Eberhard Ref

 

Südpfälzer Mühlengeschichten:

 

Neues zur Archeweyerer Mühle

 

 

veröffentlicht in:

Pfälzisch-Rheinische Familienkunde

67. Jahrgang, 2018, Band XIX, Heft 2/3, S. 103-110

 

 

Die Gebäude 1 der ehemaligen Archeweyerer Mühle liegen auf der Nordseite des Erlenbach zwischen Minderslachen und Winden, etwa 2 km südlich von Steinweiler, an der Stelle des im 30jährigen Krieg untergegangenen Dorfes Archeweyer 2, bzw. Archenwey­ler, das urkundlich bereits 1333 erwähnt ist“ 3.

 

Die Quellenlage zur Archeweyerer Mühle ist dürftig. Im Landesarchiv Speyer ist nur eine Akte vorhanden, die lediglich den Zeit­raum von 1774-1791 umfaßt. Das Generallandesarchiv Karlsruhe weist zur Archeweyerer Mühle keinen Bestand auf. Der bekannte pfälzische Mühlenforscher Friedrich Wilhelm Weber 4 kennt die Archeweyerer Mühle nicht. Selbst im Internet wird die Mühle nur im „Pfälzischen Mühlenle­xikon“ des Autors erwähnt. Der Chronist von Archeweyer, Albert Fritz schreibt 5: „Sehr zuverlässige Angaben können wir den alten Gerichtsbüchern der Gemeinde Steinweiler entneh­men“. Leider ist das älteste Buch (von 1622-1731) im letzten Weltkrieg im Lan­desarchiv Speyer in Verlust geraten, so daß wir uns heu­te nur noch auf die auszugsweisen Abschriften stützen können, die Karl Hauck 6 in seiner Chronik aufgezeichnet hat“ 7.

 

Die Archeweyerer Mühle gehörte zum Dorf Steinweiler 8 und wurde dort neben der Dorfmühle genannt 9. Nach Häberle 10 liegt sie, als „Wey­herer Mühle“ benannt, bei Steinweiler. Nauerth erwähnt sie dagegen in seinem Werk „Bienwaldstadt Kandel“ als Mühle in Kandel 11.

 

Die Mühle wurde erstmals am 5.2.1360 urkundlich erwähnt. In einem Schenkungsakt der „ehrsam Jungfrau Ellen Wullenbruch, Herrn Wullenbruchs Tochter, eines Ritters selig von Steinweiler“ heißt es u.a.: „Item zwene morgen an ein virteil by der Mulen zu Wilre“ 12. Bei dieser Mühle zu Weiler dürfte es sich um die Archenweyerer Mühle handeln. Albert Fritz schreibt zum Alter der Mühle in seiner Veröffentlichung „Die Archenweyerer Mühle“ 13: „Der pfälzische Hei­matforscher Ph. Cas. Heinz 14 datiert dagegen die Ersterwähnung der Mühle in einem seiner Werke auf das Jahr 1528“.

 

In einer Urkunde vom 20.4.1543 betreffend die erbbeständliche Mühle zu Steinweiler wird „Hans Brust der muller zu Archenweyler“ als Zeuge genannt 15. Dort heißt es: „Bei solicher bereddung unnd erbbestendtnus sein uber die vorbenante burgen gewesenn die ersa­men Heinrich Frosch schulteiß zu Steinweyler unnd Eucharius der becker vonn Billickheim von mir Viacrio vom Oberstein 16 der zu er­betten und uff Vlrichs seittenn Alexander Bogner der becker zu Steinweyler unnd Hans Brust der muller zu Archenweyler“. 17.

 

Dieser als Zeuge genannte Hans Brust ist der älteste bekannte Müller auf der Archeweyerer Mühle. Ob er mit dem um 1600 in Minfeld geborenen Ernst Albrecht Brust 18 verwandt ist, ist ungeklärt.

 

Aus der Urkunde erhellt sich zugleich, daß die Archeweyerer Mühle bei Steinweiler von der Dorfmühle Steinweiler zu unterscheiden ist.

 

Die nächste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1621. In einer Randbemerkung zum ältesten Gerichtsbuch von Steinweiler 19 heißt es zur Dorfrechnung 1621 unter der Rubrik „Einnahmen von Holz“ (d.h. Holzverkäufen aus dem sog. Fünfdörferwald) „Für Holz von der Gemeinde zahlt der Müller zu Weyher“ 20.

 

Über die Jahre des 30jährigen Krieges schweigen die Akten. Die Archeweyerer Mühle dürfte, wie das im 30jährigen Krieg unterge­gangene Dorf Archenweyher 21, ebenso wie das nahegelegene Steinweiler um den 25.7.1622 von kaiserlichen Reitern unter dem Feldherrn Tilly niedergebrannt worden sein.

 

Ein nächster Hinweis zur Archeweyerer Mühle findet sich am 31.10.1653: „Balthasar Zehn, Velten Darstein Schultheiß zu Winne und Hans Conrad Braun zu Landau haben vor [sich] und ihre Erben auf recht und redlich Verkauf und zu Kauf gegeben an Gall Habern von Daxlanden 22 und seine Frau die Weyerer Mühlgut ...“ 23. Der Kaufpreis betrug 382 fl; aus dem geringen Kaufpreis folgert Chronist Albert Fritz, daß auf dem Mühlgut – bedingt durch die zurückliegenden Kriegswirren – keine funktionsfähige Mühle gestanden hat. Eine Mühle muß aber kurz darauf gebaut worden sein, wahrscheinlich durch den Käufer Gall Habern von Daxlanden. Dieser betrieb die Mühle aber nicht selbst, sondern ließ sie durch Pächter bewirtschaften 24. Laut Gerichtsprotokoll vom 10.2.1671 hielt ein Böstel Brenner, Müller zu Archen­weyer, um seinen Abschied an, der ihm bewilligt wurde 25.

 

Am 15.5.1677 nennt das Gerichtsbuch den hugenottischen Müller und Schultheißen zu Archenweyer Guillaume Fouquet 26. Am 19.2.1678 hält der Müller von Archenweyer um Eichung seiner Mühle an 27. Nach dem Wegzug der Hugenotten nach Hofgeismar im Herbst 1686 ging die Mühle an neue Besitzer über. Am 3.1.1711 verkaufte eine „Jungfrau Maria Magdalena geb. Utzenhofer die Mahlmühle zu Archenweyer samt zugehörigem Grundbesitz von 30 Morgen Äcker und 10 Morgen Wiese an Johannes Fortmül­ler, Bürger zu Steinweiler (er war aus dem Frankenland gebürtig 28) für 200 fl. 29. Fortmüller trennte sich in den Folgejahren von einem Teil seines Grundbesitzes. Im Lagerbuch von 1720 ist sein Gesamtbesitz nur noch mit 26 Morgen angegeben 30. Schließlich verkaufte er 1724 die Mühle an die Gemeinde Steinweiler, wie sich aus dem Mühlenverzeichnis für das kurpfälzis­che Oberamt Germersheim (aufgezeichnet 1768) 31 ergibt. Dort ist die “Mühle zu Steinweiler” 32 wie folgt beschrieben ist: “Die Gemeinde Steinweiler hat eine eigenthümbliche Mühl allda, welche von Johan­nes Fortmüller nach Ausweis sub Nr. 10 anliegenden Kaufbriefs in ao 1724 erkauft wurden, solche ist mit 3 Waßer Räder ver­sehen, so 2 Mahl und einen Schehlgang 33 treiben, gibt außer der Schatzung nirgends wohin einigen Wasserfall Zinß.“

 

1725 pachtete der aus Bellheim stammende Müllermeister Johannes Sprenger (geb. um 1680; ∞ um 1700 in Steinweiler mit Maria Katharina Schwein 34) von der Gemeinde Steinweiler die Archenweyerer Mühle 35 und wurde als neuer Bürger in Steinweiler vom dortigen Herrengericht aufgenommen 36. 1738 wurde dessen Sohn Fried­rich Sprenger (1708 [err.] Steinweiler - † 14.4.1768 Steinweiler, alt ~ 60 J. 37) als Müllermeister zu Archenweyher genannt 38 und folgte 1739 seinem Vater als Pächter der Mühle nach 39.

 

Albert Fritz erwähnt in seiner Schrift „Archenweyer. Entstehung und Untergang“, als nächsten Pächter Lorenz Liginger (1724 [err.] - † 22.5.1791 Steinweiler, alt ~ 67 J.; ∞ 18.4.1746 in Steinweiler mit Maria Henrike Sprenger 40) 41, der die Mühle ab 1753 gepachtet hat 42. 1775 ändern sich das Pachtverhältnis der Arche­weyerer Mühle. Hierzu heißt es im Dorfgerichtsbuch: „Die Archenweyherer Mühle an Michael Liginger für 381 fl [verpachtet]“ 43. Dieser Johann Michael Sprenger, ein Sohn des Lorenz Liginger ist jedoch bereits 8.3.1775 verstorben 44.

 

In etwa zeitgleich wird ab 1772 (err.) der Müllermeister Johannes Heck (1737 - † 12.5.1790 Archenweyerer Mühle; ∞ in Berg mit Maria Agathe Harter 45) als Pächter der „gemeine Mühle“ (= Gemeindemühle, Archenweyerer Mühle) 46 zu Steinweiler „in einem neunjähri­gen Temporalbe­stand“ genannt 47. Heck erlitt um 1774 „durch die reparadition deß Wasser Bau und durch Herstellung der Neue Wa­ßer bau“ einen 18tägigen Mühlen­stillstand und machte seinen hieraus entstandenen Schaden - den Schultheiß und Ortsge­richt Stein­weiler bestätigten - gegenüber dem kurpfälzischen Oberamt Germersheim geltend 48. Mit Schreiben vom 5.6.1780 bean­tragte Heck eine 9jährige Verlängerung seiner Pachtzeit 49; dem Antrag wurde stattgegeben 50. Nach Ablauf der Pacht­zeit wurde der Temporalbestand der Mühle öffentlich versteigert und am 11.8.1788 erneut dem Müllermeister Johannes Heck für weitere 9 Jahre zu­geschlagen gegen eine Pacht von 500 fl. 51.

 

1778 wurde die Archenweyerer Mühle durch die Gemeinde Steinweiler während der Amtszeit des Schultheißen Georg Adam Dumser vergrößert 52, was sich aus der Inschrift an einem Holzposten in der Mahlstube ergibt, der allerdings einbetoniert worden ist 53. Nach einer weiteren Aufzeichnung von Hauck 54 wurde um 1779 auch der Wasserbau der Mühle (richtig 1774 55) vergrößert, was sich aus einer, heute verschwundenen Steinplatte mit folgender Inschrift ergibt: „Schultheiß Heil Valentin, Schöffen Georg Michael Kaheinz, Stephan Hecky und Georg Liginger“ 56. Dieser Hinweis auf verschwundene Inschriften am Mühlengebäude dürfte zutreffen. Der Wasserbau der Mühle wurde 1774 erneuert wurde und zwar während der Pachtzeit des Müllers Johannes Heck. Die Mühle stand im Eigentum der Gemeinde Steinweiler, die als Eigentümerin für die Erneuerung des Wasserbaues zuständig war.

 

Nachdem der Müller Johannes Heck verstorben war 57, beantragten 1789 dessen Sohn Christian Heck (1765 [err.] - † 18.1.1824 Steinweiler 58) und die Witwe Heck (Maria Agathe geb. Harther), ihnen die Mühle, statt der mit Vater bzw. Ehemann vereinbarten jährlichen Temporalpacht von 500 fl, für lediglich 350 fl entsprechend 8 Mltr Korn zu überlassen 59. Die Verhandlungen zogen sich hin. Inzwischen bewarb sich auch der Steinweiler Müller Lieginger 60 um die Archenweyerer Mühle. Heck verbesserte sein Gebot auf 400 fl, dessen Annahme das Gericht Steinweiler ausdrücklich empfahl. Mit Schreiben vom 28.10.1790 wandte sich der Amtmann Jäger des kurpfälzischen Amts Billigheim an das Oberamt Germersheim: „Gericht und Ausschuß selbsten billigen dieses Gebott, und versichern, daß die ganze gemeind mit ihnen einstimmig seye und Jenes erbitten des Lieginger nicht angenohmen werden könnte, als sie sonsten /: da er ohnehin ein eigenthümliche Mühl 61 besitzet und kein Zutrauen der bürgerschaft hat :/ ihre früchten auswärts zum Mahlen Verführen müßten. Der Lieginger ist zwar ein ehrlicher Mann, jedoch hat derselbe in seiner Mühl solchen Zugang nicht, als welchen er haben könnte, wenn er ordentliche Beförderung seiner Kundleuthen sich angelegen seyn ließe. Würde derselbe auch noch die gemeine Mühl darzu bekommen, so würde die Bürgerschaft in die Nothdurft versetzet werden, sich … ihre früchten außer orts mahlen zu lassen“ 62.

 

Aufgrund der Auseinandersetzung zwischen Heck und Lieginger ordnete das Oberamt Germersheim für den 20.12.1790 eine erneute Versteigerung des Temporalbestands der Archeweyerer Mühle an. Christian Heck erhielt aufgrund seines Höchstgebots von 476 fl. den Zuschlag 63.

 

Während der bald darauf folgenden sog. „Franzosenzeit“ 64 wurde die Archeweyerer Mühle als sog. „Französisches Nationalgut“ 65 versteigert. Der Ersteige­rer war ein NN. Braun, der die Mühle an den Müller aus Appenhofen Johannes Sauter (geb. [err.] 1773; ∞ Maria Barbara Liegenbühl 66) und dessen Schwiegersohn Christoph Ehresmann (1797 [err.] - † 25.9.1869 Steinweiler; ∞ 24.2.1816 Steinweiler mit Eva Margarethe Sau­ter 67) verpachtete 68. Die Gemeinde Steinfeld machte nach dem Ende der Franzosenzeit 1816 Schadensersatzansprüche aus der Versteigerung ihrer Mühle einschließlich der Zinsen für 1814 und 1815 gegenüber der französischen Regierung geltend 69.

 

Um 1830 verkaufte Braun seine Archeweyerer Mühle an den Bartelsmüller (Barthelsmühle bei Kandel) Georg Michael Roth (21.10. 1777 Kandel - † 20.7.1846 ebd.; von 1800-1822 Müller in der Bartelsmühle; 17.1.1797 Kandel mit Juliana Margaretha Hühner 70), welcher sie seinem Tochtermann Johann Peter Köhler (1797 [err.] Oberhausen bei Bergzabern - † 13.1.1835 Steinweiler; 30.12.1817 Kandel mit Maria Barbara Roth 71) übergab. hler riß die Mühle ab und baute sie 1830 neu auf. Über dem Mühleneingang ist die Inschrift "PK 1830 BR" eingemeißelt. Die Buchstaben bedeuten "Peter Köhler und (Anna) Barbara Roth". Peter Köhler konnte sich seiner neuen Mühle nicht lange erfreuen, Am 13.1.1835 verstarb er bereits. Sein Sohn Friedrich war damals erst nf Jahre alt. Bis zu dessen Großjährigkeit dürfte die Witwe die Mühle in eigener Regie weitergeführt haben. 72 Der Sohn Friedrich Köhler (geb. 13.9.1830 Steinweiler - † 13.2.1867 Steinweiler 73) übernahm um 1850 das Kommando „auf der Weyerer Mühle“ 74. Köhler war mit Maria Salomea geb. Heintz verheiratet.. Auch er wurde nicht alt. Am 13.2.1867 verstarb er, noch nicht einmal 37 Jahre alt 75. Sein Sohn und designierter Nachfolger Wilhelm Köhler (5.3.1852 Steinweiler - † 4.9.1890 ebd.; 5.2.1874 in Steinweiler mit Maria Luise Schwartz 76) war damals .erst 15 Jahre alt. Die Witwe Maria Salomea Köhler verpachtete deshalb die Mühle an den Müller Franz Adam Metz (geb. [err.] 1831; Apollonia Weigel 77) aus Hayna 78. Wann Wilhelm Köhler die Mühle übernahm, ist nicht feststellbar. Auch er wurde nicht alt und starb bereits mit knapp 38 Jahren am 28.8.1890. Seine Witwe Louisa geb. Schwartz führte daraufhin die Mühle in eigener Regie weiter. 1897 brannten die Nebengebäude ab 'und wurden von Witwe Köhler und ihrem Vater Friedrich Schwartz neu erbaut. In der vierten Köhler-Generation ging 1910 die Mühle an Wilhelm Köhler (24.11.1885 Steinweiler - † 1938 Karlsruhe 79) und ( 9.4.1910 Steinweiler 80) seine Frau Margarethe geb. Trauth (von Erlenbach) zum Preis von 25000 Mark über. Im Preis inbegriffen war das gesamte Mühleninventar, ein Acker unter der Mühle (heute Wohnhaus Wilhelm Fritz), eine Wiese hinter derselben und 2 Morgen auf letztere stßend 81.

 

Bis zum Herbst 1921 wurde die Mühle über ein oberschlächtiges Wasserrad angetrieben. Wilhelm Köhler ließ eine Francis-Schacht­turbine mit liegender Welle anstelle des bisherigen Wasserrades einbauen. In der Inflationszeit nach dem ersten Weltkrieg kam Wilhelm Köhler in finanzielle Schwierigkeiten. Er konnte die überschuldete Mühle nicht mehr halten. Für 28000 Mark wurde 1926 82 der Müllermeister Johannes Andreas Ranger (5.12.1873 Oberannstadt/Ansbach - † 22.3.1950; Katharina Großglaus 83) neuer Eigentümer. Dieser war zuvor Müller auf der Hardtmühle bei Kandel gewesen. Dessen Sohn und designierter Nachfolger Karl Ranger (1.9.1919 - † vermißt 2.2.1945 84) ist aus dem 2. Weltkrieg nicht zurückgekommen. So führte Johann Andreas Ranger die Mühle mit Hilfe seines Schwie­ger­sohnes Martin Geörger weiter, bis sie 1963 seinem Enkel Wilhelm Fritz übergeben konnte 85.

 

1974 wurde durch den Müllermeister Wilhelm Fritz anstelle der altersschwachen Francis-Turbine eine zweizellige Ossberger-Durch­strömturbine eingebaut 86. Aktuell wird die Mühle mit Getreidehandel von Markus Fritz betrieben.

 

 

Anmerkungen

1Adresse: Archeweyerer Mühle 1, 76872 Steinweiler.

2Frey, Michael: Versuch einer geographisch-historisch-statistischen Beschreibung des kön. bayer. Rheinkreises, Erster Theil (Speyer 1836), S. 534; Dolch, Martin und Greule, Albrecht (1991), Historisches Siedlungsnamenbuch der Pfalz (Pfälzische Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, Speyer, 1991), S. 44.

3Eckard, Anton und Reitzenstein, Alexander Frhr. von: Die Kunstdenkmäler der Pfalz, Band 5: Bezirksamt Germersheim (München 1937), S. 201. Stichwort “Weihermühle”.

4Weber, Friedrich Wilhelm: Die Geschichte der Mühlen und des Müllerhandwerks der Pfalz, Arbogast, Otterbach 1978

5Fritz, Albert: Archenweyer. Entstehung und Untergang, (Hrsg. Ortsgemeinde Steinweiler/Pfalz. Steinweiler Gemeindeverwaltung, 1987), S. 35.

6Karl Hauck hatte von 1900 bis 1915 das Amt des Bürgermeisters in Steinfeld inne.

7Hauck, Karl und Bayersdörfer, K.: Chronik von Steinweiler: gesammelt und zusammengestellt von Bürgermeister K. Hauck und Lehrer K. Bayersdörfer, begonnen im Jahre 1897 (Nachdr. der Ausgabe 1901, Edenkoben 2009).

8Frey: Beschreibung der Rheinpfalz, Bd. 1 S. 534.

9Frey: Beschreibung der Rheinpfalz, Bd. 1 S. 534.

10Häberle, Daniel: Die Wüstungen der Rheinpfalz auf Grundlage der Besiedlungsgeschichte; in: Historischer Verein der Pfalz, 39/42 (1919/22), S. 91.

11Nauerth, Hans: Die Bienwaldstadt Kandel. Wissenswertes aus der Geschichte von Kandel und der näheren Umgebung mit Bildern aus der Vergangenheit (Kandel: Verein Freunde und Gönner d. Bienwaldmuseums Kandel. Kandel 1985), S. 172.

12HStA München, Rhpf. Urk. Nr. 900a, zitiert nach Fritz: Archenweyer. Entstehung und Untergang, S. 9.

13Fritz: Archenweyer, S. 35.

14Anm.: richtig heißt er Philipp Casimir Heintz; leider nennt Fritz (Archenweyer, S. 35) nicht die genaue Quelle.

15Archiv Deutsches Historisches Museum Best. DHM Do 79 113.

16Viax von Oberstein (um 1480 vermutlich Börrstadt, - † 6. März 1553 in Alsterweiler), war ein Ritter aus dem Geschlecht der Oberstein.

17Archiv Deutsches Historisches Museum Best. DHM Do 79 113.Übertragung durch Johannes Weingart (27.1.2017), Korrektur Matthias C.S. Dreyer /28. Januar 2017.

18zu diesem: Esser, Werner u. Keppel, Ute: Ortsfamilienbuch Minfeld. Die Familien aus Minfeld vom Beginn der Aufzeichnungen bis 1900. Deutsche Ortssippen- bücher Reihe B, Band Nr. 442 (Ludwigshafen 2009)

19Anm.: das älteste Gerichtsbuch von Steinweiler (von 1622-1731) ist im zweiten Weltkrieg im Lan­desarchiv Speyer in Verlust geraten, so daß wir uns heu­te nur noch auf die auszugsweisen Abschriften stützen können, die Karl Hauck in seiner „Chronik von Steinweiler“ aufgezeichnet hat (Fritz: Archenweyer, S. 35).

20Hauck/Bayersdörfer: Chronik von Steinweiler S. 184.

21Frey: Beschreibung des Rheinkreises, Bd. 1, S. 534.

22Anm.: heute Stadtteil von Karlsruhe.

23zitiert nach Fritz: Archenweyer, S. 35 unter Bezugnahme auf Hauck/Bayersdörfer: Chronik von Steinweiler, S. 193.

24Fritz: Archenweyer, S. 35.

25Fritz: Archenweyer, S. 35 unter Bezugnahme auf Hauck: Chronik von Steinweiler, S. 199.

26Fritz: Archenweyer, S. 36 unter Bezugnahme auf Hauck: Chronik von Steinweiler, S. 226.

27Fritz: Archenweyer, S. 36 unter Bezugnahme auf Hauck: Chronik von Steinweiler, S. 227.

28Esser, Werner u. Keppel, Ute: Ortsfamilienbuch Kandel. Die Familien aus Kandel vom Beginn der Aufzeichnungen bis 1900 (Ludwigshafen a. Rh., 2009).

29Fritz: Archenweyer, S. 36 unter Bezugnahme auf Hauck: Chronik von Steinweiler, S. 211.

30Fritz: Archenweyer, S. 36 unter Bezugnahme auf Hauck: Chronik von Steinweiler, S. 63.

31LA Speyer Best A 2 Nr. 122/7: Protokoll über den Zustand und die Eigentumsverhält­nisse sämtlicher Mühlen des Oberamts Germersheim vom 6.4.1768; Weber: Mühlen und Müllerhandwerk, S. 255.

32Anm.: es dürfte sich hierbei nicht um die Dorfmühle Steinweiler handeln, sondern um die Archeweyerer Mühle, wie sich aus der Namensüberstimmung des Käufers und späteren Verkäufers Johannes Fortmüller erschließt.

33Schälgang, auch Spitzgang genannt; in den Beschreibungen pfälzischer Mühlen ist er ab dem 16. Jh. fast für jeden Betrieb erwähnt. In der Pfalz wurde im Unterschied zu ande­ren Regionen zur Gewinnung von Weißmehl viel Spelz (Dinkel) angebaut. Eine Eigenart dieser in der Pfalz heute kaum mehr kultivierten Ge­treideart war, daß beim Dreschen und Windmühlen die Spreu nicht vom Korn zu trennen war. Das gelang erst im Schälgang in der Mühle, und zwar durch das Scheuern der Körner an den weit gestellten, nicht geschärften Mahlstei­nen und durch das Scheuern der Körner untereinan­der. Die Spreu löste sich hierbei und mußte nun aus dem Gang ent­fernt werden. Dies geschah durch eine besonders konstruierte Windmühle (Gebläse), die in der Nähe des Mahlgangs angebracht und durch ein Holzrohr (Schälrohr) sowie einen schmalen Treib­riemen mit dem Schälgang verbunden war. Die Windmühle blies die Spreu durch ein weiteren Holzrohr in einen ab­geschlossenen Neben­raum, die Spreukammer/Spraukammer (Weber: Mühlen und Müller­handwerk, S. 75/76).

34Esser, Werner u. Keppel, Ute: Ortsfamilienbuch Steinweiler: Die Familien aus Steinweiler vom Beginn der Aufzeichnungen bis 1900. Deutsche Ortsfamilienbücher Band Nr. 00.644 (Ludwigshafen 2011).

35Fritz: Archenweyer, S. 39.

36Hauck/Bayersdörfer: Chronik von Steinweiler, S. 217.

37Esser/ Keppel: Ortsfamilienbuch Kandel; Esser/Keppel: Ortsfamilienbuch Steinweiler.

38Hauck/Bayersdörfer: Chronik von Steinweiler, S. 226 unter Bezugnahme auf das Steinweiler Gerichtsbuch vom 23.8.1738..

39Fritz: Archenweyer, S. 39.

40Pfälzisch-Rheinische Familienkunde Ludwigshafen, GEDCOM-Datenbank, Abruf v. 16.12.2018; Esser/ Keppel: Ortsfamilienbuch Kandel.

41Lorentz Liginger war auch Beständer der Dorfmühle zu Steinweiler. Er kaufte 1745 die Dorfmühle von den Mennwegischen Erben. Im Mühlenverzeichnis für das kurpfälzische Oberamt Germersheim von 1768 (LA Speyer Best A 2 Nr. 122/7: Protokoll über den Zustand und die Eigentumsverhältnisse sämtlicher Mühlen des Oberamts Germersheim vom 6.4.1768; Weber: Mühlen und Müllerhandwerk, S. 255) ist diese Mühle des Lorentz Lieginger wie folgt be­schrieben: “Lorentz Lieginger Untereinneh­mer zu gedtem (= gedachtem) Steinweiler übergibt den sub Nr. 11 (Anm.: ist in der Ur­kunde nicht erhalten) hierbey kommenden Kauf­brief, ob welchem zu ersehen ist, daß er freie daselbsten der mahlen eigenthümblich habend in 2 Waßer Räder bestehende Mühl, wel­che 2 Mahl und einen Schehlgang abwechselnd treibt, von denen Mennwegischen [...] Erben in ao 1745 vor frey ledig und eigen er­kauft, gibt gar keinen Wasserfall Zinß” (Anm.: Hauck: Chronik von Steinweiler, S. 57 nennt dagegen 1748 als Datum des Verkaufs unter Bezugnahme auf das verloren gegangene Dorfgerichtsbuch Steinweiler). Lorenz Liginger und seine Frau Georgine geb. Müller erhalten am 10.5.1746 das Bürgerrecht in Steinweiler (Hauck/Bayersdörfer: Chronik von Steinweiler, S. 230). Bei den „Mennwegischen Erben“ handelt es um die Nachfahren des Oberamtmann von Mennwege (auch de Menneweg, 1682/96 kurpfälzischer Faut zu Germersheim).

42Fritz: Archenweyer, S. 39.

43Hauck/Bayersdörfer: Chronik von Steinweiler, S. 252; Fritz: Archenweyer, S. 39.

44Pfälzisch-Rheinische Familienkunde Ludwigshafen, GEDCOM-Datenbank, Abruf v. 16.12.2018; Esser/ Keppel: Ortsfamilienbuch Kandel.

45Pfälzisch-Rheinische Familienkunde Ludwigshafen, GEDCOM-Datenbank, Abruf v. 16.12.2018; Esser/ Keppel: Ortsfamilienbuch Kandel.

46Anm.: bei der genannten „gemeine Mühle“ muß es sich um die Archenweyerer Mühle handeln. Denn in LA Speyer Best. A2 Nr. 1630/5, fol. 51 heißt es: „Johannes Heck von Steinweiler hat die der dasigen Gemeindt eigenthümlich zustehende sogenannte Archenweyerer Mühl 18 Jahre lang in Bestand gehabt ...“.

47LA Speyer Best. A2 Nr. 1630/5, fol. 17.

48LA Speyer Best. A2 Nr. 1630/5, fol. 1.

49LA Speyer Best. A2 Nr. 1630/5, fol. 17.

50LA Speyer Best. A2 Nr. 1630/5, fol. 18.

51LA Speyer Best. A2 Nr. 1630/5, fol. 51.

52Hauck/Bayersdörfer: Chronik von Steinweiler, S. 56; Fritz: Archenweyer, S. 39.

53Hauck/Bayersdörfer: Chronik von Steinweiler, S. 56; Fritz: Archenweyer, S. 39.

54Fritz: Archenweyer, S. 39-40.

55LA Speyer Best. A2 Nr. 1630/5, fol. 1.

56Fritz: Archenweyer, S. 39-40.

57LA Speyer Best. A2 Nr. 1630/5, fol. 52: der Sohn Christian Heck teilt in einem undatierten Schreiben mit, daß sein Vater Johannes Heck „vor etwa 3 Monath verstorben“ war und zwar vor Beginn der erneuten Pachtzeit über die Archeweyerer Mühle. Diese sollte, wie sich aus LA Speyer Best. A2 Nr. 1630/5 fol. 51 iVm fol. 18 ergibt, im Mai 1789 beginnen. Dagegen nennen Esser/Keppel: Ortsfamilienbuch Kandel als Sterbedatum den 12.5.1790.

58Esser/Keppel: Ortsfamilienbuch Steinweiler.

59LA Speyer Best. A2 Nr. 1630/5 fol. 51-53.

60Dessen Vorname ist den Akten nicht zu entnehmen. Es dürfte sich um den Müller in Steinweiler, Georg Friedrich Liginger (1768 [err.] - † 20.1.1821 Steinweiler [Esser/Keppel: Ortsfamilienbuch Steinweiler]) oder dessen Vater, den Müllermeister Johann Georg Liginger (24.2.1747 Steinweiler - † 17.1.1816 Klingenmünster [Esser/Keppel: Ortsfamilienbuch Steinweiler]) handeln; 1796 wird ein Müller NN. Liginger aus Steinweiler als Müller auf der Kleinen Ahlmühle bei Rohrbach genannt (Hinweis bei LA Speyer Best. H 31 Nr. 292 fasc. 1026 vom 29.6.1855).

61Eine in seinem Eigentum stehende Mühle, die weder im Temporalbestand (Pacht) noch im Erbbestand vergeben war. Der Hinweis bezieht sich auf die Dorfmühle in Steinweiler.

62LA Speyer Best. A2 Nr. 1630/5 fol. 56.

63LA Speyer Best. A2 Nr. 1630/5 fol. 70-73.

64Anm.: zwischen 1794 und 1813/14. Nach den Friedensschlüssen von Basel (1795) und Campo Formio (1797) wurden die linksrheinischen Gebiete von Frankreich annektiert. Ab 1798 begann der Aufbau der Verwaltung und Justiz nach französischem Muster. Ehemals kirchlicher und staatlicher Besitz wurde im Wege der sog. Französischen Nationalgüterveräußerung versteigert.

65Martin, Michael: Emigration und Nationalgüterveräußerung im Pfälzischen Teil des Departements du Bas-Rhin (Dissertation Weisen­heim/Sand 1980).

66Esser/Keppel: Ortsfamilienbuch Steinweiler.

67Esser/Keppel: Ortsfamilienbuch Steinweiler.

68Fritz: Archenweyer, S. 40.

69Hauck/Bayersdörfer: Chronik von Steinweiler, S. 254.

70Pfälzisch-Rheinische Familienkunde Ludwigshafen, GEDCOM-Datenbank: Vorfahren und Verwandte von Ute Keppel geb. Kuhrke, Abruf v. 16.12.2018; Esser/ Keppel: Ortsfamilienbuch Kandel.

71Esser/ Keppel: Ortsfamilienbuch Kandel.

72Fritz: Archenweyer, S. 40-41.

73Esser/ Keppel: Ortsfamilienbuch Kandel.

74Esser/Keppel: Ortsfamilienbuch Minfeld.

75Esser/ Keppel: Ortsfamilienbuch Kandel.

76Esser/ Keppel: Ortsfamilienbuch Kandel.

77Esser/Keppel: Ortsfamilienbuch Steinweiler; Esser/ Keppel: Ortsfamilienbuch Kandel.

78Fritz: Archenweyer, S. 40-41, der den Vornamens des Müllers Metz nicht kennt.

79Esser/ Keppel: Ortsfamilienbuch Kandel.

80Esser/ Keppel: Ortsfamilienbuch Kandel.

81Fritz: Archenweyer, S. 40-41.

82Esser/ Keppel: Ortsfamilienbuch Kandel.

83Esser/ Keppel: Ortsfamilienbuch Kandel.

84Gefallenendenkmal auf dem Friedhof Steinweiler; Pfadt, F.: Gefallenendenkmal auf dem Friedhof Steinweiler, http://www.denkmalprojekt.org/ dkm_deutschland/steinweiler_wk1u2_rp.htm, Abruf v. 16.12.2018.

85Fritz: Archenweyer, S. 41-42.

86Fritz: Archenweyer, S. 41.

 

 

 

[Autor: Eberhard Ref, Sebastian-Bach-Str. 12, 67061 Ludwigshafen]