Version 26.7.2017

 

 

Der Amerikanische

Bürgerkrieg (1861-1865)

 

Militärischer Glossar

 

(Litera O-Z)

 

ausgewertet von Eberhard Ref

 

 

Litera O

 

 

Offiziere:

vom kleinen stehenden Heer (1861 noch rund 16000 Mann) trat ein großer Teil der Offiziere (nach Griffith, a.a.O., S. 96: inclusive der retired Officers 286, nach Jones, Archer: Civil War Command and Strategy, a.a.O., S. 3: aus der Regular Army 270), darunter viele der besten Absolventen aus West-Point, in den Dienst der CSA. Die Grundbesitzer des Südens waren dem Militärdienst zuge­neigt, deren Söhne hatten meistens die Militärakademie West-Point besucht (vgl. Fiedler, Kriegswesen und Kriegsführung im Zeital­ter der Einigungskriege, a.a.O., S. 180).

 

Aufgrund des mit dem militärischen Titels verbundenen Einflusses und aufgrund ihrer Stellung im öffentlichen Leben suchten viele Politiker militärische Posten bzw. wurden von den Volunteers gerade deshalb in die Ränge gewählt (vgl. Jones, Archer: Civil War Command and Strategy, a.a.O., S. 4). Politiker, die Mitglied des US-Repräsentantenhauses oder des Senats waren, konnten nur dann Offiziere und gleichzeitig Parlamentarier bleiben, wenn ihr Rang unterhalb des BrigGen lag (vgl. Farwell, Byron: Ball's Bluff. A small Battle and Its Long Shadow, Bibliothek Ref Milamerik56, S. 18)

 

 

Offiziers-Ausbildung:

Modeled on the Ecole Polytechnique in France, the West Point curriculum emphasized engineering. It provided an excellent technical education, the best graduates being selected for service in the engineers. Its military education instilled a good understanding of wea­pons and of army routine, making the graduates adept at map reading, drill, and small-unit tactics (vgl. Hattaway/Jones: How the North , a.a.O., S. 11).

 

Die meisten Offiziere hatten kaum etwas über Strategie gelernt. Der Lehrplan in West Point vernachlässigte strategische Studien zu­gunsten von Pionierwesen, Mathematik, Festungsbauwesen, Armeeverwaltung und ein bißchen Taktik als Dreingabe. Der eintönige Garnisons- oder Grenzlanddienst im Kampf gegen die Indianer, zu dem die meisten Offiziere nach der Militärakademie beordert wur­den, regte kaum zu strategischen Studien an. Wenn überhaupt, hatten nur sehr wenige Bürgerkriegsgeneräle Carl von Clausewitz ge­lesen, den maßgeblichen Autor des 19. Jahrhunderts auf dem Gebiet der Kriegskunst. Immerhin waren eine Reihe von Offizieren mit den Schriften von Antoine Henri Baron de Jomini vertraut, einem in französischen Diensten zum General aufgestiegenen Militär­schriftsteller schweizerischer Herkunft, der zum namhaftesten Interpreten der Feldzüge Napoleons I. wurde. Jeder West-Point-Absol­vent hatte sich in den Kursen von Dennis Hart Mahan, der fast ein halbes Jahrhundert lang an der Militärakademie lehrte, Jominiani­schen Prinzipien vertieft. Henry W. *Hallecks 'Elements of Military Art and Science" (1846), im wesentlichen eine Übersetzung von Jominis Werk, diente in West Point als Lehrbuch. Dennoch sollte man Jominis Einfluß auf die Strategie des Bürgerkrieges nicht über­schätzen, wie manche Historiker dies getan haben. Viele »Jominianische Prinzipien« waren schlichtweg vernunftbestimmte, prakti­sche Erwägungen, auf die Jomini kaum Urheberrecht beanspruchen durfte. Man führe die geschlossene Formation der eigenen Streit­kräfte gegen Bruchteile der feindlichen Truppen; man attackiere das Fernmeldewesen des Feindes, indes man das eigene schütze; man setze die eigene Stärke gezielt gegen den Schwachpunkt des Feindes ein, und so weiter. Es finden sich kaum Zeugnisse dafür, daß Jominis Schriften die Strategie des Bürgerkrieges konkret beeinflußt hätten; der erfolgreichste Stratege des Krieges, nämlich Grant, gestand jedenfalls, er habe Jomini nie gelesen. Die empirische Methode spielte bei der Entwicklung der Bürgerkriegsstrategie eine größere Rolle als alle Theorie. 1861 beherrschten die Erfahrungen aus dem Mexikanischen Krieg das Denken der meisten Offi­ziere. Aber dieser in einer Ära der glattläufigen Musketen leicht errungen Sieg gegen einen schwachen Feind lenkte manchen Bürger­kriegskommandanten aut die falsche Fährte, denn jetzt hatte man es mit einem entschlossenen und (nach 1861) größtenteils mit mo­dernen gezogenen Flinten bewaffneten Gegner zu tun. Die Erfahrung, die nötig war, um im Bürgerkrieg zu bestehen, mußte in die­sem erst gesammelt werden (McPherson S. 321).

 

 

Offiziers-Korps:

Bei den Freiwilligen-Regimentern war es üblich, daß die Freiwilligen ihre Offiziere, die Offiziere ihren Regimentskommandeur selbst wählten, was die Nordarmee bis 1863 praktizierte. Dies hatte insbesondere im Norden einen schlechten Leistungsstand im Of­fizierskorps zur Folge, da die gewählten meist über wenig oder keine militärischen Kenntnisse verfügten. Nach der Niederlage von First Bull Run wurden daher Prüfungskommissionen eingesetzt, die die untauglichen Offiziere aussortieren sollten. Im Verlauf des Krieges ging man dazu über, zumindest in den altgedienten Regimentern, die Beförderung zum Offizier von den Fähigkeiten und Meriten des Bewerbers abhängig zu machen. 1863 hatte die Unions-Armee die Offizierswahl so gut wie abgeschafft. Der Süden hielt am Brauch der Wahl länger fest, führte aber ebenfalls 1862 Prüfungsausschüsse einzusetzen. Dennoch leisteten die CS-Offiziere in den ersten Kriegsjahren bessere Arbeit. Gründe hierfür war, daß der Süden, der über keine Berufsarmee verfügt hatte, die 313 Berufs­offiziere, die aus der US-Armee ausgetreten und zur CS-Armee übergetreten waren, gleichmäßig auf die Regimenter verteilte, wo sie die jungen Zivilisten-Offiziere ausbilden konnten, während im Norden die neuaufgestellten Regimenter aus Zivilisten wählten, wäh­rend die Profis anfangs in der kleinen regulären Armee verblieben. Weiterhin lagen vor der Sezession die meisten Offiziersschulen im Süden, weshalb bei Kriegsausbruch oft ausgebildete Offiziersschüler aus dem Süden als Regimentsoffiziere gewählt wurden: insge­samt hatte der Süden damit einen höheren Professionalisierungsgrad (vgl. McPherson S. 317/18).

 

Im Norden ernannte Lincoln zudem aus politischen Gründen eine ganze Reihe von Politikern zu Offizieren, um sie für die Sache der Union zu gewinnen, darunter viele politische Gegner aus den Reihen der Demokratischen Partei, sowie für die ethnischen Einheiten aus Führern großer Einwanderungsgruppen (McPherson S. 318). Diese Praxis war andererseits wichtiger Bestandteil des Mobilma­chungsprozesses. Besonders im Norden wurde der politische General fast zum Synonym für militärische Inkompetenz.

 

Aus dem Pool ehemaliger Offiziere der Vorkriegs-US-Armee (einschließlich der "retired" officers) kämpften insgesamt 1292 im Bür­gerkrieg, davon 923 für den Norden, 369 für den Süden (vgl. Griffith, Battle Tactics, a.a.O., S. 96; andere Zahlen gibt Jones [Civil War Command and Strategy, a.a.O., S. 3; ebenfalls abweichend: Hattaway/Jones: How the North Won, a.a.O., S. 10 mit Anm. 7 S. 20 m.w.N.] an: von 1105 US-Offizieren bei Kriegsbeginn schlossen sich 270 der Konföderation an, während 835 bei der Union verblie­ben). Insgesamt standen weniger als 3000 ausgebildete Offiziere für die Gesamttruppen von 3.050.000 zur Verfügung, d.h. wenig mehr als 1 Offizier pro Regiment. Mehr als 98 % der Offiziere erhielten ihre Ausbildung "on the job" (Griffith, a.a.O., S. 96).

 

 

Offiziere - Verluste:

Die Verluste an Offizieren, die besonders dem Feuer ausgesetzt waren und feindliche Scharfschützen herausforderten waren offenbar so hoch, daß Offizieren befohlen wurde, am Ende ihrer Kompanien vorzurücken (vgl. Gaff, Alan D.: On many a Bloody Field. Four Years in the Iron Brigade, Bloomington Indiana: Indiana University Press 1996, S. 153; Venner, William Thomas: The 19th Indiana Infantry at Gettysburg, Burd Street Press publication, Shippensburg / USA 1998; Bibliothek Ref MilAmerik4 S. 21 mit Anm. 1 S. 122). Die Offiziere beider Seiten gingen bald dazu über, den Sattel soweit möglich zu meiden und die Uniform eines Gefreiten zu tra­gen, an der nur ein aufgenähtes Schulterstück ihren Rang verriet (McPherson, a.a.O., S. 467)

 

 

Orden:

- Thanks of Congress: höhere Auszeichnung als die Medal of Honor

 

- Medal of Honor

 

 

Ordnance, CS:

 

Literatur:

- **Mallet, J. W.: „Work of the Ordnance Bureau of the War Department of the Confederate States, 1861-65; in: Southern Historical Society Papers, XXXVII (1909), p. 5-6

 

 

Ordnance Rifle:

Reichweite 1835 yards. Wie die 10-pdr Parrot war die 3-inch Ordnance Rifle wenig geeignet zum Verschießen von Canister-Shots.

 

Literatur:

- Thomas, Dean S.: Cannons. An Introduction to Civil War Artillery, a.a.O., S. 39 ff

 

 

Overland Campaign:

als Overland Campaign wird der Versuch Grant's bezeichnet, nach dem Battle of Shiloh, durch einen Angriff nach Süden 'overland', d.h. nicht über die Wasserwege des Mississippi, Vicksburg anzugreifen (vgl. Miles: A River Unvexed, a.a.O., S. 233).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Litera P

 

 

Palmetto Guards:

Miliz-Truppe unter Capt. Cuthbert; beteiligt an der Beschießung von Fort Sumter; den ersten Schuß gab ehrenhalber Edmund Ruffin ab, der sich ehrenhalber den Palmetto Guards angeschlossen hatte; nach der Gründung der CSA Kompanie in Kershaw's 2nd South Carolina Infantry (Ruffin, Diary II 40)

 

 

Parrott-Gun:

Geschütz benannt nach seinem Erfinder Robert P Parrott, dem Superintendent der West Point Foundry in Cold Spring, New York. Die Parrott Rifles wirden 1861 patentiert. Parrott Geschütze waren gezogene Vorderlader-Geschütze (muzzle-loading rifled cannon) mit um den Verschluß geführtem Eisenband, das ein Zerspringen des Geschützrohres beim Schuß verhindern sollte.

 

Reichweite:

- 12-pdr Parrot Field Rifle: 2000 yards

- 20-pdr Parrot Field Rifle: 2100 yards

- 100-pdr Parrot 6800 yards =6217 m (vgl. Newton: Johnston and the Defense of Richmond, a.a.O., S. 131)

- 200-pdr Parrot 8000 yards = 7215 m (vgl. Newton: Johnston and the Defense of Richmond, a.a.O., S. 131)

 

Parrot Field Guns wiesen Mängel beim Verschießen von Canister-Shots auf, da das Geschütz dazu neigte, Canister-Shots auf unregel­mäßig, spiralförmigen Bahnen zu verschießen (vgl. Thomas, Dean S.: Cannons. An Introduction to Civil War Artillery, a.a.O., S. 33)

 

Photos:

- Shultz: "Double Canister at ten Yards." The Federal Artillery and the Repulse of Pickett's Charge, a.a.O., S. 6

- Thomas, Dean S.: Cannons. An Introduction to Civil War Artillery, a.a.O., S. 33 ff

 

 

Politiker:

Politiker, die Mitglied des US-Repräsentantenhauses oder des Senats waren, konnten nur dann Offiziere und gleichzeitig Parlamenta­rier bleiben, wenn ihr Rang unterhalb des BrigGen lag (vgl. Farwell, Byron: Ball's Bluff - A small Battle and Its Long Shadow, , McLean / VA 1990, Bibliothek Ref++++, S. 18)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Litera Q

 

 

Quaker Guns:

CS-Scheingeschütze (vgl. Gibbon: Personal Recollections, S. 16); US-Finanzminister Chase berichtet am 17.3.1862 (vgl. Chase: Dia­ry, a.a.O., S. 70) von einem Gespräch mit W. D. Bickham vom Cincinnati Commercial, der gerade von der Front bei Manassas zu­rückgekehrt war. Bickens bestätigt das Vorhandensein von "Wooden Guns" .

 

Photo:

Milhollen u.a.: Divided we Fought, a.a.O. S. 36

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Litera R

 

 

Railroad, CS, allgemein:

The south depended upon two primary rail networks to move its armies and supply them in the field: the lines runing east from the Mississippi Valley, and those running along the eastern seabord. Comprising the first group were the railroads from Memphis/Tenn. through Chattanooga, Atlanta and Augusta to Charleston, and a parallel route, incomplete north of Mobile / Alabama, running from Louisiana through Vicksburg, Selma, Montgomery and Macon to Savannah. Cross lines joined these two main railroads with each other and with Mobile via Columbus and Corinth on the west, and Montgomery and Atlanta on the east. Two other north-south lines connected Memphis with New Orleans through Jackson, and a shorter line ran from Louisville through Nashville, joining the Mem­phis and Charleston road at Decatur. The coastal network was less complex. The main line connected Savannah, Charleston, Wil­mington, Goldsborough, Weldon, Petersburg and Richmond (vgl. Reed: Combined Operations in the Civil War, a.a.O., S. 37-38).

 

The intermittent and inefficient operations of the railroads was an even more potent factor in the transportation break down und damit der schlechten Versorgungslage in Lee's Army of Northern Virginia im Frühjahr 1862 (vgl. Nye: Here come the Rebels, a.a.O., S. 4-5; vgl. OR XXV, pt. 2, pp. 693-94). The Confederate government had not passed laws regulating and controlling, for military use, any of the railroad lines, and various states hat preempted much of the rolling stock. The conscription statutes failed to exempt railroad engineers and firemen and other operating and maintenance personel from military obligation. This alone accounted for much of the poor service (vgl. Nye: Here come the Rebels, a.a.O., S. 5).

 

Literatur

- Black, Robert C. III: The Railroads of the Confederacy (University of North Carolina Press, 1952)

 

 

R.E.C.:

anonymer militärischer Autor, der sich ab 1858 intensiv mit der Entwicklung der modernen Schußwaffen der Infantrie, der neuen Ge­neration von Geschützen und den taktischen Auswirkungen beschäftigte (vgl. Nosworthy: Bloody Crucible, a.a.O., S. 87). Es handelt sich bei "R.E.C." fast sicher um Col Raleigh Edward *Colston, 1858 Instruktor für die französische Sprache am Virginia Military In­stitute und späterem Col der 16th Virginia Infantry (vgl. Nosworthy, a.a.O., S. 88).

 

 

Rekrutierung:

s. Einberufung

 

 

Regiment:

Die Sollstärke eines Regiments betrug 1200 Mann (theoretisch); praktisch lag die Stärke bereits bei der Musterung meist darunter und nahm im Laufe des Einsatzes meist stark ab. Ein Kavallerie-Regiment besaß 12 Kompanien [Numerierung A-M], die beritte­nen Infanterieregimenter besaßen 10 Kompanien [Numerierung A-K]; die Nummer 'J' war aufgrund einer alter Armee-Tradition nicht vergeben; zum einen bestand Verwechslungsgefahr zwischen »J« und »I«, zum anderen wurde »J« als Unglücksbuchstabe be­trachtet, da er Bestandteil des Namen »Judas« ist (vgl. Crabb: All Afire to Fight, a.a.O., S. 7). Die Kavallerieregimenter bildeten im Gefecht zwei Bataillone, jeweils bestehend aus vier Kompanien (vgl. Evans, Sherman's Horsemen, S. 501 Anm. 23).

 

Civil War infantry regiments consisted, as a rule, of ten companies, designed by the letters A-K, except for the letter J. United States Army regulations prescribed a company size of 3 officers and 98 enlisted men. With 15 field and staff officers, a regiment numbered 1.025 officers and men at authorized strength. Although the Confederacy would adopt a slightly higher figure for a regiment – 1389 officers and men – few regiments on either side ever had a full complement during the war. The recruitment of new volunteers and the infusion of conscribed or drafted men never restored a regiment to the numbers it possessed at its original mustering in. Both governments chose to create new units instead of filling old regiments to authorized strength (vgl. Wert: Bortherhood of Valor, a.a.O., S. 17; vgl. Coco: Civil War Infantryman, a.a.O., S. 9-10).

 

Griffith (Battle Tactics, a.a.O., S. 91) zeigt anhand von Beispielen, daß die Regimenter nicht generell standardisiert waren und oft ih­ren Dienst mit abweichenden Stärken begannen.

 

++++ vgl. Gaff: Brave Men's Tears, Appendix A S. 181 f

 

s. auch *Dienstzeit

 

 

Revolt of the Generals gg. Burnside (Dez. 1862 – Jan. 1863):

MajGen William Buel Franklin war die treibende Kraft bei der „Revolt of the Generals“ vom Dezember 1862 (nach dem verlorenen Battle of Fredericks­burg) gegen MajGen Burnside (vgl. Sears: Chancellorsville, a.a.O., S. 1 ff.; vgl. Wert: Army of the Potomac, a.a.O., S. 206).

 

William Buel Franklin war die treibende Kraft bei der „*Revolt of the Generals“ vom Dezember 1862 (nach dem verlorenen Battle of Fredericks­burg) gegen MajGen Burnside (vgl. Sears: Chancellorsville, a.a.O., S. 1 ff.; vgl. Wert: Army of the Potomac, a.a.O., S. 206; vgl. Sears: Controversies & Commanders, a.a.O., S. 140 ff). Franklin und der ihm unterstellte Kommandeur VI. Army Corps William B. *Smith hatten sich nach dem Battle of Fredericksburg unter Umgehung des Dienstweges schriftlich mit einem langen Brief vom 20..12.1862 direkt an Präsident Lincoln gewandt und einen Strategiewechsel in Wiederholung der Peninsular Campaign vorgeschlagen. Lincoln hatte seine diesbezüglichen Zweifel in seiner Erwiderung vom 22.12.1862 mitgeteit. Als Burnside am 29.12.1862 den Vorbefehl zu einen erneuten Angriff bei Fredericksburg erteilte, wurde Franklin und Smith klar, daß ihre bisherige Vorgehensweise gescheitert war und entschlossen sich nun, zwei Generale als ihre Emissäre nach Washington zu entsenden; es handelte sich um BrigGen John *Cochrane and MajGen John *New­ton (vgl. Sears: Controversies & Commanders, a.a.O., S. 142).

 

BrigGen John *Cochrane and MajGen John *New­ton had not concocted this intrigue by themselves. They merely represented the lar­gest and boldest evidence of a general's revolt in the Army of the Potomac aimed at Burnside's overthrow, whose leaders were Cochrane's and Newton's immediate superiors, Major Generals William Franklin and William Smith (vgl. Sears: Chancellorsville, a.a.O., S. 2; vgl. Wert: Army of the Potomac, a.a.O., S. 206). Beide trafen am 30.12.1862 mit Präsident Lincoln in dieser Angelegen­heit zusammen ( vgl. Wert: Army of the Potomac, a.a.O., S. 206), nachdem Cochrane das Treffen über Secretary of State Salmon P. Chase initiiert hatte (vgl. Sears: Chancellorsville, a.a.O., S. 2). Beide wußten sicher, daß ihr Vorhaben an Subordination grenzte. Newton admitted that they were in „a very delicate position“. At one point in the discussion Lincoln remarked that he thought that they meant „to injure General Burnside“. They denied it, replying that only patriotism motivated them. Lincoln thanked them for the information, and the generals departed (vgl. Wert: Army of the Po­tomac, a.a.O., S. 206-207).

 

BrigGen John Cochrane war an der „Revolt of the Generals“ vom Dezember 1862 (nach dem verlorenen Battle of Fredericksburg) gegen MajGen Burnside beteiligt (vgl. Sears: Chancellorsville, a.a.O., S. 1 ff.; vgl. Wert: Army of the Potomac, a.a.O., S. 206). Cochrane and sein Divisionskommandeur MajGen John *Newton had not concocted this intrigue by themselves. They merely represented the largest and boldest evidence of a general's revolt in the Army of the Potomac aimed at Burnside's overthrow, whose leaders were Cochrane's and Newton's immediate superiors, Major Generals William Franklin and William Smith (vgl. Sears: Chancellorsville, a.a.O., S. 2; vgl. Wert: Army of the Potomac, a.a.O., S. 206). Beide trafen am 30.12.1862 mit Präsident Lincoln in dieser Angelegenheit zu­sammen ( vgl. Wert: Army of the Potomac, a.a.O., S. 206), nachdem Cochrane das Treffen über Secretary of State Salmon P. Chase initiiert hatte (vgl. Sears: Chancellorsville, a.a.O., S. 2). Beide wußten sicher, daß ihr Vorhaben an Subordination grenzte. Newton ad­mitted that they were in „a very delicate position“. At one point in the discussion Lincoln remarked that he thought that they meant „to injure General Burnside“. They denied it, replying that only patriotism motivated them. Lincoln thanked them for the informati­on, and the generals departed (vgl. Wert: Army of the Potomac, a.a.O., S. 206-207).

 

Lincoln gab die Namen Cochrane und Newton nicht weiter. Dennoch wurden diese bekannt. Zur 'Revolt of the Generals' nach dem Battle of Fredericksburg im Dezember 1862 (s. hierzu MajGen William Franklin, MajGen William Smith, MajGen John Newton, und MajGen John Cochrane) vermerkt der Befehlshaber der Washington Defenses, MajGen Samuel P. *Heintzelman in seinem Tagebuch: „... when zwo Generals came to town, saw Mr. Lincoln & he sent orders not to do ist“ (Anm. er gab Anweisung an Gen Burnside nicht erneut bei Fredericksburg über den Rappahannock anzugreifen“). Heintzelman had his own sources of inside information, and added: „I heard since the that Genls Newton & Cochrane who got leave from Gen. Gen. Franklin were the officers“. He could not understand how „such conduct is tolerated“ (vgl. Sears: Chancellorsville, a.a.O., S. 10; vgl. Heintzelman Diary, a.a.O., 5.1.1863).

 

Travelling with the Army of the Potoma im Jan. 1863, insb. beim berüchtigten Mud Marsh, was Henry J. Raymond, editor of the New York Times, who was appaled by the turmoil in the high command [Anm. s. Revolt of the Generals]. He learned of the backstairs maneuvering in the officers corps for McClellan's return; of the lack of confidence in Burnside; of Generals Franklin and Smith undercutting their superior at every opportunity. And from the Time's army correspondent William Swinton editor Raymond got an earful of Joe Hooker's broadsides aimed at everyone in sight (vgl. Sears: Chancellorsville, a.a.O., S. 20-21).

 

Literatur:

- Sears, Stephen W.: Controversies & Commanders, a.a.O., S. 133-166

 

 

Rifle:

The rifle is a shoulder arm with a rifled bore. In the mid-19th century, the rifle was distinguished from the musket or rifle-musket by its length, which was usually about 49 inches. The shorter length of the rifle was ideal for mounted infantry troops or troops serving as skirmishers, where added maneuverability was important. When breechloading infantry arms were introduced at the time of the Civil War, the length of the rifle was considered to be perfect. These breechloading rifles also offered increased loading speed. (aus Thomas/Thomas, Civil War Bullets & Cartridges, a.a.O., S. 73)

 

 

Rifle Musket:

"The infantry weapons commonly used during the Civil War were the rifle musket and the smoothbore musket. Both of these were muzzleloaders (powder and bullet loaded from the muzzle and rammed down the barrel) and were fired using a percussion cap. One common characteristic of bullets for both smoothbores and rifle muskets was that they had to have a higher diameter than the bore of the gun so they would fit down the barrel during loading. The space between the bullet and the barrel was called windage. During the Civil War, most of the bullets made in the North were machine pressed, which produced a more solid and uniform ball. The South, however, predominately cast their bullets in molds. Often the only way to distingish between a Northern and Southern "3-ring minnie" is if it shows some "cast" features. These features include a noticable sprne location (nose cast, side cast, etc.) or irregulari­ties in the cavity and/or rings.

 

The rifle musket (RM) was the standard infantry shoulder arm in use during the Civil War. It had a rifled barrel and used an elongated ball most commonly in .58 caliber. These bullets needed some feature that allowed them to expand into the rifling upon being fired - this feature was usually a cavity in the base. Another common characteristic was a number of rings around the body of the bullet. These rings held a lubricant of wax and tallow." (aus Thomas/Thomas: Cilvil War Bullets & Cartridges, a.a.O., S. 30).

 

 

Rifled Musket:

bei diesen Waffen handelt es um ursprünglich glattläufige (smoothbore) Muskets, die nach 1855 aus ökonomischen Gründen nicht durch die *Rifle Musket ersetzt, sondern nachträglich umgearbeitet und mit Zügen und Feldern versehen wurden. Die Rifled Muskets wurden in Milizeinheiten verwendet oder für den Notfall als Waffenergänzung in Depots eingelagert (vgl. Thomas/Thomas, Civil War Bullets and Cartridges, a.a.O., S. 74; vgl. Hess: Rifle Musket, a.a.O., p. 8).

 

 

Rodman Pricipal:

eine neue Gußtechnik für Geschutzrohre, die durch Lt T. J. Rodman in den 1840er Jahren entwickelt wurde. Ausgelöst wurden Rod­man's Überlegungen durch das Explosionsunglück auf der USS Princeton am 29.2.1844, bei dem eine "Peace-Maker Gun" beim Ab­schuß expoldierte und US-Secretary of the Navy Thomas Gilmer und andere tötete. Zuvor war die Haltbarkeit von Geschützen mit 2000 Schuß geschätzt worden, ohne daß es wissenschaftliche Untersuchungen hierzu gab. Rodman's Untersuchungen zum Prozeß des Geschützgusses ergaben, daß beim herkömmlichen Gußverfahren im Inneren der Geschützrohre kleine für das menschliche Auge meist unsichtbare Risse und Sprünge auftraten, bedingt durch den Abkühlungsprozeß des Metalls von außen nach innen. Rodman er­kannte, daß der Abkühlungsprozeß von innen nach außen verlaufen mußte. Rodman erfand ein Gußverfahren, bei dem das Geschütz­rohr um einen mit Wasser gefüllten Kern gegossen wurde, was die Abkühlung des Metalls von innen nach außen ermöglichte. Es kam zur Einführung des Hohlgußverfahrens. Hierdurch wurde die Haltbarkeit der Geschützrohre enorm erhöht (vgl. Nosworthy: Bloody Crucible, a.a.O., S. 101-103; Boatner, a.a.O., S. 707).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Litera S

 

 

Sanitätswesen, allgemein:

 

Literatur

- **Adams, George Worthington: Doctors in Blue: The Medical History of the Union Army in the Civil War (New York: LSU Press, 1961; Reprint of a 40 year old title); the definitive history on the medical corps of the US Army; 253pp; Illustrated

- **Cunningham, H. H.: Doctors in Gray: The confederate Medical Service. Baton Rouge: Louisiana State University Press, 158, Se­cond Edition 1960

- Fox, William: Regimental Losses in The American Civil War (Albany / NY: Randow Printing Co., 1888, reprint Dayton / Ohio, Morningside Book Shop)

- **Kernek, Clyde, M.D.: Field Surgeon at Gettysburg (Guild Press); 120pp. Actual records of the 32nd Massachusetts provide the ba­sis for recounting these behind-the-lines experiences of doctors during the Battle of Gettysburg as told by a fictional assistant to the real Dr. Zab Adams

- Smith, Beverly C.: "The last Illness and Death of General Thomas Jonathan (Stonewall) Jackson (auch zum Battle of Chancellors­ville)

 

 

Scharfschützen:

s. s. *Schießausbildung; *Schußweiten

 

Die Aufgabe der Scharfschützen bestand darin:

- Aufklärung durch gezieltes Feuer

- Herausschießen der gegnerischen Offiziere zur Unterbrechung der Befehlskette

- Herausschießen der gegnerischen Artillerie beim eigenen Angriff um die Feuerwirkung der gegnerischen Artillerie zu unterbinden

 

Die Scharfschützen kämpften abgesetzt und als Einzelkämpfer.

 

Es gab folgende US-Scharfschützenregimenter:

- 1st Sharpshooter Regiment (zusammengesetzt aus 10 Kompanien aus verschiedenen US-Staaten zu je 100 Mann)

- 2nd Sharpshooter Regiment (zusammengesetzt aus 10 Kompanien aus verschiedenen US-Staaten zu je 100 Mann)

 

Beide Regimenter wurden von Col. Hiram Berdan als übergeordnetem Kommandeur befehligt (vgl. Denton, a.a.O., S. 3). Das 2nd Regiment hatte als unmittelbar verantwortl. Kommandeur Col. Pst (Denton, S. 8).

 

"Exaggerated praise for snipers comes in, e.g. Shannon (Shannon, F.A.: The Organization and Administration of the Union Army, Kansas 1928, reprinted 1965, vol. I S. 143); a more balanced discussion is in Edwards (Edwards, William B.: Civil War Guns, Stck­pole, Harrisburg, Pa., 1962, S. 216-24)" (vgl. Griffith, Paddy: Battle Tactics, a.a.O., S. 206 Anm. 5).

 

Literatur:

- **Benson, Susan (Hrsg.): Berry Benson's Civil War Book. Memoirs of a Confederate Scout and Sharpshooter, Reprint 1992

- **Denton, Paul: The First Minnesota Sharpshooter Company in the Army of the Potomac during the Civil War 1861-1865

- Edwards, William B.: Civil War Guns, Stackpole, Harrisburg, Pa., 1962, S. 216-24

- Griffith, Paddy: Battle Tactics, a.a.O., S. 74 und S. 206, Anm. 5

- Shannon, F.A.: The Organization and Administration of the Union Army, Kansas 1928, reprinted 1965, vol. I S. 143

- **Shannon, Issac N.: "Sharpshooters in Hood's Army"; Confederate Veteran 15 (1907), S. 406-07

- Stevens, Charles A.: Berdan's US-Sharpshooters in the Army of the Potomac, 1861-1865 (St. Paul Minnesota: Price McGill Compa­ny, 1892)

 

 

Schießausbildung:

s. auch *Scharfschützen; *Schußweiten

 

vgl Schilderung von BrigGen Manigault bei Castel: Decision in the West, a.a.O., S. 108

 

 

Schuhe:

s. auch *Ausrüstung

 

Die Schuhe / Stiefel mit denen die Truppen ausgerüstet waren, zeigten sich oft als mangelhaft. Beim Vormarsch der Truppen Gen. Curtis in Missouri im Januar 1861 trennten sich in der Division Siegel und der Division Davis die Sohlen vom Oberleder (vgl. Shea / Hess, Pea Ridge, a.a.O., S. 13; vgl. Cannan, Antietam, a.a.O., S. 24 f.).

 

Die CS-Infanterie litt unter empfindlichem Schuhmangel, viele Soldaten zogen barfuß in die Schlacht. Der Süden versuchte deshalb über Blockadebrecher auch Schuhe aus Europa zu importieren (vgl. Bericht von Kapitän Almuzi der USS-Connecticut, abgedruckt bei Hoehling, Damn the Torpedos, a.a.O., S. 6). Berry Benson (Memoirs of a Confederate Scout, a.a.O., S. 14) berichtet, daß er im letzten Abschnitt des Einsatzes in den Seven Days und der Verlegung nach Gordonsville (*Jackson's Raid around Pope im August 1862) keine Schuhe besaß.

 

Während Jackson's Raid to the Rear of Pope ab 25.8.1862 besassen Tausende von Jackson's Soldaten keine Schuhe (vgl. Gaff: Brave Men's Tears, a.a.O., S. 19). Ein Korrespondent schätzte, daß die Quartiermeister mindestens 40000 Paar Schuhe benötigten, um den Bedarf von Lee's Army zu befriedigen. In einigen Regimentern Jackson's waren 30% der Soldaten ohne Schuhe (vgl. Gaff, a.a.O., S. 20 m.w.N.).

 

Trotzdem funktionierte auch in der CS das Quartermastersystem hervorragend, trotz der im Vergleich zum Norden weit größeren Schwierigkeiten bei der Matierialbeschaffung. Beispielsweise gelang es den CS Quartermastern in der Zeit von Juli 1864 bis Januar 1865 Lee's Army mit 146000 Paar Schuhen zu versorgen (vgl. Jones, Archer: Civil War Command and Strategy, a.a.O., S. 9).

 

 

Schußweiten - Artillerie:

s. auch *Artillerie-Munition

 

Reichweiten:

- 12-Pounder Field Gun, Modell 1857 (The Napoleon):

Range bei einer 5° Erhöhung: 1619 yards

 

- 12-pdr Howitzer: 1072 yards

- 24-pdr Howitzer: 1322 yards

- 12-pdr Mountain Howitzer: 900 yards

 

- 12-pdr Parrot Field Rifle: 2000 yards

- 20-pdr Parrot Field Rifle: 2100 yards

- 100-pdr Parrot 6800 yards =6217 m (vgl. Newton: Johnston and the Defense of Richmond, a.a.O., S. 131)

- 200-pdr Parrot 8000 yards = 7215 m (vgl. Newton: Johnston and the Defense of Richmond, a.a.O., S. 131)

 

- Ordnance Rifle 3-inch: 1835 yards

 

- 14-pdr James Rifle: 1700 yards

 

Canister Shots (Kartätschen für Direktbeschuß) wurden auf kurze Entfernungen von weniger als 200 yards im Direktbeschuß ver­schossen, wobei die Wirkung der Schrotkugel-ähnlichen Geschosse (Größe eines Golfballs oder kleiner) mörderisch war (vgl. Catton: Reflections, a.a.O., S. 128; Thomas: Cannons, a.a.O., S. 17: bis zu 200 yards, max. 400 yards)

 

Literatur:

- **Thomas, Dean S.: Cannons. An Introduction to Civil War Artillery (12 Auflage 1999, Thomas Publications, Gettysburg); Bibliothek Ref MilAmerik62

 

 

Schußweiten - Infanterie:

s. auch *Schießausbildung; *Verluste; *Waffen

 

Waffentechnisch kamen ab Mitte des 19. Jh. zwei grundlegende Entwicklungen zur Reife: zum einen der Übergang vom glatten zum gezogenen Vorderladergewehr, zum anderen die Einführung des gezogenen Hinterladers (vgl. Fiedler, MilGesch3IV1, S. 12). Diese Ent­wicklung zusammen mit den ähnlich gravierenden Veränderungen bei der Artillerie hatten bedeutenden Einfluß auf die *taktischen Gegebenheiten.

 

Beide Entwicklungen hatten bedeutenden Einfluß auf die Taktik sowohl beim Angriff als auch der Verteidigung. Die wirksame Schußweite des glatten Vor­derladergewehrs betrug gegenüber der Schußweite der Artillerie nur ein Viertel. Damit war die Artillerie der Infanterien weit überlegen. Mit der Einführung gezogener Gewehre stiegen die Schußweiten und die Treffähigkeit der Infanterie­gewehre aber erheblich an. Gut verteilte Schützen vermochten nun die Kanoniere an den Geschützen aus großer Entfernung zu be­kämpfen. Blieben sie dabei noch in Deckung, waren die übli­chen Vollkugeln der Artillerie nahezu wirkungslos. Somit hatte sich das Wertverhältnis der beiden Waffen zueinander stark verscho­ben. Ein Wettlauf zwischen Gewehr und Geschütz begann. Der Artillerist suchte sein Heil in noch größeren Schußweiten, stärkeren Kalibern und wirksameren Geschossen. Zunächst ermöglichte das Schrap­nell einen Kartätschenschuß auf größere Entfernungen, doch entsprechende Schußweiten und bessere Trefferaussichten boten nur ge­zogene Rohre. Die Hinterladung des Infanteriegewehrs brachte den taktischen Vorteil, daß die Schützen ihre Waffe im Liegen und ge­deckt bedienen konnten, dazu im kritischen Moment auch schneller schußbereit waren. So veränderte das Hinterladungsgewehr den Infanteriekampf und forderte nicht nur von jedem Un­terführer, sondern auch von jedem Mann ein größeres Maß an Selbständig­keit. Ähnlich entwickelten sich die Probleme bei der Artil­lerie; auch hier hatte sich die Zweckmäßigkeit einer Hinterladekanone klar erwiesen. Je schneller und massierter sie auf dem Ge­fechtsfelde in die wirksame Schußposition vorrückte, desto größeres Gewicht er­hielt der artilleristische Feuerkampf im taktischen Zusammenwirken aller Waffen (Fiedler, a.a.O.).

 

Hauptwaffe der Infanterie war der anfangs einschüssige Vorderlader mit glattem Lauf. Die maximale Reichweite dieser Waffe lag bei etwa 250 Metern. Die effektive Reichweite (die Entfernung, auf die ein guter Schütze sein Ziel mehr oder weniger regelmäßig treffen konnte) betrug an einem windstillen Tag etwa 80 Meter. Die geschlossene Formation war notwendig, um die Feuerkraft dieser unge­nauen Waffen zu konzentrieren; Artillerie konnte die vorrückende Infanterie begleiten, weil die Kanoniere vor feindlichem Muske­tenfeuer bis auf die letzten paar hundert Meter relativ sicher waren, und Bajonettangriffe konnten Erfolg haben, weil im Eilschritt vorrückende Infanterie die letzten 80 Meter in jenen 25 Sekunden zurücklegen konnte, die die verteidigenden Infanteristen nach dem Abfeuern einer Salve zum Nachladen ihrer Musketen brauchten.

 

Der gezogene Lauf verlängerte die Reichweite der Büchse um das Vierfache, weil er der konischen Kugel einen Spin verpaßte, mit­tels dessen sie sich buchstäblich durch die Luft bohrte. Dieses Phänomen war seit Jahrhunderten bekannt, aber vor der Mitte des 19. Jahrhunderts verfügten nur Spezialregimenter oder ein bis zwei Kompanien pro Regiment über Büchsen. Diese Kompanien wurden als Plänkler eingesetzt, das heißt, sie operierten vor und neben dem Hauptverband, griffen an oder zogen sich in loser Formation zu­rück und schossen nach Gutdünken auf alle sich bietenden Ziele im gegnerischen Lager. Warum verfügten nicht alle Infanteristen über Büchsen, wenn sie doch weiter reichten und genauer trafen? Weil ein Geschoß, das groß genug war, um die Züge »auszufüllen«, nur mühsam zu laden war. Mitunter mußten die Schützen den Ladestock buchstäblich in den Lauf hämmern. War die Büchse ein paarmal abgefeuert worden, bildete sich in den Zügen Pulverrückstand, der entfernt werden mußte, bevor man erneut feuern konnte. Da rasches und zuverlässiges Feuern in der Schlacht entscheidend war, war die Büchse für die Masse der Infanteristen ungeeignet.

 

Jedenfalls war sie es bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. An der Entwicklung einer brauchbaren Militärbüchse waren viele beteiligt, aber das Hauptverdienst gebührt fraglos dem französischen Hauptmann Claude E. Minié und dem Amerikaner James H. Burton, ei­nem Zeugmeister im Bundesarsenal Harper's Ferry. 1848 vervollkommnete Minié ein Geschoß, das so klein war, daß man es leicht in einen gezogenen Lauf laden konnte. Ein Holzstöpsel an der Unterseite des Geschosses bewirkte, daß dieses beim Abfeuern expan­dierte und sich in die Züge paßte. Solche Geschosse waren teuer; Burton entwickelte eine billigere und bessere Patrone mit einem Hohlboden, der sich mit Gas füllte und beim Abfeuern nach außen in die Züge gedrückt wurde. Das war der berühmte minié Ball der Bürgerkriegsbüchse. Die Überlegenheit der Büchse demonstrierten britische und französische Soldaten im Krimkrieg. Als Kriegsmi­nister stellte Jefferson Davis die US-Armee 1855 auf die Springfield Rifle Musket, Kaliber 58, um. Zusammen mit der ähnlich ge­bauten Enfield Rifle Musket vom Kaliber 577, in das dieselben Patronen paßten, wurde die Springfield die wichtigste Infanteriewaffe des Bürgerkriegs.

 

Da es sich um einschüssige Waffen handelte, die vom Lauf her geladen wurden, war das Laden dieser Büchsen noch immer eine um­ständliche Prozedur. Selbst der geschickteste Soldat konnte nicht mehr als drei Schüsse pro Minute pro Minute abgeben. Um 1861 hatten verschiedene Erfinder schon mit Hinterladern experimentiert, aber bei den damals gebräuchlichen in Papier gewickelten Kar­tuschen, die Geschoß und Pulver enthielten, traten am Geschützboden Gas- und mitunter auch Feuer aus und machten diese Waffen unzuverlässig und für den Benutzer sogar gefährlich. Verbesserungen machten die einschüssigen Sharps-Karabiner und -Gewehre zu einer beliebten Waffe bei der Unionskavallerie und bei Scharfschützeneinheiten, die sie sich zu beschaffen wußten. Durch die Ent­wicklung der Metallpatrone konnte die Nordstaatenarmee ihre Kavallerie und einige Infanterieeinheiten von 1863 an mit Repetierge­wehren ausstatten, von denen der siebenschüssige Diese Waffen wurde mit weniger Pulver geladen und hatten infolgedessen eine kürzere Reichweite als die Springfields und Enfields mit ihren Papierpatronen, aber sie waren auch störanfälliger (vgl. Evans, Sher­man's Horsemen, a.a.O., S. 21.

 

Der gezogene Lauf verlängerte die Reichweite der Büchse um das Vierfache, weil er der konischen Kugel einen Spin verpaßte, mit­tels dessen sie sich buchstäblich durch die Luft bohrte. Dieses Phänomen war seit Jahrhunderten bekannt, aber vor der Mitte des 19. Jahrhunderts verfügten nur Spezialregimenter oder ein bis zwei Kompanien pro Regiment über Büchsen. Diese Kompanien wurden als Plänkler eingesetzt, das heißt, sie operierten vor und neben dem Hauptverband, griffen an oder zogen sich in loser Formation zu­rück und schossen nach Gutdünken auf alle sich bietenden Ziele im gegnerischen Lager.

 

Die Einführung des Infanteriegewehres mit gezogenem Lauf scheiterte zunächst daran, daß der Ladevorgang wesentlich schwieriger und zeitaufwendiger war. Erst durch die Einführung der Springfield Rifle Musket (1855) bzw. der ähnlich gebauten Enfield Rifle Musket änderte sich dies. Lieferschwierigkeiten und Verzögerungen bei der Einführung dieser Waffen führten dazu, daß erst im Lau­fe des Jahres 1862 die meisten Unionsregimenter die neuen Waffen erhielten, während viele konföderierte Einheiten noch mit glatt­läufigen Musketen auskommen mußten.

 

Der Übergang zum Gewehr mit gezogenem Lauf hatte im wesentlichen zwei Folgen: Die Verluste vervielfachten sich, und die takti­sche Defensive gewann an Bedeutung, da bei einer effektiven Reichweite der neuen Waffen von 300 bis 400 m die Verteidiger die Angreifer zusammenschießen konnten, bevor diese überhaupt zum geschlossenen Sturm antreten konnten. Es dauerte lange, bis die Offiziere, die in der alten Taktik ausgebildet waren, diesen Veränderungen Rechnung trugen. Die blutigen Verluste der Schlachten waren die bittere Folge (vgl. McPherson, a.a.O., S. 464 ff.).

 

Durch die Einführung des muzzle loading Rifle wurde die Taktik revolutioniert durch Neutralisierung der Kavallerieangriffe und durch Aufbau eines Feuer-Schutzschildes vor der aus Gräben verteidigenden Infantrie. Die Einführung der neuen Waffe erhöhte die Kraft der Defensive erheblich (vgl. Hattaway/Jones: How the North Won, a.a.O., S. 12).

 

Im Gegensatz zu dieser Sicht bezeichnet Griffith (Battle Tactics of the Civil War, a.a.O., S. 225 Anm. zu Jamieson) die Auffassung, die Einführung der Rifled Muscet habe die Taktik geändert, als 'false theory'. Weiter führt Grittith (a.a.O., S. 74) aus: "What is much less clear is whether or not the average soldier in combat actually obtained very much benefit from these improvements, since many of the same factors which had limited range and accuracy in Napoleonic times continued to apply throughout the Civil War. Fields of fire were often very short, the soldiers were generally unskilled in the use of their weapons, and the officers were anxious not to en­gage in indecisive long-range fire. Despite the technical possibilities of good accuracy at long ranges, the tactical theory still rested upon the idea of massed fire at close range".

 

Literatur:

- Fiedler, Siegfried: Reihe Heerwesen der Neuzeit Abteilung III: Das Zeitalter der Revolutionskriege, Band 2: Kriegswesen und Kriegführung im Zeitalter der Revolutionskriege, Bernard & Graefe Verlag Koblenz 1988, Bibliothek Ref MilGesch 3III2, S. 72

- Skirmish, Internet Datei, Bibliothek Ref MilAmerik27

- Nosworthy: Bloody Crucible, a.a.O., S. +++

- **Weller, Jac: 'Shooting Confederate Infantry Arms', in: The American Rifleman, April, May and June 1954 (Griffith: Battle Tactics of the Civil War, a.a.O., S. 228 Anm. zu Weller bezeichnet die Studie als: "Well researched detail of ballistics and accuracy in 'avarage' hands for all the major Civel War long arms")

 

 

Secret Service - CS:

s. auch Spy and Spymaster

 

a. zur Versorgung mit Geldmitteln:

- vgl. Tidwell, William A.: April 65 - Confederate Covert Action in the American Civil War, Bibliothek Ref MilAmerik43, S. 14 ff.

- Captain Cucullu (Confederate Veteran Vol. I Feb. 1893, S. 43): Übergabe der Secret Service Funds des Trans-Mississippi-Depart­ment in Höhe von $ 3300 an US-MajGen Canby nach der Kapitulation. Das Geld sollte zunächst zur Unterstützung von Jefferson Davis nach Cuba gebracht werden, wo neuer CS-Widerstand aufgebaut werden sollte

 

b. Aufbau:

die bedeutendsten Elemente des Confederate secret service waren (zu den Einzelheiten und Aufgaben vgl. Tidwell, April 65 - Confe­derate Covert Action, a.a.O., S. 31/32):

 

· State Department Secret Service: This loose collection of agents with special qualifications or special missions was managed by Ju­dah *Benjamin with frequent intervention by Jefferson Davis.

 

· War Department Secret Service: These agents worked on assignments from the War-Department bot were sometimes assigned to work for specific field commanders. Their activity appears to have been managed for the War Department by personnel in the War Department Signal Bureau.

 

· War Department Signal Bureau and Signal Corps: The bureau provided Signal Corps personnel to the field commanders to transmit information over the battlefield and operated the Secret Line, which passed information and personnel across enemy lines between Richmond and Washington (apparently operated independently of the War Department Secret Service). The Independent Signal Corps and Scouts operated in tidewater Virginia.

 

· Provost Marshal of Richmond: Established in 1861 under Gen. John Henry Winder, this organization had a checkered career, being responsible at one time or another for military discipline in the Richmond area, counterespionage, the defenses of Richmond, the ad­ministration of prisoners of war, and the collection of information in support of these various tasks. It may also have assisted the State Department's secret service.

 

· War Department Torpedo Bureau: Primarily concerned with the employment of explosive devices on land - "subterra" mines - agents also planted underwater mines and controlled the mine fields in the James River.

 

· Navy Submarine Battery Service: This unit focused on the employment of underwater mines to: defend the major harbors and rivers of the Confederacy.

 

· War Department Strategy Bureau: Never established officially, this undercover bureau was created in early 1863 to sponsor sabota­ge teams known as "strategic corps" or "destructionists," which were concerned primarily with the use of explosives and newly in­vented weapons against targets behind enemy lines approved by the military department commanders.

 

· The Greenhow Group: This well-organized espionage service in Washington was formed originally under sponsorship of the state of Virginia. Although several key members, like Rose *Greenhow, were arrested, the group continued to function during most of the war with the primary focus of providing direct support to the Army of Northern Virginia.

 

· Cavalry Scouts: A group of talented young men were recruited and trained by Gen. J. E. B. Stuart to operate in front of and around the army and, on occasion, behind enemy lines. The group reported to Stuart and General Lee. After Stuart's death, the group became less efficient, possibly because several of its outstanding members were drawn off into other missions.

 

· Operations in Canada: Confederates developed a number of clandestine assets in Canada, initially to support the passage of couriers and other tasks. In 1864 the Confederacy established what amounted to a field office capable of developing and carrying out complex clandestine operations. Jacob *Thompson, the chief, reported to Benjamin and Davis, but he also had the support of a War Depart­ment team under the control of Freiheit, a.a.O., S. 751; Kinchen, Oscar A.: Confederate Operations in Canada and the North, North Quincy, Mass., 1970).

 

In addition to these organizations, there were a number of guerrilla units whose raids on occasion might have been hard to distinguish from the work of the Strategic Corps. And there was Colonel Mosby's partisan unit as well, which supported the Army of Northern Virginia primarily but also from time to time undertook missions of interest to the central government.

 

Evolving out of the debate over how to conduct warfare against Union commerce at sea, secret legislation was submitted in 1864 to create a Special and Secret Service Bureau. This organization was intended to foster the development of secret weapons, provide a le­gal basis for the Strategy Bureau, and coordinate the operations of the other existing clandestine organizations. The legislation for this Confederate version of a central intelligence organization was not approved by Congress until March 1865.

 

Literatur:

- **Bakeless, John: Spies of the Confederacy, Philadelphia, Lippincott 1970

- **Canan, H. V.: Confederate Military Intelligence; in: Maryland Historical Magazine 59 (March 1964), S. 34-51

- **Castleman, John B.: Active Service (Louisville: Courier-Journal Job Prinzing Co., 1917)

- **Conrad, Thomas Nelson: A Confederate Spy (New York: J. S. Ogilvie, 1892)

- **Fishel, Edwin C.: "The Mythology of Civil War Intelligence," in: Hubbell, John T. (ed.): Battles Lost and Won: Essays from Civil War History (Westport, Connecticut: Greenwood Press, 1975), S. 83-106

- **Headley, John W.: Confederate Operations in Canada and New York (New York: Neale, 1906)

- **Jones, Thomas A.: J. Wilkes Booth (Chicago: Laird & Lee, 1893)

- **Markle, Donald E.: Spies and Spymasters of the Civil War (New York: Barnes & Nobles Books, 1994); Bibliothek Ref MilAmeri­k17d

- **Tidwell, William A.; Hall, James O. and Gaddy, David Winfred: Come Retribution. The Confederate Secret Service and the Assassi­nation of Lincoln (Jackson, Miss.: University Press of Mississippi, 1988, 3. Auflage 2001); Bibliothek Ref MilAmerik17f

- **Tidwell, William A.: April 65 - Confederate Covert Action in the American Civil War, The Kent State University Press (Kent, Ohio & London, England, 1995), Bibliothek Ref MilAmerik17e

- **Van Doren Stern, Philip: Secret Missions of the Civil War. First-hand accounts by men and women who risked their lives in under­ground activities for the North and the South (New York, 1959, 1987, 1990); Bibliothek Ref MilAmerik17b

 

 

Secret Service - US:

McClellan's chief dependence on detective Allan Pinkerton and his civilian spies had resulted in a dismal failure to furnish reliable enemy information. Nor is there evidence that Burnside did anything to improve that situation (vgl. Stackpole: Chancellorsville, a.a.O., S. 15).

 

In the word of the Joint Committee on the Conduct of the War (Second Session, 38th Congress, quoted in John Bigelow, Jr.: Chancel­lorsville, a.a.O., S. 47; zitiert bei Stackpole: Chancellorsville, a.a.O., S. 16): „When General Hooker assumed command of the army, there was not a record or document of any kind at headquarters of the army that gave any information at all in regard to the enemy. There was no means, no organization, and no apparent effort to obtain such information. And we were almost as ignorant of the enemy in our immediate front as if they had been in China“.

 

Hooker established a Military Information Bureau which at first served only the Army of the Potomac but which increased in size and scope throughout the war until it became virtually a national agency and may be regarded as the beginning the present Army intelligence System. The new bureau was nominally under Hooker's Provost Marshal General, BrigGen Marsena R. Patrick, but the active chief was Col George H. Sharpe von der 120th New York Infantry (vgl. Stackpole: Chancellorsville, a.a.O., S. 16).

 

Literatur:

- **Fishel, Edwin C.: The Secret War for the Union: The Untold Story of Military Intelligence in the Civil War [Boston: Houghton Mifflin, 1996]

- **Markle, Donald E.: Spies and Spymasters of the Civil War (New York: Barnes & Nobles Books, 1994); Bibliothek Ref MilAmeri­k17d

- **Van Doren Stern, Philip: Secret Missions of the Civil War. First-hand accounts by men and women who risked their lives in under­ground activities for the North and the South (New York, 1959, 1987, 1990); Bibliothek Ref MilAmerik17b

 

 

Seminole Wars:

Seminolen, ein den Creek verwandter Indianerstamm, ursprünglich in Florida beheimatet. Die Seminolen wurden im sog. Seminolen-Krieg (1817-18) besiegt und mußten 1832 der Umsiedlung nach Westen zustimmen. Da sich einzelne Stammesteile weigerten, kam es zum sehr blutigen zweiten Seminolem-Krieg (1835-42), in dessen Folge die große Mehrzahl der S. zum Umzug in das Indian Ter­ritory gezwungen wurden.

 

Literatur:

- **Sprague, John T.: The Florida War (New York, 1848)

- Wright, J. Leitch, jr.: Creeks ans Seminoles (1986)

 

 

Sharps Rifle:

die Sharps Rifle war Hinterladergewehr mit gezogenem Lauf des Kalibers 52, Hinterlader, hergestellt von der Christian Sharps Com­pany; geladen wurde mit einer einteiligen Geschoß, bestehend aus einer Kugel, die mit einer zylindrischen Patrone aus Papier oder Leinen verklebt war und das Pulver enthielt. Das Sharps Gewehr konnte im Liegen geladen werden.

 

Die erste Version der Sharp-Rifle wurde 1848 patentiert; sie wurde 1853-1854 durch die US-Army getestet und wies erhebliche tech­nische Mängel auf (vgl. Nosworthy: Bloody Crucible, a.a.O., S. 84).

 

Literatur:

- Coates / Thomas: Civil War Small Arms, a.a.O., S. 34 mit Photo und technischer Erläuterung (Bibliothek Ref MilAmerik64/2)

- **Denton, Paul: The First Minnesota Sharpshooter Company in the Army oh the Potomac during the Civil War 1861-1865, Internet-Buch, Bibliothek Ref MilAmerik8, S. 12 mit Abb.

 

 

Shrapnel:

s. *Case shot

 

 

Sibley Tents:

s. auch Ausrüstung

 

Bennett schreibt im Oktober 1861: „We were provided with Sibley circular tents, twelve feet in diameter in base, and tapering to a point at ten feet above (vgl. Bennett: Musket ans Sword, a.a.O., S. 36).

 

Das Sibley-Zelt wurde von dem amerikanischen Offizier Henry Hopkins Sibley erfunden, wofür er im Jahre 1856 ein Patent erhielt. Das Zelt hat die Form eines Kegels, ist ca. 4 m hoch und hat einen Durchmesser von etwa 6 m. Es ist für eine Belegung mit 12 Personen vorgesehen.Das Sibley-Design unterscheidet sich von anderen Pyramidenzelten in einer Reihe von Details. Das Zelt wurde von einer zentralen Stange aufrecht gehalten, die auf einem eisernen Dreibein stand, welches sich zum Transport um die Stange klappen ließ. Dies reduzierte die Länge um die Hälfte und erleichterte Lagerung und Transport. Unter dem Dreibein konnte ein Feuer zum Kochen und Heizen entfacht werden. Das Sibley-Zelt benötigte auch keine Pardunen als äußere Abspannung, da die Zeltwand mit 24 Heringen ausreichend am Boden befestigt war. Ein eingenähter Eisenring bildete an der Spitze eine ca. 30 cm große, runde Öffnung, die bei Schlechtwetter mit einer Segeltuchkappe zu schließen war. Der Ring wurde mit Ketten an die Mittelstange gehängt. Die Verwendung einer Rauchöffnung über der Mittelstange erlaubte eine gute Durchlüftung und Rauchabzug, unabhängig von der Windrichtung (vgl. Wikipedia: Sibley Zelt, Abruf vom 25.7.2016)..

 

Das United States Patent and Trademark Office erteilte am 22. April 1856 das Patent Nr. 14,740. Die US-Armee verwendete ausschließlich dieses Zelt während des Utah-Krieges im Winter 1857–58, wobei sich der Entwurf bewährte. Mehrere Veteranen der Plains-Indian-Kriege bemerkten die Ähnlichkeit des Zeltes zu Tipis – das Rauchloch, die Heringe an der Außenseite, die Feuerstelle usw. Gemäß der Vereinbarung von 1858 mit dem Kriegsministerium, hätte Sibley 5 US-$ für jedes hergestellte Zelt erhalten. Da Sibley aber die US Army verließ, um sich nach Ausbruch des Sezessionskrieges der Confederate States Army anzuschließen, erhielt er keinerlei Tantiemen. Die Unions-Armee produzierte und nutzte beinahe 44.000 Sibley-Zelte während des Krieges. Nach Sibleys Tod versuchten seine Angehörigen ohne Erfolg, die Tantiemen vom Kriegsministerium einzufordern (vgl. Wikipedia: Sibley Zelt, Abruf vom 25.7.2016).

 

 

Signal Corps (CS):

spielte eine einzigartige Rolle in Verbindung mit dem CS-Secret Service. Das Signal Corps wurde formal 1862 organisiert und er­stellte über eine geheime Abteilung über die Frontlinien und CS-Grenzen hinausgehende geheime Fernmeldeverbindungen her, u.a. zwischen Richmond und Washington, die bis 1865 funktionierte ( vgl. Tidwell, April 65 - Confederate Covert Action, a.a.O., S. 41 ff). Der berühmte Henry Thomas Harrison, der MajGen Longstreet bei Gettysburg von Heranrücken der Potomac-Armee unterrichte­te. gehörte zum Signal Corps (Tidwell, a.a.O., S. 44)

 

Die CS-Kavallerie benutzte 38 verschiedene Hornsignale (Crabb, All Afire to Fight, a.a.O., S. 330 anm. 35

 

Photos:

- Chambersburg: "Southern Revenge," a.a.O., S. 172 (Signal Station bei Sharpsburg 1863)

- Signalstation der Cavalry; in: Davis / Wiley: Photographic History. Vol: 2: Vicksburg to Appomattox, a.a.O., S. 314

 

Literatur:

- Fuller,W.G.: The Corps of Telegraphers under General Anson Stager During the War of the Rebellion - Brevet Lieutenant Colonel W.G. Fuller.

- Greely, A.W.: The Military-Telegraph Service, Internet Datei; in: Archiv 9, Fernmeldewesen Nr. 1

- Internet Datei: The Signal Corps from its Founder to the Present Signal Corps Regiment's History, Archiv 9 Fernmeldewesen Nr. 2

 

 

Signal Corps (US):

 

 

Literatur:

- **Brown, Joseph Williard: The Signal Corps in the War of the Rebellion (Reprint of Scarce 1896; Butternut and Blue); 916 pp; over 40 Maps; over 600 Photos; Roster; includes data on Confederate Signal Corps. Brown served as a Private, Sergeant and Lieutenant in the Signal Corps

 

 

Skirmish, skirmishing:

skirmish [engl.] Scharmützel, skirmisher [engl.] plänkeln, skirmisher [engl.] Plänkler, Tirailleur. der Begriff wird in weiterem Sinne verwendet. Er umschreibt in taktischem Sinn auch den Einsatz von Vorposten (Clausewitz: "Die Vorposten sind die Augen des Hee­res [Clausewitz: Vom Kriege, Kapitel 7: Avantgarde und Vorposten, a.a.O., S. 294]; „.. Ist die Truppe in Quartieren und Lagern, so bildet eine ausgedehnte Linie schwacher Posten ihre Vorhut, die Vorposten [Clausewitz: Vom Kriege, Kapitel 7: Avantgarde und Vorposten, a.a.O., S. 295], vorgeschobene Vorpostenli­nien, die zugleich Aufklärungs- und Verzögerungsaufgaben erfüllen, sowie vor allen den "kleinen Krieg" und das Gefecht der offenen Ordnung.

 

For most of the 18th century, the battle line operated without any skirmishers. The French began as early as the 1720s to experiment with the use of what they termed light troops to operate in front of a battalion to screen its advance or to cover its retreat. They often referred to these troops as „pickets“, employing fifty to to serve each battalion. By 1732, Marshall Saxe suggested that 70 skirmishers be placed 100 to 200 paces before each battalion, and that they open individual fire at the enemy at a range of 50 to 300 paces (vgl. Hess: Rifle Musket, a.a.o., S. 14). Skirmishing steadily grew in importance among European armies as the 18th century progressed. During the War of the Austrian Succession (1744-1748; österreichische Erbfolgekriege) light troops came to be widely used as raiders to harass enemy communications and lines of supply, or as scouts and patrols to gather information. Rarely were they used as true skirmishers to full effect (vgl. Hess: Rifle Musket, a.a.o., S. 14).

 

The French had organized a company of pickets for every battalion by 1755. The Austrian and French used light troops for reconnaissance, harassment of enemy supply lines, and to operate in rugged, broken terrain during the Seven Years War (1756-1763). Croats, from the southern part of the empire, mostly performed this duty for the Austrian army. The British and Prussians tended to ignore light infantry . The French widely used skirmishers for the first time in their history , employing them more than any other combatant of that war (vgl. Hess: Rifle Musket, a.a.o., S. 14). Many armies saw the utility of light infantry, if not skirmishers, following the Seven Years' War. The French created whole units of light troops, and Prussia distributed rifles to ten men in each newly created fusilier battalion (the rest recieved a lighter version of a smoothbore musket). These fusilier units received some training in open-order formation as opposed to the tight formations required of the battle line.

 

Die napoleonische Taktik sah folgendes vor: Für die Masse der Infanterie waren die schnellen wendigen Exerzierbewegungen in Ko­lonne und der Feuerkampf in Linie zur Feindabwehr die Hauptsache. Das inzwischen fest regulierte Schützengefecht führten die da­für vorgesehenen leichten Formationen. Um es wirksamer zu gestalten, hatte Napoleon 1803 jedem Bataillon zur vorhandenen Gre­nadier- auch noch eine zweite elitäre Voltigeur-Kompanie beigegeben, die aus kleinen, körperlich zähen, flinken Burschen be­stand. Das beweist, welchen hohen Wert er auf die Steigerung zur effektivsten infanteristischen Kampfform legte. Sie beruhte auf der Ver­bindung der Bataillonskolonne mit den Schützen. Hatten die Taktiker zur Zeit des ersten Revolutionskrieges die Stärke des Tiraillem­ents noch recht unterschiedlich bewertet (s. auch *Jomini), so bildete sich in den Lagern an der Kanalküste die am besten geeig­nete Reglementierung der Kombination heraus. Beide Elemente wurden so in ein elastisches, aber eng voneinander abhängiges Wechsel­verhältnis gebracht, daß die Tirailleure wohl dosiert den Kampf einleiteten, wichtige Geländeabschnitte schnell besetzten und als Flankendeckung wie zu allseitiger Gefechtssicherung dienten, während die geschlossenen Bataillonsmassen, anfangs noch zurückge­halten, im entscheidenden Moment zum Bajonettangriff vorgingen (vgl. Fiedler, Siegfried: Reihe Heerwesen der Neuzeit Abtei­lung III: Das Zeitalter der Revolutionskriege, Band 2: Kriegswesen und Kriegführung im Zeitalter der Revolutionskriege, a.a.O., S. 72).

 

Photos:

- Skirmishers vor zwei Brigaden des IV. Corps Army of the Cumberland 1864: Bailey, Battles for Atlanta (Time Life), a.a.O., S. 28

 

Literatur:

- Castel: Decision in the West, a.a.O., S. 157

- Coggins: Arms and Equipment in the Civil War, a.a.O., S. 23-24

- Fiedler, Siegfried: Reihe Heerwesen der Neuzeit Abteilung III: Das Zeitalter der Revolutionskriege, Band 2: Kriegswesen und Kriegführung im Zeitalter der Revolutionskriege, Bernard & Graefe Verlag Koblenz 1988

 

 

Sold und Entlohnung der Soldaten:

die mangelnden Zahlen bei der ersten Zwangsaushebung von Soldaten im Norden führte 1864 zu keiner ausreichenden Zahl von Re­kruten. Deshalb wurden die Zahlung (enlistment bonus) erhöht. 1864 erhielt ein eingezogener Rekrut, für die Verpflichtung zu drei Jahren Militärdienst, neben seinem Monatssold eine einmalige Sonderzahlung von 302 $, die durch weitere Zahlungen der Bundes­staaten, Counties und Gemeinden erhöht wurden. Beispielsweise erhielt ein Ausgehobener in Niles / Mich insgesamt 600 $, genug um ein kleines Haus für die Familie zu kaufen (Castel, Decision in the West, a.a.O., S. 3

 

1862 erhielt ein Volunteer eine Bounty von 200 $ und monatlich 16 $, während ein nichtfreiwilliger Einberufener monatlich $ 11 er­hielt (vgl. McMahon, Dairy, a.a.O., S. 23).

 

 

Spencer Rifle:

Von den Repetiergewehren mit denen ab 1863 die Army ausgestattet wurde, war der siebenschüssige Spencer-Karabiner am erfolg­reichsten. Diese Waffen wurde mit weniger Pulver geladen und hatten infolgedessen eine kürzere Reichweite als die Springfields und Enfields mit ihren Papierpatronen, aber sie waren auch störanfälliger (vgl. Evans, Sherman's Horsemen, a.a.O., S. 21.

 

Die hohe Feuergeschwindigkeit dieser halbauto- matischen Waffe war berühmt und wurde auf die erste Brigade übertragen, die mit Spencer Gewehren ausgestattet wurde: The *Lightning Brigade. Zuvor hatten die 5th, 6th, 7th 8th Independent Company of Ohio Sharpshotters und die 5th Michigan Cavalry und Teile der 6th Michigan Cavalry das Spencer Rifle erhalten.

 

Literatur:

- **Coates / Thomas: Civil War Small Arms, a.a.O., S. 35 mit Photo und Abb. sowie technischer Erläuterung

 

 

Spencer Carbine:

eingeführt erst im Oktober 1863, wurde der Spencer Carbine die populärste und verbreitetste US-Cavalry-Waffe, von der ca. 95000 Exemplare ausgeliefert wurde.

 

Literatur:

- **Coates / Thomas: Civil War Small Arms, a.a.O., S. 48 mit Photo und Abb. sowie technischer Erläuterung

 

 

Springfield Armory:

US-Waffenfabrik der US-Army in Springfield / Massachusetts (vgl. Coates / Thomas: Civil War Small Arms, a.a.O., S. 4)

 

 

Springfield Rifle Musket:

s. auch *Schußweiten; *Rifle Musket

 

effektive Reichweite der neuen Waffen von 300 bis 400 m, eine gezogene Waffe des Typs Vorderlader

 

 

Spy and Spymaster:

s. auch Secret Service (CS) und Secret Service (US)

 

Scouts and single soldiers, if disguised in the dress of the country, or in the uniform of the army hostile to their own, employed on obtaining information, if found within, or lurking about, the lines of the captor, are treated as spies, and suffer death“ (General Orders, No. 100, War Department, Washington, April 24, 1863).

 

 

Stabschef:

s. Chief of Staff

 

 

Strafen:

Die Disziplinarmaßnahmen waren hart und beachteten die Menschenwürde keinesfalls. Adams (History 19th Mass. Inf., a.a.O., S. 7) berichtet, ein Mann habe seinen Kopf in ein Faß stecken müssen, ein anderer sei gezwungen worden, einen schweren Holzbalken zu tragen. Worsham (Worsham, John H.: "One of Jackson's Foot Cavalry; a.a.O., S. 32) berichtet, daß die Soldaten bestraft wurden, in­dem sie an einem aus Holzbrettern oder Stangen bestehenden Zaun mit den Beinen durch-gesteckt wurden und die Arme und Beine auf der anderen Seite zusammengebunden wurden, daß die Deliquenten bewegungsunfähig waren. Andere wurden oben auf einen Holzzaun gelegt, wobei Arme und Beine an den darunterliegenden Balken angebunden wurden. Eine Bestrafung bestand in stunden­langem schmerzhaftem "Reiten" auf einem Holzpferd (vgl. Wilkeson: Turned inside out, a.a.O., S. 5).

 

BrigGen Charles Sidney *Winder war unter seinen Soldaten eher unbeliebt und galt manchen als "very severe and very tyrannical" (Krick, a.a.O., S. 19 m.w.N.). Er war berüchtigt wegen der von ihm ausgesprochenen harten Disziplinarstrafen und menschenunwür­digen Strafmethoden. Er verurteilte z.B. Ende Juli 1862 Soldaten, die sich unerlaubt von ihrem Regiment entfernt hatten "to be bucked". Bei dieser Strafe wurden die Soldaten an den Handgelenken und Füßen gefesselt und die Hände mittels eines Stockes an den Knien angebunden. So mußten die Soldaten in gekrümmter Haltung einen ganzen Tag ausharren. Eine andere Strafe für Stragg­lers bestand darin, diese mit entblößtem Oberkörper stundenlang in der Sonne an den Daumen aufzuhängen (vgl. Robertson, Stone­wall Brigade, a.a.O., S. 126).

 

Literatur:

- Crabb, All Afire to Fight, a.a.O., S. 13/14

- **LeGrand. Louis: The Military Hand-Book and Soldiers Manual of Information (New York: Beadle and Co., 1861. Reprint. Jackson­ville Ill.: C. W. Heritage, n.d.)

 

 

Strategie:

 

Literatur:

- Catton, Bruce: Reflections on the Civil War (Doubleday: New York, 1981)

- Denton: The first Minnesota Sharpshooter Company, Kapitel 4 (zur Vorgehensweise des Scirmishing)

- Donald, David (ed.): Why the North Won the Civil War (1960)

- Fiedler, Siegfried: Reihe Heerwesen der Neuzeit Abteilung III: Das Zeitalter der Revolutionskriege, Band 2: Kriegswesen und Kriegführung im Zeitalter der Revolutionskriege, Bernard & Graefe Verlag Koblenz 1988, Bibliothek Ref MilGesch 3III2

- Griess, Thomas F.: "Dennis Hart Mahan: West Point Professor ans Advocate of Professionalism, 1830-1871 (Ph. D. dissertation, Duke University, 1969)

- Hagerman, Edward: The American Civil War and the Origin on Modern Warfare - Ideas, Organization, and Field Command (Bloo­mington, Indianapolis: Indiana University Press1988); Bibliothek Ref MilAmerik19

- Hagerman, Edward: „From Jomini to Dennis Hart Mahan: The Evolution of Trench Warfare and the American Civil War,“ Civil War History 13 (September, 1967): 197-220

- Hardee, W. J., BrigGen., C.S.: Army, Rifle and Infantry Tactics (Mobile: S. H. Goetzel & Co., 1861 (das Standard-Handbuch der In­fantry auf beiden Seiten)

- Jones, Archer: Confederate Strategy from Shiloh to Vicksburg (Baton Rouge: Louisiana State University Press, 1961)

- Jones, Archer: Civil War Command and Strategy. The Process of Victory and Defeat (N.Y. 1992); Bibliothek Ref MilAmerik19/1

- Wheeler, MajGen Joseph: A Revised System of Cavalry Tactics for the Use of the Cavalry and Mounted Infantry, C.S.A. (Mobile: S. H. Goetzel & Co., 1863)

- Vandiver, Frank E.: "Rebel Brass" (1956): ein "outstanding work explaining the Civil War command and strategy" (vgl. Jones: Civil War and Strategy, a.a.O., S. 301)

- Williams, Harry T.: Lincoln and His Generals (1952): ein "outstanding work explaining the Civil War command and strategy" (vgl. Jones: Civil War and Strategy, a.a.O., S. 301)

- Williams, Harry T.: "The Military Leadership of North and South," in: Donald, David (ed.): Why the North Won the Civil War (1960), pp. 23-48: "Williams's study was controversial because of his powerful and justly influential view of Abraham Lincoln as correctly understanding that the proper military objective was to destroy the enemy army in battle; this placed the president at odds with his generals until the emergence of the like-minded Ulysses S. Grant." (vgl. Jones: Civil War and Strategy, a.a.O., S. 301)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Litera T

 

 

Taktik:

s. auch *Taktik und Strategie

 

Ein Grund für die hohen Verluste in den Schlachten des Bürgerkrieges war die Diskrepanz zwischen traditioneller Taktik und moder­nen Waffen. Das taktische Erbe des 18. Jh. und der Napoleonischen Kriege sah geschlossene Formationen von Soldaten vor, die dar­auf gedrillt waren, im Verband zu manövrieren und in Salven zu feuern. Zwar gab es auch die Vorgehensweise nach Art des Indianer­krieges und der Plänkler (skirmishers); das lag aber von taktischen Sonderaufgaben (Einsatz von losen Schützenschwärmen) idR an fehlender Ausbildung und Disziplin.

 

Diese Taktik räumte der Offensive ebenfalls Vorrang ein. Stoßtrupps rückten im Gleichschritt vor, feuerten auf Kommando ihre Sal­ven ab und legten die letzten paar Meter im Eilschritt zurück, um mit einem Bajonettangriff die gegnerische Linie zu durchstoßen. Napoleon setzte die Artillerie in Verbindung mit Vorstößen der Infanterie ein, indem er Feldgeschütze vorrücken ließ, um Breschen in die gegnerischen Reihen zu schlagen und diese für den Sturmangriff zu zermürben.

 

Die Amerikaner bedienten sich dieser Taktik mit großem Erfolg im Mexikanischen Krieg. Auch in West Point lehrte man vor dem Mexikanischen Krieg den Wert der taktischen Offensive. Die meisten führenden Bürgerkriegsoffiziere hatten im Mexikanischen Krieg gekämpft und/oder waren Absolventen von West Point; vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen hatten sie die Lehre gezogen, daß die taktische Offensive, die auf Sturmangriffen geschlossener Infantrieeinheiten mit flankierendem Artilleriebeschuß basierte, schlachtentscheidend war.

 

In Mexiko forderte diese Taktik keine hohen Verluste, weil die Hauptwaffe der Infanterie der einschüssige Vorderlader mit glattem Lauf war. Die maximale Reichweite dieser Waffe lag bei etwa 250 Metern. Die effektive Reichweite (die Entfernung, auf die ein gu­ter Schütze sein Ziel mehr oder weniger regelmäßig treffen konnte) betrug an einem windstillen Tag etwa 80 Meter und darunter (vgl. hierzu auch Catton: Reflections, a.a.O., S. 127). Die geschlossene Formation war notwendig, um die Feuerkraft dieser ungenauen Waffen zu konzentrieren; Artillerie konnte die vorrückende Infanterie begleiten, weil die Kanoniere vor feindlichem Musketenfeuer bis auf die letzten paar hundert Meter relativ sicher waren, und Bajonettangriffe konnten Erfolg haben, weil im Eilschritt vorrückende Infanterie die letzten 80 Meter in jenen 25 Sekunden zurücklegen konnte, die die verteidigenden Infanteristen nach dem Abfeuern ei­ner Salve zum Nachladen ihrer Musketen brauchten.

 

Diese Taktik war im Bürgerkrieg veraltet. Die Infanterie war zwar immer noch mit muzzled guns ausgerüstet. Hierbei handelte es sich jetzt jedoch um 'rifled guns', d.h. gezogene Gewehre, deren Schußweite bei 700-800 yards anstelle von 100 yards lag. Damit war die Feuereröffnung weit vorgeschoben, und konnte vom Angreifer im Sturmangriff nicht mehr überbrückt werden. Dies führte zum Übergewicht der Verteidigung gegenüber dem Angriff (vgl. Catton: Reflections, a.a.O., S. 127; Jones, Archer: Civil War Command & Strategy, a.a.O., S. 39).

 

Von grundlegender Bedeutung hierbei war die *Schußweite. Feuergeschwindigkeit und Treffsicherheit der neuen *Waffen, die seit 1862 in der US-Armee eingeführt wurde (s. auch *Springfield Muscet Rifle; *Enfield Rifle, *Spencer-Gewehr). Das aufrecht stehen­de Feuern der Infanterielinien auf nächste Entfernung, das der Taktik des 19. Jh. entsprach, war damit überholt. "Obwohl die Brigade darauf trainiert war, in Schlachtlinie zu kämpfen, erkannten intelligente Offiziere bald, daß die Soldaten durch die Kampfweise aus­gelöscht würden, weshalb die Taktik schnell geändert und an die neuen Bedingungen angepaßt wurde (vgl. Noland/Vipond: Giants in their Black Hats, aaO., S. 71; Gaff, Alan: Brave Men's Tears, a.a.O., S. 164-165).

 

Im Gegensatz zu dieser Sicht bezeichnet Griffith (Battle Tactics of the Civil War, a.a.O., S. 225 Anm. zu Jamieson) die Auffassung, die Einführung der Rifled Muscet habe die Taktik geändert, als 'false theory'. Weiter führt Grittith (a.a.O., S. 74) aus: "What is much less clear is whether or not the average soldier in combat actually obtained very much benefit from these improvements, since many of the same factors which had limited range and accuracy in Napoleonic times continued to apply throughout the Civil War. Fields of fire were often very short, the soldiers were generally unskilled in the use of their weapons, and the officers were anxious not to en­gage in indecisive long-range fire. Despite the technical possibilities of good accuracy at long ranges, the tactical theory still rested upon the idea of massed fire at close range".

 

Photos:

- Armee Corps mit 2 Brigaden in Gefechtsaufstellung mit vorgeschobenen Skirmishers; vgl. Bailey, Battles for Atlanta (Time Life), a.a.O., S. 28

 

Literatur:

- Catton, Bruce: Reflections on the Civil War (Doubleday: New York, 1981)

- Denton: The First Minnesota Sharpshooter Company, Kapitel 4 (zur Vorgehensweise des Skirmishing)

- Donald, David (ed.): Why the North Won the Civil War (1960)

- Fiedler, Siegfried: Reihe Heerwesen der Neuzeit Abteilung III: Das Zeitalter der Revolutionskriege, Band 2: Kriegswesen und Kriegführung im Zeitalter der Revolutionskriege, Bernard & Graefe Verlag Koblenz 1988, Bibliothek Ref MilGesch 3III2

- Griess, Thomas F.: "Dennis Hart Mahan: West Point Professor ans Advocate of Professionalism, 1830-1871 (Ph. D. dissertation, Duke University, 1969)

- Hagerman, Edward: The American Civil War and the Origin on Modern Warfare - Ideas, Organization, and Field Command (Bloo­mington, Indianapolis: Indiana University Press1988); Bibliothek Ref MilAmerik19

- Hagerman, Edward: „From Jomini to Dennis Hart Mahan: The Evolution of Trench Warfare and the American Civil War,“ Civil War History 13 (September, 1967): 197-220

- Hardee, W. J., BrigGen., C.S.: Army, Rifle and Infantry Tactics (Mobile: S. H. Goetzel & Co., 1861 (das Standard-Handbuch der In­fantry auf beiden Seiten)

- Jones, Archer: Civil War Command and Strategy. The Process of Victory and Defeat (N.Y. 1992); Bibliothek Ref MilAmerik19/1

- McWhiney, Grady and Jamieson, Perrie: "Attack and Die." Civil War Military Tactics and the Southern Heritage (University of Ala­bama Press: Tuscaloosa 1982, Paperback Auflage 1984); Bibliothek Ref MilAmerik19/3

- Vandiver, Frank E.: "Rebel Brass" (1956): ein "outstanding work explaining the Civil War command and strategy" (vgl. Jones: Civil War and Strategy, a.a.O., S. 301)

- Wheeler, MajGen Joseph: A Revised System of Cavalry Tactics for the Use of the Cavalry and Mounted Infantry, C.S.A. (Mobile: S. H. Goetzel & Co., 1863)

- Williams, Harry T.: Lincoln and His Generals (1952): ein "outstanding work explaining the Civil War command and strategy" (vgl. Jones: Civil War and Strategy, a.a.O., S. 301)

- Williams, Harry T.: "The Military Leadership of North and South," in: Donald, David (ed.): Why the North Won the Civil War (1960), pp. 23-48: "Williams's study was controversial because of his powerful and justly influential view of Abraham Lincoln as correctly understanding that the proper military objective was to destroy the enemy army in battle; this placed the president at odds with his generals until the emergence of the like-minded Ulysses S. Grant." (vgl. Jones: Civil War and Strategy, a.a.O., S. 301)

 

 

Taktik und Strategie:

Das alte Schema über das Verständnis vom Verhältnis zwischen Taktik und Strategie ist aufgegeben. Der Begriff "Strategie" wird nunmehr definiert als die Gesamtheit der Kriegsziele einer Nation als Handlungsrahmen in einem Theater of Operations. "Taktik" meint dagegen die militärische Umsetzung in der Schlacht als Operationskunst (vgl. Tanner: Stonewall in the Valley, a.a.O., S. xv). Das frühere Verständnis der Strategie als Operationsführung im Großgefecht, Taktik als ihre Umsetzung auf der unteren Ebene ist da­mit überholt.

 

Literatur:

- Bellamy, Christopher: The Evolution of Modern Warfare: Theory and Practice (London: Routledge, 1990)

- Leonhard, Robert: The Art of Maneuver (Novato, Calif: Presidio Press, 1991)

- Luttwak, Edward N.: Strategy (Cambridge: The Belknap Press, 1987)

- Romjue, John: "From Active Defense to AirLand Battle: The Developement of Army Doctrine 1973-1982". TRADOC Historical Monograph Series, June 1987

 

 

Texas Rangers:

s. B. F. *Terry; MajGen John A. *Wharton

 

bereits 1836 als halb-militärische berittene Polizei in Texas zum Schutz der Siedler gegen Indianerüberfälle gegründet; bei Ausbruch des Bürgerkrieges von Sam Houston reorganisiert bei einer Stärke von ca. 1600 Mann. Aus den Texas Rangers rekrutierte sich auch die 8th Texas Cavalry, bekannt als Terry's Texas Rangers (s. hierzu *Terry, B. F.).

 

Literatur:

- Blackburn, J.: "Remninscenses of the Terry Texas Rangers." Southwestern Historical Quaterly, vol. 22 (July 1918), pp. 38-77

- Boatner: Civil War Dictionary, a.a.O., S. 833

 

 

Tinclad:

leicht gepanzerte Flußschiffe; Heck-Schaufelrad-Dampfer; im Gegensatz zu den Gunboats hatten sie nur eine schwache Panzerung aus Gußeisen von einer Stärke von 11/4 Zoll, und waren nur gegen Gewehrfeuer geschützt. Dagegen wiesen die Tinclads durch­schnittlich nur einen Tiefgang von ca. 31/2 Fuß auf, und waren dafür konstruiert, bei Niedrigwasser die Sandbänke in den kleineren Nebenflüssen des Mississippi überqueren zu können. Sie waren mit schweren Geschützen ausgerüstet. Insbesondere während der Ya­zoo Campaign Ende 1862 wurden Tinclads eingesetzt (vgl. Bearss: Hardluck Ironclad, a.a.O., S. 203 Anm. 5).

 

 

Tirailleur:

neue Form von Infantrieeinheiten der "Jäger" (Chasseurs) oder "leichten Infantrie"; eine französische Entwicklung, die ab 1840 vom Herzog von Orlean entwickelt wurde und sich auf die Fähigkeiten der neuen Infantriewaffengeneration stützte; aufgelockertere Ge­fechtsordnung (nur noch zwei Kampflinien an stelle von drei Linien), Einzelkampfausbildung und Ausnutzung des Geländes zeichne­ten ihren Einsatz aus; sie wurden zur Vorstufe der *Chasseurs à Pied (vgl. Norsworthy: Bloody Crucible, a.a.O., S. 54).

 

 

Torpedos:

damalige Bezeichnung für eine Unterwassermine (vgl. Catton: Reflections, a.a.O., S. 137); Abbildung und Erklärung der Funktons­weise in Battles and Leaders Vol. I S. 364. Der erste elektrisch zündbare Torpedo wurde in Experimenten am Lake Pontchartrain im August 1861 erprobt. die beiden Spezailisten Zedekiah McDaniel und Francis M. Ewing schafften es zunächst nicht, einen praktisch einsetzbaren Torpedo zu bauen, gaben jedoch in Anstregungen nicht auf. Sie wurden in der Folge von Navy Department mit der Er­richtung einer Torpedosperre auf dem Yazoo River beauftragt, die mit einer elektrischen Fernzündung versehen waren, wobei die Zündung von den Uferbefestigungen bei Blake's Plantatge aus erfolgen sollte (vgl. Bearss: Hardluck Ironclad, a.a.O., S. 97). Durch zwei solcher Torpedos wurde am 12.12.1862 das Ironclad USS Cairo auf dem Yazoo versenkt (vgl. Bearss, a.a.O., S. 98 ff).

 

Literatur:

- Bearss: Hardluck Ironclad, a.a.O., S. 97

- Brown H. D.: "The First Successful Torpedo and What it Did," Confederate Veteran, XVIII (1910), S. 169

 

 

Torpedo-Bureau:

in Richmond, hatte die Aufgabe der Minenverlegung von Landminen und Unterwasserminen und kontrollierte die Unterwasser-Mi­nenfelder im James River; daneben Durchführung von Minen-Explosionen hinter den US-Linien in verdeckten Operationen, auch in Zusammenarbeit mit Mosby's Guerillas (vgl. Tidwell, William A.: April 65 - Confederate Covert Action in the American Civil War, Bibliothek Ref MilAmerik43, S. xii, 31, 47-49)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Litera U

 

Uniformen -CS:

Das CS-Quartermastersystem funktionierte auch im Süden hervorragend. In seiner Atlanta Uniformfabrik schnitten 20 Schneider die Uniformstoffe zu, während in Akkordarbeit 3000 Näherinnen die Uniformen zusammennähten. Beispielsweise produzierten sie im Herbst 1862 durchschnittlich 12000 Uniformjacken und 4500 Hosen monatlich. In der Zeit von Juli 1864 bis Januar 1865 konnte Lee's Armee mit über 100000 Uniformjacken und 140000 Uniformhosen versorgt werden, eine ausreichende Ausstattung auch unter Berücksichtigung eines Verbrauchs von 2 Uniformen pro Mann im Jahr (vgl. Jones, Archer: Civil War Command and Strategy, a.a.O., S. 9).

 

Die CS-Army besaß keine Corpsabzeichen auf den Uniformen.

 

 

US Naval Academy:

in Annapolis / MD (südlich von Baltimore); nach CS-Eroberung am 20.4.1861, zurückerobert von 8th Maryland Infantry am 22.4.1861, verlegt nach Newport, wo die Akademie bis 1865 verblieb, um die Eroberung durch CS-Sympathisanten aus Maryland zu vermeiden. Das 8th Maryland traf am 22.4.1862 per Dampfschiff in Annapolis ein auf seiner Verlegung nach Washington zur Vertei­digung der Hauptstadt. Das Regiment reparierte die von Konföderierten zerstörte Eisenbahnlinie Annapolis-Washington und eröffne­te dadurch eine neue ungestörte Eisenbahnverbindung zur Hauptstadt, nach dem CS-Sympathisanten in Baltimore die dortige Eisen­bahnverbindung blockierten und das 6th Massachusetts am 19.4.1861 angegriffen hatten.

 

Literatur:

McPherson / McPherson, ed.: Lamson of the Gettysburg. The Civil War Letters of Lieutenant Roswell H. Lamson (New York -Ox­ford, Oxford University Press, 1997); Bibliothek Ref MilAmerik39

 

 

Uniformen:

s. auch *Ausrüstung, *Bekleidung, *Schuhe

 

 

Uniformen US:

 

Truppenabzeichen:

 

Corps Badges of the Federal Army:

1st Corps Full Moon

2nd Corps Trefoil

3rd Corps Diamand

 

5th Corps Cross of Malta

 

 

11th Corps Crescent

12th Corps Five-Pointed Star

 

Badges always in Red for 1st Division, for 2nd: White; for 3rd Division: Blue

 

 

USS Commodore Perry:

USS Commodore Perry (1858) was a 512 long tons (520 t) steamer acquired by the Union Navy during the first year of the American Civil War. Commodore Perry was outfitted as a gunboat with heavy guns and a large crew of 125 officers and enlisted personnel. Her powerful guns were capable of doing considerable damage to blockade runners or shore fortifications of the Confederate States of America (https://en.wikipedia.org/wiki/USS_Commodore_Perry).

 

Commodore Perry — an armed, side-wheel ferry — was built in 1859 by Stack and Joyce, Williamsburg, New York; purchased by the Navy on 2 October 1861; and commissioned later in the month, Acting Master F. J. Thomas in command. The ship was named in honor of Commodore Oliver Hazard Perry, who commanded American forces on Lake Erie in the War of 1812, and his brot­her Matthew Calbraith Perry, who negotiated the Convention of Kanagawa historic treaty which opened Japan to American commer­ce, and who had died the previous year, in 1858 (https://en.wikipedia.org/wiki/USS_Commodore_Perry).

 

Commodore Perry sailed from Hampton Roads, Virginia on 17 January 1862 to join the North Atlantic Blockading Squadron, and on 7–8 February took part in the attack, in cooperation with the Union Army, which resulted in the surrender of Roanoke Island, part of the long campaign through which the Navy secured key coastal points. Commodore Perry took part in the capture of Elizabeth City, North Carolina on 10 February, and the next day captured the schooner Lynnhaven. As operations along the North Carolina coast continued, she joined in the capture of New Berne and Washington in March, and in April took singly or in concert with others of her squadron four schooners and a sloop in the Pasquotank River and New Begun Creek. On 3 October, Commodore Perry joined in an Army-Navy expedition against Franklin, Virginia, and on 10 December joined an attack against Plymouth, North Carolina. Four crewmen were awarded the Medal of Honor for their actions during the expedition against Franklin: Boatswain's Mate John Breen, Seaman Daniel Lakin, Seaman Alfred Peterson, and Seaman John Williams. After another combined expedition against Hertford, North Carolina on 30 January 1863, Commodore Perry patrolled constantly in Pamlico and Albemarle Sounds and the streams which enter them, frequently exchanging fire with small detachments of Confederates ashore (vgl. https://en.wikipedia.org/ wiki/ USS_ Commodore_Perry).

 

Repaired at Norfolk, Virginia and Baltimore, Maryland late in 1863, she returned to her squadron in March 1864 for duty in the inland and coastal waters of Virginia on picket, guard, and patrol duty, joining in many amphibious expeditions, until the close of the war. She sailed from Norfolk for New York City on 12 June 1865, and there was decommissioned on 26 June and sold on 12 July (vgl. https://en.wikipedia.org/ wiki/ USS_ Commodore_Perry).

 

James River, Virginia. Gunboat COMMODORE PERRY and monitor on James River (Civil War glass negative collection, Library of Congress).

 

 

James River, Virginia. Gunboat COMMODORE PERRY and monitor on James River (Civil War glass negative collection, Library of Congress).

 

 

USS Commodore Perry, 1864 (Photo Mathew Brady;  National Archives and Records Administration, cataloged under the ARC Identifier 524549)

 

 

USS Frolic:

s. CSS Advance

 

 

USS Merrimac:

Der 68jährige, alkoholkranke Kommandant der Marinewerft Gosport (Norfolk/Ost-Virginia) Kom. Charles McCauley, räumt ohne direkte Bedrohung, den wichtigsten US-Flottenstützpunkt (Karte in: The official military Atlas, Plate XXVI 4, CXVII 1) des Landes und die größte Schiffsbau- und -reparaturanlage im Süden. Von den 1200 Geschützen und zehn Schiffen, die sich im April 1861 dort befanden, waren viele Kanonen und vier Kriegsschiffe auf dem neuesten Stand und einsatzbereit, so etwa der mächtige Dampfkreu­zer Merrimac mit seinen 40 Geschützen. Die meisten Arbeiter und Marineoffiziere auf der Werft, mit 800 hier stationierten Matrosen und Marineinfanteristen, stammten aus dem Süden; die Mehrzahl der Offiziere sollte bald ihren Dienst quittieren, um sich der Konfö­deration anzuschließen. Als die Nachricht eintraf, daß eine mehrere tausend Mann starke Miliz aus Virginia auf die Marinewerft vor­rücke, zeigte McCauley sich dieser Krise nicht gewachsen. Er weigerte sich, die USS Merrimac und die drei anderen Kriegsschiffe durch Flucht zu retten, als sich am 18. April die Chance dazu bot. Tags darauf, kurz bevor an Bord zweier Kriegsschiffe aus Washing­ton Verstärkung eintraf, gab McCauley Befehl, alle Werftanlagen in Brand zu setzen, die Geschütze zu vernageln und die Schiffe zu versenken. Selbst diese unnötigen Abwehrmaßnahmen wurden noch verpatzt; das Trockendock, das Artilleriedepot und etliche ande­re Gebäude wollten nicht brennen; die meisten Geschütze blieben verwertbar und waren bald unterwegs zu den Forts im Süden; der Rumpf der Merrimac blieb unversehrt und konnte später für die berühmte gepanzerte CSS Virginia benutzt werden (McPherson, S. 265/266; zu USS Merrimac vgl. auch den Bericht über die Hebung und den Kampf von USS Monitor mit CSS Virginia; von: New­ton, John G.: How we found the Monitor; in: National Geographic Vol. 147 No. 1 January 1975, S. 48, 56 f).

 

 

USS Monitor:

s. USS Merrimac; vgl. auch vgl. Archiv 9: Schiffe; vgl. Newton, John G.: How we found the Monitor; in: National Geographic Vol. 147 No. 1 January 1975, S. 48, 56 f; Welles, Gideon: The First Iron-Clad Monitor; in: Annals of the War, a.a.O., S. 17-31

 

 

USS Monticello:

The first USS Monticello (Anm.: im Unterschied zur second USS Monticello, einem späteren US-Kriegsschiff im Dienst bis 2010) was a wooden screw-steamer in the Union Navy during the American Civil War. She was named for the home ofThomas Jefferson. She was briefly named Star in May 1861.

 

Monticello was built at Mystic, Connecticut, in 1859; chartered by the Navy in May 1861; and purchased on 12 September 1861 at New Yorkfrom H. P. Cromwell & Company, for service in the Atlantic Blockading SquadronCaptain Henry Eagle in command.

 

Monticello was renamed Star on 3 May 1861, but resumed her original name on 23 May. Seeing immediate action, Monticello relie­ved USS Baltimore in blockading the James River and preventing communication with the Elizabeth River on 2 May, then relieve­d USS Quaker City at Cape Henry on the 8th. She engaged the batteries at Sewell's Point from 10–14 May, then continued blockade duty until steaming up the Rappahannock to Smith's Island on 24 June. Operating with the Army on the James River above Newport News, Virginia on 5 July, she dispersed a body of Confederate cavalry. Often engaging Confederate batteries through the remainder of 1861, she was in the squadron that captured the batteries at Hatteras Inlet on 28–29 August in the first significant Union victory, one which greatly encouraged the North. She drove off Confederates attacking Union soldiers in that area on 5 October.

 

Departing Baltimore, Maryland on 25 March 1862 for the blockade ofWilmington, North CarolinaMonticello sent a boat party to the expedition up Little River[disambiguation needed] on 26 June that destroyed two schooners. She engaged the batteries at New Inlet on 12 July, and took British schooner Revere off Wilmington on 11 October 1862. After relieving USS Genesee on blockade at Shallow Inlet on 15 November,Monticello destroyed British schooners Ariel and Ann there the 24th.

 

Monticello operated around Little River through 1863, taking British schooner Sun on 30 March, and steamer Old Fellow on 15 April. She joined the expedition to Murrell's Inlet on 25 April, and shelled a schooner there on 12 May with Conemaugh. In November, she destroyed salt works near Little River Inlet. Returning to the Wilmington blockade in January 1864, she joined in the expedition to Smithville, North Carolina (now the town of Southport) on 29 February, capturing Captain Patrick Kelly of General Louis Hebert’s staff. In July, she joined in the chase after CSS Florida, and on 24 August attacked Confederate batteries at Masonboro Inlet. Monticello participated in the attacks on Fort Fisher on 24–25 December and on 13–14 January 1865. She took the surrender of Fort Casswell on 18–19 January, then participated in the Little River expedition of 4–6 February.

 

After the war, Monticello decommissioned on 24 July 1865 at Portsmouth, New Hampshire, and was sold at public auction at Boston, Massachusetts to W. H. Lincoln on 1 November. Redocumented for merchant service on 25 July 1866, she served American commerce until foundering off Newfoundland on 29 April 1872 (aus https://en.wikipedia.org/wiki/USS_Monticello_(1859).

 

USS Monticello (1861-1865) (www.civilwaralbum.com)

 

 

USS Morse:

converted from New York harbor ferry to gunboat, the USS Morse participated in the Roanoke Island expedition and served on Virgi­nia rivers for the remainder of the war, guarding Federal bases, raiding enemy supplies, and supporting the campaigns of McClellan, Butler and Grant (vgl. Reed: Combined Operations, a.a.O., S. 41).

USS Morse at White House, Pamunkey River, 1862 (Photo aus Reed: Combined Operations, a.a.O., S. 41)

 

 

 

USS Union:

Transport-Steamer; Teilnahme an den Operationen gegen die North Carolina Inlets, Fort Hatteras und Fort Macon im Spätjahr 1861.

 

Die USS Union became separated from a fleet sailing south from Fortress Monroe and grounded on the shore of Bogue Island twel­ve miles west of Fort Macon an 1.11.1861. It broke apart, and several people on board were drowned. Eighty-one survivers approa­ched the regimental camp des 26th North Carolina Infantry Regiment with a flag of truce on 02.11.1861 and gave up themselves (vgl. Hess: Lee's Tar Heels a.a.O., S. 8).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Litera V

 

 

Verluste:

s. auch *Schußweiten (Infanterie, Artillerie

s. auch *Waffen

s. auch *Geschlechtskrankheiten

 

Die Gesamtverluste an Gefallenen beliefen sich auf mehr als 620000 Tote, d.h. 2% der Gesamtbevölkerung (vgl. McPherson, Intro­duction S. v zu Wilkeson: Turned inside out).

 

Ein Grund für die hohen Verluste in den Schlachten des Bürgerkrieges war die Diskrepanz zwischen traditioneller Taktik und moder­nen Waffen. Das taktische Erbe des 18. Jh. und der Napoleonischen Kriege sah geschlossene Formationen von Soldaten vor, die dar­auf gedrillt waren, im Verband zu manövrieren und in Salven zu feuern. Zwar gab es auch die Vorgehensweise nach Art des Indianer­krieges und der Plänkler (skirmishers); das lag aber von taktischen Sonderaufgaben (Einsatz von losen Schützenschwärmen) idR an fehlender Ausbildung und Disziplin.

 

Diese Taktik räumte der Offensive ebenfalls Vorrang ein. Stoßtrupps rückten im Gleichschritt vor, feuerten auf Kommando ihre Sal­ven ab und legten die letzten paar Meter im Eilschritt zurück, um mit einem Bajonettangriff die gegnerische Linie zu durchstoßen. Napoleon setzte die Artillerie in Verbindung mit Vorstößen der Infanterie ein, indem er Feldgeschütze vorrücken ließ, um Breschen in die gegnerischen Reihen zu schlagen und diese für den Sturmangriff zu zermürben.

 

Die Amerikaner bedienten sich dieser Taktik mit großem Erfolg im Mexikanischen Krieg. Auch in West Point lehrte man den Wert der taktischen Offensive. Die meisten führenden Bürgerkriegsoffiziere hatten im Mexikanischen Krieg gekämpft und/oder waren Ab­solventen von West Point; vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen hatten sie die Lehre gezogen, daß die taktische Offensive, die auf Sturmangriffen geschlossener Infantrieeinheiten mit flankierendem Artilleriebeschuß basierte, schlachtentscheidend war.

 

In Mexiko forderte diese Taktik keine hohen Verluste, weil die Hauptwaffe der Infanterie der einschüssige Vorderlader mit glattem Lauf war. Die maximale Reichweite dieser Waffe lag bei etwa 250 Metern. Die effektive Reichweite (die Entfernung, auf die ein gu­ter Schütze sein Ziel mehr oder weniger regelmäßig treffen konnte) betrug an einem windstillen Tag etwa 80 Meter. Die geschlossene Formation war notwendig, um die Feuerkraft dieser ungenauen Waffen zu konzentrieren; Artillerie konnte die vorrückende Infanterie begleiten, weil die Kanoniere vor feindlichem Musketenfeuer bis auf die letzten paar hundert Meter relativ sicher waren, und Bajo­nettangriffe konnten Erfolg haben, weil im Eilschritt vorrückende Infanterie die letzten 80 Meter in jenen 25 Sekunden zurücklegen konnte, die die verteidigenden Infanteristen nach dem Abfeuern einer Salve zum Nachladen ihrer Musketen brauchten.

 

Der gezogene Lauf verlängerte die Reichweite der Büchse um das Vierfache, weil er der konischen Kugel einen Spin verpaßte, mit­tels dessen sie sich buchstäblich durch die Luft bohrte. Dieses Phänomen war seit Jahrhunderten bekannt, aber vor der Mitte des 19. Jahrhunderts verfügten nur Spezialregimenter oder ein bis zwei Kompanien pro Regiment über Büchsen. Diese Kompanien wurden als Plänkler eingesetzt, das heißt, sie operierten vor und neben dem Hauptverband, griffen an oder zogen sich in loser Formation zu­rück und schossen nach Gutdünken auf alle sich bietenden Ziele im gegnerischen Lager.

 

Die Einführung des Infanteriegewehres mit gezogenem Lauf scheiterte zunächst daran, daß der Ladevorgang wesentlich schwieriger und zeitaufwendiger war. Erst durch die Einführung der Springfield Rifle Musket (1855) bzw. der ähnlich gebauten Enfield Rifle Musket änderte sich dies. Lieferschwierigkeiten und Verzögerungen bei der Einführung dieser Waffen führten dazu, daß erst im Lau­fe des Jahres 1862 die meisten Unionsregimenter die neuen Waffen erhielten, während viele konföderierte Einheiten noch mit glatt­läufigen Musketen auskommen mußten.

 

Der Übergang zum Gewehr mit gezogenem Lauf hatte im wesentlichen zwei Folgen: Die Verluste vervielfachten sich, und die takti­sche Defensive gewann an Bedeutung, da bei einer effektiven Reichweite der neuen Waffen von 300 bis 400 m die Verteidiger die Angreifer zusammenschießen konnten, bevor diese überhaupt zum geschlossenen Sturm antreten konnten. Es dauerte lange, bis die Offiziere, die in der alten Taktik ausgebildet waren, diesen Veränderungen Rechnung trugen. Die blutigen Verluste der Schlachten waren die bittere Folge (vgl. McPherson, a.a.O., S. 464 ff.).

 

The seven Confederate regiments, which. had most men killed in any battle of the war, were (vgl. Bond, MilAmerik7, S. 21):

- 6th Alabama (ninety-one killed)

- 26th North Carolina (eighty-six)

- 1st South Carolina Rifles (eighty-one)

- 4th North Carolina (seventy-seven)

- 44th Georgia (seventy-one)

- 14th Alabama (seventy-one)

- 20th North Carolina (seventy)

 

Evans (Sherman's Horsemen, a.a.O., S. 75) schreibt zum Scharmützel von Cross Keys (15.7.1864): "Like the rest of the *Lightning Brigade, both Regiments had long since abandoned the cumbersome [schwerfällig, altmodisch], two-ranked formation where men ar­med with muzzle-loaders [Vorderladern] stodd elbow to elbow to maximize their firepower. The rapid rate of fire of their *Spencer rifles allowed them to spread out, taking advantage of whatever cover war avialable...."

 

Literatur:

- Bond, a.a.O., S. 21

- Fox, William: Regimental Losses in The American Civil War (Albany / NY: Randow Printing Co., 1888, reprint Internet Datei); Bi­bliothek Ref MilAmerik58

- Livermore, Thomas L.: Numbers and Losses in the Civil War. Thomas L. Livermore. Indiana University Press. Bloomington. India­na. 1957

 

 

Verpflegung und Versorgung (CS):

s. auch Versorgung (Pferdefutter)

 

Trotz der landwirtschaftlichen Ausrichtung der CS litten die CS-Truppen oft unter Verpflegungsmangel, teilweise weil sich die Far­men nur langsam von Baumwollproduktion auf die Erzeugung von Lebensmitteln umstellten, die finanzielle Ausstaattung der CS-Streitkräfte ungenügend war und das Transportsystem im Süden nur wenige Eisenbahnen aufwies (vgl. Jones, Archer: Civil War Command and Strategy, a.a.O., S. 9).

 

Im Januar 1863 war die Versorgungslage von Lee's Army of Northern Virginia, die damals bei Fredericksburg eingesetzt war, so schlecht, daß die Rationen gekürzt werden mußten (vgl. Brief von Gen Lee an CS-Secretary of War James A. Seddon vom 26.1.1862, OR ser. I vol. XXV, Pt. 2, pp. 597-98; vgl. Nye: Here come the Rebels, a.a.O., S. 4). The reduced rations consisted of 18 ounces of flour and 4 ounces of bacon of very different quality, representing about 1800 calories per day. Active men living outdoors would lose weight in this diet; furthermore, due to lack of fresh vegetables, the Confederates were developing scurvy. Each regiment was required to send out a detail each day to collect edible weeds (Unkräuter) such as sassafras buds (Knospen d. amerikanischen Zimtbaums), lambs quarter (Schaf-Viertel) and wild onions (vgl. Nye: Here come the Rebels, a.a.O., S. 4; vgl. OR ser. I vol. XXV, Pt. 2, pp. 686).

 

The ration of a general officer was double that of a private (vgl. Nye: Here come the Rebels, a.a.O., S. 4; vgl. Brief BrigGen Henry Heth an Rev. J. William Jones vom Juni 1877, Southern Historical Saociety Papers, IV [1877], 153).

 

The foot shortager resulted more from transportation deficiencies than low production. There was enough foodstuff and forage in the South to supply the military forces as well well as the civilian population, at least at that time (Januar 1863). It simply was not being collected and distributed systematically and according to need. The armies hat requisitioned so many horses and mules that some rural areas lacked local transportation. But the intermittent and inefficient operations of the railroads was an even more potent factor in the transportation break down (vgl. Nye: Here come the Rebels, a.a.O., S. 4-5; vgl. OR XXV, pt. 2, pp. 693-94).

 

Literatur:

- Bohannon, Keith S.: „Dirty, Ragged and Ill-Provided for. Confederate Logistical Problems in the 1862 Maryland Campaign and Their Solutions; in: Gallagher, Gary W.: The Antietam Campaign, a.a.O., S. 101-142

 

 

Verpflegung und Versorgung (US):

Col Bennett schreibt: „The rations furnished the enlisted men in camp were ample. They consisted daily per man of one pound salt meat or one and one-fourth pounds fresh meat, one and three fifths ounces coffee, two and two-fifths ounces sugar, one pound hard bread or twenty-two ounces soft bread, and rice, beans and pota toes three times per week, each sufficient for a meal; salt was also furnished. Beans were baked remarkably well in covered trenches. They were first parboiled and then camp kettles were covered with hot coals. Upon prolonged campaigns meat, hard bread, sugar and coffee, also salt, were the only articles issued. Camp kettles were with the trains, and not accessible, and every man would cook for himself. Coffee was a great solace, the allowance would make three or four pint cups, black and very strong, a day. At every halt of a half hour or more the cups would be on fires that were quickly made. The cavalry and artillery called the infantry coffee boilers. Salt pork would frequently be eaten raw with hard bread. Herds of cattle were often driven with the supply trains, and fresh meat furnished when practicable. It was not particularly juicy. The troops generally would start upon a campaign with from three to five days' supply of hard bread, sugar and salt, and were always hungry. There would usually be a skillet or frying pan for every group of fifteen to twenty men. When camp kettles were not at hand meat could not be cooked economically. It was found advisable during these periods to have a sergeant divide it uncooked. In the Wilderness, and campaigns following in 1864, camp kettles were for six weeks a reminiscence with the troops, on the firing line.“ (vgl. Bennett: Musket and Sword, a.a.O., S. 90-91).

 

 

Versorgung (Pferdefutter) (CS):

vgl. Nye: Here come the Rebels, a.a.O., S. 4

 

 

Veteran Volunteer Act:

im Frühjahr 1864 lief in vielen Regimentern die dreijährige Verpflichtungszeit der Soldaten aus; es bestand die Sorge, diese erfahrenen Kämpfer zu verlieren. Deshalb the Congress passed the so-called Veteran Volunteer Act, which provided that any soldier who signed for further service in the armed forces would be given a month-long furlough, transportation home, and a bounty of $400 (vgl. Hicken: Illinois in the civil War, a.a.O., S. 240).

 

 

Virginia Military Institute (VMI):

in Lexington; niedergebrannt nach der Schlacht von New Market auf Befehl von US-MajGen David *Hunter. Als Revenge für die von Hunter verursachten Zerstörungen im Shenandoah Valley kam es durch Truppen MajGen Early's (Early's Raid nach Washington), Brigade McCausland am 30.7.1864 zum Niederbrennen von *Chambersburg (vgl. Chambersburg [ed.]: "Southern Revenge", a.a.O., S. 93 f., 94)

 

Das VMI wurde 1839 gegründet und diente nach dem Vorbild West Point zur Ausbildung für das militärische wie auch zivile Leben. Es war von solcher Bedeutung, daß Präsident Zachary Taylor persönlich sich um die Erweiterung des Instituts kümmerte (vgl. Tan­ner: Stonewall in the Valley, a.a.O., S. 19).

 

Das "West Point of the South" (Wood, a.a.O., S. 5), in Lexington / Virginia; Teilnahme der Kadetten an der Schlacht von New Market 1864 gegen Sherman während der Atlanta Campaign.

 

Die Gehälter der Professoren waren bescheiden (vgl. Hughes: Hardee. Old Reliable, a.a.O., S. 67 mit Anm. 63).

 

Photo:

- Wood, James H. (Captain Co. "D", 37th Virginia Infantry Regiment): "The War - 'Stonewall' Jackson, His Campaigns and Battles. The Regiment as I saw Them." (Cumberland, Md.: Eddy Press Corporation, 1910), Bibliothek Ref MilAmerik26, S. 4

 

Literatur:

- Couper, William: 100 Years at VMI, 4 vols, Richmond 1939

-Gindlesperger, James: Seed Corn of the Confederacy: The Virginia Military Institute at New Market (White Mane). Jeff Davis called the VMI Cadets the "Seed Corn of the Confederacy"; these cadets, some only 15 years, had never been in battle. The story of their gallantry during the battle of New Market where they captured a Union Battery and lost 10 of their number to Union shot and mus­ket)

- Wood, James H. (Captain Co. "D", 37th Virginia Infantry Regiment): "The War - 'Stonewall' Jackson, His Campaigns and Battles. The Regiment as I saw Them." (Cumberland, Md.: Eddy Press Corporation, 1910), Bibliothek Ref MilAmerik26

 

 

Vorposten:

s. auch *skimish

 

Der Vorpostendienst war unbeliebt, vor allen in kalten oder stürmischen Nächten. Wilbur Fisk gibt eine genaue Beschriebung (vgl. Fisk, a.a.O., S. 3 f.). Die Vorpostenlinie befand sich ca. 1 mi vor den Hauptkräften (Fisk, a.a.O.). Nach dem Dienstantritt der Vorpo­sten einer Brigade, mußten sich diese beim Brigadegeneral antreten, genannt "guard mounting" (Fisk, S. 4). Nach dem Appell und der Postenbelehrung rückten die Picketts ab nach dem Kommando: "about face, inspect your guard, march" (Fisk, a.a.O.). Fisk (a.a.O., S.5-7) beschreibt genau die Durchführung, Aufgaben, Parole, Ablösung der Posten während des 24stündigen Dienstes und die Aufteilung in Picketts, Small Reserve (Bereitschaft) and Big Reserve (Ruhen und Pause).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Litera W

 

Waffen, konföderierte:

s. auch Artillerie-CS

 

Literatur:

- William A. Albaugh III and Edward N. Simmons - CONFEDERATE ARMS - Broadfoot, Wilmington, 1993

 

 

Waffen, Waffentechnische Entwicklung:

Waffentechnisch kamen ab Mitte des 19. Jh. zwei grundlegende Entwicklungen zur Reife: zum einen der Übergang vom glatten zum gezogenen Vorderladergewehr, dem die Annahme des gezogenen Hinterladers folgte (vgl. Fiedler, MilGesch3IV1, S. 12). Diese Ent­wicklung zusammen mit den ähnlich gravierenden Veränderungen bei der Artillerie hatten bedeutenden Einfluß auf die *taktischen Gegebenheiten.

 

Diese Entwicklungen hatten bedeutenden Einfluß auf die taktischen Gegebenheiten. Die wirksame Schußweite des alten glatten Vor­derladergewehrs (100 Yards) betrug gegenüber den gezogenen "Rifles (Schußweite 400 Yards) nur ein Viertel. Die alte Vorderla­der Muskete war an Schußweite der Artillerie weit unterlegen. Mit der Einführung gezogener Gewehre stiegen die Schußweiten und die Treffähigkeit der Infanteriegewehre aber erheblich an. Gut verteilte Schützen vermochten dann die Kanoniere aus großer Entfer­nung zu bekämpfen. Blieben sie dabei noch in Deckung, waren die üblichen Vollkugeln der Artillerie nahezu wirkungslos. Somit hat­te sich das Wertverhältnis der beiden Waffen zueinander stark verschoben. Ein Wettlauf zwischen Gewehr und Geschütz begann. Der Artil­lerist suchte sein Heil in noch größeren Schußweiten, stärkeren Kalibern und wirksameren Geschossen. Zunächst ermöglichte das Schrapnell einen Kartätschschuß auf größere Entbernungen, doch entsprechende Schußweiten und bessere Trefferaussichten bo­ten nur gezogene Rohre. Die Hinterladung des Infanteriegewehrs brachte den taktischen Vorteil, daß die Schützen ihre Waffe im Lie­gen und gedeckt bedienen konnten, dazu im kritischen Moment auch schneller schußbereit waren. So veränderte das Hinterladungsgew­ehr den Infanteriekampf und forderte nicht nur von jedem Unterführer, sondern auch von jedem Mann ein größeres Maß an Selbständ­igkeit. Ähnlich entwickelten sich die Probleme bei der Artillerie; auch hier hatte sich die Zweckmäßigkeit einer Hinterlade­kanone klar erwiesen. Je schneller und massierter sie auf dem Gefechtsfelde in die wirksame Schußposition vorrückte, desto größeres Ge­wicht erhielt der artilleristische Feuerkampf im taktischen Zusammenwirken aller Waffen (Fiedler, a.a.O.).

 

Die Einführung des gezogenen Gewehrs vor allem in Kombination mit der Einführung der Patrone und des Hinterladers hatte erheb­liche Auswirkungen. Die amerikanische Armee hatte seit der Revolution Rifles, d.h. Gewhre mit gezogenem Lauf, für Hilfstruppen und Sondertruppen verwendet. Die Hauptwaffe war jedoch die glattläufige Vorderlader-Muskete. Diese wurde mittels Lagestock mit Pulver und Kugel geladen, wobei eine Schußfolge von drei Schuß pro Minute erzielt wurde.

 

Das Rifle-Gewehr benötigte demgegenüber ein genau passendes Projektil, dessen Ladung erheblich mehr Zeit erforderte. Die Schuß­folge der Rifle-Gewehre betrug nur ein Schuß pro Minute. Die höhere Feuergeschwindigkeit war für die militärischen Führer ent­scheidend, weshalb für die Masse der Infanterie die Vorderlader-Muskete als der Rifle überlegen angesehen wurde.

 

Die geringe Treffsicherheit der glattläufigen Muskete und die geringe Reichweite förderte jedoch Versuche um eine Weiterentwick­lung. 1855 führte die Armee, basierend auf französischen Entwicklungen, die rifled Musket (gezogenes Vorderladergewehr) mit dem Minie/Burton-Geschoß ein. Dieses System erhielt die Schußgeschwindigkeit der glattläufigen Muskete, erhöhte die Schußweite je­doch auf 400 Yards bei gleichzeitiger hoher Treffsicherheit.

 

"The infantry weapons commonly used during the Civil War were the rifle musket and the smoothbore musket. Both of these were muzzleloaders (powder and bullet loaded from the muzzle and rammed down the barrel) and were fired using a percussion cap. One common characteristic of bullets for both smoothbores and rifle muskets was that they had to have a smaller diameter than the bore of the gun so they would fit down the barrel during loading. The space between the bullet and the barrel was called windage. During the Civil War, most of the bullets made in the North were machine pressed, which produced a more solid and uniform ball. The South, however, predominately cast their bullets in molds. Often the only way to distinguish between a Northern and Southern "3-ring minnie" is if it shows some "cast" features. These features include a noticable sprne location (nose cast, side cast, etc.) or irregu­larities in the cavity and/or rings.

 

The smoothbore musket, as the name indicates, had a smooth bore in the barrel. The projectile generally employed was a spherical ball or round shot. Because of the windage in smoothbores the ball does not take a true or straight path as it travels through and exits from the barrel, but tends instead to bounce from side to side and take an erratic course when it leaves. Smoothbores were very inac­curate at ranges over 50 yards and were useless over 100 yards. Although inaccurate, the great demand by both governments for ser­viceable weapons meant that the outdated smoothbore saw service in great quantities throughout the war.

 

The rifle musket (RM) was the standard infantry shoulder arm in use during the Civil War. It had a rifled barrel and used an elongated ball most commonly in .58 caliber. These bullets needed some feature that allowed them to expand into the rifling upon being fired - this feature was usually a cavity in the base. Another common characteristic was a number of rings around the body of the bullet. These rings held a lubricant of wax and tallow. (aus Thomas/Thomas, Civil War Bullets & Cartridges, a.a.O., S. 30)

 

In Erkennung der Vorteile und Auswirkungen dieser neuen Waffe ordnete 1854 der damalige Kriegsminister Jefferson *Davis (der spätere Präsident der CSA) die Entwicklung einer neuen Taktik an, die die neuen waffentechnischen Gegebenheiten ausreichend be­rücksichtigte. Jefferson Davis hatte im mexikanischen Krieg 1846-48 das einzige vollständige mit Rifles ausgerüstete Regiment der Army befehligt und kannte die Vorteile und Auswirkungen wohl am besten.

 

Der Army kam bei der Entwicklung zugute, daß die kleine Vorkriegsarmee in der Offiziersausbildung wenig englische Literatur ver­wendet hatte. Dieser Nachteil hatte den Vorteil, daß der Einführung einer neuen Taktik angesichts der neuen Waffen keine festgefügte "herrschende Meinung" gegenüberstand und deshalb eine neue Taktik i.w. ohne Vorbehalte entwickelt und eingeführt werden konnte (s. zumindest nach Internet-Datei MilAmerik27, S. 3)

 

Praktisch verwendete die amerikanische Vorkriegsarme das französische napoleonische taktische System. Amerikanische Militärtheor­etiker zogen dieses dem englischen System deshalb vor, da das franz. System ihrer Meinung nach, auf den ausführlichen prakti­schen Erfahrungen der napoleonischen Kriege basierte und die französischen nach-napoleonischen Offiziere ihren Rang durch Kön­nen und, nicht wie bei den Briten, durch Ämterkauf erworben hatten.

 

Der führende amerikanische Militärtheoretiker, Prof. Dennis Mahan glaubte, daß amerikanische Waldkriegserfahrungen und Skirmis­h-Praktiken die franz. Taktik beeinflußt habe durch den Einsatz von Schützenschleiern und Scharfschützen vor der Linieninfanterie. Die kleine amerikanische Armee war zudem nicht ohne eigene amerikanische Taktik-Lehrbücher. Schon Epaphras Holt hatte 1811 eine Skirmish-Taktik veröffentlicht. Auf dieser aufbauend veröffentlichte Winfield Scott seine Taktik von 1830, in der er die Erfah­rungen des Amerikanisch-Englischen Krieges von 1812 berücksichtigte. Scott's Taktik war offizielles Drill- und Ausbildungshand­buch der US-Vorkriegsarmee bis 1855, als es durch Hardee's Manual ersetzt wurde. Hoyt's und Scott's Taktik zeigten mit kleinen Dif­ferenzen die Entfaltung von Skirmish-Formationen auf, beinhalteten jedoch wenig über deren effektiven Einsatz im Gefecht.

 

Henry Halleck schrieb 1846 "Elements of Military Art and Science" in der er unter Verwendung der Gedanken Jominis, der Memoi­ren Napoleons, Clausewitz', ErzherzogsKarl von Österreich festellte, daß (in der Zeit glattläufiger Gewehre) Skrimish Troops ledig­lich Hilfstruppen zum Flankenschuz und zur Beunruhigung des Feindes seien (Anm: ähnlich bereits Friedrich G. Gr. und die österei­chischen Strategen des 18. Jh. beim "kleinen Krieg"). Halleck glaubte, daß das Gefecht selbst in geschlosserer Ordnung unter Ver­wendung der Linien- oder Kolonnentaktik zu führen sei.

 

Mahan, Professor für Military and Civil Engineering an der US Militär Akademie West Point von 1830-1871 lehrte in seinem 1847 veröffentlichten Werk "Outpost" - einem Handbuch für den Subalternoffizier - den Einsatz von Skirmish-Truppen (leichte Infanterie) bei selbständigen "detatched" Operationen, Aufklärung, Erkundung, Überwachung und Sicherung. Der "Outpost" war Lehrbuch auch bei der Ausbildung des späteren Militärtheoretikers Hardee in West Point ++++

 

Literatur:

* William A. Albaugh III and Edward N. Simmons - CONFEDERATE ARMS - Broadfoot, Wilmington, 1993 - Reprint - Dust Jacket - 278pp - Fully Illustrated with Photos and Drawings - The most used guide to Pistols, Rifles, Swords and other Confederate Arms - Oversized - Mint - $35; Clayton Thopson Bookseller

- Griffith, Battle Tactics, a.a.O., Kap. 4

 

 

Waffentechnische Begriffe:

- Breech Loading Rifle: Hinterladergewehr

- Muzzle loading rifle: Vorladergewehr

 

 

Washington Artillery:

eine Miliz-Artillerie (nicht zu verwechseln mit der Washington Artillery von New Orleans in der Army of Tennessee), die älteste Mi­lizeinheit im Staat Louisiana. Seit 1857 kommandiert Col. James Birge *Walton. Alexander (Fighting for the Confederacy, a.a.O., S. 168) gibt irrtümlich deren Stärke nach Ausbruch des Bürgerkrieges mit 3 Kompagnien an. Tatsächlich umfaßte die Einheit während nahezu des gesamten Krieges 4 Kompanien in der Army of Northern Virginia und eine weitere im Westen (vgl. Alexander, a.a.O., S. 578, Anm. 6). Eingesetzt in den Schlachten von Edisto Island SC (29 März 1862),Seven Days Battles VA (25 Juni - 1 Juli 1862) dar­unter White Oak Swamp (30.6.1862) und Malvern Hill (1.7.1862), Fredericksburg Dezember 1862 (vgl. Alexander, a.a.O., S. 168).

 

 

West Point (USMA):

US-Military Academy (USMA); im Staat New York am Hudson River (vgl. Pfanz: Richard S. Ewell, a.a.O., S. 15; nach Sherman, Memoirs, S. 16 Anreise über New York mit dem Schiff); Eintrittsalter 16 Jahre (vgl. Sherman, Memoirs, a.a.O., Bd. 1, S. 15). Die Militärakade­mie wurde im März 1802 gegründet

 

West Point war nach dem Modell der Ecole Politechnique in Frankreich konzipiert und bot eine der besten Ausbildungsmöglichkeiten der USA (Hattaway/Jones: How the North Won, a.a.O., S. 11).

 

Ausbildungsdauer 4 Jahre; nur während kurzer Zeit betrug die Ausbildungszeit 5 Jahre (vgl. Simpson, Vorwort zu Porter: Campai­ning with Grant, S. v).

 

Traditionell wurden in West Point bevorzugt solche Nachkommen von Veteranen des Unabhängigkeitskrieges aufgenommen, die sich wegen Armut keine höhere Ausbildung leisten konnte. Die Kadetten erhielten ein Gehalt, damit sie notwendige Ausgaben bestreiten konnten. West Point bot damit eine exzellente und kostenlose Ausbildung (vgl. Pfanz: Richard S. Ewell, a.a.O., S. 13).

 

In den frühen 1840er Jahren litt West Point unter einer Public-Relations-Krise: Unter der Präsidentschaft von Andrew Jackson und Martin Van Buren war die Militärakademie wiederholt als ineffizient und elitär öffentlich angegriffen worden (vgl. Longacre: Pickett, a.a.O., S. 9; Morrison, a.a.O., S. 1-4; Boynton, a.a.O., S. 238). Tatsächlich kamen damals lediglich 3-5% aus reichen Familien (Longa­cre, a.a.O., S. 9 m.w.N.).

 

Kritiker sahen diese trainierten Absolventen oft als 'overeducated' Elite an, angefüllt mit 'impractical theory' ohne praktische Erfah­rung. Diese Sicht wurde auch von vielen bedeutenden Zivilisten und militärischen Führern geteilt, auch von vielen Volunteers (vgl. Jones, Archer: Civil War Command and Strategy, a.a.O., S. 5).

 

Dennoch bleibt die Tatsache, daß die US-Militärakademie, die ihre Kandidaten einem rigorosen Ausleseprozess unterzog, einen ex­zellenten kleinen Kader an militärischen Führern ausbildete, der nicht nur die Regeln orthodoxer Kriegsführung kannte, sondern auch Neuerungen zugänglich war und diese verwendete (vgl. Jones, Archer: Civil War Command and Strategy, a.a.O., S. 10).

 

General Jacob D. Cox beurteilt West Point wie folgt: "For nearly all it was the education of the soldier at ranks and not the officer." (Cox: Military Reminiscenses I, 178).

 

Literatur:

- Boynton, Edward C.: History of West Point ... and the Origin and Progress of the United States Military Academy (New York, 1863)

- Cullum, George W.: Biographical Register of Officers and Cadets of the U. S. Military Academy (8 vols. Boston 1891)

- Dupuy, Ernest R.: Men of West Point: The First 150 Years of the United States Military Academy (New York, 1951)

- Morrison, James L. jr.: Educating the Civil War Generals: West Point, 1833-1861; in: Military Affairs (Oct. 1974), S. 108-11

- Morrison jr., James L.: "The Best School in the World": West Point, the Pre-Civil War Years, 1833-1866 (Kent, Ohio, 1986)

- Park, Roswell: Sketch of the History and Topography on West Point (Philadelphia 1840)

- Schaff, Morris: The Spirit of Old West Point (Boston, 1907)

- Waugh, John C.: The Class of 1846. From West Point to Appomattox: Stonewall Jackson, George McClellan and their Brothers (Ballantine Books: New York, 1194); Bibliothek Ref MilAmerik114

 

 

Western Gunboat Flotilla:

des Marineminsteriums (Bastian, Grant's Canal, a.a.O., S. 24; Bearss: Hardluck Ironclad, a.a.O., S. 83).

 

Die Western Gunboat Flotilla unterstand zunächst der Army, was erhebliche Friktionen auslöste, da jeder Brigadier in die Marinefüh­rung auf den Flüssen intervenieren konnte. Ab Oktober 1862 unterstand die Flotte erneut dem Marineministerium unter *Welles (vgl. Bearss: Hardluck Ironclad, a.a.O., S. 83

 

 

Whitworth Geschütz:

Hinterlader Geschütz britischer Herkunft, Schußweite 4-5 Meilen (10000 yards = 5,7 Meilen; vgl. Thomas: Cannons, a.a.O., S. 43) mit hoher Treffsicherheit; kaum zum Einsatz gekommen, da die Verwendung des indirekten Artilleriefeuers noch nicht bekannt war und vorgeschobene Beobachter noch nicht zum Einsatz kamen (vgl. Catton: Reflections, a.a.O., S. 129/130)

 

Allerdings war die Artilleriemunition unzuverlässig, die Artilleristen waren nie sicher wo und ob überhaupt das Geschoß explodieren werde. Es bestand daher fast während des ganzen Krieges das Verbot, die eigenen Truppen zu überschießen (vgl. Catton: Reflections, a.a.O., S. 130)

 

Die 12-Pounder (2,75 inch) Whitworth Breechloading Rifle wurde in England von Sir Joseph Whitworth vor Ausbruch des Bürger­krieges entwickelt und war eine von mehreren Typen von Whitworth Geschützen, die im Bürgerkrieg zum Einsatz kamen. Whit­worths wurden im allgemeinen von der CSA verwendet.; jedoch gab es im Norden eine Batterie von 2,75-inch Rifles ab 1861 bis Kriegsende. Gen. E. P. Alexander, der Artilleriechef Longstreet's lobte die Whitworth nach Kriegsende sehr wegen ihrer Trefferge­nauigkeit und großen Reichweite (vgl. Thomas, a.a.O., S. 43).

 

 

Whitworth Rifle:

Scharfschützengewehr mit Zielfernrohr; Kaliber .45; begehrteste Scharfschützen-Rifle der CSA Infanterie; in England hergestellt und zum Preis von $ 1000 Golddollar (incl. 1000 Schuß Munition) in die CSA importiert; Schußweite 1200 yards (so Vanderford, a.a.O., a.A. bei Coates / Thomas, a.a.O., S. 28: 1500 yards); die Munition war sorgfältig hergestellt, die Teile jeder einzelnen Patrone sorgsam abgewogen, um exakt gleiche Wirkung und Schußweite zu gewährleisten (vgl. Confederate Veteran Vol. I 1893 S. 117); Abb. bei Coates/Thomas: Civil Small Arms, a.a.O., S. 28

 

Literatur:

- Boatner: Civil War Dictionary, a.a.O., S. 917

- Vanderford, Confederate Veteran Vol. I 1893 S. 117

- Coates/Thomas: Civil Small Arms, a.a.O., S. 28

 

 

Whitworth's Sharpshooters:

CS-Scharfschützeneinheiten ausgerüstet mit der Whitworth Rifle; erste Einheit 1863 (Anm.: die Angabe 1864 in Boatner: Civil War Dictionary erscheint unzutreffend, da der Gründer der Einheiten, Major Vanderford in Confederate Veteran Vol. I 1893, S. 117 als Datum 1863 angibt) in Wartrace als Scharfschützeneinheit von Cleburne's Division aufgestellt durch Major Vanderford; eine weitere Truppe als Teileinheit von Bragg's Army in Chattanooga ebenfalls durch Major Vanderford aufgestellt; eine dritte, gleichnamige Ein­heit wurde aufgestellt in Joseph E. Johnston's Army in Meridian ebenfalls von Major Vanderford (vgl. Confederate Veteran Vol. I 1893 S. 117).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Litera Y

 

 

Yard:

amerikanisches Längenmaß, 09144 m

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Litera Z

 

 

Zelte:

s. Sibley Tents

 

Die Ausrüstung der Regimenter in der Union war oft ungenügend und unvollständig, oft auch von völlig mangelhafter Qualität. Wil­bur Fisk gibt u.a. an, daß die Armeehosen nach 14 Tagen nicht mehr zu tragen und völlig aufgebraucht waren, vielen Soldaten die Decken fehlten und sie im Dezember 1861 auf dem blanken Boden schlafen mußten (Fisk, a.a.O., S. 1). Fisk (a.a.O., S. 1) beschreibt die seinem 2nd Vermont im Dezember 1861 zur Verfügung stehenden Zelte, die für 5 Mann mit Ausrüstung viel zu klein waren, wes­halb die Bewohner ein Loch in den Boden gruben, die ausgehobene Erde als Wall aufhäuften und das Zelt darüber ausbauten und ausreichend Höhe zu gewinnen. Die Unterbringung war gesundheitsschädigend (Fisk, S. 2).

 

Weiterhin besaß jeder Mann eine Zeltbahn, die mit einer anderen Zeltbahn zusammengeknöpft werden konnte und gestützt auf 2 Stöcke oder Bajonette eine Zelt bildete. Die Zeltbahn bestand aus Leinenstoff "flax cloth" (Fisk, a.a.O., S. 12).

 

 

Zouaven:

amerikanische Miliz-Einheiten, die sich auf die französischen Zoauven in Nordafrika zurückführten. Die Uouaven waren nach 1854 in den USA populär. Die neue Infantrietaktik der französischen leichten Infantrie, die den indivuduellen Einzelkämpfer und die Kleingruppe betonte, entsprach amerikanischem Gefühl (vgl. Nosworthy: Bloody Crucible, a.a.O., S. 97 ff).

 

Die französische Armee hatte bei den Kämpfen in Nordafrika anfangs Verluste erlitten, und war zunächst nicht imstande, der Kampf­weise der algerischen Truppen zu begegnen, die auf den Einzelkämpfer abstellte und blitzartige wiederholte Angriffe im beweglichen Gefecht führte, auf die die französische "schwere" Linieninfantrie zu ungeweglich reagierte.

 

In Frankreich wurde daraufhin mit den Tirailleurs eine neue Form von Infantrieeinheiten der "Jäger" (Chasseurs) oder "leichten In­fantrie" eingeführt, die ab 1840 vom Herzog von Orlean entwickelt wurde und sich auf die Fähigkeiten der neuen Infantriewaffenge­neration stützte; aufgelockertere Gefechtsordnung (nur noch zwei Kampflinien an Stelle von drei Linien), Einzelkampfausbildung und Ausnutzung des Geländes zeichneten ihren Einsatz aus; sie wurden zur Vorstufe der *Chasseurs à Pied (vgl. Norsworthy: Bloody Crucible, a.a.O., S. 54). Die Tirailleurswurden in Brigaden zusammengefaßt, zu denen einheinische Truppen, die "Zouaves" gehörten (vgl. Nosworthy, a.a.O., S. 55).

 

Letztere zeichneten durch eine "wilde" individuelle Angriffsweise aus, die dem amerikanischen Sentiment besser entsprach, als die "sture" Angriffsweise der maschinenartig gedrillten Linieninfantrie herkömmlichen Stils (vgl. Nosworthy, a.a.O., S. 98).

 

 

Zouaven Drill:

eine athletische Form des Infantry skirmish drill, wobei die Soldaten in den farbenprächtigen Uniformen französischer Kolonialtrup­pen (Zouaven) kostumiert waren. Die farbenprächtigen Zouaven-Uniformen und der Show-Drill waren in den USA in den Jahren vor Beginn des Bürgerkrieges sehr beliebt (McPherson / McPherson: Lamson of the Gettysburg, a.a.O., S. 12).

 

vgl. auch "Fire Zouaves", 5th New York Volunteer Infantry Rgt."Duryées Zouaves").

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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