Anhang 18: Geschichtlicher Glossar
Judenverfolgung:
a. Griechische Juden während des Nationalsozialismus:
Die Hauptstadien der Ermordung der griechischen Juden werden markiert durch die Deportationen aus dem von Bulgarien besetzten Thrakien und Makedonien im März 1943, die Deportationen aus dem von den Deutschen besetzten SALONIKI und Umgebung von März bis Mai 1943 und die Deportationen aus der ehemaligen italienischen Zone nach Italiens Kapitulation im März, April und Sommer 1944. All diese Deportationen fanden statt, nachdem Italien erkannt hatte, daß der Krieg verloren war. Diese Einsicht und ihre Ablehnung des brutalen Vorgehens der Deutschen veranlaßte italienische Militärs und Diplomaten, möglichst vielen Juden zur Flucht in die von Italienern besetzte Zone oder in andere Länder zu verhelfen.
Im April 1941 wurden die jüdischen Archive und Bibliotheken in Saloniki und Athen vom EINSATZSTAB ROSENBERG beschlagnahmt. Während des Frühlings und Sommers 1941 beraubte Deutschland Griechenland seiner Lebensmittelproduktion und finanziellen Erträge und konfiszierte seine Rohstoffe. Unter der Hungersnot 1941 und 1942 litt die gesamte griechische Bevölkerung, insbesondere die Juden. Am 11. Juli 1942 wurden 9000 männliche Juden aus Saloniki zwischen 18 und 45 Jahren den Arbeitsbataillonen der ORGANISATION TODT in Griechenland zugewiesen: Viele starben, andere litten unter Krankheiten und Erschöpfung. Die jüdische Gemeinde versuchte, junge jüdische Arbeiter freizukaufen, aber sie konnte die benötigten Summen nicht beschaffen. Der berühmte jüdische Friedhof von Saloniki wurde an die städtischen Behörden übertragen und zerstört.
Die Juden aus Makedonien und dem von Bulgarien annektierten Thrakien wurden zuerst deportiert. Mitte Februar 1943 stimmte der bulgarische Innenminister, Petr Gabrovski, der Deportation von 20000 Juden zu, darunter Juden aus Makedonien und Thrakien. Organisiert wurde diese Deportation von Jaroslav Kalizin, dem Leiter der Verwaltungsabteilung des Komissarstvo sa Evreiskite Vuprosi (Kommissariat für jüdische Angelegenheiten) in Bulgarien. Er legte drei »Sammelstellen« in Radomir, Dupniza und Gorna Dshumaja fest.
Am 4. März 1943 um vier Uhr morgens wurden die thrakischen Juden festgenommen, für mehrere Tage in Tabaklagerhäusern interniert und dann mit dem Zug nach Bulgarien deportiert. Nur rund 200 Juden entgingen der Festnahme, entweder durch Flucht in die italienische Zone oder weil sie in die Arbeitsbataillone eingezogen worden waren. 4100 Juden wurden per Zug und Schiff nach Wien deportiert und von dort direkt nach TREBLINKA, wo man sie nach der Ankunft sofort vergaste.
Die einheimische Bevölkerung in der von Bulgarien besetzten Zone war durch die deutschen Vergeltungsmaßnahmen nach Sabotageakten eingeschüchtert: Enthauptungen, Verstümmelungen und Erschießungen. Manchmal aber wurden Juden, die nicht registriert worden waren, versteckt oder zu den Partisanen in die Berge geleitet. Bulgarien wollte die neuen Gebiete mit bulgarischen Bauern besiedeln und unterstützte die griechische Abwanderung in die deutsche Zone.
In der von den Deutschen besetzten Zone organisierten Dieter WISLICENY und Alois BRUNNER aus der Dienststelle von Adolf EICHMANN die Deportationen mit Hilfe des JUDENRATS unter der Leitung von Oberrabbiner Zvi KORETZ, der im Dezember 1942 zum Vorsitzenden ernannt worden war. Im Februar 1943 wurden durch den Kriegsverwaltungsrat Maximilian Merten von der deutschen Militärverwaltung die NÜRNBERGER GESETZE wirksam und die Juden in vorrangig drei GHETTOS interniert, die alle in oder bei Saloniki lagen: dem Hagia-Paraskevi-Bezirk, dem sogenannten Viertel 151 und dem Durchgangslager Baron de Hirsch. Vom letzteren erfolgte im März und April die Deportation mit dem Zug nach Auschwitz. Rund 48000 Juden wurden deportiert; 37000 wurden bei der Ankunft vergast und 11000 für Arbeitslager »selektiert«. Vom 30. April bis 8. Mai 1943 wurden die Juden von Didimotikon, Orestias, Florina, Veroia und Suflion festgenommen und nach Saloniki verschleppt; am 9. Mai 1943 wurden sie nach Auschwitz deportiert. Die meisten wurden zusammen mit dem 17. Transport aus Saloniki vergast. Der letzte Deportationszug aus Saloniki, in dem sich auch der Judenrat (74 Personen) befand, hatte im August 1943 BERGEN-BELSEN zum Ziel. Der Wehrmacht wurden die Züge auf Befehl von Generaloberst Alexander LÖHR von der Heeresgruppe E zur Verfügung gestellt. Bei der griechischen Regierung und den italienischen und deutschen Besatzern gingen zahlreiche Proteste ein. Rund 150 Juristen aus Saloniki appellierten zunächst an den griechischen Gouverneur von Makedonien, Simonides, dann an die Regierung in Athen, das Ziel der Deportationen zu verändern - statt POLEN schlugen sie eine griechische Insel vor. Die Antwort war, daß die Deutschen dies nicht erlaubten. In Athen protestierten jüdische Flüchtlinge aus Saloniki, unterstützt von den Athener Juden. Die intellektuelle und religiöse Führung schloß sich ihnen an, vor allem Erzbischof Damaskinos und die Leiter der Hochschulen, die sich nachdrücklich für die Juden aussprachen. Konstantin Logothetopoulos, der 1943 an der Regierungsspitze stand, wollte griechisch-orthodoxe Flüchtlinge aus den von Bulgarien besetzten Gebieten Thrakiens in leerstehenden jüdischen Wohnungen in Saloniki unterbringen. Sein Versuch, mit einem Brief vom 23. März 1943 an den deutschen Bevollmächtigten in Athen, Günther Altenberg, die Deportationen zu beenden, kam zu spät. Am 29. März 1943 unternahmen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Athen einen für das besetzte Europa beispiellosen Versuch und appellierten an Prato, den politischen Sekretär der italienischen Botschaft, die Deportation griechischer Bürger zu stoppen. Diese Initiative blieb erfolglos, weil Saloniki in der deutschen Zone lag. Die Regierung unter Joannis Rallis protestierte gegenüber der Gestapo gegen die Deportationen.
Die Beamten im italienischen Konsulat in Saloniki - Konsul Guelfo Zamboni, Vizekonsul Cavaliere Rosenberg, Stabila, Emilio Neri, Doefini, Merci, Mark Mosseri und Valerie Torres - halfen Juden, in die italienische Zone zu fliehen. Mit ihrer Unterstützung gelangten viele Hundert der 3000 Juden aus Saloniki nach Athen. Mehr als 300 erhielten vom Konsulat falsche italienische Papiere.
Die Kapitulation Italiens brachte auch die griechischen Juden unter deutsche Kontrolle, die bisher unter dem Schutz von General Carlo Geloso, dem italienischen Polizeikommandeur in Athen und Verwaltungschef Südgriechenlands, und seinem Nachfolger General Vecchiarelli gestanden hatten. Unter der Leitung von Wisliceny und unter Mitwirkung des Höheren SS- und Polizeiführers Jürgen STROOP wurden 800 Athener Juden festgenommen und nach Auschwitz deportiert, zusammen mit Juden, die am 24. und 25. März 1944 in kleineren Städten auf dem Festland inhaftiert worden waren: in Arta (352), Preveza (272), Patras (12 Familien), Chalkis (90) Volos (130), Larissa (225), Trikkala (50), Joannina (1860) und Kastoria (763). Die meis ten wurden bei der Ankunft in Auschwitz vergast.
Die Juden von Korfu wurden am 6. Juni 1944 festgenommen fast 1800 von 2000 wurden nach Auschwitz deportiert, 200 von ihnen dort zur Zwangsarbeit »selektiert«, die anderen vergast. Am 20. Juli 1944 wurden 1700 Juden von Rhodos über Piräus nach Auschwitz deportiert; 700 wurden zur Zwangsarbeit bestimmt, die an deren ermordet. Die 260 Juden von Canea wurden am 21. Mai 1944 festgenommen. Das Schiff, mit dem sie deportiert wurden, sank; es gab keine Überlebenden.
Nach Zahlenmaterial aus Auschwitz wurden mindestens 54533 griechische Juden in dieses Vernichtungslager deportiert. Von diesen wurden 41776 sofort vergast; 12757 Juden (802, Männer und 4732 Frauen) wurden für die Zwangsarbeit, für das Orchester, für MEDIZINISCHE EXPERIMENTE (Sterilisationen und Zwillingsforschung) und das SONDERKOMMANDO »selektiert«. 1943 und 1944 wurden griechische Juden regelmäßig zur Arbeit in den Auschwitzer Krematorien eingeteilt. Mehrere Überlebende von Auschwitz berichten, daß rund 400 Männer, die im Sommer 1944 die Leichen ungarischer Juden verbrennen sollten, diese Arbeit verweigerten, obwohl sie wußten, daß sie deshalb getötet werden würden. Ebenfalls im Sommer 1944 griff Albert Errera aus Larissa, der einer »Aschebeseitigungsabteilung« angehörte, seine Bewacher an und flüchtete über die Weichsel. Seine Flucht mißlang, er wurde zu Tode gefoltert. 13, griechische Juden, vormals Offiziere der griechischen Armee, beteiligten sich am 6./7. Oktober 1944 (nach anderen Quellen am 9. September) an einer Lager-Revolte. Griechische Überlebende erklären sich für die Sprengung des Krematoriums III verantwortlich; fast alle Beteiligten gingen, die griechische Nationalhymne singend, in den Tod.
Am 2. August 1944 waren 292 griechische Männer in Auschwitz I (dem Hauptlager), 929 Männer in Auschwitz II (Birkenau) und 517 Männer in Auschwitz III (Buna-Monowitz), dazu kamen 731 Frauen. Die meisten Frauen und Männer aus Saloniki, die Zwangsarbeit leisten mußten, starben an Kälte, Hunger, Typhus, Ruhr oder aufgrund von Mißhandlungen. Viele begingen Selbstmord, als sie vom Schicksal ihrer Familien erfuhren. Die 400 Juden aus Saloniki, die die Arbeit im »Sonderkommando« verweigert hatten, wurden vergast; mindestens 13, griechische Juden starben bei der erwähnten Revolte. Viele der bis 1945 Überlebenden wurden am 17. Januar auf die TODESMÄRSCHE nach MAUTHAUSEN, Bergen-Belsen, STUTTHOFF oder andere Lager geschickt. Weniger als 2000 von mehr als 54000 Deportierten kehrten nach Kriegsende nach Griechenland zurück.
Im August 1943 wurden etwa 300 Juden aus Saloniki nach WARSCHAU deportiert, um dort die Ruinen des Ghettos zu beseitigen; im Oktober wurde eine zweite Gruppe von Juden aus Saloniki dorthin deportiert. Viele verhungerten oder starben an Krankheiten.
Ende Juli 1944 wurden die meisten griechischen Juden nach DACHAU deportiert. Beim WARSCHAUER AUFSTAND im August und September 1944 beteiligten sich die überlebenden Griechen an den Kämpfen oder versteckten sich in Bunkern. Viele wurden getötet. Die griechischen Juden verteilten sich in der Stadt, um ihre Überlebenschancen zu erhöhen. Später schlossen sich einige zu einer Einheit zusammen und kämpften unter griechischer Flagge. Nur 27 Griechen überlebten den Aufstand.
Griechische Juden waren auch in Griechenland im Widerstand aktiv. Soldaten, die nach dem Krieg gegen Italien oder der Kapitulation vor Deutschland demobilisiert worden waren, formierten in den Bergen Partisaneneinheiten. Sie wurden Ende 1942 vom britischen Middle East Command ausgebildet und versorgt, vor allem die republikanischen und royalistischen Einheiten (EDES/ EKKA) in Epiros. Andere flüchteten nach Mittelgriechenland (in die Gebiete um Pindus und Olymp), das von nationalistisch demokratischen Kräften unter kommunistischer Leitung - kontrolliert wurde (EAM/ ELAS). Aktiver militärischer Widerstand begann erst 1943.
Einige jüdische Gemeinden überlebten. Die Juden von Agrinion (40) verteilten sich über das Land, die geplante Deportation der Juden von Zante (275) fand nicht statt. Die meisten Juden aus Thessalien und Mittelgriechenland - Volos (750), Katerini (35), Larissa (500), Trikkala (450), Kardhitsa (100 bis 150), Chalkis (270), Athen (2000) und Patras (200) versteckten sich bei Nachbarn, flohen in die Berge oder über die Türkei nach Palästina.
Die griechische Bevölkerung in der italienisch besetzten Zone unterstützte die Juden und erkannte sie als griechische Bürger an. Die griechischen Regierungen protestierten wenn auch erfolglos - gegen die Deportationen aus der deutschen Zone 1943. Führende Intellektuelle in Saloniki und Athen schrieben Protestbriefe; daraufhin schlossen die Deutschen die Athener Universität. Die griechisch-orthodoxe Kirche, geführt von dem Metropoliten von Athen, Erzbischof Damaskinos, protestierte formell, rief in Enzykliken an die Geistlichkeit zur Unterstützung jüdischer Flüchtlinge auf, versteckte mehr als 250 jüdische Kinder und gab gefälschte Taufscheine aus. Mehr als 600 griechische Geistliche wurden deshalb festgenommen und viele von ihnen deportiert. Die Athener Polizei gab falsche Papiere aus. Die Konsulate Spaniens, der Türkei und Italiens schützten jeden Juden, der Anspruch auf Staatsbürgerschaft erheben konnte; so wurden Tausende gerettet. Die griechische Widerstandsbewegung versteckte Juden, brachte sie ins unbesetzte Griechenland oder in die Türkei. Die Widerstandskämpfer halfen auch vielen jüdischen Soldaten aus Palästina, die nach dem Zusammenbruch des britischen Expeditionskorps 1941 in Griechenland eingeschlossen worden waren, den Deutschen zu entkommen. (aus Jäckel, Enzyklopädie des Holocaust, S. 560-564).
Der Autor sprach 1976 persönlich in Joannina mit einem der Überlebenden aus Auschwitz. Beim Einkauf in den Kassematten sprach der Inhaber des Ladens ein gutes, österreichisch gefärbtes Deutsch. Auf die Frage nach der Herkunft der Deutschkenntnisse krempelte der Grieche seinen Ärmel auf, zeigte eine auf dem Innenarm eintätowierte Nummer und antwortete ohne weitere Bemerkung: "Auschwitz". Weitere Fragen erübrigten sich aus Scham.
b. Die Nachkriegszeit:
1941 gehörten den griechischen jüdischen Gemeinden (einschließlich Rhodos, das Griechenland nach dem Zweiten Weltkrieg angeschlossen wurde) 77178 Menschen an, davon lebten 56000 in Saloniki. Etwa 96 Prozent der Juden aus Saloniki wurden von den Nationalsozialisten ermordet; 1000 überlebten den Krieg und kehrten zurück, weitere 1000 wanderten nach Palästina, Frankreich oder in die Vereinigten Staaten aus. Heute existiert in Saloniki eine kleine jüdische Gemeinde, die ein Kulturzentrum, eine historische Bibliothek, zwei Synagogen, einen Friedhof, ein Altenheim und eine Grundschule unterhält.
Die meisten Juden in Griechenland leben gegenwärtig in Athen. Waren es kurz nach dem Krieg noch 4930 Juden, so Ende der 80er Jahre nur noch knapp 3000. Sie unterhalten eine Synagoge, ein jüdisches Museum, eine Grundschule und einen Friedhof.
Die Mehrheit der Juden aus Thessalien (Larissa, Trikkala und Volos) überlebte in den Bergen. Nach dem Krieg wanderten viele von ihnen nach Israel aus oder zogen nach Athen. Viele Gemeinden - wie die von Rhodos, Chalkis, Korfu und Joannina - sind zu klein, um eigene jüdische Bildungseinrichtungen zu unterhalten oder kulturelle und religiöse Aktivitäten zu entfalten. Meist hat die jüngere Generation diese Orte verlassen und ist nach Athen oder in die USA ausgewandert.
Keiner der aus Thrakien Deportierten kehrte zurück. 40 thrakische Juden, die überlebt hatten, weil sie zur Zwangsarbeit nach Bulgarien deportiert worden waren, emigrierten nach Kriegsende nach Israel. In Orten wie Serrai, Drama, Xanthi, Komotini und Alexandroupolis gab es nach 1945 keine jüdische Gemeinde mehr. Angehörige der Gemeinde von Zakynthos überlebten, ließen sich aber meist in Israel nieder.
Nach dem Krieg halfen das Kentriokon Israelitikon Symvoulion (Rat jüdischer Gemeinden in Griechenland) und das Joint Distribution Committee beim Wiederaufhau von Synagogen, Schulen, Klubs und Altenheimen in ganz Griechenland.
Die griechische Regierung betraute die Organisation zur Unterstützung und Rehabilitation griechischer Juden mit der Aufgabe, die Juden zu entschädigen und ihnen ihr Vermögen wiederzubeschaffen. Die griechisch-jüdischen Überlebenden in Griechenland erhielten Wiedergutmachungszahlungen von der Bundesrepublik Deutschland, während rund 700 griechische Überlebende in Israel für den Verlust ihres Vermögens durch die Nationalsozialisten nicht entschädigt wurden. (aus Jäckel. a.a.O., S. 564/565)
Literatur
St. Bowman, Jews in Wartime Greece, in M.R Marrus (Hrsg.), The Nazi Holocaust, Bd.4, Westport/London 1989, S. 297-314
H Fleischer, Griechenland, in W. Benz (Hrsg.), Dimension des Völkermords. Die Zahl der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus, München 1991, S. 241-274.
ders. Im Kreuzschatten der Mächte. Griechenland 1941-1944. Okkupation, Resistance, Kolaboration, Frankfurt a.M. 1977/78.
R Friedman, The Jews of Greece during the Second World war. A Bibliographical Survey, in Jewish Social Studies 5 (1953).
J.L. Hondros, Occupation and Resistance. The Greek Agony 1941-1944, New York 1983.
L Kabeli, The Resistance of the Greek Jews, in YIVO Annual 8 (1953).
A. Kedros, La resistance Greque 1940-1944, Paris 1966.
E. Sevillias, Athens-Auschwitz, Athen 1983.
C.M. Woodhouse, zur Geschichte der Resistance in Griechenland, in Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 2 (1958), S. 138-150.
c. Palästinensische jüdische Kriegsgefangene in Griechenland:
Mehr als 1500 Juden aus Palästina, die freiwillig in der britischen Armee gedient hatten, wurden während des Zweiten Weltkriegs von den Achsenmächten gefangengenommen. Die meisten kamen während der Kämpfe in Griechenland und Kreta im Frühjahr 1941 in Gefangenschaft und gelangten schließlich in Kriegsgefangenenlager und Arbeitskommandos in Deutschland. Ein kleiner Teil wurde während des Wüstenkriegs in Nordafrika gefangengenommen und in Kriegsgefangenenlager in Libyen oder Italien gebracht. Die Deutschen waren zunächst unsicher, wie sie gefangene jüdische Soldaten in britischer Uniform behandeln sollten. Schließlich erhielten sie - mit der Unterstützung ihrer britischen Kameraden in den Lagern - die gleiche Behandlung wie alle gefangenen britischen Soldaten.
Am 29. April 1941 wurden mehrere tausend britische Soldaten, unter ihnen Hunderte von Juden und 400 Araber aus Palästina, an der Küste Kalamata auf dem südlichen Peloponnes gefangengenommen. Während der letzten Tage im Mai 1941 kamen bei den Kämpfen in der Nähe von Sphakia auf Kreta mehrere tausend britische Soldaten, darunter 120 Juden aus Palästina, hinzu. Die meisten Gefangenen aus beiden Einsätzen wurden in Korinth festgehalten, wo sich einem deutschen Bericht zufolge 1907 Kriegsgefangene aus Palästina befanden, darunter Juden und Araber. Die Juden aus dem korinthischen Lager wurden Ende Juni 1941 über Saloniki nach Deutschland verschleppt. Die Fahrt erfolgte in Viehwaggons, von denen jeder 50 Männer aufnahm, und die Gefangenen litten unter der Überfüllung, Nahrungs- und Wassermangel und fehlenden Sanitäranlagen.
Am 3. Juli 1941 erreichten sie die österreichisch-jugoslawische Grenze, wo die Juden aus Palästina in zwei Gruppen aufgeteilt und in Übergangslagern in Marburg und Wolfsberg untergebracht wurden. In Wolfsberg wurden die Juden von den anderen Kriegsgefangenen getrennt; die Juden deutscher und österreichischer Abstammung durften das Lager nicht zum Arbeiten verlassen Die jüdischen Kriegsgefangenen in Marburg wurden ebenfalls isoliert. Gegen Ende Juli wurden die Gefangenen nach Lamsdorf in Schlesien (Stalag VIII B, das später in Stalag 344 umbenannt wurde) gebracht, wo 1160 palästinensische Juden zusammen mit 12000 britischen Gefangenen und 7000 Gefangenen anderer Nationalitäten - Franzosen, Belgiern, Polen und Jugoslawen - interniert waren. In diesem Lager wurden die Juden genauso wie die anderen Gefangenen behandelt. Sie hielten sich abseits, bildeten Gruppen zur gegenseitigen Unterstützung und veranstalteten sogar Unterrichtsgruppen in Hebräisch und anderen Fächern.
Im Sommer 1942 wurden deutsche Kriegsgefangene in einem Lager in Latrun in Palästina interniert. Sie protestierten gegen die schlechte Behandlung, und als Vergeltungsmaßnahme wurden 82 palästinensische und 68 britische Unteroffiziere in ein spezielles Straflager in CHELM in der Nähe von Lublin (Stalag 319) verlegt. Als sich Ende Mai 1943 die Bedingungen im Latruner Lager verbesserten, wurden die Unteroffiziere aus Chelm in ein Lager bei Nürnberg mit weitaus besseren Bedingungen gebracht.
Im Winter 1942/43 kamen mehrere hundert palästinensische Juden aus Lamsdorf in Arbeitslager in Gleiwitz und BLECHHAMMER. Hier trafen sie mit jüdischen Zwangsarbeitern zusammen, die von den Verbrechen der Nationalsozialisten berichteten. Die jüdischen Kriegsgefangenen ihrerseits versuchten, die Lebensbedingungen der jüdischen Zwangsarbeiter zu verbessern, indem sie Lebensmittel schmuggelten. Zu Beginn des Jahres 1944 wurden die meisten Arbeitslager in Schlesien aufgelöst, und die Kriegsgefangenen verloren den Kontakt zu den jüdischen Arbeitern.
Im Sommer 1944 wurden Hunderte von Kriegsgefangenen, einschließlich der Juden. Zur Vorbereitung auf einen Austausch mit den Alliierten aus dem Stalag 344 verlegt; 540 jüdische Kriegsgefangene blieben in Lamsdorf. Einige der Austauschprogramme kamen jedoch nicht zustande, und die meisten dieser jüdischen Gefangenen wurden, zusammen mit den im Lager Zurückgebliebenen, wieder nach Deutschland gebracht, als die sowjetische Armee vorrückte.
Während des Kriegs entkamen etwa 100 der aus Palästina stammenden jüdischen Kriegsgefangenen; viele weitere wurden bei Fluchtversuchen gefangengenommen. Einige der Entkommenen schlossen sich Partisaneneinheiten in Griechenland und Jugoslawien an; manche kamen sogar bis nach Palästina. Vier flohen aus Italien in die Schweiz.
Anders als Angehörige der sowjetischen, der polnischen und anderer Armeen wurden die jüdischen Kriegsgefangenen in britischer Uniform nicht ausgesondert, um getötet zu werden, und schließlich sogar wie andere britische Kriegsgefangene behandelt - wahrscheinlich um Repressalien gegen deutsche Kriegsgefangene vorzubeugen. Dieser Umstand ermöglichte den meisten, ihre Gefangenschaft zu überleben.
d. Die Juden in Thessaloniki:
Zwischen 1911 und 1941 veränderte sich die Bevölkerungsstruktur der Stadt: Während 1911 die Zahl der sephardischen Juden noch 80000 bei einer Gesamtbevölkerung von 173000 betrug, war Saloniki bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs eine griechische Stadt geworden, mit einer großen nichtassimilierten jüdischen Minderheit, die Ladino (Judeospanisch) sprach. Die Auswanderung von Juden, die sich nach der Jahrhundertwende verstärkte, wurde durch die Einwanderung griechischer Flüchtlinge aus Anatolien und deren Ansiedlung in Saloniki nach dem Volksgruppenaustausch mit der Türkei im Jahr 1923 befördert. Aus den Reihen dieser Griechen bildete sich eine faschistische und antijüdische Bewegung, die Ethniki Enosis Elada (EEE; griechische Nationalunion), die Angriffe gegen die Juden verübte (zwischen 1931 und 1934 führten diese Anschläge zu einer Auswanderung von etwa 10000 Juden nach Palästina).
Zu den antijüdischen Maßnahmen gehörte eine zwangsweise Schließung der Läden an Sonntagen und eine verstärkte Betonung des Griechischunterrichts sowohl an den hebräischen als auch an den Ladino-Schulen. Nach 1936 beschränkte Joannis Metaxas, der griechische Diktator, die Aufnahme von Juden und anderen Minoritäten ins Offizierskorps der Armee, legte aber auch der antisemitischen EEE Zügel an.
Am 9. April 1941 eroberten die Deutschen Saloniki und brachten damit so 50000 Juden der Stadt in ihre Gewalt. Innerhalb einer Woche wurden die jüdischen Honoratioren verhaftet, jüdische Wohnungen konfisziert und das jüdische Hospital den deutschen Streitkräften zur Verfügung gestellt. Drei jüdische Zeitungen auf Französisch und Ladino mußten ihr Erscheinen einstellen; statt dessen erschienen die antisemitischen Kollaborationszeitungen Nea-Evropi und Apoyeuma. Im April und Mai 1941 plünderte der EINSATZSTAB ROSENBERG mit Unterstützung von Einheiten der WEHRMACHT systematisch die 500 Jahre alten Literatur- und Kulturschätze, die in Dutzenden privater und öffentlicher Bibliotheken und Synagogen dieses bedeutenden Zentrums der sephardischen Kultur aufbewahrt wurden. Die meisten Stücke wurden nach Frankfurt am Main geschickt, wo die Nationalsozialisten eine Bibliothek für die Erforschung des Judentums aufbauten.
In den folgenden 14 Monaten kam es nicht zu neuen antijüdischen Maßnahmen in Saloniki. Die jüdische Gemeinde sah sich allerdings ernsten Problemen in der Versorgung mit Lebensmitteln gegenüber. In dem strengen Winter 1941/42 kamen fast 600 Personen durch Kälte und Krankheiten um. Die Gemeinde wurde deshalb von den Maßnahmen der nächsten acht Monate überrascht, als sie einer systematischen Ghettoisierung unterworfen, ihr Vermögen aufgelöst oder Nationalsozialisten bzw. den staatlichen Kassen übereignet, ihr Grundbesitz von der griechischen Stadtverwaltung eingezogen wurde und fast alle ihre Mitglieder in das Konzentrationslager AUSCHWITZ deportiert wurden.
Am Sabbat, den 11. Juli 1942, wurden 9000 jüdische Männer zwischen 18 und 45 Jahren auf der Plateia Eleftheria in Saloniki zusammengetrieben. Dort mußten sie Freiübungen machen, bei Anzeichen von Schwäche wurden sie geschlagen. (Foto: Jäckel, Enzyklopädie, S. 561) Etwa 2000 wurden als Zwangsarbeiter für die Wehrmacht rekrutiert. Bis Oktober waren 250 Männer an den Folgen der Zwangsarbeit gestorben. In Verhandlungen mit Maximilian Merten, dem Leiter der deutschen Militärverwaltung Saloniki/Ägäis, kaufte die Gemeinde ihre jungen Männer frei. Ein Teil des Geldes wurde in Saloniki und Athen gesammelt, das übrige erbrachte der Verkauf des 500 Jahre alten Friedhofs an die Stadtverwaltung, die diesen systematisch zerstörte, seine alten Grabmäler als Steinbruch verwendete und mitten in den Ruinen eine Universität errichtete.
Im Dezember 1942 wurde der Oberrabbiner Zvi KORETZ Vorsitzender des neugeschaffenen JUDENRATS. Trotz seiner Bemühungen und Proteste und trotz Einwänden der griechischen Regierung und der Kirche wurde er von Merten dazu bestimmt, in den bevorstehenden Verhandlungen mit Adolf EICHMANNS Repräsentanten Dieter WISLICENY und Alois BRUNNER am 6. Februar 1943 die jüdische Gemeinde zu vertreten. Ab 8. Februar 1943 erließ Merten eine Reihe von Anordnungen, um die NÜRNBERGER GESETZE zur Geltung zu bringen und die Juden zu isolieren. In die Tat umgesetzt wurden diese Anordnungen durch Vital Hasson, Edgar Chounio, L. Topaz und J. Albala, die nach dem Krieg als Kollaborateure verurteilt wurden. Die Rolle, die Rabbiner Koretz in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Judenrats spielte, ist umstritten. In der Zeit unmittelbar nach dem Krieg wurde er von Historikern wegen mangelnder Führungsqualitäten kritisiert; später gab es Versuche, dieses Bild zu revidieren.
Ab dem 25. Februar 1943 versammelte man zur Vorbereitung der Deportationen Juden in den nahe dem Bahnhof gelegenen Baron-Hirsch-Viertel. Die Transporte, insgesamt 19 oder 20 mit einer Gesamtzahl von mindestens 43850 Juden, trafen zwischen dem 20. März und dem 18. August 1943 in Auschwitz-Birkenau ein, wo die meisten gleich bei der Ankunft vergast wurden. Zwar überlebten 11200 (4200 Frauen und 7000 Männer) die »Selektionen«, aber die meisten wurden später ermordet. Einige Frauen wurden bei Carl CLAUBERGS Sterilisations-Forschungen als Versuchspersonen mißbraucht. Im August 1943 wurden Rabbiner Koretz und der Judenrat mitsamt der jüdischen Polizei nach BERGEN-BELSEN deportiert. Die gesperrten Bankkonten der Juden wurden von der deutschen Militärverwaltung in Saloniki beschlagnahmt.
Juden im Besitz spanischer, italienischer, türkischer und anderer Ausweise wurden nicht ermordet, auch wenn 367 Juden, die von Spanien als spanische Staatsbürger anerkannt wurden, auf ihrem Weg nach Spanien das Konzentrationslager Bergen-Belsen passieren mußten. Italienische Versuche, den salonikischen Juden Schutz zu gewähren, führten zu Differenzen mit den Deutschen. Einzelnen half man, in die italienische Zone zu entkommen, und andere erhielten die italienische Staatsbürgerschaft. Italiens Bemühungen, Juden im besetzten Europa zu schützen, war nur partiell erfolgreich. Eine unbestimmte Zahl salonikischer Juden entkam mit Hilfe von Partisanen nach Palästina.
Hunderte von Juden aus Saloniki überlebten die zahlreichen Zwangsarbeits- und Vernichtungslager. Nach Ende des Kriegs schlossen sie sich jenen Juden an, die in die Berge geflohen waren bzw. mit den Partisanen gekämpft hatten; die Anzahl der letzteren betrug etwa 500. 1945 zählte die jüdische Gemeinde in Saloniki 1950 Personen. Viele von ihnen wurden während des folgenden Bürgerkriegs in Griechenland als »Kommunisten« beschimpft und waren Übergriffen ausgesetzt. Diese Verfolgungen verstärkten die Auswanderung nach Israel, in die USA und nach Südamerika. (aus Jäckel, a.a.O., S. 1274-1276).
Literatur:
Bakirdögen, Ayhan: Rheinpfalz vom 12. Juli 1997: Das einstige Jerusalem des Balkans
S. Bowman, Jews in wartime Greece, in M. R Marrus (Hrsg.), The Nazi Holocaust, Bd. 4, Westport/London 1989, S. 297-314.
N. Eck, New Light on the Charges against the Last Chief Rabbi of Salonica, in Yad Vashem Bulletin 17 (1965), 9-15; 19 (1966), S. 28-35.
R Eckert, Die Verfolgung der griechischen Juden im deutschen Okkupationsgebiet Saloniki-Ägäis vom April 1941 bis zum Abschluß der Deportationen im August 1943, in Bulletin des Arbeitskreises II. Weltkrieg 1-4 (1986), S. 41-69.
A. Elmaleh, Les Juifs de Salonique et la Resistance Hellenique, Istanbul 1949.
M Molho / N.J. Nehama, In Memoriam, Thessaloniki 1973.
C. Roth, The Last Days of Jewish Salonica. What Happened to a 450-Year-Old Civilization, in Commentar 10 (1950). S. 49-55.
H. Safrian, Wiener Täter, Wiener Methode. Die Deportationen der Juden aus Saloniki, in K Stuhlpfarrer (Hrsg.), Der Balkan im Zweiten Weltkrieg als Teil der österreichischen Zeitgeschichte, Wien 1989, S. 140-195.
e. Waldheim-Affäre:
1986 einsetzende Debatte über die Kriegsvergangenheit des damaligen Bewerbers um das Amt des österreichischen Bundespräsidenten, Kurt Waldheim (geb. 1918).
Nach dem ANSCHLUSS ÖSTERREICHS 1938 trat Waldheim der nationalsozialistischen Studentenverbindung und der Reiter-SA bei. Nachdem er in die WEHRMACHT eingezogen worden war, nahm er an der Invasion des Sudetenlandes (Oktober 1938), am Feldzug gegen Frankreich und als Leutnant am Angriff gegen die Sowjetunion teil. Im Dezember 1941 in Rußland verwundet, kehrte er zur medizinischen Behandlung nach Osterreich zurück. Von 1942 bis 1945 diente er auf dem Balkan: zuerst in Jugoslawien als Artillerieoffizier unter General Heinrich STAHL während der Kozaraoffensive gegen die jugoslawischen Partisanen und der sie begleitenden Massaker. Dann wurde er als Nachrichtenoffizier nach Griechenland zu Generaloberst Alexander LÖHR abkommandiert, zu der Zeit, als die griechischen Juden in die Vernichtungslager deportiert wurden.
1947 setzte die jugoslawische Regierung Waldheim auf die Kriegsverbrecherliste der Vereinten Nationen, doch wurden keine weiteren Schritte gegen ihn unternommen. Nach seiner Entlassung aus einem Kriegsgefangenenlager trat er 1945 in den diplomatischen Dienst der neuen österreichischen Republik und war von 1968 bis 1970 Außenminister.
1971 kandidierte er erfolglos für die Präsidentschaft der Bundesrepublik Österreich. Im selben Jahr wurde er jedoch zum Generalsekretär der Vereinten Nationen gewählt und fünf Jahre später für eine zweite Periode bestätigt. Am 6. August 1986 wurde er zum österreichischen Präsidenten gewählt.
Im April 1987 setzte das Justizministerium der Vereinigten Staaten Waldheim als mutmaßlichen NS-Verbrecher auf die Überwachungsliste. Auf Waldheims Ersuchen setzte im Juli desselben Jahres die österreichische Regierung eine internationale Historikerkommission zur Untersuchung seines Militärdienstes ein. Am 8. Februar 1988 reichte die Kommission ihren einstimmigen Bericht der österreichischen Regierung ein. Sie kam zu dem Schluß, daß Waldheim, obwohl persönlich für Mordtaten oder Verwicklungen in Mordtaten oder Mordbefehle nicht verantwortlich, von solchen ungesetzlichen Handlungen wußte. Auch hatte er Personen nahegestanden, die Befehle zu Mordaktionen ausgegeben und ausgeführt hatten, ohne versucht zu haben, sie davon abzuhalten. Vielmehr erleichterte seine passive Haltung nicht selten die Ausführung von Greueltaten. Trotz der Kommissionsergebnisse weigerte sich Waldheim zurückzutreten.
Die Affäre hatte eine außenpolitische Isolierung Waldheims zur Folge, der nur noch von wenigen Staaten protokollarisch empfangen wurde. In Österreich selbst entbrannte eine Debatte über die Beteiligung der Österreicher an den NS-Verbrechen. Waldheim verzichtete 1992 auf eine zweite Präsidentschaftskandidatur. (aus Jäckel, a.a.O., S. 1513)
Literatur
B. Cohen / L. Rosenzweig, Der Waldheim-Komplex, Wien 1987.
R. E. Herzstein, Waldheim. The Missing Year, New York 1988.
A. Khol / Th. Faulhaber / G. Ofner (Hrsg.), Die Kampagne, München 1987.