Blick auf Neustadt oberhalb Herz-Jesu-Kloster (Photo Ref vom 23.12.2013)

Rundwanderung Nr. 1: Neustadt über Totenkopfhütte, Burg Spangenberg nach Lambrecht

 

 

 

 

 

Ausgangspunkt: Neustadt/Weinstraße Hauptbahnhof

 

 

 

Wegverlauf: Bahnhof Neustadt - Herz Jesu Kloster - Hohe Loog Hütte – Hüttenhohl – Totenkopfhütte – Hellerhütte - Erfenstein (Burg Spangenberg) - Lambrecht Bahnhof

 

 

 

Tourcharakter: mittelschwere Wanderung

 

 

 

Gesamtlänge: 26,6, km

 

 

 

Höhenunterschied: 1258 m

 

 

 

Dauer: 9:00 – 16:30 mit Pausen Herz-Jesu-Kloster, Hohe Loog Hütte, Hellerhütte, Burg Spangenberg

 

 

 

Datum: 22.12.2013

 

 

 

Tourenrechner: komoot Routenplaner http://www.komoot.de/plan/

 

 

 

Streckenvariante: ab Hellerhütte über Kaltenbrunnertal, Kaltenbrunnerhütte (2,95 km bergab), Schönthal zurück nach Neustadt (5,05 km bis Bahnhof)., insgesamt 24 km.

 

 

 

 

 

Tour Details:

 

Bahnhof Neustadt (148 m), Herz-Jesu-Kloster (1,88 km, 231m) , Hohe Loog-Hütte (+ 4,17 km, Anstieg 390m), Hüttenhohl (+ 6,34 km, 100 m Abstieg), Totenkopfhütte ( + 1,53 km), Hellerhütte (+ 1,99 km, , 150 Höhenmeter von Hüttenhohl), Erfenstein (+ 4,1 km, 320 m Abstieg), Bahnhof Lambrecht (+ 6,59 km, 140m Höhenunterschied auf und ab)

 

 

 

Die Wanderung beginnt am Bahnhof Neustadt und führt zunächst bergan zum Herz-Jesu-Kloster (Anstieg 90 m), durch Wohngebiete, auf Straßen und Gehwegen, teilweise kurze steile Anstiege.

 

 

 

 

 

Herz-Jesu-Kloster:

 

Das Herz-Jesu-Kloster in Neustadt an der Weinstraße wurde 1920 in einem ein Jahr zuvor erworbenen stillgelegten Steinbruch von Herz-Jesu-Priestern gegründet, die als Missionare aus Kamerun ausgewiesen waren. Das ehemalige Haus des Steinbruchbesit­zers wurde zum Seelsorgehaus mit einer Kapelle. In den nächsten fünf Jahren pilgerten über 125.000 Menschen auf den Kastanien­berg zum Kloster, um unter anderem die Aufführungen von drei großen Freilichtspielen („Moses“, „Jedermann“ und „Der verlorene Sohn“) mitzuerleben. Die Einweihung eines neuen Exerzitienhauses fand 1927 statt; dieses Gebäude wird heute Villa genannt. Gleichzeitig wurde die Klosterkirche fertiggestellt.

 

 

 

Robert Schuman, der von der deutschen Besatzungsmacht im Jahr 1940 von Frankreich nach Deutschland deportiert und im Hotel Kohler (letztes Gebäude vor dem Kloster, heute Eigentumswohnungen) interniert wurde, war eifriger Besucher der Gottesdienste im Kloster. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde 1941 das Exerzitienhaus als Hilfslazarett beschlagnahmt. Es wurde die sogenann­te Herz-Jesu-Expositur, ein Seelsorgebezirk der Gläubigen auf der Hambacher Höhe bis zur Errichtung der Pfarrei St. Pius 1959 ein­gerichtet. Kloster und Seelsorgegemeinde weihten sich 1944 in der Stunde höchster Bedrängnis in einem feierlichen Gelöbnis der Rosenkranzkönigin von Fatima. Bis heute finden von Mai bis Oktober die Pilgersonntage (früher Fatimasonntage) statt. Nach dem Krieg konnte 1945 das Exerzitienhaus seine seelsorgliche Arbeit wieder aufnehmen.

 

 

 

Baulich erweitert wurde das Exerzitienhaus 1957. Der Speiseraum wurde zur Hälfte als Vortragssaal genutzt. Zu den Exerzitien und Besinnungstagen kamen religiöse Bildungsveranstaltungen hinzu. Ein weiterer Ausbau des Exerzitien- und Bildungshauses mit Gä­stezimmern, großem Saal, Tagungsräumen und einem Pfalzkeller fand 1973 statt. Das Haus steht auch für Gast- und Fremdtagungen zur Verfügung.

 

 

 

Einen neuen Chor der Klosterkirche und ein neuer Klosterkonvent wurden 1979 erbaut. Die letzte große bauliche Veränderung fand 1994 statt, als ein großer Innenumbau und umfangreiche Renovierungsarbeiten im Exerzitien- und Bildungshaus anstanden. Alle Zimmer wurden neu ausgestattet und bekamen Nasszellen. Der Speisesaal wurde ganz neu gestaltet. Es gab ein erweitertes Rauman­gebot durch moderne Konferenzräume und eine Cafeteria. Im Dachgeschoss entstand ein neuer Meditationsraum (aus: http://de. wikipedia.org/wiki/Herz-Jesu-Kloster_Neustadt_an_der_Weinstra%C3%9Fe).

 

 

 

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Conrad-Freytag-Blick:

 

ab dem Kloster führt der Weg weiter bergan, nunmehr durch den Pfälzer Wald auf die Höhen der Haardt. Bald stößt man oberhalb vom Herz-Jesu-Kloster auf dem Weeg zur Hohen Loog auf den Conrad-Freytag-Blick (10 min, 40 Höhenmeter).

 

 

 

Conrad Freytag (* 7. August 1846 in Lachen, jetzt Neustadt an der Weinstraße; † 2. Juli 1921 in Wiesbaden) war ein deutscher Bau­unternehmer, Mitgründer der Bauunternehmung Wayss & Freytag und ein Pionier des Eisenbetonbaus in Deutschland.

 

 

 

Freytag stammte aus einer alteingesessenen pfälzischen Bauernfamilie und ging als Brauer in die Lehre. Er gründete 1875 mit seinem Schwager Carl Heidschuch († 1891) die Baustoff-Handlung Freytag & Heidschuch oHG mit Sitz in Neustadt, wo Freytag sich 1871 ein Haus gebaut hatte; dort blieb der Sitz der Firma bis 1925. Neben dem Handel mit Keramik, hergestellt unter anderem von Vil­leroy & Boch, Zement und Gips produzierten sie auch Beton-Fertigteile, insbesondere Beton-Rohre. Freytag wandte sich bald dem Hochbau zu und erwarb 1884 die Eisenbeton-Patente des Franzosen Joseph Monier für Süddeutschland, mit Vorkaufsrecht für Nord­deutschland. 1885 trat er die Vorkaufsrechte für das Patent für den norddeutschen Raum an Gustav Adolf Wayss unentgeltlich ab, der das Verfahren mit seiner in Berlin gegründeten G. A. Wayss & Cie, der späteren Beton- und Monierbau verwendete und weiter­ent­wickelte. Freytag verkaufte 1890 seinen Anteil an der Freytag & Heidschuch oHG an Gustav Adolf Wayss, aber nach Heidschuchs Tod im Jahr 1891 kaufte er sich 1893 wieder in das Unternehmen ein, das seitdem als Wayss & Freytag firmierte. 1900 wurde dieses Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, deren Leitung Freytag übernahm. Wayss schied 1903 aus dem Unternehmen aus und zog sich nach Österreich zurück.

 

 

 

1920 musste Conrad Freytag wegen Gesundheitsproblemen nach Wiesba­den umziehen, wo er verstarb. Seine Asche wurde aber im Familien­-Mau­so­leum in Neustadt beigesetzt. 1895 bis 1920 war er Mitglied im Stadtrat von Neustadt an der Haardt und wurde 1916 zum Ehrenbür­ger der Stadt ernannt. Ein Aus­sichtspunkt auf der Hohen Loog bei Neustadt heißt Conrad-Freytag-Blick. Conrad Freytag war Gründungsmitglied des 1898 gegrün­deten Deutschen Betonvereins, gehörte dessen Vorstand bis 1905 an und wurde 1918 zum Ehrenmitglied ernannt. 1905 wurde er zum königlich bayrischen Kommerzienrat ernannt. 1918 erhielt er die Ehren­doktorwürde (Dr.-Ing. E.h.) der Technischen Hochschule Darmstadt (aus http://de.wikipedia.org/wiki/Con­rad_Freytag)

 

 

  

Im nahebei gelegenen Familienmausoleum der Familie Freytag ist die Aschenurne von Conrad Freytag beigesetzt.

 

 

 

Auf dem Weg zur Hohen Loog:

vom Mausoleum geht es weiter bergan (3,47 km, 350 Höhenmeter Anstieg) durch den Wald mit gelegentlichen Ausblicken auf das Hambacher Schloß und das Dorf Hambach. Der Wanderweg führt über Speierheld zum Hohe-Loog-Haus des Pfälzerwaldvereins, das nach ca. 1 Std. erreicht wird.

 

 

 

 

 

 

Am Speierheld:

465 m über NN; auch Speyer-Hald (2,27 km, 210 Höhenmeter Anstieg, 26 min vom Conrad-Freytag-Blick); der Südabhang des Nollen ist Gemeindegrund von Hambach und heißt deshalb auch beim Volk Speyer-Hand, denn Hambach gehörte bis Ende des 18. Jh. zum Hochstift Speyer (vgl. Heuser: Pfalzführer, Ausgabe 1979, S. 226). Der Speierheld (465 m) ist eine auf der Kammhöhe gelegene Wegkreuzung incl. Schutzhütte und Sitzbänken. Der Name hat keinen sagenumwobe­nen Hintergrund, er weist lediglich auf den ursprünglichen Eigentümer des Waldes, das Fürstentum Speyer, hin. Hier sollen früher die Hambacher Bauern ihr Vieh auf die Waldweide und zur Kühunger Quelle, Ihrem nächsten Zwischenziel, getrieben haben (aus: http://www.uwendler.de/pfalz/h/ hambach/ hoheloog.htm ).

 

Am Speierheld befindet sich eine kleine, offene Schutzhütte mit innen umlaufender Sitzbank an einer schönen Aussicht über Hambach und die Rheinebene. 1993 abgebrannt, 1996 durch Hambacher Bürger neu aufgebaut.

 

 

 

Der Weg ab Speierheld führt weiter am Haardrand entlang, leicht bergan, zum Hohe-Loog-Haus, das nach ½ Std erreicht wird (1.66 km, 140 Höhenmeter bergauf).

 

 

 

 

Hohe-Loog und Hohe-Loog-Haus:

6,09 km ab Bahnhof Neustadt; vom Herz-Jesu-Kloster ein Anstieg von 390 m auf eine eine Höhe von ca. 580 m über NN.

 

Der Hohe Loog, im pfälzischen oft auch Die Hohe Loog ist ein 619 m ü. NN hoher Berg in der Haardt, dem Ostrand des Pfälzerwal­des. Der Hohe Loog liegt [Anm.: im Pfälzischen „Die Hohe Loog“] westlich von Neustadt an der Weinstraße und 1,7 km nordöstlich der Kalmit, dem höchsten Berg der Haardt. Der Name leitet sich von Loog („Grenzzeichen“) ab. Am vollständig bewaldeten Gipfel befinden sich einige Sandsteinfelsen. Eine Aussicht in die Umgebung ist nicht möglich. Östlich des Gipfels schließt sich die, auf ungefähr 580 m ü. NN Höhe liegende, fast zwei Quadratkilometer große Hohe-Loog-Ebene an. Der nordöstliche Ausläufer der Hohen Loog ist der Rutschsteinberg, südöst­licher Ausläufer der Rittersberg, mit einem Sühnekreuz, welcher wiederum in den Schlossberg mit dem Hambacher Schloss übergeht. Nördlich fällt der Hohe Loog in das Kaltenbrunnertal ab. Nahe dem Gipfel liegt das vom Pfälzerwald-Verein bewirtschaftete Hohe-Loog-Haus, von der eine hervorragende Aussicht zum Kalmitmassiv und in das Rheintal möglich ist (aus http://de.wikipedia.org/ wiki/Hohe_Loog_(Haardt)#cite_note-1).

 

Namensbedeutung:

Loog bedeutet Grenzzeichen und leitet sich her von „loch. Lochen“. Standen starke Bäume an der Grenzlinie, so konnten diese in früheren Jahrhunderten zur Sicherung der Grenzen markiert werden und galten damit als gültige Grenzzeichen. Nach altem Brauch wurde an den dafür ausgewählten Bäumen ein schräggestelltes Kreuz, ein "Andreaskreuz", eingehauen oder eingebrannt. Gelegentlich wird noch von anderen Zeichen, auch von Buchstaben berichtet, die einen Loch- oder Malbaum kennzeichneten. Der Mittelpunkt der Kreuzmarke erhielt als zusätzliches Merkmal eine Bohrung, nach altem Sprachgebrauch ein"Loch". Die Bezeichnung "Lochbaum" hatte aber ursprünglich nichts mit diesem Loch zu tun. Die längst im 16. Jahrhundert im süddeutschen Raum geläufige Bezeichnung "Loochen" geht auf das althochdeutsche Wort "hlah" oder "lah" zurück, das sich regional im Laufe der Zeit zu "lachen", "lauchen", "loochen" und ähnlichen Formen veränderte. Das Wort bedeutete ursprünglich nur Kerbe, Einschnitt, stand dann für "Zeichen" und wurde am Ende zum Grenzzeichen. In der Pfalz ist "loog" daraus geworden. "Loogfelsen" sind im Pfälzer Wald häufig anzutreffen. Fast immer ist an ihnen ein Andreaskreuz, mitunter auch ein Griechisches Kreuz, neben weiteren Zeichen. Auch im Schwarzwald gibt es noch vereinzelt solche Felsmarken. Übrigens werden in manchen ländlichen Gemeinden Südbadens die Grenzsteine noch heute als "Loochen" bezeichnet. Ein Baum an der Grenzlinie konnte zum "Lochbaum" werden, wenn an ihm ein Andreaskreuz eingeschlagen und in dessen Mitte zusätzlich ein kleines Loch gebohrt wurde. Auch von anders geformten Zeichen wird berichtet. So wurden die Grenzbäume der Stadt Staufen im Jahre 1617 mit Hirtenstäben "gelochet" (vgl. http://www.erratiker.ch/Doku/Hentschel_Grenzzeichen.pdf ).

 

Über die Hohe Loog verlief die Grenze zwischen der Kurpfalz, Oberamt Neustadt und dem Fürstbistum Speyer.

 

 

 

 

 

 

Auf der Hohen Loog befindet sich das Unterkunftshaus des Pfälzerwald-Vereins, Sektion Hambach mit guter Küche (geöffnet Mi, Sa, So und Feiertage. Während der Sommer- und Herbstferien in Rheinland-Pfalz ist täglich 9:30 Uhr - 18:00 Uhr geöffnet; Hütten­wartin: Christine Dobberke Tel.: 06321-480092).

 

 

Weiter geht’s nunmehr bergab zum Bildbaum (510 mm über NN, 40 m berg vom Hohe-Loog-Haus, 7 min.), teilweise auch als Bildstein bezeichnet.

 

 

 

 

Marienbild am Bildstein (Photo Ref vom 22.12.2013)

 

 

 

 

Von Bildstein weiter zum Hahnenschritt (558m ) an der Totenkopfstraße (1,5 km vom Hohe-Loog-Haus, 50 m bergab, 21 min Dauer).

 

 

 

 

und von dort zur Hüttenhol an der der Totenkopfstraße

 

 

 

 

 

auch als „Römer Wachstube“ genannt

 

 

 

Nicht mehr weit ist es von da zur Totenkopfhütte (knapp 14 km vom Bahnhof Neustadt, 4,5 km vom Hohe Loog-Haus, 3m bergauf, 110m bergab, 1:04 Std).

 

 

Die Totenkopfhütte (Höhe 513,7 m) liegt an der ehemaligen Römerstraße Speyer-Metz. Heute ist es die L 514, die von Maikammer über den Totenkopf in das Elmsteiner Tal führt. Der Sattel, auf dem die Hütte steht, wird im Süden von dem Rothsohlberg (Höhe 607 m) und im Norden vom Oberscheid (Höhe 582 m) umgeben. Sie wird vom Pfälzerwald-Verein, Ortsgruppe Maikammer-Alsterweiler betrieb.

 

 

 

 

 

 

 

Die Wanderung führt nun leicht ansteigend zu Hellerhütte am Hellerplatz (478 m, ca. 4,1 km von der Totenkopfhütte bzw. knapp 16 km von Bahnhof Neustadt). Der Hellerplatz ist eine Wegkreuzung im Pfälzerwald auf der Höhe zwischen Kaltenbrunnertal und Speyerbachtal. Dort liegt das „Hellerplatzhaus“ des Pfälzerwaldverein Ortsgruppe Neustadt. Diese außerordentlich gemütliche Hütte mit vielen Plätzen im Freien und einem großen Spielplatz gelangte vor Jahrzehnten zu trauriger Berühmtheit, als in der Neujahrs­nacht 1960 ein Mitglied des Pfälzerwald-Vereins die damals berüchtigte Kimmel-Bande beim Einbruch überraschte und erschossen wurde. Diese Räuberbande um den „Pfälzischen Alcapone“ Bernhard Kimmel aus Lambrecht machte längere Zeit die Gegend unsi­cher.

 

In der Neujahrsnacht 1960/61 um 3 Uhr früh schoß das Bandenmitglied Lutz Cetto mit einer 9-mm-Pistole den damals 49-jährigen Hüttenwart Karl Wertz (1911–1961) nieder, der für den Pfälzerwald-Verein die zwischen Neustadt und Lambrecht im Pfälzerwald ge­legene Hellerhütte betrieb. Wertz hatte die jungen Leute, die angetrunken vor der Hütte randalierten und um sich schossen, mit einer Taschenlampe angeleuchtet, und Cetto hatte, wie sich später vor Gericht ergab, befürchtet, der Hüttenwart könnte Bandenmitglieder als Täter identifizieren. Im Neustadter Krankenhaus Hetzelstift wurde wenig später festgestellt, dass Wertz auf dem Transport ver­storben war. Zeuge der Todesschüsse war ein Mitglied des Pfälzerwald-Vereins (vgl. http://de.wikipedia.org/ wiki/ Bernhard_Kim­mel).

 

 

 

Von nun an geht’s bergab durch Höllischtal nach Erfenstein (vgl. Heuser: Pfalzführer, a.a.O., S. 210). Das Dörfchen Erfenstein erreichen wir nach 4,1 km und einem Abstieg von 320 m.

 

 

 

 

 

Erfenstein ist eine kleine Ortschaft im Pfälzerwald, die zur Gemeinde Esthal gehört und 1835 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird. Der Ort besitzt ungefähr 100 Einwohner. Im Ort gab es bis 2007 eine Kunststoffirma, in deren Gebäuden sich zuerst eine Sägemühle, danach die Wollfabrik Laubscher und eine Textilfirma für Gardinen- und Dekostoffe befanden. Heute ist das Fabrikgebäude von mehreren kleinen Betrieben belegt. Aus der Zeit der beiden Wollfabriken Ludwig und Heinrich Laubscher stammen die meisten Fabrikgebäude sowie die beiden Villen der Firmeninhaber in der Spangenbergstraße 11 und 13. Der Bau der Villa Spangenbergstraße 11 begann 1922. Gegenüber der ehemaligen Wollfabrik existierte eine Firma für Kunststoffspielwaren und deren Grundlagen oder Einzelteile.

 

 

Von Talgrund führt der Weg zur Burg Spangenberg (ca. 80 m Höhendifferenz), die seit 1971 vom Verein Burg Spangenberg betreut wird. Er entstand aus einer Bürgerinitiative und wurde am 5. Dezember 1971 im ehemaligen Forsthaus Spangenberg gegründet

 

Die Burg Spangenberg ist die teilrekonstruierte Ruine einer Felsenburg in Rheinland-Pfalz. Sie liegt im Pfälzerwald über dem Elm­steiner Tal in der Nähe der zur Ortsgemeinde Esthal gehörenden Siedlung Erfenstein, befindet sich aber noch auf der Wald­gemarkung von Neustadt an der Weinstraße, genauer des Ortsteils Lachen-Speyerdorf. Mit der benachbarten Burg Erfenstein ist sie durch die Sage von der Ledernen Brücke verbunden.

 

Burg Spangenberg wurde vermutlich im 11. Jahrhundert erbaut. Im Jahr 1100 gelangte sie als Lehnsburg durch eine Schenkung des Bischofs in den Besitz des Hochstifts Speyer. Dem Ritter Diether von Zoller wurde die Burg 1317 als Burgmann anvertraut. Eberhard von Sickingen wird 1431 Lehensträger der Burg und Heinrich von Remchingen nach ihm 1439.Historischer Hintergrund der Sage von der Ledernen Brücke ist, dass die beiden Burgen stets verschiedenen Herren gehörten – anfangs Spangenberg wie er­wähnt dem Speyerer Fürstbischof und Erfenstein den Leininger Grafen – und in entsprechender Konkurrenz zueinander standen. Als später die Eigentümer gewechselt hatten, kam es schließlich 1470 im Verlauf der Weißenburger Fehde zwischen Kur­fürst Friedrich I. von der Pfalz und seinem Vetter, Herzog Ludwig I. von Pfalz-Zweibrücken, zur gegenseitigen Zerstörung beider Burgen, zunächst von Erfenstein, dann von Spangenberg. 1505 wurde im nahegelegenen Wald ein „Stutengarten“ (Pferde-Gestüt) angelegt. Burg Spangenberg, wieder bewohnbar gemacht, fungierte für knapp 100 Jahre als Wohnburg des Stutmeisters. Doch im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) wurde die Burg gleich im ersten Kriegsjahr durch den Heerführer Ernst von Mansfelderneut zerstört, zu Beginn des Pfälzischen Erbfolgekrieges (1688) dann endgültig durch die Truppen Ludwig XIV., des Königs von Frankreich. Um 1900 ging die Burgruine in Gemeindeeigentum über. Heute ist sie im Besitz der Stadt Neustadt an der Weinstraße. Von der Vorburg (Unterburg) aus zeigt die Ruine auf einem Sandsteinfelsen den befestigten Palas, das Burgtor der Kernburg (Oberburg) und die Schildmauer (aus http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Spangenberg; vgl. Jürgen Keddigkeit, Ulrich Burkhart, Rolf Übel: Pfälzisches Burgenlexikon, Band 4.1: O-Sp. Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde Kaiserslautern, Kaiserslautern 2007, S. 505-519.).

 

 

 

 

Einer Sage nach wurde die Burg vom bösen Ritter Kaspar erbaut, den die Bevölkerung den "Wilden Kaspar" nannte. Er und die Tochter des Kaisers waren verliebt ineinander und in der Burg wollte er sich mit ihr verstecken. Damit niemand von der Existenz und dem Ort der Burg wusste lud er alle Handwerker, welche die Burg errichteten zu einem Festmahl in eine Hütte ein. Als diese alle betrunken und satt in der Hütte eingeschlafen waren, zündete Kaspar die Hütte an. Alle die vom Bau der Burg wussten starben im Feuer. Er holte die Tochter des Kaisers zu sich in die Burg und sie lebten jahrelang darin. Eines Tages wanderte ein Pilger durch das Speyerbachtal und entdeckte dabei die Burg. Als er am Tor pochte um nach einen Unterschlupf für die Nacht zu bitten erblasste er beim Anblick der Kaisertochter, als diese ihm das Tor öffnete. Er wurde herein gebeten und fürstlich bedient. Zusammen mit dem wilden Kaspar schimpften sie über den Kaiser. Am nächsten Morgen wollte der Pilger wieder gehen, doch Kaspar verband ihm die Augen und ritt ihn selbst aus dem Tal hinaus, so dass der Pilger sich den Weg nicht merken könne. Doch der Pilger war der Kaiser selbst. Er holte sein Heer und zog durch das Speyerbachtal bis zur Burg Spangenberg. Kurz bevor er die Burg einnahm stürzten sich der Ritter Kaspar und die Tochter des Kaisers von den Burgmauern in die Tiefen des Tals, sie wollten gemeinsam sterben und den drohenden Strafen entgehen. Beim freien Fall sollen ihre Gewänder wie Fallschirme gewirkt haben und sie "landeten" unverletzt. Sie wurden vom Kaiser festgenommen. Kaspar wurde zum Tod am Galgen verurteilt. Seine Tochter verheiratete der Kaiser mit einem anderen Mann (aus http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Spangenberg).

 

Burg Spangenberg wurde vom Verein Burg Spangenberg e.V. mit viel Engagement restauriert und zur einer Gaststätte ausgebaut, die vom Burg Spangenberg Verein betrieben wird.

 

 

 

 

 

Nach der Stärkung in der Burggaststätte geht’s weiter über Iptestal, vorbei an Sattelmühle, Frankeneck zum Bahnhof Lambrecht (6,59 km, 01:40 Std., fast ebene Wegstrecke).