Vier-Burgen-Rundwanderung

an der pfälzisch-elsässischen Grenze bei Nothweiler

 

Ausgangspunkt: Nothweiler

 

Wegverlauf: Nothweiler - Wegelnburg - Maidenbrunnen - Hohenburg - Löwenstein - Gimbelhof - Burg Fleckenstein - Gimbelhof – Litschhof – Nothweiler

 

Tourcharakter: einfache Wanderung

 

Gesamtlänge: 11,33 km

 

Höhenunterschied: 650 , 610

 

Tourenrechner: komoot Routenplaner http://komoot.de/plan

 

 

 

Tour Details:

 

Nothweiler Zeppelinbrunnen (294 m), Wegelnburg (2,32 km, 505 Höhenmeter, 0,51 Std., Wanderweg), elsässisch Grenze (2,40 km, 499 Höhenmeter), Maidenbrunnen (2,53 km, 501 Höhenmeter), Hohenburg (2,78 km, 551 Höhenmeter), Löwenstein (3,02 km, 472 Höhenmeter), Gimbelhof (4,04 km, 362 Höhenmeter), Fleckenstein (5,76 km, 340 Höhenmeter), Gimbelhof (7.47 km, 362 Höhenmeter), Litschhof (8,38 km, 369 Höhenmeter), Nothweiler (11,33 km, 294 Höhenmeter)

 

 

Die Tour beginnt am Zeppelinbrunnen in Ortsmitte von Nothweiler. Der Zeppelinbrunnen erinnert an den Erkundungsritt des Grafen Zeppelin im Krieg mit Frankreich 1870. Vor Weißenburg und Wörth standen sich am 4. August 1870 die III. Preußische Armee und eine schwächere Gruppe des französischen Heeres unter Marschall MacMahon gegenüber, bestehend aus dem I. und VII. Corps, 6-7 Divisionen umfassend. Dem deutschen Angriff auf den Raum Weißenburg/Wörth 1 gingen Aufklärungsritte von deutschen Kavallerie-Spähtrupps voraus, darunter der berühmte “Ritt des Grafen Zeppelin”. Der spätere Erfinder des gleichnamigen Luftschiffs, war 1870 württembergischer Generalstabsoffizier im Range eines Hauptmanns. Zeppelin unternahm von Hagenbach aus mit seiner Patrouille eine gewaltsame Erkundung über Lauterburg nach Wörth. Bei Durchbruch, durch das von französischen Einheiten besetzte, Lauterburg, kam es zur ersten Kampfhandlung des gesamten Krieges. Am Schirlenhof wurde die Patrouille überrascht, seine Begleiter fielen oder wurden gefangengenommen. Nur Graf Zeppelin gelang es sich auf die deutsche Seite nach Nothweiler durchzuschlagen, wo er auf preußische Truppen traf 2.

 

 

Von Nothweiler geht’s bergauf zur Wegelnburg. Die Wegelnburg, auch Wegelenburg genannt, ist eine Burgruine zwischen Schönau und Nothweiler in Rheinland-Pfalz und die höchstgelegene Burganlage der Pfalz. Die Felsenburg liegt auf dem Schlossberg (570 m) direkt an der deutsch-französischen Grenze. Auf demselben Bergrücken liegen in unmittelbarer Nachbarschaft auch die Hohenburg, der Löwenstein und der Fleckenstein. Die Wegelnburg wurde im 12. oder 13. Jahrhundert als Reichsburg von den Staufern gegründet. 1282 wurde sie wegen Landfriedensbruch des kaiserlichen Vogtes durch Straßburger Truppen zerstört, bis sie 1330 von der Familie von Wegelnburg wiederhergestellt und ausgebaut wurde. Anschließend wurde die Burg an das Haus Kurpfalz verpfändet. Von 1417 bis 1793 befand sich die Burg im Besitz der Herzöge von Zweibrücken. Im Jahre 1679 wurde sie durch französische Truppen unter General Monclar aufgrund des Friedens von Nimwegen zerstört und geschleift. Bei Renovierungsarbeiten 1979 bis 1982 wurden große Mengen Schutt entfernt und die erhaltenen Teile saniert. Die Oberburg ist etwa 90 mal 8 Meter groß. Die Burg ist in drei Zonen Unter-, Mittel- und Oberburg gegliedert, mit der Unterburg nur auf der Westseite. Erhalten und restauriert ist der innere Torbau. Felsentreppen ermöglichen den Zugang zur Oberburg. Erhalten sind aus dem Fels gearbeitete Durchgänge und ein Felsenkeller. Die Brüstungen auf der Oberburg entsprechen nicht dem ursprünglichen Aussehen. Es sind nur wenige steinerne Reste von Wohnbauten erhalten, so dass das Aussehen der Burg nur schwer rekonstruiert eerden kann 3.

 

Vom Bergfried der Wegelnburg hat man man einen beeindruckenden Weitblick über die Berge des Wasgau, das Felsenland um Dahn, über sie hinweg blickt man bis zum Donnersberg im Norden. Auf der anderen Seite reicht der Blick zum Schwarzwald und zu den Vogesen. Im Westen sieht man den Wasserturm Pirmasens auf der Husterhöhe, im Südosten das Straßburger Münster.

 

Die Wegelnburg war Sitz des gleichnamigen pfalz-zweibrückischen Amtes Wegelnburg. Das Amt Wegelnburg kam 1417 von der Kurpfalz (ursprünglich Reichspfandschaft, aber wie Eigengut behandelt) an Pfalz-Zwei­brücken 4. Durch den 1452 erfolgten Kauf des angrenzenden Hofbezirks Schönau (der auch Hirschthal und den Zehntbezirk St. Ulrich bei Fischbach einschloß) von dem elsässischen Kloster St. Walburg, wurde der Herr­schaftsbezirk um die Wegelnburg beträchtlich erweitert 5. Das Amt Wegelnburg umfaßte in der Folge die Dörfer Nothweiler und Rumbach, den Zukauf Schönau mit Hirschtal, der Müh­le auf der Lauter bei Bundenthal, sowie einen Teil des sonst zur Herrschaft Hohenburg gehörenden Dorfes Wingen. Hinzu kamen noch alte, aus der Reichspfandschaft stammenden Königsrechte in den angrenzenden Gebieten der Ritter von Dahn (Bruchweiler, Fischbach), im Schlettenbacher Tal der Weißenburger Mundat (Bobenthal, Finsternheim), heute ein Ortsteil von Bundenthal, sowie in den Herr­schaften Hohenburg (Wingen, Clingen) und Fleckenstein (Lembach) 6.

 

1 Vgl. Schnell, Karl: Die Schlacht bei Wörth am 6.August 1870, Baden-Baden 1988

2 Vgl. Schnell, Karl: Zeppelins Fernpatrouille mit badischen Dragonern in das untere Elsaß Juli 1870, München 6. Auflage 1996

3Vgl. Wikipedia, Stichwort Wegelnburg

4 Vgl. Schulz: Zinsbuch, a.a.O., S. 36-37.

5Vgl. Schulz: Zinsbuch, a.a.O., S. 37; vgl. LA Speyer, Best. B1 Urk. v. 11.5.­1452.

6Vgl. Schulz: Zinsbuch, a.a.O., S. 37 m.w.N..

 

 

Blick von der Wegelnburg

 

Von der Wegelnburg geht' ein kurzes Stück bergab, dann überqueren wir die französische Grenze und kommen unmittelbar darauf zum Maidenbrunnen. Die kleine, gefaßte Quelle ist sagenumrankt. Hier spielte sich die Sage von der schönen weißen Frau ab. Der Minnesänger Conrad Puller von Hohenburg, der von der nahegelegen Hohenburg stammt, schrieb die Sage von der Weißen Frau. Auf die Sage sollen auch einige der Reliefs auf der naheliegenden Hohenburg hinweisen.

 

 

Nach einem kurzen Anstieg erreichen wir die Hohenburg. Die Hohenburg (frz. Hohenbourg) liegt im Elsass in direkter Nachbar­schaft zur Wegelnburg und dem Löwenstein auf dem 551 Meter hohen Schlossberg. Gut sichtbar im Tal liegt etwas weiter entfernt der Fleckenstein. Erbaut wurde die heute nur noch als Ruine erhaltene Felsenburg Anfang des 13. Jahrhunderts durch die Puller von Hohenburg, eine Nebenlinie der Herren von Fleckenstein. Danach gab es wechselnde Besitzer. 1680 wurde die Burg zerstört. Von der Burg sind beachtliche Reste erhalten, die sich um einen Fels gruppieren, der früher sicher einen Wohn-Turm trug. Am Fels ist auch der Brunnen zu sehen. Im frühen 16. Jahrhundert versuchte man, die mittelalterliche Burg nicht nur im Renaissancestil zu verschö­nern (Reste von Portalgewänden usw. sind erhalten, werden aber immer mehr durch Vandalismus beschädigt), sondern man ergänzte auch die Verteidigungsanlagen. Am Burgeingang errichtete man ein Artillerierondell für Feuerwaffen. Erklimmt man den Burgfelsen über ausgetretene unregelmäßige Stufen und über hölzerne Treppen, hat man einen weiten Blick über die Pfalz und das Elsass. Bei klarem Wetter kann man bis in die Rheinebene nach Karlsruhe schauen. Der Fleckenstein etwas tiefer im Tal sowie die Wegelnburg auf deutscher Seite sind gut zu erkennen. Der Löwenstein verbirgt sich hinter Bäumen. Die Burg wurde wahrscheinlich im frühen 13. Jahrhunderts errichtet. Es wird vermutet, dass Gottfried Puller (später Gottfried von Fleckenstein), der 1236 für Kaiser Friedrich II. in Italien seine Dienste versah und so die Burg erbauen durfte, der erste Vertreter der Hohenburger Familie war. Die Burg wird im Jahr 1262 erstmals im Besitz von Konrad und Heinrich von Hohenburg urkundlich erwähnt. Von 1273 bis 1289 gab es Streitigkeiten zwi­schen den Fleckensteinern und den Hohenburgern, was in der Eroberung der Belagerungsburgen Löwenstein und des Felsens unter­halb der Wegelnburg durch Landvogt Otto von Ochsenstein endete. Nach dem Tod von Wilrich I. überschrieb dessen Witwe Vye von Wasigenstein 1389 die Burg an den pfälzischen Kurfürsten Ruprecht I., und Ruprecht III.1 Später gehörte die Burgruine dem bekannten Ritter Franz von Sickingen.

 

1Vgl. Wikipedia Stichwort Löwenstein.

 

Blick von der Wegelnburg zur Hohenburg

Von der Hohenburg gehen wir auf dem Höhenzug weiter zur nur wenige Hundert Meter entfernten Burgruine Löwenstein. Diese war zeitweise auch Raubritternest und unter dem Namen Lindenschmitt bekannt.

 

Der Löwenstein, auch Lindenschmitt genannt, ist die Ruine einer mittelalterlichen Felsenburg bei Wingen im Elsass. Sie steht in 550 Metern Höhe in unmittelbarer Nachbarschaft der Hohenburg, der Wegelnburg und des Fleckensteins. Die Burg wurde erstmals im 13. Jahrhundert als Reichslehen des Wolfram von Löwenstein erwähnt. Im Jahre 1283 wurde sie vom römisch-deutschen König Rudolf von Habsburg an Johann von Ochsenstein verliehen. 1380 wurde die Burg mit Hensel Streif von Landenberg geteilt und 1383 zur Hälfte an Johannes (Hanemann) I. von Bitsch verpfändet. Schon drei Jahre später, 1386, wurde die Burg wegen Raubritterei durch Reichsvikar Johann von Lichtenberg zerstört. Wahrscheinlich wurde sie nicht wieder aufgebaut. Die Ruine befand sich später im Besitz der Puller von Hohenburg (1482), der Grafen von Zweibrücken-Bitsch (1485), der Grafen von Hanau-Lichtenberg (1570) und der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt (1736). Was noch übrig war wurde 1676/1677 von französischen Truppen unter General Monclar zerstört.

 

Die Burg erhebt sich auf zwei eng nebeneinanderliegenden Felsen, östlich die Hauptburg, westlich die Vorburg. Reste des Treppenturms, einiger Felsentreppen, weniger Mauern sowie einiger aus dem Fels geschroteter Räume und Durchgänge sind erhalten. 

 

 

 

Gab's im Mittelalter schon Karnevalisten? Narrenkappe auf der Hohenburg

Blick vom Löwenstein zur Fleckenstein

Von nun ab geht’s bergab: zum Gimbelhof mit Gartenwirtschaft und Einkehrmöglichkeit. Die Gegend um den Gimbelhof war im 2. Weltkrieg einer der Schauplätze des Drôle de Guerre (Sitzkrieg), bis zum Beginn des deutschen Westfeldszuges gegen Frankreich am 10.5.1940. Nach dem deutschen Überfall auf Polen gingen die französischen Truppen hinter der Maginotlinie in Stellung. Vor der Festungslinie lagen leichte französische Infanterieregimenter und Chasseur d'Alpin (frz. Gebirgsjäger), darunter im Raum Gimbelhof-Lembach das 23ème BCA (Battalion de Chasseur d'Alpin) 1 und das 99. (französische) Gebirgsinfantrieregiment. Die Bezeichnung „Sitzkrieg“ darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß es im April/Juni 1940 wiederholt zu Gefechten in Grenzgebiet mit Toten und Verwundeten kam, so der deutsche Angriff auf den Kappelstein bei Wingen (Höhe 471, hart südöstlich von Nothweiler) am 12.5.1940, sowie die Kämpfe um den französischen Verteidigungsring nördlich Lembach im Mai/Juni 1940. Auf deutscher Seite war im Raum um den Gimbelhof u.a. eingesetzt das Gebirgsjägerregiment 99 aus Mittenwald, dem mein Vater Werner Ref als Leutnant angehörte. Auf das französische Gebirgsinfantrieregiment 99 weist eine Gedenktafel hin, die seit 19.5.2002 am Gimbelhof angebracht ist.

 

1 Vgl. Forche, Gérard: Le 23ème B.C.A. Dans le Nord de l'Alsace; in: l'Outre-Forêt Nr. 85 (1994), S. 7-20

Erinnerungstafel an das französische Gebirgsjägerregiment 99 am Gimbelhof

 

 

Vom Gimbelhof erreichen wir nach leichten 1,7 km den nächsten Höhepunkt: die Burgruine Fleckenstein. Der Fleckenstein ist eine imposante Felsenburg. Die geschichtlichen Daten zur Burg Fleckenstein sind recht dürftig. 1174 wurde ein Gottfried von Fleckenstein, der zu einer Familie von Reichsministerialen gehörte, erstmals erwähnt und damit indirekt auch die Burg. Ein Kapitell, das in den Burgtrümmern gefunden wurde, stammt jedoch aus dem frühen 12. Jahrhundert, so dass feststeht, dass die Burg spätestens damals errichtet worden ist, also mehr als 50 Jahre vor der ersten Erwähnung. Zur Zeit ihrer Erbauung lag die Burg an einer Straße, welche die Kaiser­pfal­zen der Staufer in Haguenau und Kaiserslautern verband; deshalb kam Burg Fleckenstein strategische Bedeu­tung zu.

 

1276 belagerte König Rudolf von Habsburg den Heinrich von Fleckenstein, um den von diesem gefangengesetzten Friedrich von Bolanden, den Bischof von Speyer, zu befreien; allerdings ist nicht bekannt, ob die Belagerung die Burg Fleckenstein oder eine ande­re Burg dieser im Mittelalter weitverzweigten und einflussreichen Familie betraf. Ähnlich bedeutend war das Ministerialengeschlecht­ von Dahn, das seine Hauptsitze 15 km nördlich hatte. Seine Burg Altdahn wurde 1363 erstmals zerstört im Verlaufe einer Fehde mit den Fleckensteinern. 1407 und 1441 sind Bauarbeiten am Fleckenstein bezeugt, deren Anlässe nicht ge­nannt werden. Vermutlich ging es darum, durch Ausbau komfortablere Wohnverhältnisse zu schaffen.

 

Im Dreißigjährigen Krieg und kurz danach machten drei Brüder aus dem Rittergeschlecht der Fleckensteiner von sich reden: Gottfried von Fleckenstein-Windeck fiel 1639 bei der Belagerung der Stadt Vesoul, die im Grenzbereich Burgund/Lothringen iegt. Sein Bruder Georg Heinrich wurde General bei den bayerischen Truppen. Der jüngste Bruder, Friedrich Wolfgang, trat in französi­sche Dienste und wurde später von Ludwig XIV. zum Maréchal de camp ernannt. Mit Friedrich Wolfgangs Neffen Heinrich-Jakob starb 1720 der letzte Fleckensteiner.

 

Zweimal gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde der Fleckenstein durch französische Truppen eingenommen. 1674 geschah dies unter Marschall de Vauban, ohne dass Widerstand geleistet wurde. 1680 jedoch wurde die Burg unter General Montclar vollständig zerstört. Danach wurde von Fleckenstein nur noch als Rechts- und Besitztitel weiterverliehen.

 

Bis 1890 verfiel die Burg als Ruine. 1898 kam sie unter Denkmalschutz, was 1933 durch den französischen Staat bestätigt wurde. 1960 wurde sie durch das Syndicat d'Initiative de Lembach für Besucher geöffnet, blieb jedoch in Privatbesitz. 1998 kam sie in Besitz der Gemeinde Lembach, die die umliegenden Waldgebiete Thalenberg und Fleckenstein erwarb. In den 1990er Jahren fanden umfassende Restaurierungsarbeiten zur Sicherung der Mauern und zur Vereinfachung des Zugangs der Kernburg für die Besucher statt.

 

Basis des Fleckensteins ist ein rund 90 Meter langer, nur 6 bis 8 Meter schmaler und 30 Meter hoher Felsen aus rotem Buntsandstein, eine sog. „Barre“, die eindrucksvoll aus dem Wald emporragt. Die ganze Anlage misst inkl. der teilweise auf der Nordseite erhaltenen Unterburg ca. 120 Meter in der Länge und 60 Meter in der Breite; die Bebauung umfasste im 16. Jahrhundert das gesamte Plateau. Erhalten sind Mauerreste verschiedener Wohn- und Wirtschaftsgebäude, Teile des Treppenturms und des Brunnenturms (mit in den Fels gehauenem Raum für das Tretrad) sowie Teile der Ringmauer um die Unterburg und deren Tor mit Resten von zwei Türmen. Besonders eindrucksvoll sind auf der Oberburg die zahlreichen in die Felsbarre geschlagenen Kellerräume sowie Aufgänge im Fels. Die heute noch erhaltenen Mauerreste stammen überwiegend aus dem Spätmittelalter (15./16. Jahrhundert), während die Ringmauer im Nordwesten noch aus dem 13. Jahrhundert datiert. Den interessantesten Hinweis auf das Aussehen der Burg im Hochmittelalter liefern geringe Mauerreste und Fundamentabdrücke eines Bergfrieds in der Mitte des obersten Felsplateaus. Dieser Turm wurde im Spätmittelalter zugunsten von Wohngebäuden abgebrochen. Auf der Südseite der Felsbarre errichtete man um 1500 eine hohe Mauer mit zwei halbrunden, schlanken Türmen. Der Hauptzweck dieser aufwendigen Baumaßnahme war wohl, den hier überhängenden Fels der Oberburg gegen weitere Verwitterung zu schützen. Der südwestliche der beiden kleinen Türme besitzt zudem eine kleine Ausfallpforte. Das Festungslehrbuch „Architectura von Vestungen“ des elsässischen Festungsbaumeisters Daniel Specklin aus dem Jahre 1589 zeigt eine Burg, für die offenbar der Fleckenstein als Vorbild fungierte; die hohen und schlanken Proportionen sind jedoch stark überzeichnet 1.

 

 

Vom Fleckenstein geht unsere Rundwanderung zurück zum Gimbelhof. Dort beginnt die letzt Etappe unserer Rundwanderung. Wir wandern zunächst wenige Höhenmeter leicht ansteigend, dann eben und wieder leicht abfallend zum Litschhof. Der Litschhof ist ein ehemaliges Forsthaus, das sich heute in privater Hand befindet. Der Litschhof war 1939/1940 in die französischen Verteidigungslinie einbezogen. Es kam u.a. Am 30.5.1940 zu einer bewaffneten französischen Aufklärung bei dem auf französischer Seite ein gefallener Gebirgsjäger und mehrere Verwundete zu beklagen waren 2.

 

 

1 Vgl. Wikipedia, Stichwort Fleckenstein.

2 Vgl. Forche, Gérard: Le 23ème B.C.A. Dans le Nord de l'Alsace; in: l'Outre-Forêt Nr. 85 (1994), S. 14.

 

 

 

aus:. Forche, Gérard: Le 23ème B.C.A. Dans le Nord de l'Alsace; in: l'Outre-Forêt Nr. 85 (1994), S. 15

 

 

Vom Litschhof ist es nicht mehr weit bis Nothweiler, das wir nach ca. 3 km, auf leicht abfallendem Wanderweg erreichen. Hier bietet sich im Landgasthof „Zur Wegelnburg“ mit seiner Sonnenterasse eine reizvolle Einkehr.