Anhang 4: Die ökumenischen Konzilien:
1. Ökumenisches Konzil: Nicaea 325
Streit um den Arianismus - Entwicklung der Trinitätsleh- re
2. Ökumenisches Konzil: Konstantinopel 381
Trinitätslehre
3. Ökumenisches Konzil: Ephesus 431
Inkarnation; Streit um die Nestorianische Krise
4. Ökumenisches Konzil: Chalkedon 451:
Inkanrnation; Streit um die Naturen Christi - Monophysi-
tismus
5. Ökumenisches Konzil: Konstantinopel 553
(2. Konzil von Konstantinopel)
6. Ökumenisches Konzil: Konstantinopel 380
7. Ökumenisches Konzil: Konstantinopel 787
Ikonenverehrung - Ikonoklasmus
Unter den Konzilien der Alten Kirche werden heute noch sieben von der Mehrzahl der Kirchen als ökumenisch angesehen. Unter ihnen ragen die ersten vier - von Nicaea (325) bis Chalkedon (451) - wegen ihrer Bedeutung für die Lehre und geschichtliche Entwicklung der Kirche heraus. Auf ihnen wurden die grundlegenden christlichen Dogmen formuliert: sie betreffen die Trinität (Nicaea und Konstantinopel I) und die Inkarnation (Ephesus und Chalkedon). Deshalb galten sie, gemeinsam mit den Evangelien, schon für Gregor den Großen (Ep I25) als der Eckstein, auf dessen Fundament der christliche Glauben begründet ist.
Nicaea und das I. Constantinopolitanum bilden mit ihren Aussagen zur Trinität den ausgangspunkt für die zukünftige dogmatische Entwicklung. Darüber hinaus regeln sie die kirchliche Hierarchie der fünf Patriarchate, die schließlich als Ende einer langen Auseinandersetzung auf den Chalkenonse bestätigt wurde.
Ephesus und Chalkedon beenden ihrerseits die erste Phase der christologischen Streitigkeiten, die vom Anfang des 5. bis zum Ende des 7. Jh. dauern (vgl. Alberigo, a.a.O., S. 22f).
Der eigentliche Abschluß der Konzilien vollzieht sich erst mit zeitlichem Abstand. Kirchliche Dogmen werden in der frühen Kirche und - im Gegensatz zum Katholizismus - in der Orthodoxie - erst dadurch wirksam, daß sie vom Kirchenvolk akzeptiert werden, nicht jedoch durch bloßen Beschluß eines Bischofs. Die Konzilien und ihre jeweiligen Themen sind mit einer theologischen "Langzeitdiskussion" verbunden, die gleichsam die Phase der Rezeption darstellt. Beispielsweise löste die Konzilsentscheidung von Chalkedon und die hier beschlossene Unionsformel (*Glaubensbekenntnisse) eine Jahrhunderte dauernde Auseinandersetzung aus, die ein Schisma in der Ostkirche zur Folge hatte, und bedeutende politische Konsequenzen für Byzanz zeitigte.