-Geheeb-Straße 25, Photo Februar 2012

Literatur/Urkunden:
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997


-
Obere Mühle:

(Reitz Nr. 17) – In Ober-Hambach, Paul-Geheeb-Straße 29. Die oberste Mühle im Tal dürfte als Teichmühle betrieben worden und auf die Ober-Hambacher Bedürfnisse zugeschnitten gewesen sein. Für die Mühle war jährlich 1 Malter Korn als Mühlpacht zu ein­richten. Im Jahre 1773 verpachtete der Besitzer Georg Knapp die Mühle für 4 Jahre an Heinrich Bitzinger aus Neunkirchen (Oberamt Dilsberg). 1819 und 1828 lieferte Georg Knapp die Mühlpacht an das Großherzogtum Hessen ab. 1850 kaufte Georg Adam Bitsch aus Knoden die Hofreite mit Mühle. Schon 1860 war die Mühle verfallen, dafür entstand ein Nachfolgebetrieb in der Unteren Mühle (Heppenheim Nr. 16). Zwei Mühlsteine wurden zur Erinnerung an die kurze Mühlengeschichte in den Zufahrtsweg zum Grundstück eingelassen.

 

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Photo:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Standort ehem. Obere Mühle, Paul-Geheeb-Straße 29, Photo Februar 2012

Literatur/Urkunden:
- Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997



7. Weitere Hinweise auf ehemalige Mühlen:
in Heppenheim deren Standort nicht bekannt oder eindeutig zuordenbar ist:

-
Eselsmühle:

1668: Eßelsmühl; 1703: bey die Eselsmill gegangen, allda den Wingert abgemessen; 1744: Wamboltische Esels-Mühl [wurde verpach­tet]. Eselsmühlen wurden zum Ersatz der Wasserkraft von einem Esel angetrieben, der in einem Rad ging (Tretmühlen). Nach Freisens hat die Mühle im Erbacher Tal gelegen, was zu der Erwähnung eines Weinbergs passt. Welche der dortigen vier Mühlen aber die Esels­mühle im Besitz der Freiherren von Wambolt war, ist unbestimmt.

 

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

 

Literatur/Urkunden:

- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986

 


- Lohmühle:

1455: Borgberg, Wingert bei der Loemöln; 1488: Bei der Loemöln;1517: bey dem Kessel bey der Lo myln; 1843: An der Lohmühle. Die im 15. und 16. Jh. belegten Lohmühlen können mit der 1843 erwähnten (Fischweiher Nr. 29) hinsichtlich ihres Standortes nicht iden­tisch sein, da Weinberge in Fischweiher nicht denkbar sind. 'Kessel' war wohl nur der große, in die Erde eingegrabene Bottich zur Auf­nahme der Lohe (Eichenrinde). Die Lohmühle in Fischweiher wurde noch im 19. Jh. zu einer Mahlmühle umgebaut, lag aber schon um 1910 still.

 

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

 

Literatur/Urkunden:

- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986

 


- Niedermühl:

Niedermühlstraße, Ledermühl. 1479: zu der nider Mülen, an der nidern Mulen; 1668: an, in der Niedermühl; 1843: An der Nieder­mühl (Acker). - 1894: Niedermühlstraße. – 1913 (Gieß): Ledermühl / Mündlich: Leder-, Niedermühl. Nahe dem Gewann An der Nie­dermühl verläuft die Niedermühlstraße, auch (an der) Ledermühl genannt.

 

Die Namen gehen auf eine Mühle zurück, die am Larbach (Lauwerbach) Lohe, d.h. Eichenrinde, für die Gerbereien zur Lederherstel­lung mahlte. Niedermühle deshalb, weil sie entweder in der Niederung lag oder weil sie von niedrig fließendem Wasser als unter­schlächtige Mühle betrieben wurde. Allerdings ist eine wassergetriebene Mühle dort überhaupt recht unwahrscheinlich, denn es gibt keinen Hinweis darauf, dass der Larbach genügend Wasser bot. Die Mühle könnte daher eine Tret-, eine Eselsmühle gewesen sein. Da die Bezeichnung Niedermühlstraße erst 1894 aufkam, dürften in früherer Zeit ihre drei bis vier Häuser zur (Alten) Lorscher Stra­ße, die auch Lehrstraße hieß, gezählt haben.

 

Der Feldweg an der Niedermühl, 1843 (Flurstückskarten), entsprach in seiner Führung ungefähr der heutigen Pestalozzistraße.

Ein Seitenarm des Stadtbaches ging durch die heutige Lehrstraße in Richtung Niedermühlstraße. Prof. Härter vermutet, dass es groß ge­nug war, eine Mühle, die Niedermühle, anzutreiben 164.


Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

 

Literatur/Urkunden:

- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986

 

 

- Pulvermühle:

1744: „ ... die Pulvermühl dahier gantz außer einem brauchbaren Stand“. 1766: in der Pulfermühlen-Wies, oberhalb dem Pulfer[mühl]graben, gegen Kirschhausen.

 

In der 1723 erstmals erwähnten Mühle erzeugte Urban Dreyling Schwarzpulver durch Zerstampfen von Kohle, Schwefel und Salpe­ter. Dabei entstehende Funken führten 1743 zu einer Explosion, die den Sohn des Pulvermachers, Christian, tötete und die Mühle zer­störte. [Tod im Sippenbuch II]. Reste der Pulvermühle sind oberhalb von Fischweiher (Nr. 51) noch erhalten (1986, aber 2012 wohl nichts mehr).

 

1809 ist Lorenz Schmitt Müllermeister in Fischweiher auf der Pulvermühle (Sippenbuch III). Dies könnte bedeuten, dass Fischweiher 29 die Pulvermühle ist, da er 1811 Eigentümer dieser Mühle ist. Das Steht aber im Gegensatz zur Aussage, dass die Pulvermühle oberhalb Fischweiher 51 war. Welche Mühle war es?

 

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

 

Literatur/Urkunden:

- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986

 


- Untere Mühle:
1542 (Dahl): Gewann der unteren Mühle. Die Lage ist unbekannt.

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

Literatur/Urkunden:

- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986

 


- Schneidmühle im Kirschhäuser Tal:

1750; 1751 (HB): an der Schneidmühl / 1843: An der Schneidmühle (Weinberg, Acker) / 1955 (Brandkat.): desgl. (Straße).

 

Auf welche Schneidmühle sich die Belege und vor allem der Gewannenname beziehen, ist noch nicht geklärt. Von den Betrieben (heuti­gen Namens) Wendt und Weimer ist zwar bekannt, daß sie Mahl-, nicht aber daß sie Schneidmühlen waren; die Schlappenmüh­le schei­det aus, weil sie erst 1825 angelegt wurde und spät (1878) die Holzschneiderei aufnahm. Am ehesten scheint die alte Mein­bergmühle gemeint zu sein.

 

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

 

Literatur/Urkunden:

- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986



8. Mühlbach, Mühlgasse und Mühlgräben:
- Mühlbach:

Mühlbach (mündlich spätestens seit 1900). Er zweigte etwas oberhalb des Geißenbrunnens vom Stadtbach ab, lief ungefähr 10 m über dem Fuß des Schloßbergs am Hang entlang und floß bei der Liesengasse in den Stadtbach zurück. Sein Wasser betrieb seit dem Mittel­alter drei Mühlen, seit 1949 ist er ohne Wasser. Amtlich auch als Mühlgraben bezeichnet (s. Stkbg., Jg. 62/1985, S. 5f).

 

Der Eisenpfad verläuft am Fuß des Schloßbergs, teilweise entlang dem Mühlgraben der drei (ehemaligen) Mühlen, und ein Vertrag von 1561 zwischen den Müllern erklärt wohl seinen Namen (s. Stkbg., Jg. 62/1985, Nr. 2): „Wie tief (die Müller) diesen Graben mit Fegen, Räumen und Aussäubern halten ... sollen, (dafür) geben ihnen die beiden mit eisernen Ringen beschlagenen Pflöcke, so mitten im Mühlgraben stehen, gut augenscheinlich Maß und Anzeigung." Der Pfad wurde demnach offenbar nach den Eisen (an den Pflöcken) be­nannt.

 

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

 

Literatur/Urkunden:

- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986

 


- Mühlgasse:

in der Mühlgasse, 1894. Im Haus Großer Markt 8 (Kumpf, „Grace-Kelly-Haus") stand die Mühle, die dem Gäßchen den Namen gab, das auch „Finstere Höll“ hieß. Das Wasser wurde angeblich vom Erbach bei der Mühle Mang (Erbacher Tal 7) abgeleitet (ein Nivel­lement be­stätigte 1960, daß dies möglich war). F. Koob sah noch um 1955 im oberen Stockwerk die verkleideten Vorrichtungen zum Aufschütten des Getreides auf die Mühlsteine (Zeitung, 24. 5. 1969, S. 4). Das Lager des Mühlrad befindet sich in einem gewölbten Kellerraum, der unter die Pflasterdecke des Marktplatzes vorspringt („Schönes Heppenheim", S. 53). Mit Wasser müßte die Mühle betrieben worden sein, bevor die drei unteren Mühlen im Erbacher Tal bestanden, denn ihnen hätte die Ableitung das Wasser entzo­gen. Vielleicht aber wurde die Mühle in der Mühlgasse nur von einem Esel angetrieben.

 

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

 

Literatur/Urkunden:
- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986

 


- Mühlgräben:
solche sind ohne Angabe der Lage 1480, 1578, 1617 und 1668 genannt.

Bekannt sind dagegen
- der Mühlgraben vom Stadtbach zur Meinbergs-Mühle (Wendt, Siegfriedstraße 151),
- der Mühlgraben zur Stadtmühle, der etwa beim Judenbad vom Stadtbach abzweigte und etwas erhöht in dessen Bett, aber mit verrin­gertem Gefälle zur Stadtmühle führte,
- der Mühlbach (siehe 8.1).


- Mühlgrund: Mühlgrund, 1617: am Mühlgrundt. Gemeint sein könnte das Gewann Im Grund am Vordersberg.

 

Quelle:
- Dr. Hermann Müller, Heppenheim: Zusammenstellung vom 5.2.2012

 

Literatur/Urkunden:
- Metzendorf, Wilhelm: Heppenheimer Lexikon. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 7, Heppenheim, 1986

 

 

 

 

 

Heppenheim an der Wiese:

OT der kreisfreien Stadt Worms; am Eisbach gelegen; urkundlich erstmals im Lorscher Codex 766 genannt. Ab 1270 waren die Lei­ninger hier begütert. Bereits vor 1467 ist der Ort zu Kurpfalz gekommen, diese hatte spätestens seit 1484 das Gericht inne. Bei den kriegeri­schen Auseinandersetzungen zwischen der Kurpfalz unter Kurfürst Friedrich I. (der „böse Fritz“) und dem Mainzer Erzbi­schof Diether von Isenburg wurde Heppenheim 1460 niedergebrannt. Das Dorf blieb bis in die napoleonische Zeit kurpfälzisch, Oberamt Alzey, Unter­amt Freinsheim; nach dem Wiener Kongreß kam es zu Rheinhessen, 1969 wurde es nach Worms eingemeindet 165.

 

Mühlen:

Mühlen in Heppenheim a.d. Wiese sind urkundlich bereits recht früh belegt. Im Urbar des Klosters Kirschgarten von 1286 sind unter den Flurnamen von Heppinheim“ erwähnt: „super wiesenmulenberc“, super monte wiesenmulen 166, desgleichen von 1309: „zu colmu­len“, „uf wise mulirberg“ 167.

 

Die Verpflichtungen der Müller sind im Gemeindeweistum von Heppenheim aufgeführt und enthalten u.a. dem Mahllohn, die Wiesenbe­wässerung und deren Dauer 168.

 

In einer Urkunde des Wormser St. Andreasstifts vom 19.3.1345 wird als Zeuge aufgeführt „Conzone der Müller“ . Dieser „Contzone ge­nannt Crasse ist ebenfalls Zeuge bei einer Schenkung an der St. Andreasstift Worms vom 1.1.1350 betreffend einen Weinberg in Hep­penheimer Gemarkung 169.

 

1787 führt Johann Goswin Widder in seinem in Frankfurt und Leipzig erschienenen „Versuch einer vollständigen Geographisch-Histori­schen Beschreibung der Kurfürstlichen Pfalz am Rheine“ drei Mühlen in Heppenheim auf, die auch in der statistischen Erhebung in der Kurpfalz von 1791 benannt werden 170.

 

Im Heppenheimer Gerichtsbuch Anfang des 17. Jh. waren in Heppenheim drei Mühlen vorhanden 171, nämlich:

- Ein Mühl im Dorf Heppenheim so erblich in Händen Ludwig Meyers Erben und Adam Schenckels Wittib, darvon wird zur Pacht gereicht 13 ½ Malter Korn, dessen acht Malter dem Kloster Liebenau und 5 ½ Malter dem Junckher von Mörsheim, so er von Chur­fürstlichen Pfalz zu Lehen trägt.

- Item ein Mühl uf der Weyden, geforch nach Bingen der Gemein Weyd, nachher Speyer folgende [Anm.: d.h. unterliegende Mühle] Mühl, hat das Wasser zum halben Theyle, davon gefalt jährlich zum Mühlenpfacht 1 ½ Malter Korn der Kellerey Dirmstein hat erb­lich in Hände von Bernhard Schneider und Adam Schoners wittib.

- Item ein Mühl, geforch nacher Bingen nechst gemerkte Mühl, geforch nacher Speyer ein gemeiner Weg, hat wie oben angedeutet, das andere Theil des Wassers, gibt gleicher Gestalt 11 Malter Korn in die Kellerey. Besezt erblich Peter Mey und Hans Möder.

 

Das Wasser des Mühlbachs floß durch die Mitte des Dorfes durch die Dorfstraße. Da dies mit der Straßenbenutzung kollidierte und das Durchfahren von Fuhrwerken behindert, wurde 1812 in der Mitte der Ortsstraße eine Wasserrinne aus Sandsteinpflaster herge­stellt, da­mit das Wasser nicht mehr unkontrolliert durch die Straßen fließen konnte und den unbefestigten Boden des -fahrwegs in Morast und Schlamm verwandelte 172.

 

1747 wird der aus Freinsheim stammende Johann Henrich Schimpf als Müller in Heppenheim erwähnt 173.

 

Urkunden/Literatur:

- Hess. Staatsarchiv Darmstadt Best. E10, 730 „Mühle zu Heppenheim auf der Wiese“, 1700-1709

- Hess. Staatsarchiv Darmstadt Best. E10, 731 „Mühle zu Heppenheim auf der Wiese“, (1565) 17010-1794

 

 

- Brauch'sche Mühle:

s. Obermühle

 

 

- Eggertsmühle:

sie lag östlich des dorfes; die Mühle bestand 1735 noch nicht 174.

 

 

- Kolbenmühle:

zu ihr ist nichts überliefert, lediglich Flurnamen deuten auf die Kolbenmühle 175. Im Urbar des Klosters Kirschgarten von 1286 sind Flur­namen von Heppinheim“ erwähnt: „super wiesenmulenberc“, super monte wiesenmulen 176, desgleichen von 1309: „zu colmu­len“, „uf wise mulir­berg“ 177. Schon 1270 heißt es „in Colben mulen“, 1286 „super colemulen“, 1385 „zu kolmulen“, 1476 „zu kalt­mulen“, 1536 „zu Keln Müln“, 1602 „zu kohln mühlen“ 178. Der Name hat sicher nichts mit „Kohle“ zu tun, hier dürfte vielmehr der Name „Kolb“ ent­halten sein.Dieser war in früherer Zeit ein Berufsname und ist gleichbedeutend mit Waffenschmied. Deshalb meint Schmitt: Die Mühle gehörte also der Fami­lie Kolb, deren vorfahren einst wahrscheinlich das Waffenhandwerk betrieben haben 179.

 

 

- Lochmühle:

sie wird in einer Urkunde vom 1.10.1315 folgt erwähnt im Zusammenhang mit eine Übertragung auf der St. Paulusstift Worms unter Be­zugnahme auf einen älteren Vorgang von 1139: „Incorporatio Ecclesiae Parochie in Eich Collegio St. Pauli et molendinum dictum die Lochmühle a Burchardo Episcopus Wormat. De anno 1139“ 180.

 

In der Schuldverschreibung eines Hofes in Heppenheim am 26.2.1345 wird neben anderen als Zeuge aufgeführt: „Cuntzelius Molli­tor in mollendino genannt Lochmuhle apud s. Michahelem 181.

 

Im LA Darmstadt befindet sich auch der Bestandsbrief über die Lochmühle vom 19.7.1432182. Die Lochmühle wird auch erwähnt in ei­nem „Instrument über das Abwiegen der Bach Isar von dem Spital bis zur Lochmühle“ vom 18.8.1466 183. +++prüfen: ob die Ur­kunden Heppenheim an der Wies betreffen oder eine andere Lochmühle ?+++

 

Am 29.1.1467 kommt es zu einem Entscheid Bischof Reinhards zu Worms im Streit zwischen dem St. Paulusstift Worms und „Sto­phen Foltzen dem Müller wegen des Dichs [?] an der Lochmühle“ 184. Am 12.5.1467 kommt es zu einem Vergleich zwischen dem Domstift zu Worms und dem Kloster Nonnenmünster wegen Senkung des Flußbettes bei der Lochmühle 185 sowie am gleichen Tag zu einem Urteil des Stadtgerichts zu Worms wegen Senkung des Flußbettes an der Lochmühle zwischen dem St. Paulusstift und dem Kloster Nonnen­münster 186. +++prüfen: ob die Urkunden Heppenheim an der Wies betreffen oder eine andere Lochmühle ?+++

 

 

- Mühle im Dorf:

im Frankenthaler Wochenblatt wurde am 6.6.1825 die freiwillige Versteigerung der Mühle annonciert, „... die zu Heppenheim an der Wiese beinahe mitten im Dorf in der Hauptstraße gelegene, mit Sect. E Nro. 368 bezeichnete Mahl- und Ölmühle“ 187.

 

Im Frankenthaler Wochenblatt wird am 25.6.1825 die freiwillige Versteigerung der Mühle annonciert 188. Offensichtlich blieb die Verstei­gerung erfolglos. Denn im Frankenthaler Wochenblatt vom 3.11.1827 heißt es: „Montag ... 19. November, ..., auf freiwilliges Anstehen des Eigenthümers, soll die zu Heppenheim an der Wie­se, Kantons Pfeddersheim, Provinz Rhein-Hessen, beinahe mitten im Dorf an der Hauptstraße gelegene Mahl- und Oehl-Mühle mit drei Gänge, einer Hanfreibe und den dazu gehörigen Geräthschaften, samt Wohn- und Oeconomie-Gebäude, alles in dem brauchbar­sten Zustande, sodann eine daran angrenzende Wiese von 1 ¼ Morgen mit Bäumen von den besten Obstgattungen besezt, ... verstei­gert werden. Die Mühle ist zur Betreibung des Mahl- und Oehlgeschäfts ... vorzüglich geeig­net.“ 189

 

 

- Obere Mühle, Brauch'sche Mühle:

am Eisbach nördlich gelegen am westlichen Dorfrand, in „Obere Mühlstraße 6“ 190; sie liegt westlich des Dirmsteiner Weges, am Süd­westrand des Dorfes am „Alter Mühlweg“ 191.

 

Kurz bevor der Eisbach, von Offstein kommend, zweigte von ihm ein Mühlgraben ab, der zu der 1728 erbaute Mühle führte. Laut In­schrift von 1728 hat „ABERHAM KIBLERR VND MARIA IACOBE KIBLERIN dies MILL VON NEIEM AVF ERBAVTT“. Das Mühlenanwesen ist heute unter dem Namen Brauch'sche Mühle bekannt. Die Mühle und Mühlgraben ist auf einer französischen Kar­te von 1735 enthalten, auf der die Lagerplätze der französischen Truppen während des Pornischen Thronfolgekrieges 1734-35 ver­zeichnet sind 192.

 

Vierseitiges Anwesen, in der Kubatur barock. An der Straße segmentbogige Einfahrt mit Mannpforte; darüber Wappen in reicher Deko­ration (Mühlrad), erheblich beschädigt. Hofseitig Bauinschrift von 1728. Das zweigeschossige Wohnhaus aus Bruchsteinmauer­werk, ver­putzt mit einfacher Fensterrahmung 193.

 

1809 wird der aus Gommersheim stammende Johannes Justus *Brauch als Müller in Heppenheim benannt 194.

 

Die heutigen Gebäude der Brauch'schen Mühle sind nicht die ersten, sondern entstanden später an Stelle der 1728 errichteten Mühle 195.

 

Literatur/Urkunden:

- Kropp, Werner: Heppenheim an der Wiese vor 250 Jahren. Beschreibung einer Karte aus dem Jahre 1735; in: Schalk, Joachim: Fest­schrift für Fritz Reuter zum 60. Geburtstag. Worms 1990, S. 132 ff.

 

Karte:

- Denkmaltopographie, Bd. 10 Worms, S. 189

- Pfälzische Landesbibliothek Speyer Sign.: Hs. 500: „Regemorte, Antoine de: Mémoire Relatif à la Carte du cours du depuis Lauter­bourg jusqu'à Mayence, pour servir à la description du pais que cette Carte contient, et à l'indiction des camps et marches des armées du Roy pendant les Campagnes 1734 et 1735, Strasbourg 9. Mai 1739, Karte: „Camp de Heppenheim – Occupé par l'Armée du Roy depuis le 13. 7bre 1735 jusqu'au 28. du dir“

 

Photo:

- Denkmaltopographie, Bd. 10 Worms, S. 192: Wappenstein

- Denkmaltopographie, Bd. 10 Worms, S. 192: straßenseitige Ansicht

 

 

- Ölmühle:

diese muß südlich der Weidenmühle gestanden haben 196. Dort lag die Flur „Öhlmühlengewand“. Namensgebend war die Ölmühle, auf die 1602 ein Flurname hindeutet: „bey der Ohligmuhlen“ 197.

 

 

- Untere Mühle, Schach'sche Mühle, Scheu'sche Mühle:

am Südrand des Dorfes; heute ein gutes Stück nördlich vom Eisbach gelegen, in „Untere Mühlstraße 12“. Früher auch als Schach'­sche Mühle oder Scheu'sche Mühle bezeichnet; heute Weingut 198.

 

Die Mühle lag früher auf der nördlichen Seite des Eisbachs 199.

 

Im Sal- und Lagerbuch „derer von Morschheim“ um 1516 besaß die Niederadelsfamilie von Morschheim u.a. „6 Malter Korn uff Zuwercks mul zu Heppenheim unden an Dorf gelegen gibt dem Kloster zu Worms auch gült [Anm.: betr. Die Abgaben für die Schach'sche Mühle] 200. Das heutige Hofgut Schach-Scheu war früher eine Müh­le. Im Innern bewahrt man eine Sandsteintafel auf, die das Zunftzeichen der Müller trägt: ein Wasserrad mit der Inschrift: „1558 Lud­wig Meyer von Lewensteyn hot den Miehlbauw ge­macht“ 201.

 

Im Heppenheimer Gerichtsbuch Anfang des 17. Jh. waren in Heppenheim drei Mühlen vorhanden 202, darunter: „Ein Mühl im Dorf Hep­penheim so erblich in Händen Ludwig Meyers Erben und Adam Schen­ckels Wittib, darvon wird zur Pacht gereicht 13 ½ Malter Korn, dessen acht Malter dem Kloster Liebenau und 5 ½ Malter dem Junck­her von Mörsheim, so er von Churfürstlichen Pfalz zu Le­hen trägt“. Hiermit ist die Schach'sche Mühle gemeint 203.

 

Der ehemalige Mühlbach wurde in den 1930er Jahren verfüllt. Die Mühle wird beschrieben als Vierseitiger geschlossener Komplex, im Erscheinungsbild 19. Jh., aber im Kern 16. und 18. Jh. Breite, stichbogige Toreinfahrt, die Pfosten im Kämpferbereich mit Girlan­den im Biedermeierstil verziert, über der Mannpforte rechteckige Inschrifttafel mit Girlanden, bezeichnet „Peter Schach 1836“. Ne­ben der Tor­einfahrt steinerne Bank von 1765. Wirtschaftsgebäude 18./19. Jh. mit Veränderungen.. Das Wohnhaus auf der Nordseite 1. Hälfte 19. Jh., tonnengewölbter Keller wohl älter. Auf der Westseite quergestellter, barocker Mühlentrakt, innen verändert, hier einge­baut ein In­schriftenstein von 1558, der die Löwenstein als damalige Mühlenbesitzer ausweist 204.

 

Karte:

- Denkmaltopographie, Bd. 10 Worms, S. 189

 

Photo:

- Denkmaltopographie, Bd. 10 Worms, S. 193: Spolie von 1558 und Ansicht vom Hof auf die heutige Mühle

- Schmitt: Heimatbuch Heppenheim, S. 72: Alte Mühlstein, die bis um 1945 hinter der Schach'schen Mühle aufgestellt waren

 

Literatur/Urkunden:

- Denkmaltopographie, Bd. 10: Worms, S. 192

 

 

- Weidenmühle:

+++prüfen: wohl identisch mit der Unteren Mühle+++

 

Im Sal- und Lagerbuch „derer von Morschheim“ um 1516 besaß die Niederadelsfamilie von Morschheim u.a. „6 Malter korns Lad­wicks Muhlen unden an Heppenheim“ [Anm.: hier ist die Weidenmühle unterhalb von Heppenheim gemeint] 205.

 

Die Weidenmühle war kurpfälzischer Besitz 206.

 

Im Heppenheimer Gerichtsbuch Anfang des 17. Jh. waren in Heppenheim drei Mühlen vorhanden 207, nämlich: „Item ein Mühl uf der Weyden, geforch nach Bingen der Gemein Weyd, nachher Speyer folgende [Anm.: d.h. unterliegende Mühle] Mühl, hat das Was­ser zum halben Theyle, davon gefalt jährlich zum Mühlenpfacht 1 ½ Malter Korn der Kellerey Dirmstein hat erblich in Hände von Bernhard Schneider und Adam Schoners wittib.“ Hierzu meint Schmitt: Bei dieser „handelt es sich um eine Mühle, die schon lange nicht mehr vor­handen ist, über deren Verschwinden auch keine Unterlagen Aufschluß geben. Jedenfalls muß ihr Abbruch im Laufe des 17. oder 18. Jahrhunderts geschehen sein, denn in einer Flurkarte aus dem Jahr 1799 ist sie nicht mehr verzeichnet.“ Dagegen dürfte m.E. der Name „Mühl uf der Weyden“ aufschlußreich sein sowie de­ren Lage oberhalb der „folgende Mühl“, weshalb es sich um die Weidenmühle handeln dürfte.

 

An gleicher Stelle wird die nächstfolgende Mühle beschrieben: „Item ein Mühl, geforch nacher Bingen nechst gemerkte Mühl, ge­forch nacher Speyer ein gemeiner Weg, hat wie oben angedeutet, das andere Theil des Wassers, gibt gleicher Gestalt 11 Malter Korn in die Kellerey. Besezt erblich Peter Mey und Hans Möder.“ 208

 

Die geschilderte Wasserführung macht deutlich, daß es sich wohl um zwei Mühlen, an der Stelle der späteren Weidenmühle handeln muß, die vielleicht auf der Nord- und Südseite des Baches standen [wegen der Aufteilung des Wassers ] und deren eine dann abgeris­sen worden sein muß.

 

Die Weidenmühle war im 19. Jh. Eigentum der Familie Krebiel, die sie um 1900 an einen Chemiker verkaufte. 1911 erwarb der aus dem Elsaß stammende NN. Schneider die Mühle und richtete eine Gerberei ein, die unrentabel war und aufgegeben werden mußte. Der nächste Eigentümer waren „Rheinhessischen Lederwerke“, die die Mühle um 1920 erworben aber nicht lange betrieben. Danach hat die Familie Gustav Eckert die Mühle, die zur Bedeutungslosigkeit herabgesunken war, erworben 209.

 

 

 

 

 

Herbitzheim / Saarland:

bis 1777 pfalz-zweibrückisch, Oberamt Zweibrücken; an der Blies gelegen; heute im Saarland; nicht zu verwechseln mit dem Dorf Her­bitzheim im Nordelsaß; 1777 kam der Ort an den Bundenbacher Baron von Cathcart zu Carbiston, der ihn 1778 an die Grafen von der Leyen verkaufte 210.

 

Mühlen:

eine Mühle in Herbitzheim ist schon auf der Karte von Tilemann Stella von 1564 nachweisbar. Diese Mühle stand wohl am Lauden­bach, an der Stelle der späteren Oberen Mühle 211.

 

1865 wird als Müller in Herbitzheim der Carl Ritter genannt 212. ++++klären: welche Mühle++++

 

Urkunden/Literatur:

- LA Speyer Best. B2 Akten 107 Nr. 5339 enthält für die Zeit von 1578-1796 u.a. Unterlagen über einen Mühlenbau in Herbitzheim +++klä­ren: welche Mühle+++

 

 

- Herbitzheimer Blieser Bannmühle, Dorfmühle:

eine der großen Bliesmühlen, sie hat 4 Wasserräder und zahlt eine hohe Erbpacht;

 

In einem Aktenvermerk des Oberamts Zweibrücken vom 11.5.1722 ist notiert, daß der „Herbitzheimer Bliesmüller“ den ihm erteilten „Confirmations-Schein“ bei der Hofkammer in Zweibrücken noch nicht abgeholt hat 213.

 

1731 kam es zur Schlichtung einer Auseinandersetzung zwischen dem Rentmeister Bernhard Dietrich Hansel und dem Johannes *Lu­kas, Müller in Herbitzheim, über den rückständigen Zins für ein Fischgewässer durch die pfalzgräfliche Landesregierung 214.

 

In einer „summarischen Nachricht [undatiert] von allen Erbbestands-Güthern im Amt Kirchheim“ [Anm.: Nassau-Weilburg] befindet sich ein Aktenvermerk zu Herbitzheim, das dort wohl unzutreffend aufgeführt und als fehlerhaft gestrichen wurde: „Herbitzheim da­sige Müh­le Hanß Peter Müller“ 215.

 

Im Mühlenprotokoll für das Oberamt Zweibrücken vom 6.1.1745 216 wird sie wie folgt beschrie­ben: “liegt an der Blies, ist das erste Haus im Dorfe H., 1 Büchsenschuß von der Herbitzheimer Obermühl und 1/2 Stunde von der Walsheimer Mühle entfernt. Hat 4 unterschlächtig­e Wasserräder für 2 Mahlgänge, 1 Mahlgang mit Trillis und 1 für das Schlagwerk der Ölmühle. Neben dem Wasserbau eine große Schließ zum Flößen des “Holländerholzes” und ein Fischfang. Liegt hinter einem 70 bis 80 Ruten langen Wehr. Diese und die kleinere Obermühle gehörten früher zusammen, jetzt getrennt, zahlen im Verhältnis 2:1 den Pacht bzw. entrichten die entspre­chenden Natural­abgaben, bestehend aus 2 Ma. Weizen, 23 Ma. Hafer, 13 Kappen, 1 Mühlschwein zu 4 fl und 200 Eier. Diese Rege­lung gilt seit 1563. In die Mühle gebannt: Herbitzheim, Dalheim, Wolfersheim und Rubenheim. Erbbe­ständer seit 7 Jahren ist Nickel *Wolf, der diese ersteigert hat.” 217.

 

Im Mühlenverzeichnis des pfalz-zweibrückischen Oberamts Zweibrücken von 1756 wird die Mühle beschrieben: „die Herbitzheimer Bann­mühl [hat] 4 WaßerRäder, davon zwey Mahlgäng, das 3. einen Mahl und Scheelgang im Trilles und das 4. das Schlagwerck der Ohlig­mühl treibet; [zahlt an Pacht] 4 fl 143 bz 10 2/3 d, 1 Mltr 2 Faß 2 Sim Weitzen, 15 Mltr 2 Faß 2 Sm Haber, 133 ½ Stück Eyer; Herbitz­heim, Dahlheim, Wolffersheim, und Webenheim hiesige Unterthanen zusam: 119 fam: aus machend seyend hierher gebannt“ 218.

 

Bei Arbeiten wurde ein Schlußstein mit der Jahreszahl 1714 gefunden. Vermutlich war es das Jahr der Erbauung. 1790 hieß der Mül­ler Friedrich *Weber. 1839 kam die Mühle an Theobald Ritter. 1863 brannte die Mühle ab, wurde aber wieder aufgebaut. 1882 hieß der Müller Wilhelm Ritter. 1886 wurden die Wasserräder durch Turbinen ersetzt.

 

Der letzte Müller auf der Herbitzheimer Bliesmühle war Carl Ritter 219. Der 2. Weltkrieg vernichtete das ganze Mühlenan­wesen, es brannte im Oktober 1939 völlig aus 220. Caroline Cunio geb, Ritter, die Erbin des Karl Ritter, verkaufte das Anwesen an Ludwig Pallmann aus Zweibrücken, der auf den Fundamenten des alten Turbinenhauses ein Wasserkraftwerk errichtete, das bis heute existiert 221.

 

Urkunden:

- LA Speyer Best. B2 Akten 107 Nr. 5339

- LA Speyer Best. B2 Nr. 295/5 (Mühlen im Oberamt Zweibrücken (Mühlenprotokoll erstellt 1744 von Rentkammersekretär Johann Fried­rich Marx, vorgelegt am 6.1.1745)

 

 

- Herbitzheimer Obermühle:

eine Mühle in Herbitzheim ist schon auf der Karte von Tilemann Stella von 1564 nachweisbar. Diese Mühle stand wohl am Lauden­bach, an der Stelle der späteren Oberen Mühle 222.

 

Im Mühlenprotokoll für das Oberamt Zweibrücken vom 6.1.1745 223 wird sie zusammenfassend wie folgt beschrieben: “wird von der Lauterbach angetrieben, die in einem Weiherchen gestaut werden kann; sie ist wesentlich klei­ner als die Blieser Bannmühle; die Erb­pacht zahlen beide Mühlen im Verhältnis 2:1; hat 2 oberschlächtige Wasserräder. Inhaber ist Dieterich *Auer” 224.

 

Im Mühlenverzeichnis des pfalz-zweibrückischen Oberamts Zweibrücken von 1756 wird die Mühle beschrieben: „die Herbitzheimer Obe­re Mühl [hat] 2 Waßerräder welche 2 Mahlgäng treiben; [zahlt an Pacht] 2 fl 7 bz 5/3 d an Geld, 5 Faß 1 Sstr Weitzen, 7 Mltr 5 Faß 1 Sstr Habern, 66 2/3 Eyer; der Bann ist mit vorbeschrieben Mühl [s. Herbitzhei­mer Bannmühle] gemeinschaftl: und können 40 fam: beför­dert werden.“ 225

 

1870 wurde die Mühle von Georg Neu überholt. Letzter Betreiber war von 1907-1939 Nikolaus Hittinger. Im 2. Weltkrieg wurde die Müh­le zerstört 226.

 

 

- Herbitzheimer Neue Oligmühle:

am Laudenbach lag auch eine Ölmühle etwa 200 m unterhalb der Oberen Mühle.

 

Im Mühlenprotokoll für das Oberamt Zweibrücken vom 6.1.1745 227 wird sie zusammenfassend wie folgt beschrieben: „wird durch den Lautenbach angetrieben, liegt mitten zwischen den beiden Mahlmühlen. Ist erst seit einem Jahr gantz neu erbauet, hat ein unter­schlechtiges Waßerrad, kann nur bey großem Waßer gehen und muß den gantzen Sommer hin­durch stillstehen. Liegt an der vollen Bach und hat vor das Obere Waßer einen Graben von ohngefehr 20 Ruthen zu unterhalten, das untere Waßer aus dem Waßerbau in den alten Graben. Der Erbbeständer ist Johannes Auer, so die Mühle im vorigen Jahr erbauet und eine Erbbestand darüber unterm 6ten Juny 1743 erhalten hat.“

 

Die Ölmühle wurde dem Nickel Motsch als Nachfolger von Jacob Fischer überlassen. 1854 erwarb Peter Schöndorf aus Medelsheim die „Ohligmühle“. Der Betrieb dieser Mühle wurde 1890 stillgelegt 228.

 

 

- Sägmühle:

In einer „summarischen Nachricht [undatiert] von allen Erbbestands-Güthern im Amt Kirchheim“ [Anm.: Nassau-Weilburg] befindet sich ein Aktenvermerk zu Herbitzheim, das dort wohl unzutreffend aufgeführt und als fehlerhaft gestrichen wurde: „Särg Mühl Hanß Peter Müller“ 229.

 

 

 

 

 

Herchweiler:

VG Kusel, Lk Kusel; liegt im oberen Ostertal in der Westpfalz direkt an der saarländischen Grenze. Gehörte im Mittelalter zunächst zum Nahegau, dann zur Grafschaft Veldenz. 1444 fällt die Grafschaft Veldenz durch Heirat der letzten Veldenzerin Anna mit Stephan von Zweibrücken-Simmern an das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Im Weistum von Kusel (von 1444) wird der Graf von Veldenz, da­mit ist nunmehr Pfalzgraf Stephan gemeint, als oberster Fürst und Richter in Sankt Remigiusland, mit allen sich daraus ergebenden Rechten, bezeichnet. Die Grenze des Remigiuslandes wurde bisher durch die mündliche Überlieferung festgehalten. 1541 wird nun diese Grenze auch schriftlich fixiert (im Weistum des Landgerichts von Kusel vom 6. Oktober 1541). Wir geben hier nur die für uns wichtige Passage des Weistums wieder, um aufzuzeigen, daß der heute saarländische Teil des Dorfes, die sog. Judengasse nicht zum Remigiusland gehör­te.

 

... von dannen bis in die Bach (Oster) von dannen die Bach (Selchenbach) heruf bis gen Herchweiler, von Herchweiler die Bach he­ruf (Judenbach) die durch Herchweiler laufft bis auf Mardipachers Wiergin, [Anm.: Flur Marbach, dort Kapelle der Hl. Jungfrau, heute Schwarzerden] scheidt das Bechelgin unseres gnädigen Herrn Gericht, Lothringen und Obersteinisch, ...“

 

Johannes Hoffmann (Gründliche und wahrhaftige Beschreibung des Ambts Lichtenberg 1585 - 1588) zeigt die Grenze für heutige Begrif­fe noch etwas klarer: " . . mit dem Grossenbornfluß am Hochwinkelsborn vorbei in die Oster, die Oster aufwärts bis zur Herch­weiler Bach (heute Selchenbach) die gegenüber dem Dorf Seitzweiler mündet, diesen Bach unterhalb des Vollmersthaler Waldes hin aufwärts bis zum Dorf Herchweiler und im selben Bächlein, das nun den Namen Marbach annimmt( heute Judenbach) durch einen Weiher, bei dem die Gemarkung Schwarzerden anfängt (rechts) und bis zum Ende des Marbacher Wiesengrundes, wo die Gemar­kung Oberkirchen (links) angrenzt . . ." An dieser Grenze hat sich bis auf den heutigen Tag nichts geändert. Herchweilers Zugehörig­keit zum Remigiusland und zur Grafschaft Veldenz sollte also nachgewiesen sein. Zum Zeitpunkt der Ausstellung des Weistums von 1541, ebenso zu Hoffmanns Zeiten, gehört es im "Conker Ambt" zum Oberamt Lichtenberg und damit zu Pfalz-Zweibrücken, wäh­rend das jenseitige Land, die Herr­schaft Oberkirchen seit 1261 zum Herzogtum Lothringen, und zwar zum Oberen Amt Schaumberg, gerechnet wird.

 

Darüber hinaus besaßen die Grafen von Dhaun-Oberstein seit 1432 in der Herrschaft Oberkirchen grundherrliche Rechte und die nie­dere Gerichtsbarkeit als lothringisches Lehen. Es ist kaum annehmen, daß die heutige Judengasse schon bestanden hat, so daß wir nicht von einer Zweiteilung des Dorfes sprechen können. 1781 hören wir wieder von der Herrschaft Oberkirchen, als die Grafen von der Leyen (mit Sitz in Blieskastel) die Herrschaft Oberkirchen, immer noch ein Teil des lothringischen Oberen Amtes Schaumberg, durch Tausch er­werben. Die hohe und mittlere Gerichtsbarkeit wird in den darauffolgenden Jahren 1783 und 1784 noch dazugekauft, als die Grafen Philipp Daniel und Friedrich Franz Erwin von der Leyen die Oberschultheißerei Oberkirchen, bestehend aus den Ort­schaften Oberkir­chen, Haupersweiler, Herchweiler (damit ist nun der heute saarl. Teil des Dorfes gemeint, inzwischen wohl besiedelt, vermutl. von Ju­den, die sich hier - die Gründe sind uns noch nicht bekannt - auf der Grenze niedergelassen haben.), Seitzweiler, Grü­gelborn, Blesen­bach, Reitscheid und den Hirschhäuser Bann um 20 500 Gulden von den Leiningen-Heidesheimischen Erbinnen er­werben. An der politi­schen Zugehörigkeit des heute pfälz. Ortsteils zum Herzogtum Zweibrücken hat sich in der Zwischenzeit nichts geändert. +++ergänzen: Quelle+++

 

 

Mühlen:

das Dorf Herchweiler war zur Bannmühle nach Osterbrücken im pfalz-zweibrückischen Oberamt Lichtenberg mit 15 Familien ge­bannt 230.

 

- Herchweiler Mühle:

lag auf der pfalz-zweibrückischen Seite des Selchenbach dem Dorf Herchweiler gerade gegenüber; sie ist deshalb auch im Mühlenproto­koll des pfalz-zweibrückischen Oberamts Lichtenberg vom 8.7.1746 aufgeführt und wie folgt beschrieben: „liegt am Sel­chenbach, dem Dorf Herch­weiler gerade gegenüber. Mühlteich von 200 Schritt Länge,Klause, die in 2 bis 3 Stunden volläuft. 1 Wasser­rad, 1 Mahlgang (der an 1 Tag 1 Sack Mehl mahlen kann). Beständer ist Matheus *Loch, der diese Mühle 1738 von Nickel Becker um 300 fl erkauft hat. Erb­bestandsbrief vom 1. Januar 1739. Loch gibt als Pacht 1 Ma. Korn, 1 Ma. Hafer und 1 fl an Geld.“ 231

 

Im Mühlenverzeichnis des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken von 1756 unter lfd.-Nr. 53 wird die zum pfalz-zweibrückischen Oberamt Lich­tenberg gehörende Mühle wie folgt beschrieben: „Die Herchweiler Mühl [hat] 1 Waßer Rad welches einen Gang treibet; [zahlt an Pfacht] 1 fl an Geld, 1 Mltr Korn, 1 Mltr Habern. Um diese Mühl herum ist alles gebannet, Und könne hierselbst 16 Familien be­fördert werden.“ 232

 

 

- Ohligmühle Herchweiler:

1776 ist in der pfalz-zweibrückischen Huldigungsliste von Herchweiler der Theobald Seyler, jun. „in der Ohligmühle Reichweiler“ erwähnt 233.

 

 

 

1Klauck: Lexikon saarländischer Orte, S. 116.

2Klauck: Lexikon saarländischer Orte, S. 184.

3Groß: Familienbuch Winterbach, S. 513 Nr. 858.

4Angabe bei www. alles/homepage_ahnen mit Hinweis auf FB Oberkirchen I [27], Abruf vom 25.7.2012.

5Jung: Familienbuch der ka­tholischen Pfarreien Kirchenbollenbach, Fischbach-Weierbach, Mittelreidenbach, Sien und Offenbach/Glan, S. 30; s.auch die Angabe bei www. alles/homepage_ahnen mit Hinweis auf FB Oberkirchen I [27].

6Quirin/Traub: Hauptstuhl, S. 236.

7LA Speyer Best. E6 Nr. 659, darin Schuldverschreibung von 1611; Armgart/We­ber: Inventar pfälzischer Reichskammergerichtsakten, Bd. 1, S. 480, Nr. 569.

8Kilian: Schatzungsregister des kurpfälzischen Oberamtes Stromberg, S. 66.

9luth. KB Alzey, Taufeintrag vom 18.1.1722.

10Knecht: Die Mühle in Hefersweiler, S. 30-31.

11Knecht: Die Mühle in Hefersweiler, S. 33; Uhrig: Die Familien Berz- und Hefersweilers, Internetdatei, S. 84.

12LA Speyer Best. C23 Nr. A 17/4, fol. 3, 3r; Uhrig: Die Familien Berz- und Hefersweilers, S. 513.

13Uhrig: Die Familien Berz- und Hefersweilers, S. 513; Knecht, Klaus: Die Mühle in Hefersweiler, S. 33.

14Uhrig: Die Familien Berz- und Hefersweilers, S. 12.

15Knecht: Die Mühle in Hefersweiler, S. 33-34.

16LA Speyer Best. C23 Nr. 17/5: „Acta betr: des Erbbe­standsmüllers zu Hefersweiler Jakob Frank .... Pachtnachlaßgesuch. 1784-1793.

17Knecht: Die Mühle in Hefersweiler, S. 33-34.

18Knecht: Die Mühle in Heferswei­ler S. 30-31.

19Knecht: Die Mühle in Hefersweiler, S. 31.

20Schieder: Säkularisation und Mediatisierung, S. 316-318, lfd.-Nr. 11804-11808.

21Urk. ab­gedruckt in Leiningische Geschichtsblätter 1907 +++Zitat prüfen+++

22Heiss: Obrigheim, S. 505-506. +++Zitat prüfen+: welcher Band ?+++

23Schieder: Säkularisation und Mediatisierung, S. 316, Nr. 11804.

24Schieder: Säkularisation, S. 317 Nr. 11807; S. 318 Nr. 11808; LA Speyer Best. G11 Nr. 113 I; LA Speyer Best. G7 Nr. 61; Anm.:Werner: Die Nationalgüter im De­parte­ment Donnersberg, Anlage IV, S. 32 nennt als Erwerber den Claudius Waldenaire, Verwaltungs- und Domäneninspektor aus Mainz.

25LA Speyer Best. H33 Nr. 173 fol. 22r.

26LA Speyer Best. K16, 257: Notariatsakten Grünstadt, Nr. 156 vom 29.3.1811.

27LA Speyer Best. H33 Nr. 173, Bl. 11r:Akten des Bezirksamts Frankenthal betr. Getreidemühlen im Bezirk Frankenthal 1817.

28LA Speyer Best. K16 Nr. 26, Urk.-Nr. 226 vom 295.1826.

29Jakob Schiffer, Erinnerungen, S. 16.

30Jakob Schiffer, Erinnerungen+++Zitat prüfen+++

31Heiss: Obrigheim, S. 506 +++Zitat prüfen+: welcher Band ?+++; Schiffer: Erinnerungen, S. 21.

32Vollständiges Handels-, Adreß- und Firmenbuch für die Pfalz, 1864, S. 60.

33ev. Kirchenbuch Mühlheim a.d. Eis 13, S. 8.

34Wikipe­dia, Stichwort 'Heiligenmoschel', Abruf vom 20.9.2013; Held: Kirchenschaffnei Meisenheim, S. 26.

35Zitat bei Stürmer: Mühlenrecht, S. 8;.LA Speyer B3 Nr. 943/6; LA Speyer C38 Nr. 130/1; Weber: Mühlen und Müllerhandwerk, S. 179; unter Hinweis auf LA Speyer Best. B3 Nr. 943/6.

36Weber: Mühlen und Müllerhandwerk, S. 181.

37Steinebrei: Die Roh­mühle bei Heiligenmoschel; in: Heimatjahrbuch des Landkreises Kaiserslautern 2001, S. 99-105.

38Weber: Mühlen und Müllerhandwerk, S. 117.

39Weber: Mühlen und Müllerhandwerk, S. 117-118; LA Speyer Best. B2 Nr. 944.

40LA Speyer Best. B 2 Nr. 292/1 Bl. 99r.

41Weber: Mühlen und Müllerhandwerk, S. 147-150; LA Speyer Best. B2 Nr. 944 fol. 24.

42Steinebrei: Die Rohmühle bei Heiligenmoschel; in: Heimatjahrbuch des Land­kreises Kaiserslautern 2001, S. 99-105; Steinebrei: Die Rohmühle bei Heili­genmoschel und ihre Besitzer; in: PRFK 2001, S. 512.

43prot. KB Heiligenmoschel9, Bl. 20.

44Gemeinde Römerberg (Hrsg.): 800 Jahre Heiligenstein, S. 20, 22.

45Gemeinde Römerberg (Hrsg.): 800 Jahre Heiligenstein, S. 42.

46Lohrbächer: Familiennamen aus dem Gerichtsbuch von Heiligenstein; in: PRFK 1995, S. 304 Anm. 2.

47Karte LA Speyer Best. H 45 Nr. 1889 (1901), abgedruckt bei Lohrbächer: Ausgewählte Beiträge, S. 90-91.

48Lohrbächer: Ausgewählte Beiträge, S. 74; Gemeinde Römerberg (Hrsg.): 800 Jahre Heiligenstein, S. 48 mit Photo.

49Lohrbächer: Ausgewählte Beiträge, S. 107; LA Speyer Best. D2 Nr. 77/9 unpag.

50Klotz: Ortsgeschichte der Gemeinde Dudenhofen, Gemeindeverwaltung Dudenhofen 1964, S. 141, m.w.N.; Kinscherff: Die wechselvolle Geschichte der Mühlen.Aufgezeichnet am Beispiel Dudenhofen; in: Heimatjahrbuch Landkreis Ludwigshafen 1985, S. 174-177.

51kath. KB Lauterecken, Taufeintrag vom13.1.1697.

52LA Speyer Best. A 2 Nr. 131/ fol. 29R/30: Bericht des Amtskellers Schabrock vom 17.9.1738.

53LA Speyer Best. A2 fasc. 131/1, 172 fol.

54LA Speyer Best. A2 Nr. 131/2 Fol. 13.

55LA Speyer Best A 2 Nr. 131/3, Bl. 10-12; Weber: Mühlen und Müllerhandwerk, S. 258.

56Weber: Kreu­scher und Spielmann. Familien vom Bachadel an der Lauter; in: Pälzer Sunndag, Nr. 34 vom 19.8.1956; S. 3; Heil: Funktionaler Wandel, S. 37.

57Heil: Funktionaler Wandel, S. 40 unter Hinweis auf: Archiv Kreisverwaltung Kusel Nr. 661-04-H: Heinzenhauser Mühle, Schreiben des N. Schlemmer an Landcommis­sariat Kusel vom 28.5.1862.

58Heil: Funktionaler Wan­del, S. 42 unter Hinweis auf: WWA Kaiserslautern, Triebwerksakten, Az.: 27.35.01, Heinzenhauser Mühle: Technisches Gutach­ten vom 10.2.1872.

59Dhom: Schlemmer und Schlemmermühlen, S. 42.

60„Kuseler Anzeiger“ vom 6.1.1912, erneut veröffentlicht in: "Die Rheinpfalz", Westricher Rundschau (Kuseler Ausgabe) vom 6.1.2012; mitgeteilt von Frau Gertrud Bruhnke am 6.1.2012.

61Christmann: Siedlungsnamen II, S. 270 m.w.N.

62Ullrich: Einwohner der Gemeinde Elmstein, S. 12.

63Ullrich: Ortsfremde im refor­mierten Kirchenbuch Elmstein 1724-1798; in: PRFK 2010, S. 147.

64 Weintz: Elmstein, S. 42.

65LA Speyer Best A2 Nr. 179/1 fol. 16; Weber: Mühlen besonderer Art, S. 257.

66Ullrich: Einwohner von Elmstein, S. 203.

67Schieder: Säkularisation und Mediatisierung, S. 345, lfd.-Nr. 12023; LA Speyer Best. G11 Nr. 113 I.

68Ullrich: Einwohner von Elmstein, S. 12.

69 LA Speyer Best. L56 Nr. 574 Bl. 533.

70Ullrich: Einwohner von Elmstein, S. 170.

71Ullrich: Einwohner von Elmstein, S. 505 Nr. 2352 iVm. S. 508 Nr. 2365.

72 LA Speyer Best. L56 Nr. 574 Bl. 601.

73Ullrich: Einwohner von Elmstein, S. 203, 405, 409.

74Ullrich: Einwohner von Elmstein, S. 410.

75Ull­rich: Einwohner von Elmstein, S. 411.

76Neustadter Zeitung Nr. 141 vom 25.11.1854.

77Ullrich: Ein­wohner von Elmstein, S. 508 Nr. 2365.

78Ull­rich: Einwohner von Elmstein, S. 12.

79LA Speyer Best. L56 Nr. 574 Bl. 603.

80LA Speyer Best. L56 Nr. 574 Bl. 603.

81LA Speyer Best. L56 Nr. 574 Bl. 603.

82Ull­rich: Einwohner von Elmstein, S. 12.

83Ull­rich: Einwohner von Elmstein, S. 12.

84Ullrich: Einwohner der Gemeinde Elmstein, ,S. 12.

85Ullrich: Einwohner der Gemeinde Elmstein, ,S. 12.

86Weintz: Elmstein, S. 42.

87 Weber: Mühlen bes. Art, S. 71.

88Ullrich: Einwohner der Gemeinde Elmstein, ,S. 12.

89Weber: Mühlen bes. Art, S. 71.

90Ullrich: Einwohner der Gemeinde Elmstein, ,S. 12.

91Ullrich: Einwohner der Gemeinde Elmstein, ,S. 12.

92 Wikipedia, Stichwort 'Heltersberg', Abruf vom 20.9.2013.

93 Wikipedia, Stichwort 'Pfälzisches Holzland', Abruf vom 20.9.2013.

94 +++Zitat prüfen+++

95Neubauer: Regesten des ehemaligen Benedicti­ner-Klosters Hornbach, S. 34 Nr. 104.

96Fremgen: Bürger- und Familienbuch Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben, S. 185.

97Meyer: Register zum 3. ref. Kirchenbuch Waldfischbach [Holzlandkirchenbuch], Zweibrücken 1986, S. 31.

98Fremgen: Bürger- und Familienbuch Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben, S. 185.

99Wittner: Schweizer Einwanderer in der Südwestpfalz, S. 7.

100LA Speyer Best B2 Nr. 294/7 und 295/3-5.

101Weber: Mühlen und Müllerhandwerk S. 196.

102Kampfmann: „Wie die Pelzmühle entstand und ver­ging“; in: Pirmasenser Geschichtsblätter Jg. 6 1936, vom 9.4.1936, Blatt 4, S. 13-14.

103Christmann: Siedlungsnamen II, S. 143.

104Anm. d. Verf.: 1908 im Selbstverlag er­schienen.

105Stadtar­chiv Pirmasens, Kirchenbuch Nr. 3, S. 56.

106Stadtarchiv Pir­masens, Kirchenbuch Nr. 3, S. 201.

107LA Speyer, Lagerbuch Hengsberg.

108Kampfmann: „Wie die Pelzmühle entstand und verging“; in: Pirmasenser Geschichtsblätter Jg. 6 1936, vom 9.4.1936, Blatt 4, S. 13-14; LA Speyer, Ak­ten Zweibrücken I Nr. 949 .+++Zitat prüfen+++

109Kampfmann: „Wie die Pelzmühle entstand und verging“; in: Pirmasenser Ge­schichtsblätter Jg. 6 1936, vom 9.4.1936, Blatt 4, S. 13-14; LA Speyer, Akten Zweibrücken I Nr. 949. +++Zitat prüfen+++

110Stadtarchiv Pirmasens, Kirchenbuch Nr. 3, S. 56, zitiert nach Christmann: Siedlungsnamen II, S. 143; Schmidt: Untertanenliste des Oberamts Zweibrücken Anno 1612; in: Anthes et. Al: Pfälzische Untertanenlisten, S. 63.

111Schmidt: Untertanenliste Oberamt Zweibrücken von 1624, S. 102.

112Kampfmann: „Wie die Pelzmühle entstand und verging“; in: Pirmasenser Geschichtsblätter Jg. 6 1936, vom 9.4.1936, Blatt 4, S. 13-14; LA Speyer, Akten Zweibrücken I Nr. 949. +++Zitat prüfen+++

113Kampfmann: „Wie die Pelzmühle entstand und verging“; in: Pirmasenser Geschichtsblätter Jg. 6 1936, vom 9.4.1936, Blatt 4, S. 13-14; LA Speyer, Akten Zweibrücken I Nr. 949. +++Zitat prüfen+++

114Stadtarchiv Pirmasens, Kirchenbuch Nr. 3, S. 56, +++Zitat prüfen+++ zitiert nach Christmann: Siedlungsnamen II, S. 143.

115Ernst: Bürgeraufnahmen und Manumissionen Oberamt Zweibrücken 1719-1729, S. 14.

116LA Speyer Best. B2 Nr. 5339 Bl. 1.

117 Anm.:Hengsberg, wo die Mühle des Johannes Holtz stand, gehörte zusammen mit Höheischweiler als Ortsteil zu Nünschweiler; erst nach der Trennung von

Nünschweiler 1940 er­langte Hengsberg 1953 kommunale Selbstverwaltung, wurde aber schon 1963 Stadtteil von Pirmasens. Daraus erklärt sich die Bemerkung in den Manumissionsakten, die Frau des Müllers Johannes Holtz sei aus dem Elsaß nach Nünschweiler gezogen.

118 Ernst: Bürgeraufnahmen und Manumission im Oberamt Zweibrücken, S. 45.

119++Zitat prüfen+++ PRFK Juli 1997, S. 602;email Dr. Hermann Müller, Heppenheim vom 5.6.2011.

120email Dr. Hermann Müller, Heppenheim vom 5.6.2011.

121 Kampfmann: „Wie die Pelzmühle entstand und verging“; in: Pirmasenser Geschichtsblätter Jg. 6 1936, vom 9.4.1936, Blatt 4, S. 13-14.

122email Dr. Hermann Müller, Heppenheim vom 5.6.2011.

123Weber: Mühlen und Müllerhandwerk, S. 196.

124Kampfmann: „Wie die Pelzmühle entstand und verging“; in: Pirmasenser Ge­schichtsblätter Jg. 6 1936, vom 9.4.1936, Blatt 4, S. 13-14.

125LA Speyer Best B2 Nr. 294/7.

126LA Speyer Best B2 Nr.295/5 Bl. 215-219; Kampfmann: „Wie die Pelzmühle entstand und verging“; in: Pirmasenser Geschichtsblätter Jg. 6 1936, vom 9.4.1936, Blatt 4, S. 13-14; Weber: Mühlen und Müllerhandwerk, S. 196.

127email Dr. Hermann Müller, Heppen­heim vom 5.6.2011.

128Kampfmann: „Wie die Pelzmühle entstand und verging“; in: Pirmasenser Geschichtsblätter Jg. 6 1936, vom 9.4.1936, Blatt 4, S. 13-14.

129Kampfmann: „Wie die Pelzmühle entstand und verging“; in: Pirmasenser Geschichtsblätter Jg. 6 1936, vom 9.4.1936, Blatt 4, S. 13-14.

130Kampfmann: „Wie die Pelzmühle entstand und verging“; in: Pirmasenser Geschichtsblätter Jg. 6 1936, vom 9.4.1936, Blatt 4, S. 13-14.

131Kampfmann: „Wie die Pelzmühle entstand und verging“; in: Pirmasenser Geschichtsblätter Jg. 6 1936, vom 9.4.1936, Blatt 4, S. 13-14.

132Wittner: Schweizer (Einwanderer) in der Südwestpfalz, S. 7.

133Weis: Ortssippenbuch Mittelbach-Hengstbach, S. 66.

134Weis: Ortssippenbuch Mittelbach-Hengstbach, S. 219-220, Nr. 1081 iVm. S. 222 Nr. 1089..

135Weis: Ortssippenbuch Mittelbach-Hengstbach, S. 66; LA Speyer Best. B2 Nr. 946 UNr. 4.

136Weis: Ortssippenbuch Mittelbach-Hengstbach, S. 66-67.

137LA Speyer Best B2 Nr. 294/7 und 295/5 Bl. 151-153; Auch Weber: Mühlen und Müllerhand­werk, S. 192; Christmann: Siedlungsnamen II, S. 270.

138LA Speyer Best. B 2 Nr. 292/1 Bl. 117r.

139Weis: Ortssippenbuch Mittelbach-Hengstbach, S. 8 Nr. 34.

140Weis: Ortssippenbuch Mittelbach-Hengstbach, S. 67.

141Weis: Ortssippenbuch Mittelbach-Hengstbach, S. 70 Nr. 348.

142Weis: Ortssippenbuch Mittelbach-Hengstbach, S. 67.

143Weis: Ortssippenbuch Mittelbach-Hengstbach, S. 225, Nr. 1102.

144Weis: Ortssippenbuch Mittelbach-Hengstbach, S. 108 Nr. 515.

145Weis: Ortssippenbuch Mittelbach-Hengstbach, S. 238 Nr. 1166

146Weis: Ortssippenbuch Mittelbach-Hengstbach, S. 9 Nr. 37 und 38.

147 Weis: Ortssippenbuch Mittelbach-Hengstbach, S. 181 Nr. 872.

148Weis: Ortssippenbuch Mittelbach-Hengstbach, S. 264 Nr. 1305.

149Weis: Ortssippenbuch Mittelbach-Hengstbach, S. 68.

150Weis: Ortssippenbuch Mittelbach-Hengstbach, S. 134-135, Nrn. 646 und 647.

151Weis: Ortssippenbuch Mittelbach-Hengstbach, S. 68.

152Mitteilung von Herrn Dr. Her­mann Müller, Heppenheim vom 5.2.2012.

153Mitteilung von Herrn Dr. Her­mann Müller, Heppenheim vom 5.2.2012 unter Hinweis auf Heinrich Winter, Das schöne Heppenheim 1969, S. 52 u. 79.

154Mitteilung von Herrn Dr. Her­mann Müller, Heppenheim vom 5.2.2012 unter Hinweis auf Stkbg., Jg. 58/1981, S. 56.

155Mitteilung von Herrn Dr. Hermann Müller, Heppenheim vom 5.2.2012.

156Mitteilung von Herrn Dr. Her­mann Müller, Heppenheim vom 5.2.2012 unter Hinweis auf Lizalek, Willy: Heppenheims ältester Mühlenvertrag [1561]; in: Die Starkenburg 62, 1985, Nr. 2.

157Mitteilung von Herrn Dr. Her­mann Müller, Heppenheim vom 5.2.2012 unter Hinweis auf Reitz Abb. 145.

158Mitteilung von Herrn Dr. Her­mann Müller, Heppenheim vom 5.2.2012 unter Hinweis auf Reitz, Heinz: Mühlen wiederentdeckt. Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Sonderband 14, Heppenheim, 1997, S. 422, Anm. 195.

159Heppenheimer Geschichtsverein, http://www.bergstrasse.de/geschichtsverein-hp/, Hinweis von Dr. Hermann Müller.

160Mitteilung Dr. Hermann Müller, Heppenheim vom 5.2.2012.

161Mitteilung Dr. Hermann Müller, Heppenheim vom 5.2.2012.

162Mitteilung von Herrn Dr. Hermann Müller, Heppenheim vom 5.2.2012.

163Mitteilung von Herrn Dr. Hermann Müller, Heppenheim vom 5.2.2012.

164Mitteilung von Herrn Dr. Hermann Müller, Heppenheim vom 5.2.­2012.

165Denkmaltopographie, Bd. 10 Worms, S. 188.

166Schmitt: Heimatbuch Heppen­heim, S. 42.

167Schmitt: Heimatbuch Heppenheim, S. 34-36.

168abgedruckt bei Schmitt: Heimatbuch Heppenheim, S. 34-36.

169Schmitt: Heimatbuch Heppenheim, S. 43.

170Klamm: Das kurfürstliche Unteramt Freinsheim; in: Pfälzische Heimatblätter 1964, S. 2.

171Schmitt: Heimatbuch Hep­penheim, S. 72.

172Schmitt: Heimatbuch Heppenheim, S. 100.

173Schmitt: Heimatbuch Heppenheim, S. 160.

174Kropp: Heppenheim, S. 136.

175Schmitt: Heimatbuch Heppenheim, S. 210.

176Schmitt: Heimatbuch Heppenheim, S. 42.

177Schmitt: Heimatbuch Heppenheim, S. 34-36.

178Schmitt: Heimatbuch Heppenheim, S. 210.

179Schmitt: Heimatbuch Heppenheim, S. 210.

180Hess. Staatsarchiv Darmstadt Best. A2 Nr. 43/5. +++prüfen: ob die Urkunden Heppenheim an der Wies betreffen oder eine andere Lochmühle ?+++

181Schmitt: Heimatbuch Heppenheim, S. 38.

182Hess. Staatsarchiv Darmstadt Best. A2 Nr. 255/1260.

183Hess. Staatsarchiv Darmstadt Best. A2 Nr. 255/1264.

184Hess. Staatsarchiv Darmstadt Best. A2 Nr. 255/1569.

185Hess. Staatsarchiv Darmstadt Best. A2 Nr. 255/1572.

186Hess. Staatsarchiv Darmstadt Best. A2 Nr. 255/1573.

187Frankentha­ler Wochenblatt Nr. 28 vom 9.7.1825.

188Frankenthaler Wochen­blatt Nr. 26 vom 25.6.1825, S. 101.

189Frankenthaler Wochenblatt Nr. 44 vom 3.11.1827.

190Denkmaltopographie, Bd. 10: Worms, S. 192.

191Topographische Karte von Heppenheim; in: Denkmaltopographie Stadt Worms, nach S. 301.

192Kropp: Heppenheim, S. 136; Auch Schmitt: Heimatbuch Heppenheim, S. 72.

193Denkmaltopographie, Bd. 10: Worms, S. 192.

194Schmitt: Heimat­buch Heppenheim, S. 159.

195Schmitt: Heimatbuch Heppenheim, S. 72.

196Schmitt: Heimatbuch Heppenheim, S. 72.

197Schmitt: Heimatbuch Heppenheim, S. 210.

198Denkmaltopographie, Bd. 10: Worms, S. 192.

199Wagner: Wüstungen im Grossherzogtum Hessen, Teil III: Provinz Rheinhessen, S. 148.

200Schmitt: Heimatbuch Heppenheim, S. 64.

201Kropp: Heppenheim, S. 138-139.

202Schmitt: Heimatbuch Hep­penheim, S. 72-73.

203zitiert bei Schmitt: Hei­matbuch Heppenheim, S. 73.

204Denkmaltopographie, Bd. 10: Worms, S. 192.

205Schmitt: Heimat­buch Heppenheim, S. 64.

206Schmitt: Heimatbuch Heppenheim, S. 129.

207zitiert bei Schmitt: Heimatbuch Hep­penheim, S. 72.

208zitiert bei Schmitt: Heimatbuch Hep­penheim, S. 72.

209Schmitt: Heimatbuch Hep­penheim, S. 129.

210Klauck: Lexikon saarländischer Ortschaften, S. 192.

211Klauck: Lexikon saarländischer Ortschaften, S. 179.

212Landwirtschaftliche Blätter: Amtsblatt der Kreisbau­ernkammer Pfalz 1865, S. 72.

213LA Speyer Best. B2 Nr. 5339 Bl. 1.

214LHA Koblenz, Inventar v.d. Leyen Best. 03.05.05.02 Nr. 1246; Hierzu Inventar LHA Koblenz, v.d. Leyen, S. 370.

215LA Speyer Best. C38 Nr. 44 fol. 14r.

216LA Speyer Best B2 Nr. 294/7 und LA Speyer Best B2 Nr. 295/5 Bl. 99-110: Mühlenbericht des pfalz-zweibrückischen Rentkammersekretärs Marx vom 6.1.1745.

217zusammenfassend zitiert bei Weber: Mühlen und Müllerhandwerk, S. 190.

218LA Speyer Best. B 2 Nr. 292/1 Bl. 116r.

219Mitteilung von Frau Renate Dahl-Marson (Enkelin des Müllers Karl Ritter) an den Autor vom 11.10.2014.

220Klauck: Lexikon saarländischer Ortschaften, S. 193.

221Mitteilung von Frau Renate Dahl-Marson (Enkelin des Müllers Karl Ritter) an den Autor vom 11.10.2014.

222Klauck: Lexikon saarländischer Ortschaften, S. 179.

223LA Speyer Best B2 Nr. 294/7 und LA Speyer Best B2 Nr. 295/5 Bl. 110-114 Mühlenbericht des pfalz-zweibrückischen Rentkammersekretärs Marx vom 6.1.1745.

224Weber: Mühlen und Müllerhandwerk, S. 191; Klauck: Lexikon saarländischer Ort­schaften, S. 179, der aufgrund einer Verwechslung mit dem Obermüller Dietrich Auer allerdings angibt, Johannes Auer sei Müller auf der Obermühle in Herbitzheim gewesen.

225LA Speyer Best. B 2 Nr. 292/1 Bl. 117.

226Klauck: Lexikon saarländischer Ortschaften, S. 179.

227LA Speyer Best B2 Nr. 294/7 und LA Speyer Best B2 Nr. 295/5 Bl. 114-118 Mühlenbericht des pfalz-zweibrückischen Rentkammersekretärs Marx vom 6.1.1745.

228Klauck: Lexikon saarländischer Ortschaften, S. 180.

229LA Speyer Best. C38 Nr. 44 fol. 14r.

230Mühlenprotokoll des pfalz-zweibrückischen Oberamts Lichtenberg vom 8.7.1746,LA Speyer Best B 2 Nr. A 294/7, zitiert nach Weber: Mühlen und Müllerhandwerk, S. 222.

231LA Speyer Best B 2 Nr. A 294/7, Bl. 210r-212; zusammenfassend zitiert bei Weber: Mühle und Müllerhandwerk, S. 221.

232LA Speyer Best. B 2 Nr. 292/1 Bl. 91r.

233Schaaff: Untertanenlisten des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken aus den Huldigungsprotokollen des Jahres 1776, S. 129.

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