Anhang 7: Konzilien und Synoden
a. Übersicht:
275/76 Synode von Antiochia 275/76 (Verurteilung d. Paulus
von Samosata wg. seiner christolog. Ansichten (dynami-
scher *Monarchianismus
314 Synode von Arles 314 (von Konstantin d. Gr. in seinem
westlichen Reichsteil einberufen
323 (?) Synode von Nicomedia (einberufen von Kaiser Lici-
nius und Kaiserin Constantia [Schwester d. damaligen
West-Kaisers Konstantin d.Gr.]): Anerkennung des Arius
und seiner Theologie (Norwich, Byzanz I, 48)
324/25 Synode von Antiochia; von Bischof Ossius v.
Cordoba (Berater Konstantins d.Gr.) einberufene
Synode: Verurteilung des Arianismus (z. Vorbe-
reitung des Konzils v. Nicaea)
325 1. Ökumenisches Konzil von Nicaea
Streit um den Arianismus - Entwicklung der Tri-
nitätslehre
327 Synode (?) von Nicaea (Rezeptionsprozeß v.
Nicaea 325; vgl. Eus. Vit. Const. III, 23; Alberi-
go, Konzilien, 58)
335 Synode von Jerusalem (Rehabilitierung des Ari-
us und seiner Anhänger (Alberigo, Konzilien, 58)
338/339 Konzil von Antiochia (erneute Absetzung
des Athanasius; Rezeptoin arianischer Gedanken
durch den Semiarianismus; Alberigo, Konzilien, 61)
341 Konzil von Rom: Papst Julius erklärt die Abset-
zung des Athanasius für ungültig (Alberigo, Kon-
zilien, 61)
341 (September) Synode von Antiochia: Bestätigung
der Absetzung des Athanasius und der Semiaria-
ner; antiochenische Formel des Glaubensbekennt-
nisses: »drei hinsichtlich der Hypostase, eins hin-
sichtlich der Harmonie« (Alberigo, Konzilien, 62)
342 od. 342 Synode von Serdica: das Ziel der Eini-
gung in Ost und West wird verfehlt, es kommt zum
Bruch und zur gegenseitigen Exkommunizierung
(Alberigo, Konzilien, 62)
353 Synode von Arles: nach der Machtübernahme des Konstantius II. auch im Westen und der Einigung des Reiches (Niederschlagung der Usurpation des Magnentius 350 oder 351) auch im Westen Übernahme der Position der Semiarianer; vgl. Alberigo, Konzilien, 62)
355 Synode von Mailand (Bestätigung von Arles)
356 Synode von Béziers (Bestätigung von Arles)
357 Synode von Sirmium (blasphemia Sirmiensis:
arianisches Symbolum; Alberigo, Konzilien, 63)
358 homoousianische Synode von Ankyra (Beginn der athanasischen Rezeption; Alberigo, Konzilien 63)
362 Synode von Alexandria: "Waffenstillstand" zwi-
schen Athanasianern und Semiarianern; volle
Gleicheit des Heiligen Geistes mit dem Sohn und
dem Vater (Tomus ad Ant. 5 (Alberigo, Konzilien,
64, 67)
364 Synode von Lampsakos (Alberigo, Konzilien, 65)
381 2. Ökumenisches Konzil: Konstantinopel
3. Ökumenisches Konzil: Ephesus 431
Streit um die Nestorianische Krise
4. Ökumenisches Konzil: Chalkedon 451:
Streit um die Naturen Christi - Monophysitismus
5. Ökumenisches Konzil: Konstantinopel 553
(2. Konzil von Konstantinopel)
6. Ökumenisches Konzil: Konstantinopel 680/681
(3. Konzil von Konstantinopel)
Konstantinopel 692 (4. Konzil von Konstantino-
pel) oder Quinisextum / Trullanum
7. Ökumenisches Konzil: Konstantinopel 786-787
Ikonenverehrung - Ikonoklasmus
Konstantinopel 869-870 (im Westen als 8. ökume-
nisches Konzil bezeichnet)
b. Anmerkungen zu den einzelnen Konzilien / Synoden:
6. Ökumenisches Konzil: Konstantinopel 680/681:
Die christologischen Kämpfe gingen mit den Beschlüssen des Konzils zu Ende. Ein letztes Mal hatten Kaiser, Papst und der Patriarch von Konstantinopel in Lehrfragen zusammengewirkt; das Lehrschreiben des Papstes Agatho wurde die Grundlage der endgültigen Festlegung der Zweinaturenlehre (Diophysitismus). Aber das Konzil war auseinandergegangen, ohne Kanones, das kirchliche Leben ordnende Bestimmungen zu erlassen, wie dies auch schon das 5. ökum. Konzil (553) versäumt hatte. Das nachzuholen, berief Kaiser Justinian II. eine Synode nach Konstantinopel ein, die im Jahre 692 tagte und als Konzilium Quinisextum in die Geschichte eingegangen ist (HDThG I 285). Das Quinisextum rechnet nach orthodoxem Brauch zu 6. ökum. Konzil (HDThG I 303).
Quinisextum 692:
s. Anm. zum 6. ökum. Konzil